Gemeiner Lein

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 25. April 2016
Gesundpedia.deHeilpflanzen Gemeiner Lein

Bei dem Gemeinen Lein handelt es sich um eine traditionelle Heilpflanze. So hilft er u. a. gegen Verstopfung und Entzündungen.

Inhaltsverzeichnis

Definition und Vorkommen

Die Heilpflanze Gemeiner Lein hilft gegen Hautprobleme sowie Hautgeschwüre und Furunkel.

Als Gemeiner Lein (Linum usitatissimum) wird eine Kulturpflanze bezeichnet, die der Gattung der Lein (Linum) angehört. Er bildet einen Bestandteil der Familie der Leingewächse (Linaceae). Die Pflanze ist auch unter den Bezeichnungen Flachs oder Saat-Lein bekannt. In seiner Anwendung wird der Lein nach Öllein und Faserlein unterteilt. Der Gemeine Lein ist eine einjährige Pflanze und erzielt Wuchshöhen zwischen 30 und 150 Zentimetern.

Er verfügt über schmale, lanzettenartige Blätter, die wechselständig und dicht besetzt sind. Zwischen Juni und August kommen die Blüten des Leins zur Geltung. Sie weisen eine blaue bis weiß-blaue Färbung auf und erreichen einen Durchmesser zwischen 2 und 3 Zentimetern. Die Griffel der fünfzähligen Blüten haben eine himmelblaue Farbe. Im weiteren Verlauf entstehen innerhalb von runden Kapseln etwa 8 bis 10 Samen. Ihre Erntezeit liegt zwischen August und Oktober.

Beheimatet ist der Gemeine Lein in der Mittelmeerregion sowie in Vorderasien. Am besten gedeiht er unter gemäßigten Klimabedingungen. Mittlerweile wird der anspruchslose Lein in vielen Ländern als Kulturpflanze angebaut. Dazu benötigt er nährstoffreichen Erdboden sowie eine sonnige Lage. Anmoorige und staunasse Standorte werden von der Pflanze allerdings nicht vertragen. Zu den größten Anbauregionen des Gemeinen Leins gehören China, die EU, Russland, Weißrussland sowie die Ukraine und Ägypten.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Dosierung

Der Gemeine Lein enthält gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe wie Schleimstoffe, die einen Anteil zwischen 6 und 10 Prozent haben. Im Samen befindet sich fettes Öl, welches aus unterschiedlichen Fettsäuren wie Ölsäure, Linolsäure und Linolensäure besteht. Weitere Inhaltsstoffe der Leinsamen sind Ballaststoffe, Eiweiße, Triterpene und Lignane. Im Darm kommt es durch Wasserbindung zum Aufquellen der Schleimstoffe, wodurch sich das Volumen des Stuhls vergrößern kann. Gleichzeitig besteht auf die Darmwand ein größerer Druck, was eine größere Beweglichkeit des Darms zur Folge hat. Dies wirkt sich wiederum positiv auf die Entleerung des Stuhls aus. Durch das fette Öl erlangt der Stuhl zudem eine bessere Gleitfähigkeit.

Zur innerlichen Anwendung werden in erster Linie die Leinsamen eingesetzt, die gegen Verstopfung wirken. Die empfohlene Dosis beträgt ein bis zwei Esslöffel mit geschrotetem Leinsamen. Dieser wird mit Flüssigkeit, Müsli oder Joghurt vermischt. Die Feuchtigkeit ermöglicht das Aufquellen des Samens, wodurch er seinen Schleim abgeben kann. Nach dem Verzehr des Leinsamens empfiehlt sich das Trinken eines halben Liters Wasser. Auf diese Weise lässt sich das Aufquellen des Leinsamens in der Magen-Darm-Region fördern.

Eine weitere Darreichungsmöglichkeit stellt der Tee des Gemeinen Leins dar. Dieser wirkt sich positiv auf die Harnregion aus. Aber auch äußerliche Anwendungen sind mit dem Gemeinen Lein möglich. Zu diesem Zweck wird der Leinsamen gemahlen oder gequetscht und als Umschlag aufgelegt, um Entzündungen der Haut, Hustenbeschwerden und Geschwüre zu behandeln. Aufgekochter Leinsamenbrei gilt als hilfreich gegen Furunkel. Durch die Kombination des Breis mit Olivenöl und Honig lässt sich der Heilungseffekt noch verstärken. Sinnvoll gegen Hautausschläge ist das Öl des Gemeinen Leins, das auch als eröffnendes Klistier Verwendung findet. Außerdem lässt eine innerliche Kur durchführen, die 50 Gramm Leinöl pro Behandlung beinhaltet, um Gallenkoliken zu therapieren.

Wogegen hilft die?

Bedeutung für die Gesundheit

Der Gemeine Lein wurde von den Menschen schon vor langer Zeit kultiviert und bereits in der Steinzeit genutzt. Im Jahr 2005 stieg er sogar zur Pflanze des Jahres auf. Neben seiner Funktion als Heilpflanze dient der Lein auch als Rohstoff. Von bedeutenden Medizinern der Antike und des Mittelalters wie Theophrast und Hildegard von Bingen wurde der Lein therapeutisch verwendet. In der heutigen Zeit ist die Bedeutung des Leins begrenzt. Dennoch lässt er sich gegen verschiedene Beschwerden und Erkrankungen wirkungsvoll einsetzen. Dazu gehört vor allem Verstopfung. So bewirkt der Gemeine Lein einen rascheren Abtransport des Stuhls aus dem Körper. Die Entfaltung des abführenden Effekts kann allerdings zwei bis drei Tage in Anspruch nehmen.

Der Gemeine Lein wirkt sich aber auch positiv auf andere Erkrankungen aus. Dazu gehören Entzündungen des Rachens, Halsschmerzen, Schnupfen, Heiserkeit, Zahnschmerzen und geschwollene Drüsen. Weitere Indikationen sind Geschwüre, Furunkel, eine Gürtelrose, Rheuma, Schuppenflechte, eine Magenschleimhautentzündung, Ischiasbeschwerden, Unterleibsleiden, Sodbrennen und Hautausschläge.

Darüber hinaus kommt der Gemeine Lein in der Homöopathie zur Anwendung, die das Mittel aus den Blüten herstellt. Homöopathische Anwendungsgebiete sind Reizungen der Harnblase, chronischer Durchfall, Asthma, Lähmungen der Zunge, Heuschnupfen und Heufieber. Nicht eingenommen werden darf der Gemeine Lein bei einem Darmverschluss oder Verengungen der Speiseröhre und des Magens. Auch in der Schwangerschaft wird zum Verzicht auf das Leinöl geraten, da es zu den Risikofaktoren für eine Frühgeburt gehört.

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