Leinsamen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Juni 2016
Gesundpedia.deHeilpflanzen Leinsamen

Leinsamen finden sich in vielen Broten und anderen Backwaren oder Müslis wieder. Darüber hinaus lassen sich die Saaten als Heilmittel anwenden. Besonders beliebt ist die Einnahme von Leinsamen zur Milderung von Verstopfungen.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Bei Leinsamen handelt es sich um kleine, braune Samen. Sie stammen von der Pflanze Lein und haben verschiedene Eigenschaften, welche sie als ein natürliches gesundheitliches Mittel nützlich machen. Allerdings ist es wichtig, dass die Einnahme von Leinsamen von einer ausreichenden Wasserzufuhr begleitet wird. Ansonsten drohen Verstopfungen und andere Verdauungsbeschwerden. Insgesamt handelt es sich bei Leinsamen jedoch um ein gut verträgliches und vor allem wirkungsvolles Heilmittel, welches ohne Chemie auskommt.

Vorkommen und Anbau

Leinsamen und Leinöl sind wirksame Arzneien gegen Magenprobleme und Verdauungsstörungen.

Der Gemeine Lein ist eine bereits alte Kulturpflanze, die vorwiegend zur Gewinnung von Öl und Leinsamen genutzt wird. Insgesamt existieren verschiedene Lein-Arten. Wirtschaftlich relevant ist jedoch nur der Gemeine Lein. Dieser gehört in die Familie der Leingewächse und gliedert sich in verschiedene Sorten. Manchmal wird die Pflanze auch Flachs genannt. Bei dem Namen handelt es sich um eine Anspielung auf "flechten", die sich wiederum auf den Verarbeitungsprozess der Leinsamen bezieht. Der Gemeine Lein ist eine einjährige Pflanze mit Wuchshöhen von 20 bis 100 Zentimetern.

Die Stängel der Pflanze sind aufrecht und verzweigen sich im oberen Teil. Der Gemeine Lein besitzt Blätter, die eine glatte Oberfläche aufweisen und schmal geformt sind. Die Blüten des Gemeinen Leins sind fünfblättrig und blau. Sie sind etwa zwei Zentimeter groß. Der Gemeine Lein hat geringe Ansprüche an seine Umgebung. Insgesamt kann er an den meisten Stellen gedeihen, lediglich Staunässe verträgt er nicht.

Für zahlreiche Blüten ist eine ausreichende Versorgung mit Wasser notwendig, ansonsten verringert sich die Ernte. Nach etwa 110 Tagen nach der Aussaat können die Leinsamen bereits geerntet werden. Als größte Anbauländer gelten China, Russland, Weißrussland und die Ukraine. Weltweit werden jedes Jahr zwei Millionen Tonnen Leinsamen produziert. Dabei setzt die Verwendung der Leinsamen einen aufwendigen Verarbeitungsprozess voraus.

Anwendung und Wirkung

Für eine medizinische Anwendung wird der Leinsame der Pflanze genutzt. Ausschlaggebend ist dabei vor allem die Schale, in der sich viele Schleimstoffe befinden. Ein großer Teil der Schleimstoffe setzt sich aus den Zuckern Xylose, Galactose und Galacturonsäure zusammen. Darüber hinaus weisen Leinsamen zu 25 Prozent Ballaststoffe, 25 Prozent Eiweiß und 30 bis 45 Prozent Öl auf. Letzteres besteht insbesondere aus Linol- und Linolensäure wie Omega3-Fettsäuren. Leinsamen werden häufig ins Brot oder ins Müsli eingearbeitet.

Wer die Samen für medizinische Zwecke nutzen möchte, sollte jedoch anders vorgehen. Als Abführmittel hat sich eine Menge von ungefähr 10 Gramm Leinsamen gewährt. Diese können sowohl geschrotet als auch als volles Korn eingenommen werden. Die Samen lassen sich zum Beispiel mit etwas Wasser anrühren. Nach einigen Minuten quellt die Flüssigkeit auf und nimmt eine schleimige Konsistenz an. Weil der Geschmack gewöhnungsbedürftig sein kann, empfiehlt es sich, die Leinsamen ins Müsli zu rühren oder mit etwas Saft zu vermischen.

Insgesamt ist es sinnvoll, die Leinsamen vor dem Verzehr quellen zu lassen. Menschen, die unter einer Gastritis leiden, nehmen ausschließlich den Schleim auf. Dafür werden 5 bis 10 Gramm der Samen in 150 Milliliter kaltes Wasser gegeben. Bestenfalls handelt es sich um ganze Samen. Nach 20 bis 30 Minuten sollte die Flüssigkeit abgegossen werden. Weiterhin existieren einige Präparate wie Kapseln, in denen die Wirkstoffe der Leinsamen vorkommen. Als Tee lassen sich Leinsamen nicht aufnehmen.

Wogegen helfen Leinsamen?

Bedeutung für die Gesundheit

In den Leinsamen befinden sich Schleimstoffe. Sobald sie in den Darm eintreten, können sie sich mit Wasser verbinden und aufquellen. Auf diese Weise kommt es zu einer Vergrößerung des Darminhaltes. Das Volumen regt durch Reizungen der Darmschleimhaut die Verdauung an. Durch das Öl kommt es zu einem Schmiereffekt, der sich positiv auf den Weitertransport des Stuhls auswirkt. Leinsamen können damit gegen Verstopfungen eingesetzt werden.

Die Wirkung tritt jedoch verzögert ein. In der Regel ist erst nach zwei bis drei Tagen mit einer Verbesserung der Beschwerden zu rechnen. Bis dahin ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme wichtig. Ansonsten verhärtet sich der Darminhalt. Im schlimmsten Fall droht ein Darmverschluss. Experten zufolge sollten mindestens 1,5 Liter täglich getrunken werden. Weiterhin kommen Leinsamen häufig bei anderen Magen-Darm-Beschwerden zum Einsatz wie einer Magenschleimhaut- oder Darmentzündung.

Leinsamen lassen sich trotzdem nicht als Selbstheilung ansehen- bei anhaltenden Beschwerden führt kein Weg an einem Arztbesuch vorbei. Leinsamen sind reich an Omega3-Fettsäuren. Diese sollen Herzkrankheiten und Arteriosklerose vorbeugen. Insgesamt können die Omega3-Fettsäuren der Leinsamen den Cholesterinspiegel sowie einen Bluthochdruck reduzieren und auf diese Weise die Gesundheit verbessern.

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