Epilepsie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 16. Februar 2015
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Die Epilepsie ist eine Funktionsstörung des zentralen Nervensystems. Diese chronische Erkrankung kann sogenannte epileptische Anfälle hervorrufen. Aufgrund medizinischer Fortschritte ist Epilepsie mittlerweile gut behandelbar. Dennoch ist die Epilepsie eine durchaus ernst zu nehmende Krankheit, die im akuten Anfall lebensbedrohlich werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Epilepsie?

Die Epilepsie ist ein sogenanntes Anfallsleiden, welches in der Regel plötzlich und überraschend auftritt.

Die Epilepsie zeichnet sich durch individuell unterschiedliche Formen aus. Darüber hinaus weichen die epileptischen Anfälle sowohl in deren Intensität als auch spezifischen Störungen der motorischen Fähigkeiten voneinander ab.

Grundsätzlich handelt es sich bei einer Epilepsie um einen vorübergehenden, teilweise heftigen Körperkrampf, der sich anfallsartig einstellt. Die Epilepsie wird in Verbindung mit einer Aura, einem status epilepticus, einem sogenannten Terminalschlaf und verschiedenen Verlaufsformen gesehen.

Ursachen

Eine Epilepsie kann sowohl bei Kindern als auch bei Jugendlichen und bei Erwachsenen auftreten. Wissenschaftliche Forschungen haben gezeigt, dass insbesondere im Kleinstkindalter und ab dem 60. Lebensjahr ein erhöhtes Risiko für diese starke gesundheitliche Beeinträchtigung besteht.

Ein zentraler ursächlicher Zusammenhang besteht zwischen der Epilepsie und einer in den genetischen Veranlagungen vorhandenen Bereitschaft für die Erkrankung. Gerade in Familien, in denen einzelne Angehörige bereits unter einer Epilepsie leiden, sind die Kinder oder andere Familienmitglieder vielfach häufiger betroffen.

Darüber hinaus sind Abnormitäten in der Anatomie des Gehirns sowie Komplikationen während der Schwangerschaft und unter der Geburt Ursachen für eine Epilepsie. Verletzungen des Gehirns, Schlaganfälle, Tumore in den Gehirnarealen und Gehirnhautentzündungen können eine Epilepsie begünstigen.

Einige Menschen leiden aufgrund von starkem Missbrauch von Alkohol, Medikamenten und Drogen unter einer Epilepsie. Verschiedene Erkrankungen und Störungen des Stoffwechselsystems und Vergiftungen können auch zur Epilepsie führen.

Muskelkrämpfe (Streckkrämpfe) und rhytmische Zuckungen des gesamtem Körpers sind typisch für einen epileptischen Anfall.

Symptome und Verlauf

Eine Epilepsie besitzt abweichende Verlaufsformen, die sich durch ein typisches Unwohlsein im Rahmen eines Vorgefühls äußern können. Neben Übelkeit und Taubheitsgefühlen können auch Missempfindungen bzw. Sensibilitätsstörungen in den Extremitäten auftreten. Diese Abweichungen des Allgemeinbefindens müssen jedoch nicht immer eine Epilepsie begleiten.

Wenn es sich bei einer Epilepsie nicht um einen gefährlichen status epilepticus handelt, kommt es nur zu zeitweiligen Bewusstseinsstörungen. Die Patienten können für einige Minuten oder Sekunden ohnmächtig werden.

Bei einer kleinen Epilepsie treten kurzzeitige Ausfälle der Wahrnehmungsfähigkeit der Patienten auf. Sie reagieren nicht angemessen auf Ansprache und wirken verträumt.

Darüber hinaus werden Halluzinationen beobachtet. Diese eher psychischen Beeinträchtigungen werden bei einer Epilepsie in mehr oder weniger starkem Maße durch unkontrollierte Zuckungen und Muskelkrämpfe (Krampfanfall) des Körpers begleitet.

Bei einigen Epileptikern tritt ein unwillkürlicher Speichelfluss ein, teilweise kommt es während des Anfalls zu Urin- und Stuhlinkontinenz.

Eine Epilepsie verläuft chronisch, Anfälle können jederzeit auftreten. Sie werden durch unterschiedliche Faktoren wie Müdigkeit, Aufregung, Angst, Dämmerlicht oder Videospiele hervorgerufen und klingen in den meisten Fällen nach wenigen Minuten von allein ab.

Die genaue Dauer richtet sich jedoch nach Anfallsform und -ursache. Nach einem epileptischen Anfall sollte sich der Patient ausruhen. Werden entsprechende Medikamente eingenommen, treten bei der Mehrheit der Epileptiker keine Anfälle mehr auf. Konnte die Epilepsieursache beseitigt werden, besteht nach Beendigung der medikamentösen Behandlung ein geringes Risiko, wieder einen Anfall zu erleiden.

Diagnose

Eine Epilepsie wird durch eine Fachärztin bzw. einen Facharzt für Neurologie diagnostiziert. Dabei ist der erste Schritt die Aufnahme der Krankengeschichte des Patienten, die sogenannte Anamnese. Auf diese folgt eine Blutuntersuchung. Ist bereits ein Anfall aufgetreten, dient sie vor allem dazu, mögliche andere Auslöser wie Diabetes mellitus, Stoffwechselerkrankungen, Infektionen oder Blutarmut auszuschließen.

Essenziell, um eine Epilepsie zu diagnostizieren, ist das EEG (Elektroenzephalografie), welches die elektrische Aktivität des menschlichen Gehirns aufzeichnet. Die 20- bis 30-minütige Untersuchung erfolgt mittels am Kopf positionierten Elektroden.

Epilepsien lassen sich zudem auch mithilfe bildgebender Verfahren wie der Magnetresonanztomografie und der Computertomografie feststellen. Das MRT wird angewendet, um die Gehirnstruktur zu untersuchen. Anhand der dabei entstehenden Querschnittbilder können Veränderung im Gehirn erkannt und beurteilt werden. Ähnlich funktioniert das CT, das im Vergleich zum MRT aufgrund der geringeren Auflösung jedoch weniger exakte Ergebnisse liefert.

Mit dem fMRT (funktionelle Magnetresonanztomografie) kann darüber hinaus der Anfallsherd der Epilepsie exakt bestimmt werden. Auch Unterschiede in der Gehirndurchblutung lassen sich auf diese Weise messen. Das Verfahren wird zum Beispiel dann eingesetzt, wenn ein operativer Eingriff vorgenommen werden soll.

Behandlung und Therapie

Im Allgemeinen kann eine Epilepsie gut behandelt werden. Die Erfolgschance der Therapien ist jedoch abhängig vom Alter der Patienten, von den Verlaufsformen der epileptischen Anfälle sowie entsprechenden Begleiterscheinungen.

Bei einer Epilepsie werden aufgrund der speziellen Verläufe eine akute und eine dauerhafte Behandlung angesetzt. Darüber hinaus stellen richtige Maßnahmen im Rahmen der Ersten Hilfe wichtige Behandlungsmöglichkeiten der Epilepsie dar.

Ein status epilepticus stellt eine spezifische Komplikation einer Epilepsie dar, bei der sich der Krampfanfall manifestiert und lebensbedrohlich sein kann. Innerhalb dieser Situation muss der Notarzt angefordert werden.

Zur anhaltenden und gleichsam vorbeugenden Behandlung der Epilepsie kommen spezifische Antiepileptika in Frage. Neben den sogenannten Monotherapeutika als alleinige Medikamente finden ebenfalls die Kombinationspräparate in Abhängigkeit von der Verlaufsform der Epilepsie ihren Einsatz.

Als Alternative zu Medikamenten kommen geeignete Diätformen wie eine ketogene Diät beim Fasten, spezielle chirurgische Eingriffe im Zusammenhang mit der Spezialdisziplin Epilepsiechirurgie sowie die Stimulierung des Vagusnervs in Betracht.

Ein wichtiges Standbein der Therapie der Epilepsie ist das soziale Umfeld epilepsiekranker Menschen. In diesem Zusammenhang wird in Kombination mit psychotherapeutischen Verfahren eine Verhaltenstherapie als sinnvoll erachtet.

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