Fremdkörpergefühl im Hals

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 18. Juli 2017
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In dem nachfolgenden Text geht es um ein Fremdkörpergefühl im Hals oder auch den sogenannten Kloß im Hals. Dabei werden Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt, um dieses Fremdkörpergefühl loszuwerden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Fremdkörpergefühl im Hals?

Das Fremdkörpergefühl im Hals oder auch Kloß im Hals wird im medizinischen Globussyndrom genannt und kommt nicht selten vor. Häufig ist dieses durch ein Fremdkörpergefühl oder ein Engegefühl im Hals bzw. Rachen gekennzeichnet. Ein häufiges Räuspern oder Husten, bzw. Atemnot ist die Folge von dem Fremdkörpergefühl im Hals.

Es können mehrere Ursachen für dafür vorliegen, unter anderem funktionelle, organische oder psychische Ursachen. Dafür liegen unterschiedliche Krankheitsbilder vor. Neben den herkömmlichen Untersuchungsmethoden muss auch mit bildgebenden Verfahren gearbeitet werden. Aus diesem Grund wird oft von einem "Globus hystericus" gesprochen.

Ursachen

Das Fremdkörpergefühl im Hals hat mehrere Ursachen. Ein Arzt sollte in erster Linie erst einmal ausschließen, dass kein Fremdkörper z. B. durch Entzündungen der Speiseröhre oder eines Tumors vorliegt. Es können auch allergische Reaktionen oder umliegende Schleimhäute vorherrschen, die eine lebensbedrohliche Wirkung auf den Betroffenen haben. Wer zu schnell Nahrung in unzerkauter Konsistenz zu sich nimmt, muss sich in der Regel einer Magenspiegelung unterziehen. Dann kann die festsitzende Nahrung weiter in den Magen geschoben werden.

Ein Kloß im Hals ist unbedingt ärztlich abzuklären, denn es kann zu lebensbedrohlichen Verengungen, vor allem der Atemwege kommen. Ein Fremdkörpergefühl im Hals kann auch durch chronische Beschwerden verursacht sein. Es wird dann als aller erstes an eine Vergrößerung der Schilddrüse gedacht und im nächsten Schritt kontrolliert der Arzt, ob diese entzündet ist, bzw. eine Schilddrüsenüber oder, –unterfunktion vorliegt. Halszysten oder Fisteln im Hals sorgen auch oft für einen Kloß im Hals.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Tritt das Fremdkörpergefühl plötzlich nach dem Verzehr einer Mahlzeit auf, sollte abgeklärt werden, ob es nicht tatsächlich zu einer Verletzung im Rachenbereich durch verunreinigte Lebensmittel gekommen ist. Glas-Kontaminierungen kommen besonders häufig bei Marmeladen und Konfitüren vor. Aufgrund der Konsistenz der Produkte werden kleine Glassplitter hier oft nicht bemerkt. Verschluckte Glassplitter können aber zu lebensgefährlichen inneren Verletzungen führen. In solchen Fällen muss sofort das nächste Krankenhaus aufgesucht werden.

Ein Fremdkörpergefühl im Hals in Verbindung mit einer verstopften Nase und tränenden Augen deutet in der Regel auf eine Allergie hin, die ärztlich behandelt werden sollte. Geht das Fremdkörpergefühl mit anderen Symptomen wie anhaltender Heiserkeit, einer rauen Stimme, kratzenden Halsschmerzen und einem ständigen Räusperzwang oder chronischem Husten einher, muss dringend ein Arzt konsultiert werden. In diesen Fällen besteht Verdacht auf Kehlkopfkrebs. Auf Kehlkopfkrebs deuten auch unspezifische Schluckbeschwerden hin. Haben sich bereits Metastasen in den Halslymphknoten gebildet, tritt das Fremdkörpergefühl gemeinsam mit Atembeschwerden und deutlich fühlbaren Knoten am Hals auf. Ein Arztbesuch ist dann unerlässlich.

Diagnose

Zu Beginn der Diagnose eines Fremdkörpergefühls im Hals werden alle Symptome sorgsam überprüft. Dabei wird genau untersucht, wann und wie oft diese auftreten. Wenn diese Untersuchung zu keinem genauen Ergebnis führt, dann wird eine Spiegelung des betroffenen Bereiches vorgenommen. Dies kann z. B. eine Magenspieglung sein, wobei eine Videooptik durch einen dünnen Schlauch in die Speiseröhre eingeführt wird.

Dann sind vielleicht schon Veränderungen erkennbar. Auch eine Ultraschalluntersuchung oder das CT kann erste Ergebnisse liefern. Doch zunächst werden alle möglichen Symptome wie Kratzen im Hals oder ein Brennen abgeklärt. In manchen Fällen ist es möglich, dass Spucke oder Schleim im Hals festsitzen. Jedoch wird das Fremdkörpergefühl meist nicht oberflächig empfunden, sondern ist tiefer anzutreffen. Für den Betroffenen kann dies sehr belastend sein, denn er versucht häufig sich zu räuspern oder abzuhusten, um sich von dem Schleim zu befreien. Auch ein ständiges Würgen oder Atemnot sind Begleiterscheinungen.

Komplikationen

Ein Fremdkörpergefühl im Hals kann durch einen Knoten verursacht werden. Dieser Knoten kann gegen die Luftröhre pressen und diese dadurch einengen. Dadurch gerät der Betroffene meist in Atemnot. Neben den Atemwegen kann dieser Fremdkörper auch gegen die Speiseröhre drücke und so für Schluckbeschwerden sorgen. Auch ein chronisches Aufstoßen von Magensäure kann nebst Sodbrennen auch zu einer Entzündung der Speiseröhre (Ösophagitis) führen, was auch zu einem Fremdkörpergefühl im Halsbereich führt. Im Sinne dieses Refluxes kann sich die Schleimhaut der Speiseröhre verändern und in einen Speiseröhrenkrebs enden, dessen Prognose schlecht ist.

Typischerweise verursachen auch Erkrankungen der Schilddrüse einen Kloß bzw. Kropf im Halsbereich. Dieser kann auch zu Atem- und Schluckproblemen führen. Häufig entsteht dies bei einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose), die charakteristisch für die Hashimoto-Thyreoditis ist. Durch den Mangel an Hormonen kann das Herz nicht mehr richtig pumpen und es entsteht eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz), die sogar in einen Herzstillstand führen kann. Hinzu kommen noch eine Leistungsabnahme und ungewollte Gewichtszunahme, sowie eine allgemeine Schwäche. Manchmal kann die Unterfunktion sogar in ein Koma enden. Säuglinge, dessen Mütter eine Unterfunktion haben, haben ein erhöhtes Risiko an angeborenen Herzfehler oder Nierenschäden zu erkranken. Zudem haben die Kinder eine geistige und körperliche Entwicklungsstörung.

Behandlung und Therapie

Der Arzt erkennt in der Regel welche Form der Behandlung bei einem Fremdkörpergefühl im Hals sinnvoll ist. Denn es muss zunächst geklärt werden, um welche Beschwerdearten es sich bei dem Betroffenen handelt. Es können funktionelle, psychische und organische Ursachen vorliegen. Liegt ein Problem mit der Schilddrüse vor, dann werden meist Medikamente verschrieben, um eine Regulation vorzunehmen.

Das Kloßgefühl im Hals verschwindet meist sehr effektiv und recht schnell. Ist die Speiseröhre entzündet, dann kommen auch Medikamente zum Einsatz, in manchen Fällen kommt der Patient nicht um eine Operation umhin und im aller schlimmsten Fall muss sogar ein Tumor entfernt werden. Dies findet dann in Begleitung mit einer Chemotherapie statt. Ist das Kloßgefühl chronisch, dann findet eine sogenannte Schlucktherapie statt, damit der Schluck- und Hustenreiz unterdrückt wird. Durch spezielle Muskelübungen verändert sich die Körperhaltung beim Essen und die Beschwerden werden auf diesen Weg gelindert.

Im Falle einer Erkältung ist meist keine Therapie notwendig, sondern das Engegefühl im Hals verschwindet meist dann, wenn die Infektion abklingt. Bei Bedarf kann der Betroffene Erkältungsmittel nehmen, damit die Genesung unterstützt wird. Bei psychischen Ursachen werden stationäre oder ambulante Psychotherapien empfohlen und mit Medikamenten gelindert. Auch Ängste können sich hinter diesem Kloß im Hals verbergen, mit einer Gesprächstherapie kann der Arzt herausfinden, was konkret dahinter steckt.



Aussicht und Prognose

Die Prognose rund um das Symptom Fremdkörpergefühl im Hals hängt eng mit der Ursache zusammen. Ist das Gefühl durch einen von außen eingebrachten Fremdkörper wie ein vom Kind verschlucktes kleines Spielzeugteil verbunden, ist es durch das Entfernen nach kurzer Zeit behoben. Wenn der Grund zum Beispiel ein Knoten an der Schilddrüse ist, sind die Aussichten auf eine völlige Beseitigung des Fremdkörpergefühls im Hals ebenfalls gut, wenn der Knoten durch eine OP entfernt und die Schilddrüse durch geeignete Medikamente an einem erneuten Wachstum beziehungsweise der Knotenbildung gehindert werden kann.

Eine ernstzunehmende Ursache eines Fremdkörpergefühls im Hals kann der sogenannte anaphylaktische Schock sein, der eine allergische Reaktion, zum Beispiel auf ein bestimmtes Medikament, darstellt. Er kann, wie eine Allergie auf bestimmte Nahrungsmittel, zu einer lebensbedrohlichen Schwellung im Kehlkopfbereich und zur Atemnot führen. Hier hängt die Prognose von einer raschen und adäquaten medizinischen Therapie ab.

Schwerer einzuschätzen ist die Prognose, wenn ein Engegefühl im Hals durch eine Herzerkrankung zustande kommt und sich als Angina pectoris entpuppt. Hier entscheidet die Therapierbarkeit der Grunderkrankung über den weiteren Verlauf. Das Gleiche gilt für psychische Ursachen, die ein Fremdkörpergefühl im Hals auslösen können. Wenn der Kloß im Hals aus Angst oder Depression entsteht, hängt viel davon ab, inwieweit der Betroffenen Konflikte und Stress abbauen kann oder sich erfolgreich einer psychotherapeutischen Behandlung unterzieht.

Vorbeugung

Meist ist ein Fremdkörpergefühl im Hals mit einem Engegefühl verbunden. Es kann sich ein Angstzustand dahinter verbergen, der sich nun körperlich äußerst. Vorbeugend kann der Patient diesem entgegenwirken, indem er rechtzeitig einen Psychotherapeuten aufsucht und über seine Probleme redet. Liegen körperliche Symptome vor, kann der Patient keine großartigen vorbeugenden Maßnahmen treffen, da dies zu unterschiedlichen Zeitpunkten auftreten kann und Gegensteuerungsmaßnahmen ad hoc ergriffen werden müssen.

Selbst organisatorische Maßnahme wie frische Bergluft, ein Saunagang oder eine Solebecken helfen bei psychosomatischen Beschwerden, außerdem kann ein sogenannter Heiler helfen, damit nicht erst ein Kloß im Hals entsteht.

Bücher über Fremdkörpergefühl im Hals

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Suttorp, N. et al.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2003
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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