Wimpern

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. September 2016
Gesundpedia.deAnatomie Wimpern

Bei den Wimpern handelt es sich um die Härchen der Augenlider. Sie haben die Aufgabe, die Augen zu schützen.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Unter den Wimpern oder Augenwimpern werden gebogene kleine Härchen verstanden, die am oberen und unteren Augenlidrand angebracht sind. Sie tragen auch die lateinische Bezeichnung Cilia und gehören den Anhangsgebilden der menschlichen Haut an.

Die Wimpern sind elastisch und fein geschwungen. Für den Menschen haben sie eine hohe ästhetische Bedeutung. Indem sie kleinere Schmutzpartikel oder Fremdkörper abwehren, üben sie eine schützende Funktion auf die Augen aus.

Anatomie

Zusammengesetzt werden die Wimpern des Auges in erster Linie aus Keratin. Dabei handelt es sich um eine eigene Substanz der Haut. Die Bezeichnung Keratin dient auch als Sammelbegriff für Faserproteine, die wasserunlöslich sind und Aminosäure enthalten.

Für die Bildung der elastischen festen Fasern sorgen die Keratinozyten. Sie stellen abgestorbene, verhornte Zellen dar. Die menschlichen Wimpern verfügen über kurze, starre Borstenhaare, die auch die Bezeichnung Terminalhaare tragen. Diese werden von Schweißdrüsen und Talgdrüsen umgeben.

Bei den sogenannten Zeis-Drüsen und Melbom-Drüsen handelt es sich um Talgdrüsen. Zu ihren Funktionen gehört die Herstellung von Augenbutter. Damit ist ein Sekret gemeint, welches dem Überlaufen der Tränenflüssigkeit entgegenwirkt.

Die Lebensdauer einer menschlichen Wimper beträgt ungefähr 100 bis 150 Tage. Anschließend kommt es zu ihrem Ausfall, woraufhin eine Regeneration folgt. Der Zyklus des Wachstums umfasst etwa 4 Wochen bis 6 Monate. Der größte Teil der Wimpern ist ständig im Wachstum begriffen. Innerhalb des finalen Wachstumsprozesses befinden sich lediglich 10 Prozent der Augenwimpern.

Am oberen Rand des Augenlids ist ein dichter Wimpernkranz vorhanden. Er beinhaltet rund 150 bis 250 Härchen. Wesentlich weniger Härchen sind dagegen am unteren Lidrand vorhanden. So sind dort etwa 50 bis 100 Härchen untergebracht.

Im Durchschnitt wird eine Augenwimper 8 bis 12 Millimeter am oberen Lidrand lang. Auf der unteren Seite erreicht sie nur ca. 6 bis 8 Millimeter. In der Regel entspricht die Färbung der Wimpern der Farbe des Körperhaars. Dabei kommt es aufgrund des Haarfärbepigments Melanin zu einer individuellen Note.

Funktion

Eine wichtige Aufgabe der Wimpern stellt der Schutz der Augen dar. So bewahren sie das Auge vor Beeinträchtigungen durch Schmutzpartikel, Staub, kleinen Fremdkörpern und Schweiß. Außerdem werden die Augen von ihnen vor starker UV-Strahlung der Sonne geschützt.

Im Rahmen von Untersuchungen an diversen Säugetierarten entdeckten amerikanische Wissenschaftler eine Ähnlichkeit in der Geometrie der Wimpern. Diese besteht unabhängig vom Augenumfang. Dabei gelangten sie zu dem Schluss, dass längere Augenwimpern gegenüber kürzeren Wimpern Nachteile in der Aerodynamik aufwiesen. Die Länge führt zu einer verringerten Widerstandskraft gegen die Luft. Außerdem werden mehr Schmutzpartikel aufgenommen. Lange Wimpernhärchen begünstigen aus diesem Grund die Austrocknung des Auges.

Überaus wichtig sind die Augenwimpern auch für die menschliche Schönheit. So werden sie bereits seit der Antike kosmetisch und mit Wachstumspräparaten gepflegt, was in erster Linie für das weibliche Geschlecht gilt. Zum Beispiel werden dichte, schwarze Wimpern als Symbol für Schönheit und Erotik betrachtet.

Die Wimpern spielten aber auch in der Religion eine Rolle. Um ihre Kastenzugehörigkeit zu demonstrieren, rasierten sich ägyptische Hohepriester ihre Wimpern sowie die übrige Körperbehaarung konsequent ab. Auch in der heutigen Zeit werden die Wimpern modisch und kulturell genutzt.

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Erkrankungen der Wimpern

Die menschlichen Wimpern können durch verschiedene Erkrankungen in Mitleidenschaft gezogen werden. Dabei kommt es mitunter sogar zu einem Ausfall der Wimpern, der in der Medizin die Bezeichnung Madarosis trägt. Dieser altgriechische Begriff bedeutet soviel wie „Kahlheit“. Manchmal fallen die Wimpern auch gemeinsam mit den Augenbrauen aus.

Verursacht wird eine Madarosis durch unterschiedliche Faktoren wie einem Mangel an Vitaminen, Verbrennungen, Erkrankungen wie einer Blepharitis (Lidrandentzündung) oder übermäßigen Stress.

In manchen Fällen bildet der Wimpernausfall auch die Nebenwirkung einer Krebsbehandlung im Rahmen einer Strahlen- oder Chemotherapie. Ist die Behandlung abgeschlossen, erfolgt jedoch das Nachwachsen der Wimpern. Im Krankheitsfall können die Gabe von Vitamin B, Zink und Rizinusöl Abhilfe schaffen. Darüber hinaus lassen sich bestimmte Wimpernkuren vornehmen.

Eine Lidrandentzündung macht sich aber neben dem Wimpernausfall auch durch weitere Symptome bemerkbar. Dabei kann es sich um weißliche Schuppenbildung, Schwellungen am Lidrand, die mit Brennen und Juckreiz einhergehen, sowie Verklebungen zwischen Wimpern und Lidrändern handeln. Hält die Entzündung längere Zeit an, werden Salben mit Kortison oder Antibiotika verabreicht.

Ein weitere Beeinträchtigung der Augenwimpern stellt der Wimpernbruch dar, bei dem es zum Abbrechen der Augenwimpern kommt. Hervorgerufen wird der Abbruch der Wimpern zumeist durch eine fehlerhafte Schminktechnik oder einem Mangel an Vitaminen. Als Risikofaktor gilt der Einsatz von mechanischen Schönheitswerkzeugen wie zum Beispiel sogenannten Beautytools.

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