Hagelkorn

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. Februar 2016
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Ein Hagelkorn ist ein kleiner Knoten, welcher infolge von Entzündungen der Talgdrüsen am Augenlid entsteht. Während es in der Regel von harmlosen Symptomen und Verläufen begleitet wird, kann ein Hagelkorn in anderen Fällen jedoch auch aufgrund einer bedrohlichen Erkrankung weiter fortbestehen, sodass bei wiederholtem Auftreten umgehend ein Augenarzt aufgesucht werden sollte.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Hagelkorn?

Ein Hagelkorn, welches auch mit dem Fachbegriff Chalazion bezeichnet wird, stellt einen Knoten im Umkreis des Augenlids dar, der entsteht, wenn eine der Talgdrüsen des Lids chronisch entzündet ist. Dabei kann ein Hagelkorn in unterschiedlichem Ausmaß beim Patienten vorzufinden sein. Häufig sind es hierbei vor allem Erwachsene, die von einem Hagelkorn betroffen sind, während Kinder eher selten unter einem Chalazion leiden.

In der Regel ist ein Hagelkorn jedoch nicht sehr schmerzhaft und zeigt lediglich Symptome wie eine leichte Rötung oder einen schwachen Druck am Auge. Zudem lässt es sich leicht diagnostizieren sowie behandeln und bildet sich meist selbstständig zurück.

Ursachen

Ein Hagelkorn entsteht, wenn sich eine der zahlreichen Talgdrüsen im Bereich des Augenlids entzündet. Bei einer chronischen Entzündung des Lidrands, welche auch unter dem Fachbegriff Blepharitis bekannt ist, kommt es beispielsweise aufgrund einer Verstopfung der Drüsenausführungsgänge zu einem Sekretstau, der sich in einer Entzündung des anliegenden Gewebes äußert.

So kann zum Beispiel eine Entzündung der sogenannten Zeis-Drüse am Rand des Lids vorliegen, welche einen kleinen Knoten in der Nähe der Wimpern entstehen lässt. Sollte wiederum die sogenannte Meibom-Drüse entzündet sein, entsteht ein Hagelkorn in Form eines größeren Knotens in einiger Entfernung vom Lidrand.

Neben den Drüsenentzündungen können jedoch auch Hautkrankheiten ein Hagelkorn entstehen lassen. Hierzu zählt beispielsweise die Akne vulgaris, welche auf eine Fehlfunktion der Meibom-Drüsen zurückgeht.

Auch Stoffwechselbeschwerden wie eine Diabetes-Erkrankung führen in einigen Fällen zur Ausbreitung eines Hagelkorns. Ebenfalls kann einem Hagelkorn ein Gerstenkorn zugrunde liegen. In seltenen Fällen lässt jedoch auch ein Tumor am Augenlid, welcher einen Sekretstau auslöst, ein Hagelkorn entstehen.

Symptome und Verlauf

Bei einem Hagelkorn handelt es sich um eine chronische Schwellung am Augenlid.

In der Regel breitet sich ein Hagelkorn sehr schleichend und langsam an der Ober- oder Unterseite des Augenlids aus. Dabei macht es sich in Form eines kleinen Knotens bemerkbar, welcher in seiner Größe in etwa der eines Hagelkorns entspricht und aus diesem Verhältnis seinen Namen bezieht.

Im Normalfall ist ein Hagelkorn nicht mit Schmerzen verbunden, kann aber durch eine mögliche Schwellung einen unangenehmen Druck am Auge entstehen lassen. Dabei kann ein Hagelkorn von enormer Größe in seltenen Fällen zusätzlich die Sehfunktion des Betroffenen einschränken.

Ebenfalls kann durch den Druck die Reibung zwischen Lid und Bindehaut so weit erhöht werden, dass eine Bindehautentzündung entstehen kann, welche ein starkes Tränen sowie eine gesteigerte Lichtempfindlichkeit zur Folge hat. In einigen Fällen kommt es zu einer wiederholten Bildung von Hagelkörnern, sodass ein Augenarzt aufgesucht werden sollte, um die Ursachen zu klären.

Diagnose

Aufgrund seiner charakteristischen Form lässt sich ein Hagelkorn meist recht schnell und eindeutig diagnostizieren. So ist es als leicht geröteter Knoten am Augenlid erkennbar. Sollte sich das Hagelkorn jedoch nicht vollständig zurückbilden beziehungsweise wiederholt beim Betroffenen auftreten, ist es ratsam, sich mit einem Augenarzt in Verbindung zu setzen. Dieser kann mögliche Erkrankungen aufdecken, die beim Patienten für die Verursachung des Hagelkorns verantwortlich sind. In seltenen Fällen kann es beispielsweise ein Krebsleiden an den Meibom-Drüsen sein, welches ein Hagelkorn am Lidrand entstehen lässt. Ebenfalls kann ein Hagelkorn eine Sekundärinfektion auslösen, wenn es die Haut nach außen oder die Bindehaut nach innen durchbricht.

Behandlung

In den meisten Fällen bildet sich ein Hagelkorn nach wenigen Wochen von alleine zurück, sodass von einer größeren Behandlung Abstand genommen werden kann. Da ein Hagelkorn jedoch auch ein Symptom schwerwiegender Erkrankungen sein kann, sollte bei wiederholtem Auftreten umgehend ein Augenarzt aufgesucht und mit einer entsprechenden Therapie begonnen werden.

Hierbei sind vor allem Augentropfen- oder salben hilfreich, um die Entzündung am Augenlid zu hemmen. Auch Wärme in Form von Rotlicht kann einen möglichen Sekretstau auflösen und dadurch das Hagelkorn reduzieren.

Ebenfalls können feuchte und warme Kompressen auf den Augenlidern angebracht werden und dort einige Minuten einwirken. Bei einem hartnäckigen Hagelkorn muss im Notfall auf einen operativen Eingriff zurückgegriffen werden, innerhalb welchem das Hagelkorn durch einen Schnitt geöffnet und das entzündete Gewebe anschließend beseitigt wird.

Daraufhin wird das Gewebe mikroskopisch untersucht und analysiert, um einen bösartigen Tumor am Auge]] als Ursache des Hagelkorns auszuschließen. Teilweise müssen Patienten über einen bestimmten Zeitraum auch ein spezielles Antibiotikum einnehmen, um hartnäckige Hagelkörner loszuwerden.

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Vorbeugung

Es gibt einige Möglichkeiten, einem Hagelkorn gezielt vorzubeugen. So sollten die Augenlider sowie die Wimpern täglich mit sauberem und warmem Wasser gereinigt werden. Dabei können zusätzlich vom Arzt verschriebene Arzneimittel wie Salben oder Lotionen auf die Augenlider aufgetragen werden. Zudem sollten besonders Träger von Kontaktlinsen spezielle Hygienemaßnahmen zur Vorbeugung eines Hagelkorns treffen, welche gegebenenfalls regelmäßig von einem Augenarzt kontrolliert werden.

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