Gedächtnisstörungen (Gedächtnislücken)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 24. Juni 2015
Gesundpedia.deSymptome Gedächtnisstörungen (Gedächtnislücken)

Störungen der Gedächtnisleistung können die Freude und die Fähigkeit an der Bewältigung des Alltags ganz schön trüben. Die Gedächtnisstörungen bzw. Gedächtnislücken stellen eine eigenständige gesundheitliche Beeinträchtigung dar und sind zudem gleichermaßen Symptome für natürliche Einschränkungen sowie vorliegende Erkrankungen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Gedächtnisstörungen (Gedächtnislücken)?

Die wichtigste Funktion innerhalb des Gedächtnisses hat das Gehirn inne. Treten Gedächtnisstörungen auf, können abgespeicherte Erinnerungen oder andere Daten wie erworbenes Wissen nicht mehr verfügbar sein. Gedächtnisstörungen bzw. Gedächtnislücken können in den drei typischen Bereichen des Gedächtnisses auftreten. Diese betreffen bei Gedächtnisstörungen das Kurz- oder Langzeitgedächtnis sowie das Arbeitsgedächtnis, das explizite und implizite Gedächtnis.

Gedächtnisstörungen verunsichern die Betroffenen nicht nur. Die Gedächtnisstörungen tragen zur Entstehung von Ängsten bei und können je nach Ausprägung und Ausmaß extreme Einschränkungen mit sich bringen. Im Volksmund werden die Gedächtnisstörungen gern als Vergesslichkeit bezeichnet. In der Medizin sind Gedächtnisstörungen sogenannte mnestische Störungen oder Dysmnesien.

Ursachen

Die Gedächtnisstörungen können in Form der quantitativen, qualitativen oder selektiven Einschränkungen sowie der Gedächtnislücken durch abweichende Ursachen hervorgerufen werden.

Zu selektiven Gedächtnisstörungen kommt es durch eine als Schläfenlappenepilepsie bekannte Erkrankung sowie bei einigen demenziellen Krankheiten wie der Alzheimer Demenz. Quantitative Gedächtnisstörungen entstehen meist in Folge einer natürlichen Alterung des Hirngewebes sowie durch Amnesien auf. Diese werden bei den Gedächtnisstörungen durch Migräneanfälle, Verletzungen des Schädels und des Gehirns, eine Hirnhautentzündung oder eine Gehirnerschütterung sowie durch einzelne Medikamente (beispielsweise Schlafmittel) begründet.

Treten qualitative Gedächtnisstörungen auf, sind diese einer Überforderung und Stress zuzuschreiben. Zu den Erkrankungen, welche mit Gedächtnisstörungen einhergehen, gehören ebenfalls Tumoren des Gehirns, Schlafapnoe, ADHS und die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit.

Als Folge angehender Gedächtnisstörungen tritt gerade bei demenziellen Erkrankungen im weiteren Verlauf ein kompletter Verlust der Gedächtnisleistung auf. Die erkrankten Personen bemerken es im späteren Zeitraum nicht mehr selbst, dass Gedächtnisstörungen auftreten und umspielen diese mit einer gekünstelten und aufgesetzten Kommunikation.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Die Diagnostik von Gedächtnisstörungen ist nicht einfach, weil die Spanne zwischen dem Beginn der angehenden Leistungseinschränkungen und den ausgeprägten Gedächtnisstörungen nur schwer zu erfassen ist. Mit der Diagnostik von Gedächtnisstörungen befassen sich überwiegend die neurologischen und psychiatrischen Fachbereiche. Diesen stehen einzelne Verfahren zur Verfügung, mit denen Gedächtnisstörungen erkannt werden können. Diese Verfahren beziehen sich auf zwei Aspekte - die Gedächtnisspanne und das Arbeitsgedächtnis. Typische Untersuchungsmethoden sind Gespräche sowie das Ausfüllen spezieller Fragebögen.

Markante Kennzeichen von Gedächtnisstörungen sind Probleme, sich zu erinnern, Worte zu finden oder das aktuelle Datum und die Tageszeit zu deuten. Im weiteren Verlauf der Gedächtnisstörungen klagen die Betroffenen unter Schwierigkeiten, sich in einer nicht gewohnten Umgebung orientieren zu können und einfache gewohnheitsmäßige Tätigkeiten durchzuführen. Zu den weiteren Symptomen der Gedächtnisstörungen gehören das nicht erkennen von Menschen und das Nachlassen der Erinnerungsfähigkeit. Natürlich können Gedächtnisstörungen nur im Komplex verschiedener diagnostischer Verfahren eindeutig nachvollzogen werden. In diesem Zusammenhang sind auch Gespräche mit nahen Angehörigen, Pflegepersonen und behandelten Allgemeinmedizinern nützlich.

Behandlung und Therapie

Bei der Behandlung vorliegender Gedächtnisstörungen können sowohl die Schulmedizin als auch die Methoden verschiedener alternativer und Naturheilverfahren angewandt werden. Leider sind direkt auf die Therapie der Gedächtnisstörungen ausgerichtete Maßnahmen eher selten.

Im Vordergrund bei der therapeutischen Begleitung von Menschen, die unter Gedächtnisstörungen leiden, stehen die unterschiedlichen Medikamente und das sogenannte Gedächtnistraining. Zusammengefasst werden die Behandlungsmöglichkeiten bei Gedächtnisstörungen unter dem Begriff neuropsychologische Therapie. Die einzelnen Behandlungsphasen richten sich nach der Stadien des Gedächtnisverlustes und den damit einher gehenden Einschränkungen.

Den Patientinnen und Patienten werden beispielsweise Lernbücher und Gedächtnishilfen in Form von Notizen und Büchern empfohlen. Weiterhin kommen bei der Behandlung der Gedächtnisstörungen die Erzeugung visueller Bilder, spezielle Satzstellungen und bekannte Worte zum Einsatz. Diese sollen vorhandene Gedächtnislücken schließen. Unterstützend wirken bei einer Behandlung von Gedächtnisstörungen Arzneistoffe, welche die Durchblutung des Gehirns steigern und auf die Neurotransmitter Einfluss nehmen.

Klassische pharmakologische Substanzen sind hierbei Donepezil und Methylphenidat. Auch Rivastigmin und Substanzen aus der Gruppe der Cholinesterasehemmer werden bei der Therapie von Gedächtnisstörungen verschrieben.

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Vorbeugung

Da die Gedächtnisstörungen in enger Verbindung zu demenziellen Erkrankungen stehen, kann in diesem Bezug eine Prophylaxe realisiert werden. Kommen Gedächtnisstörungen durch plötzlich eingetretene Ursachen, ist eine Vorbeugung nicht möglich. Die Prävention bei Gedächtnisstörungen stützt sich auf mehrere Säulen, welche eine gewisse Ganzheitlichkeit unterstützen. Neben der körperlichen Bewegung ist die als geistige Regsamkeit bezeichnete Komponente wichtig.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung, die gezielte Therapie gegen einen zu hohen Blutdruck sowie die Reduzierung des Cholesteringehaltes im Blut und von Übergewicht] sind prophylaktisch relevant. Die Aufrechterhaltung sozialer Kontakte und reger Kommunikation, sowie ein gewisser Grad an Weiterbildung und geistiger Herausforderungen tragen ebenfalls zur Risikoverminderung von Gedächtnisstörungen bei.

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