Fremdkörper im Auge

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. Oktober 2016
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Fremdkörper im Auge stellen mitunter ein Gesundheitsrisiko dar. So können sie zu Verletzungen der empfindlichen Hornhaut führen. Insbesondere größere Fremdkörper können für Gefahr sorgen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Fremdkörper im Auge?

Bei Fremdkörpern im Auge handelt es sich zumeist um harmlose kleine Teilchen wie Wimpern, Staubkörner oder Sandkörner. Normalerweise werden sie durch die Tränenflüssigkeit wieder aus dem Auge entfernt. Gefährliche Folgen können allerdings größere Fremdkörper wie Holzteilchen sowie Metall- oder Glassplitter haben. Gleiches gilt für Fremdkörper mit scharfen Kanten, die unmittelbar im Auge feststecken. In solchen Fällen sollte die betroffene Person einen Augenarzt oder eine Augenklinik aufsuchen.

Mitunter glauben die Betroffenen auch, einen Fremdkörper im Auge zu haben, obwohl dies gar nicht zutrifft. Verantwortlich für das Fremdkörpergefühl sind in der Regel ein Gerstenkorn im Anfangsstadium, das Überanstrengen der Augen oder eine Entzündung. Von den Fremdkörpergefühlen betroffen ist die Hornhaut (Cornea) des Auges. Sie ist vor der Pupille angesiedelt und verfügt nicht über Blutgefäße. Stattdessen sind in ihr viele Sensoren vorhanden, die schmerzempfindlich reagieren. Bedeckt werden die Sensoren von einem Tränenfilm. Kommt es zu Veränderungen an der Hornhaut, nimmt der Patient dies als Fremdkörpergefühl wahr.

Neben der Hornhaut können aber auch die Augenlidinnenseite oder die Bindehaut unter Fremdkörpern leiden. Bemerkbar machen sich Fremdkörper im Auge durch unterschiedliche Beschwerden. Dazu gehören ein tränendes Auge, Juckreiz, Brennen und Druckgefühle. Mitunter empfindet der Betroffene auch Schmerzen. Letztlich richten sich die Symptome nach Form und Größe des Fremdkörpers.

Ursachen

Normalerweise gelangt ein Fremdkörper nur selten ins Auge, das mit guten Schutzmechanismen ausgestattet ist. Dazu gehören vor allem Wimpern und Augenbrauen, die Schutz vor festen und flüssigen Stoffen gewährleisten. Bereits in Sekundenbruchteilen decken sie das Auge vollständig ab. Gemeinsam mit der Tränendrüse wird die Oberfläche der Augen außerdem von den Augenlidern gesäubert.

Durch hohes Tempo oder Mangel an Aufmerksamkeit ist es dennoch möglich, dass mitunter Fremdkörper ins Auge vordringen. Dabei kann es sich um Sand- oder Staubkörner handeln, die durch Wind ins Auge gelangen. Als weitere Fremdkörper kommen Augenwimpern, Pflanzenteile von Sträuchern oder Bäumen, Insekten oder Metallsplitter bei Schleifarbeiten infrage. Ein Fremdkörpergefühl, bei dem kein Fremdkörper ins Auge eindringt, entsteht zumeist durch Arbeit am Computer, Zigarettenrauch, Zugluft, intensives Sonnenlicht oder unzureichende Beleuchtung.

Bei manchen Menschen können auch verschiedene Erkrankungen des Auges für das Entstehen eines Fremdkörpergefühls ursächlich sein. Dazu zählen eine Entzündung der Hornhaut (Keratitis), eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis), ein Gerstenkorn (Hordoleum), ein Hagelkorn (Chalazion), eine Lederhautentzündung (Skleritis), eine Lidrandentzündung (Blepharitis) oder eine Entzündung der Gefäßhaut (Uveitis). Mitunter ist auch ein Mangel an Tränenflüssigkeit, der zu einem trockenen Auge führt, für das Fremdkörperempfinden verantwortlich.

Gelangt ein Fremdkörperpartikel unter das Augenlid, führt dies zu einer mechanischen Reibung der Bindehaut und Druckgefühlen. Neben dem Fremdkörpergefühl kommt es außerdem zu einer verstärkten Produktion der Tränenflüssigkeit. Dringt der Fremdkörper in hintere Bereiche des Auges vor, kann ihn die Tränenflüssigkeit nicht mehr ausspülen, sodass der Betroffene selbst oder ein Augenarzt ihn entfernen müssen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Halten die Beschwerden nach dem Eindringen eines Fremdkörpers an, besteht das Risiko, dass die Hornhaut in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der Betroffene sollte sich dann an einen Augenarzt wenden. Als medizinischer Notfall gelten Fremdkörper, die nicht durch Spülen entfernt werden können. Dabei handelt es sich zumeist um Glassplitter, Metallteilchen oder Holz. Mitunter bleiben auch spitze Gegenstände im Augapfel stecken. Der Patient sollte dann ruhig bleiben und eine augenärztliche Notaufnahme konsultieren.

Selbst ohne das Vorhandensein eines Fremdkörpers sind Brennen und Rötungen der Augen möglich. Auch in diesem Fall wird empfohlen, einen Augenarzt aufzusuchen, um das Sehvermögen nicht zu gefährden. Nicht bei jedem Patienten lässt sich sogleich der auslösende Fremdkörper im Auge erkennen. Der Augenarzt führt daher zunächst eine Untersuchung des Auges mit einem Spaltlampen-Mikroskop, einer Lupe sowie einer Lichtquelle durch. Auf diese Weise beurteilt er Bindehaut, Hornhaut, Tränenwege und Augenlider. Bei Fremdkörperverdacht stülpt der Mediziner das Augenlid mitunter um. Fremdkörper oder kleinere Verletzungen lassen sich außerdem durch die Gabe von Fluorescein-Tropfen identifizieren.

Leidet der Patient unter trockenen Augen, die zu einem Fremdkörpergefühl führen, befasst sich der Augenarzt mit dessen Lebensumständen. So können auch eine unzureichende Hygiene von Kontaktlinsen oder langes Arbeiten am Computer für die Beschwerden verantwortlich sein. Werden diese Bedingungen verändert, hat dies meistens einen günstigen Einfluss. Der Verlauf eines Fremdkörpergefühls im Auge ist in der Regel positiv. Wird der Fremdkörper entfernt, verschwinden die Beschwerden rasch wieder. Im Falle einer Augenerkrankung kann jedoch eine umfangreiche medizinische Behandlung nötig sein.

Behandlung und Therapie

Augensalben oder -tropfen können die Beschwerden im Auge lindern

In leichten Fällen hat der Betroffene die Möglichkeit, den Fremdkörper im Auge auch selbst zu entfernen. Befindet sich der Eindringling im Unterlid, ist zumeist ein Helfer erforderlich. Blickt der Patient in die obere Richtung, wird das Unterlid vom Helfer heruntergezogen und mit einem Papiertaschentuch zur Nasenwurzel hin abgetupft. Ist das Oberlid des Auges von einem Fremdkörper betroffen, muss der Patient in die untere Richtung blicken und es behutsam nach außen drücken. Anschließend wird der Fremdkörper zur Nase hin ausgetupft.

Ist eine ärztliche Behandlung nötig, erhält der Patient normalerweise ein Analgetikum in Tropfenform, wodurch er keine Schmerzen verspürt. Mit seinem Spaltlampen-Mikroskop identifiziert der Augenarzt den Eindringling und entfernt ihn, wobei auch ein feiner Bohrer zur Anwendung kommen kann.

Ist ein Fremdkörper in die Augenhöhle eingedrungen, wird er durch eine Operation entfernt. Dabei kann die Mithilfe anderer Fachärzte wie eines Neurochirurgen oder Hals-Nasen-Ohren-Arztes sinnvoll sein, was vom Ausmaß der Augenverletzung abhängt.

Nach dem Entfernen des Fremdkörpers erhält der Patient einen Augenverband, den er zwei oder drei Tage anlegt. Außerdem bekommt er eine antibiotische Salbe. Später kontrolliert der Augenarzt noch einmal den Verlauf der Behandlung.



Vorbeugung

Um einem Fremdkörper im Auge vorzubeugen, sollte das Sehorgan gut geschützt werden. Hilfreich gegen äußere Reize ist das Anlegen von Schutzbrillen oder Sonnenbrillen. Als sinnvolle Präventivmaßnahmen gegen ein Fremdkörpergefühl gelten außerdem eine gute Beleuchtung sowie Rauchfreiheit.

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