Heuschnupfen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Mai 2015
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Heuschnupfen oder Pollenallergie ist eine Allergie gegen Blütenstaub. Der Körper reagiert dabei empfindlich auf bestimmmte Stoffe, die sogenannten Allergene. Genau genommen handelt es sich bei den Allergenen um bestimmte Eiweiße, aus welchen die Pollenkörper der Bäume oder Blüten bestehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Heuschnupfen (Pollenallergie)?

Heuschnupfen (Pollenallergie) ist in Deutschland weit verbreitet - immerhin 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung leiden jedes Jahr an Heuschnupfen. Jugendliche sind noch weitaus häufiger betroffen. Die Erkrankung tritt immer zu den Pollenflugzeiten auf.

Für Heuschnupfen gibt es gewissen Gründe. Auslöser sind dabei die unterschiedlichsten Pollen, etwa die der Gräser und Getreide, aber auch bestimmter Bäume wie Erle oder Birke.

Ebenso können Sträucher wie Hasel oder bestimmte Kräuter den Heuschnupfen auslösen. Daher kann die Erkrankung zu ganz unterschiedlichen Jahreszeiten auftreten.

Viele Patienten, die an Heuschnupfen leiden, sind ebenfalls von einer Allergie gegenüber bestimmten Lebensmitteln betroffen. Ist dies der Fall, spricht man von einer Kreuzallergie.

Ursachen

Einem Heuschnupfen bzw. einer Pollenallergie liegt immer ein bestimmter Auslöser (Pflanzenpollen) zu Grunde. Im Prinzip handelt es sich um eine Abwehrreaktion des Körpers gegen die Blütenpollen.

Die Ursache für den Heuschnupfen ist demnach eine Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Pflanzenpollen. Kommt der Körper mit diesen in Kontakt, bildet er bestimmte Abwehrstoffe, auch als IgE-Antikörper bezeichnet.

Diese bilden in Folge Mastzellen, welche der körpereigenen Abwehr dienen. Nun werden Entzündungsbotenstoffe, die Histamine, ausgeschüttet. Diese gelten als Hauptursache für den Heuschnupfen und verursachen tränende Augen, eine triefende Nase und eine Verengung der Atemwege.

Mittlerweile ist es erwiesen, dass die Veranlagung für den Heuschnupfen durchaus vererbbar ist. Doch auch bestimmte Umweltbedingungen sind dafür verantwortlich, ob die Erkrankung ausbricht oder nicht.

Symptome und Verlauf

Mögliche Symptome bei Heuschnupfen (Pollenallergie):

Typische Symptome von Heuschnupfen sind gerötete und tränende Augen sowie eine laufende Nase. In schweren Fällen kann es zudem zu Schlaf- und Konzentrationsstörungen kommen. Auch Geruchs-, Geschmacks-und Hörsinn können durchaus beeinträchtigt sein. In schweren Fällen kann Heuschnupfen auch zu Luftnot oder sogar chronischen Atemwegserkrankungen wie Bronchialasthma führen.

Diagnose

Erster Schritt zur Diagnose von Heuschnupfen ist ein ausführliches Anamnesegespräch, in dem der Allergologe die aktuellen Beschwerden und die bisherige Krankheitsgeschichte erfragt. Hierbei können bereits erste Hinweise auf das Vorliegen von Heuschnupfen gefunden werden. Wichtige Ansatzpunkte sind hierbei zum Beispiel bereits bekannte andere Allergien, eine Erkrankung an Asthma oder Neurodermitis oder zu welcher Jahreszeit die Beschwerden schwerpunktmäßig auftreten. Über das Anamnesegespräch kann der Arzt relativ gut herausfinden, ob bei dem Patienten ein Verdacht auf Heuschnupfen besteht.

Um herauszufinden, durch welche Pollenarten die allergische Reaktion ausgelöst wird, kann dann ein sogenannter Prick-Test durchgeführt werden. Hierbei wird an verschiedenen Stellen des Unterarms jeweils eine Lösung mit einem bestimmten Pollenextrakt aufgetragen. Mit einer Nadel wird dann die Haut an diesen Stellen leicht eingeritzt, sodass die Flüssigkeit in die Haut eindringen kann. Nach einiger Zeit wird dann durch Bläschenbildung sichtbar, ob eine allergische Reaktion auf die aufgetragene Lösung stattgefunden hat.

Zur Absicherung des Ergebnisses oder bei unklaren Effekten kann zusätzlich ein Provokationstest durchgeführt werden, bei dem das entsprechende Pollenextrakt in die Nase oder ins Auge gegeben wird, um zu beobachten, ob es zu einer allergischen Reaktion (Niesen, Juckreiz, etc.) kommt.

Zuletzt kann auch eine Blutuntersuchung Aufschluss über das Vorliegen von Heuschnupfen geben. Hiebei wird geschaut, wie viele Antikörper gegen Polleneiweiße vorliegen. Je mehr davon der Patient aufweist, desto stärker die allergische Reaktion.

Behandlung und Therapie

Um Heuschnupfen erfolgreich behandeln zu können, muss zunächst herausgefunden werden, gegen welchen Erreger der Patient allergisch reagiert. Zu diesem Zweck wird ein Allergietest, der sogenannte Pricktest, durchgeführt.

Bestimmte Pollenextrakte werden auf Rücken oder Unterarm des Patienten aufgebracht - bereits nach 15 bis 20 Minuten röten sich die behandelten Stellen, wenn Heuschnupfen vorliegt.

Ein Bluttest kann weitere Gewissheit geben. Natürlich sollte man bei Heuschnupfen die Erreger weitestgehend meiden. Da die Pollen aber häufig kilometerweit fliegen, gestaltet sich dies recht schwierig.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Medikamente gegen Heuschnupfen. Oft hilft aber auch die sogenannte Hyposensibilisierung. Über einen längeren Zeitraum - in der Regel mindestens für drei Jahre - bekommt der Patient die Allergene gespritzt, die für den Heuschnupfen verantwortlich sind.

Eine Alternative zu der Hyposensibilisierung ist die sogenannte Sublinguale Immuntherapie. Tropfen einer Pollenlösung werden dem Patienten bei dieser Behandlung unter die Zunge gegeben - die Dosierung steigt dabei von Mal zu Mal an.

Patienten, die sich nicht spritzen lassen möchten, sollten auf die Gräsertablette ausweichen. Diese ist allerdings nur für erwachsene Patienten geeignet.

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Vorbeugung

Dem Heuschnupfen vorzubeugen, ist recht schwierig. Hat man die genetische Veranlagung für diese Erkrankung, wird der Heuschnupfen vermutlich auch irgendwann ausbrechen. Dann aber sollte man die Pollen weitestgehend meiden. Zu diesem Zweck gibt es Pollenflugkalender, aus welchen genau ersichtlich wird, zu welcher Zeit bestimmte Pollen fliegen.

Heuschnupfen-Patienten sollten zudem auf das Rauchen verzichten, denn der Tabakrauch reizt die ohnehin schon angegriffenen Atemwege noch zusätzlich. Gleiches gilt für das Schwimmen in gechlortem Wasser.

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