Hyperkalzämie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 6. März 2016
Gesundpedia.deKrankheiten Hyperkalzämie

Hyperkalzämie bezeichnet ein erhöhtes Level von Kalzium in Blut, welches zu Knochenabbau und Organschäden führen kann. Hauptursache ist eine Überaktivität der Nebenschilddrüsen. Die Behandlung erfolgt meist durch Medikation und Operation.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hyperkalzämie?

Hyperkalzämie ist eine Krankheit, bei welcher der Kalziumgehalt im Blut über ein normales Level steigt. Kalzium wird benötigt, um die Knochen zu stärken und gesund zu halten. Es spielt außerdem eine wichtige Rolle bei Muskelkontraktionen, der Abgabe von Hormonen und der Sicherstellung, dass Nerven und Gehirn richtig funktionieren.

Hohe Kalziumlevel, in Folge von Hyperkalzämie, können jedoch diese Funktionen negativ beeinflussen. Die häufigste Ursache für Hyperkalzämie ist die Überaktivität einer oder mehrerer Nebenschilddrüsen, welche den Kalziumlevel im Blut regulieren. Doch auch Krebs, andere Krankheiten, oder bestimmte Medikamente können eine Hyperkalzämie auslösen.

Ursachen

Die häufigste Ursache für Hyperkalzämie ist die Überaktivität einer oder mehrerer der vier Nebenschilddrüsen. Doch existieren auch Form von Krebs, bspw. Lungenkrebs, Brustkrebs oder bestimmte Blutkrebsformen, die Hyperkalzämie mit sich bringen. Einige Tumore produzieren ein Protein, welches sich ähnlich verhält wie Parathormon der Nebenschilddrüse, welches die Knochen dazu anregt Kalzium in das Blut abzugeben.

Des Weiteren existieren bestimmte Krankheiten, die mit einer Entzündung von Gewebe zusammenhängen, die wiederum zu einem erhöhten Anteil von Vitamin D im Blut führen. Zu viel Vitamin D im Blut stimuliert den Darm zur vermehrten Aufnahme von Kalzium und damit auch einem erhöhten Kalziumlevel im Blut.

Menschen, die aufgrund von schweren Krankheiten lange bettlägrig sind, können ebenfalls Hyperkalzämie entwickeln, da die nicht benötigten Knochen abgebaut werden und mehr Kalzium ins Blut gerät. Lithium-Medikamente, die zur Behandlung von Bipolarer Störung eingesetzt werden, beeinflussen die Nebenschilddrüse und können damit, ebenso wie die erhöhte Einnahme von Vitamin D, zu Hyperkalzämie führen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Hyperkalzämie:

Eine Hyperkalzämie kann ohne Anzeichen oder Symptome verlaufen, vor allem wenn die Hyperkalzämie nur mild ist. Ernsthafte Symptome von Hyperkalzämie können Schwindel und Erbrechen beinhalten, oder auch der Verlust von Appetit. Auch durchgängiger Durst und die damit verbundene erhöhte Ausscheidung von Urin ist symptomatisch für Hyperkalzämie.

Des Weiteren können Verdauungsprobleme auftreten, Verstopfung und Magenschmerzen. Schmerzen in den Muskeln, deutliche Muskelschwäche und entzündete Gelenke können ebenso Anzeichen einer Hyperkalzämie sein, wie Verwirrtheit und Lethargie. Doch die Schwere der Symptome sind nicht notwendig verbunden mit der schwere der Hyperkalzämie. So neigen ältere Menschen vermehrt dazu, stärkere Schmerzen in Muskeln und Gelenken zu entwickeln.

Diagnose

Da Hyperkalzämie keine oder nur sehr geringe Symptome zeigt, erfährt der oder die Betroffene evtl. erst durch einen Bluttest über die Krankheit. Ein Bluttest kann nicht nur zeigen, dass der Level an Kalzium erhöht ist, sondern ebenso einen erhöhten Wert an Parathormonen anzeigen, welches wiederum in Anzeichen auf eine Überaktivität der Nebenschilddrüse hinweist.

Anschließende Tests können erfolgen, um die darunterliegende Störung für die Hyperkalzämie herauszufinden. Dazu zählen unter anderem Röntgenaufnahmen, Computertomografie, Magnetische Resonanz Untersuchung oder Mammografie. Diese Tests können zeigen ob Lungenkrebs, Brustkrebs oder ein bösartiger Tumor die Hyperkalzämie auslöst.

Behandlung

Bei schwerwiegender Hyperkalzämie ist es notwendig Leber und Knochen zu schützen. Hier existieren eine Reihe von Medikamenten, welche die Abgabe von Kalzium in das Blut oder die Aufnahme durch das Blut beeinflussen können und ein gesundes Level von Kalzium etablieren. Wenn diese akute Situation unter Kontrolle ist, ist die Behandlung der Hyperkalzämie abhängig von der Ursache der Krankheit.

Eine primäre Hyperkalzämie wird in milder Form evtl. durch leichte Medikation und Beobachtung behandelt. Erst wenn die Knochen bereits sichtlich zurückgegangen sind oder sich andere Anzeichen wie Nierensteine gebildet haben, wird evtl. eine Operation in Betracht gezogen. Bei dieser werden die betroffenen Nebenschilddrüsen entfernt. Für diese Operation ist in der Regel ein Vollnarkose und ein größerer Eingriff nötig. Die befallene Drüse wird durch die Einnahme eines radioaktiven Mittel ausfindig gemacht, welche sofort von der hyperaktiven Drüse absorbiert wird.

Die Medikation mit Cinacalcet hat sich als erfolgreich erwiesen, um das Kalziumlevel gering zu halten und kommt daher für die Menschen in Frage, bei der eine Operation nicht durchgeführt werden kann. Die Behandlung einer Hyperkalzämie ausgelöst durch Krebs, ist abhängig von der Behandlung des Krebses, kann aber ebenfalls in der Einnahme von Medikamenten liegen.

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Vorbeugung

In den meisten Fällen kann einer Hyperkalzämie nicht vorgebeugt werden. Frauen über 50 sollten ihren Arzt regelmäßig aufsuchen und den Kalziumlevel im Blut durch einen Test bestimmen lassen, falls es Symptome einer Hyperkalzämie gibt. Die Hyperkalzämie, ausgelöst durch die erhöhte Aufnahme von Kalzium- oder Vitamin D-Präparaten, kann durch eine gründliche Absprache mit dem Arzt verhindert werden.

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