Korsakow-Syndrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
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Das Korsakow-Syndrom (Morbus Korsakow) bezeichnet eine Erkrankung des Gehirn, welche mit Gedächtnisstörungen einhergeht. Sie tritt schleichend auf und lässt sich nur selten komplett therapieren.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Korsakow-Syndrom?

Unter dem Korsakow-Syndrom versteht man eine Hirnerkrankung, welche eine Schwächung der Gedächtnisleistung zur Folge hat. Vor allem ältere Erinnerungen sind von Lücken durchzogen, welche von den Betroffenen mit erfundenen Sachverhalten gefüllt werden. Dadurch wirken Erkrankte meist sehr desorientiert und sind sich der Krankheit nicht vollkommen bewusst, was den Umgang mit ihr erschwert.

Das Korsakow-Syndrom wird durch langjährigen Alkoholmissbrauch ausgelöst. Genauer gesagt durch eine Entzündung des Gehirns, welche dauerhafte Schädigungen hervorruft. Dennoch handelt es sich bei der Gehirnentzündung (Wernicke-Enzephalopathie) um eine eigenständige Erkrankung. Der Gedächtnisverlust ist jedoch eine Folge davon, weshalb Mediziner die Krankheit auch als Wernicke-Korsakow-Syndrom bezeichnen. Davon ab können auch schwere Kopfverletzungen Morbus Korsakow zur Folge haben.

Ursachen

Das Korsakow-Syndrom tritt in erster Linie durch jahrelangen Alkoholmissbrauch auf. Menschen, die über einen längeren Zeitraum hinweg Alkohol konsumieren, nehmen meist nur wenig feste Nahrung zu sich, wodurch ein Vitamin-B1-Mangel entsteht. Dieser schädigt nach und nach das Gehirn und löst schließlich eine starke Entzündung und im Anschluss daran das Korsakow-Syndrom aus. Morbus Korsakow wird also primär durch Vitamin-B1-Mangel ausgelöst.

Deshalb können auch Essstörungen, Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts sowie Nierenerkrankungen zum Korsakow-Syndrom führen. Auch Menschen, die über Infusionen ernährt werden, haben ein erhöhtes Risiko. Auch ohne Vitamin-B1-Mangel kann die Erkrankung entstehen.

Häufige Ursachen sind Schlaganfälle, chirurgische Eingriffe am Kopf, schwere Kopfverletzungen oder Tumore im Gehirn. Ebenso Entzündungen des Gehirns oder der Hirnhaut, welche häufig durch Viren ausgelöst werden. Darüber hinaus kann es noch weitere Ursachen geben. Unterernährung ist beispielsweise ein häufiger Grund für Morbus Korsakow. Allerdings bricht die Krankheit nur aus, wenn die erblichen Anlagen dazu gegeben sind.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des Korsakow-Syndrom:

Betroffene können das Korsakow-Syndrom nicht immer selbst diagnostizieren. Allerdings können Angehörige die Erkrankung durch Verhaltensauffälligkeiten und bestimmte Symptome erkennen. So wirken betroffenen Menschen häufig sehr desorientiert und konfus. Sie können sich nicht korrekt an zurückliegende Sachverhalte erinnern und vergessen wichtige Informationen.

In manchen Fällen vergessen Betroffene auch den eigenen Aufenthaltsort oder Termine, die länger zurückliegen. Nicht selten ist auch das so genannte Altgedächtnis beeinträchtigt. Darin werden Informationen über weiter zurückliegende Ereignisse gespeichert. Betroffene vergessen diese Informationen und können sich häufig auch nicht an die Namen von nahestehenden Personen erinnern. Charakteristisch ist auch die Neigung von Betroffenen, Lücken in der Erinnerung mit falschen Informationen zu füllen. Ist der Partner verstorben, vergessen sie dies etwa und denken, er befinde sich nur außer Haus.

Als Folge dieser Symptome wirken Betroffene oft sehr niedergeschlagen oder aus unbestimmten Gründen euphorisch. Generell machen sie einen verwirrten Eindruck. Bei einer entsprechenden Therapie ist es möglich, den Allgemeinzustand deutlich zu verbessern. Komplett lässt sich die Erkrankung jedoch nur äußert selten heilen. Sie ist zwar nicht lebensbedrohlich, geht jedoch mit einer starken Minderung der Lebensqualität einher. Betroffene sind meist nicht mehr in der Lage, ein selbstständiges Leben ohne Hilfe zu führen.

Diagnose

Korsakow-Syndrom kann von einem erfahrenen Arzt eindeutig diagnostiziert werden. Dazu reicht meist ein einfaches Gespräch mit dem Patienten und deren Angehörigen aus. Zudem wird die Krankengeschichte betrachtet, um Alkoholsucht, Kopfverletzungen oder anderweitige Störungen als Ursache in Betracht zu ziehen. Liegt dann ein konkreter Verdacht vor, lässt dieser sich anhand verschiedener Aufnahmen des Schädelbereichs bestätigen. CT und MRT sind auch notwendig, um andere Erkrankungen ausschließen zu können. Unter Umständen ist es auch sinnvoll, Betroffene auf eine Wernicke-Enzephalopathie zu untersuchen. Blutuntersuchungen, eine Hirnstrommessung im EEG sowie eine Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit stehen hier an erster Stelle.

Behandlung

Die Behandlung eines Korsakow-Syndroms richtet sich ganz nach der entsprechenden Ursache. Ist die Erkrankung Folge eines Vitamin-B1-Mangels, können Vitamine zugeführt werden. Dadurch lassen sich die Beschwerden zumindest zu einem gewissen Teil eindämmen. Zudem muss sichergestellt werden, dass auch zukünftig genügend Vitamin B1 eingenommen wird. Die Behandlung von Alkoholismus, einer Essstörung oder einer anderweitige Erkrankung ist also ebenfalls notwendig. Entsprechende Therapien werden in Rücksprache mit den Angehörigen verordnet.

Ist eine schwere Kopfverletzung Ursache von Morbus Korsakow, besteht keine Behandlungsmöglichkeit. Durch die Einweisung in eine entsprechende Einrichtung kann Betroffenen jedoch zumindest eine höhere Lebensqualität ermöglicht werden. Darüber hinaus sind psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung Teil der Therapie. Sie helfen den Betroffenen, mit der Krankheit besser umzugehen.

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Vorbeugung

Dem Korsakow-Syndrom lässt sich in manchen Fällen effektiv vorbeugen. So ist es natürlich von Vorteil, auf einen ausgeglichenen Vitamin-B1-Haushalt zu achten. Menschen, die an einer Essstörung leiden oder Alkoholprobleme haben, sollten sich überdies in Behandlung begeben. Werden rechtzeitig die entsprechenden Therapien eingeleitet, kann das Risiko von Morbus Korsakow und Wernicke-Enzephalopathie deutlich gesenkt werden.

Einer Kopfverletzung und Virenerkrankung des Gehirns lässt sich dagegen nur schwerlich vorbeugen. Allerdings kann das Risiko einer Erkrankung vermindert werden, wenn regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden. Auch beratende Gespräche durch einen Arzt können helfen, die Symptome frühzeitig zu erkennen. Dadurch erhöhen sich zumindest die Heilungsschancen. Da das Korsakow-Syndrom durch erbliche Anlagen begünstigt wird, sollten gerade Risikopatienten wie Alkohlkranke und Menschen mit Essstörungen einen Arzt konsultieren und frühzeitig die entsprechenden Untersuchungen vornehmen lassen.

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