Gerstenkorn

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. November 2015
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Ein Gerstenkorn (Hordeolum) ist eine infektiöse Augenlidentzündung, die durch Bakterien hervorgerufen wird. Typisch für das Hordeolum ist ein druckempfindliches, gerötetes und geschwollenes Augenlid. In der Regel ist ein Gerstenkorn harmlos und verschwindet nach abgeklungener Entzündung von selbst wieder. Bei ausbleibender spontaner Heilung kann der Augenarzt helfen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Gerstenkorn (Hordeolum)?

Das Gerstenkorn, das in der Fachsprache auch als Hordeolum bezeichnet wird, ist eine akute Infektion der Liddrüsen am Auge. In der Regel zeigt sich diese Infektion durch eine lokale Eiteransammlung (Abszess).

Das Gerstenkorn kann in verschiedenen Formen auftreten: Beim sogenannten inneren Gerstenkorn sind Drüsen (Meibom-Drüsen) von der Entzündung betroffen, die sich an der Innenseite des Augenlids befinden.

Liegt dagegen ein äußeres Gerstenkorn (Hordeolum externum) vor, sind Drüsen (Moll-bzw. Zeisdrüsen) betroffen, die sich am Rand des Augenlids finden.

Ursachen

Hervorgerufen wird ein Gerstenkorn durch Bakterien, die an das Augenlid gelangen. Häufig handelt es sich bei diesen Bakterien um sogenannte Staphylokokken (eine kugelförmige Bakterienart).

Die für ein Gerstenkorn verantwortlichen Bakterien können das Augenlid beispielsweise infolge mangelnder Hygienemaßnahmen erreichen: Wird das Auge etwa mit verunreinigten Händen berührt, so können dabei Keime an das Augenlid gelangen, die ein Gerstenkorn hervorrufen.

Über die Hände ist außerdem auch eine Übertragung der Infektion von dem einen auf das andere Auge möglich. Das Risiko, bei Kontakt mit entsprechenden Bakterien ein Gerstenkorn zu entwickeln, kann von verschiedenen Faktoren begünstigt werden: So tragen häufig Personen ein höheres Infektionsrisiko, die von einem geschwächten Immunsystem betroffen sind.

Auch Menschen, die an Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) erkrankt sind, weisen statistisch gesehen ein höheres Risiko für Hautinfektionen durch Staphylokokken (zu denen auch das Gerstenkorn zählt) auf.

Symptome und Verlauf

Das Gerstenkorn ist eine eitrige, schmerzhafte Schwellung am Augenlid.

Die Symptome, die mit einem Gerstenkorn in Verbindung stehen, sind meist auf den Bereich der Entzündung beschränkt. Häufig äußert sich ein Gerstenkorn in einer lokalen Rötung und späteren Schwellung am Augenlid.

Typisch für die entstehende Schwellung ist außerdem eine Schmerzempfindung bei Druck auf das Augenlid. Meist entwickelt sich beim Gerstenkorn mit nachlassender Schwellung eine kleine Ansammlung von Eiter, die in ihrer Optik einem Pickel ähnelt.

Der Verlauf eines Gerstenkorns ist in der Mehrzahl der Fälle günstig: Meist kommt es innerhalb weniger Tage zu einer selbstständigen Heilung.

Zu Komplikationen, wie etwa Abgeschlagenheit, Fieber oder ein Übergriff der Infektion auf den Augapfel, kommt es in Verbindung mit einem Gerstenkorn nur sehr selten.

Diagnose

Häufig kann ein Gerstenkorn durch einen Augenarzt bereits aufgrund einer sogenannten Blickdiagnose festgestellt werden; ein reines Betrachten der Liddrüsenentzündung ist also für die Diagnose 'Gerstenkorn' ausreichend. Eingeschränkt ist eine solche Diagnose möglich beim Vorliegen eines inneren Gerstenkorns, das häufig nicht äußerlich erkennbar ist; in diesem Fall kann ein Augenarzt ein Gerstenkorn etwa diagnostizieren, indem er das betroffene Augenlid anhebt und dessen Innenseite betrachtet.

Um die Diagnose eines Gerstenkorns zu untermauern, ist es außerdem üblich, andere Ursachen für die vorliegende Symptomatik am Auge auszuschließen; so beispielsweise ein mögliches Hagelkorn, ebenfalls eine Entzündung am inneren Augenlid, die allerdings chronisch verläuft und (anders als das Gerstenkorn) in der Regel nicht druckempfindlich ist.

Behandlung und Therapie

Ein Gerstenkorn bedarf in den weitaus meisten Fällen keiner speziellen medizinischen Therapie. In der Regel platzt ein Gerstenkorn nach wenigen Tagen auf und verheilt danach vollständig. Meist ist es daher unbedenklich, bei Entdeckung eines Gerstenkorns dessen Verlauf zunächst für einige Tage zu beobachten. Mediziner raten dringend davon ab, ein Gerstenkorn eigenständig zu öffnen; platzt ein Gerstenkorn nicht von alleine auf, so ist es sinnvoll, einen Augenarzt aufzusuchen.

Der Augenarzt kann den Abszess fachmännisch und unter der Gewährleistung von Keimfreiheit entfernen; ein solch keimfreies Behandlungsfeld ist unter anderem deshalb wichtig, weil Keime langwierige Entzündungsprozesse fördern können.

Besteht der Wunsch, den Heilungsprozess eines Gerstenkorns zu beschleunigen, so kann das Einwirken sogenannter trockener Wärme auf die entzündete Stelle hilfreich sein. Eine solche trockene Wärme ist beispielsweise zu erreichen durch eine Bestrahlung mit Rotlicht.

In Ausnahmefällen kann ein Gerstenkorn auch mit Antibiotika behandelt werden. Diese Antibiotika können beispielsweise in Form von Augentropfen oder in Form von Salben angewendet werden. Die medikamentöse Behandlung bei einem Gerstenkorn erfolgt lokal, das heißt also, dass das Arzneimittel lediglich auf die Stelle der Infektion einwirkt.

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Vorbeugung

Verschiedene Maßnahmen können dazu beitragen, einem Gerstenkorn vorzubeugen. Zu diesen Maßnahmen zählt beispielsweise eine Stärkung des Immunsystems, die unter anderem erzielt werden kann durch regelmäßige körperliche Bewegung und eine ausgeglichene Ernährung. Darüber hinaus können ausreichende Hygienemaßnahmen das Risiko senken, an einem Gerstenkorn zu erkranken: So ist beispielsweise ein regelmäßiges Reinigen der Hände ratsam, um anhaftende Keime nicht in das Auge geraten zu lassen oder Keime aus einem infizierten in das gesunde Auge zu übertragen.

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