Mastoiditis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. Oktober 2016
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Eine Mastoiditis zeichnet sich durch eine eitrige Entzündung im Warzenfortsatz des Schläfenbeins aus. Sie tritt ausschließlich als Folgeerkrankung bei einer heftigen akuten Mittelohrentzündung (Otitis media acuta) auf. Diese Komplikation der Otitis media ist heute jedoch selten geworden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Mastoiditis?

Grundsätzlich laufen bei einer Mastoiditis Knochen verändernde Prozesse im Warzenfortsatz ab. Dabei kommt es zu einer Einschmelzung von Knochengewebe und gleichzeitig aber auch zu Knochen aufbauenden Vorgängen. Es entstehen Eiterherde, die zu einer oder mehreren Abszesshöhlen führen.

Der Warzenfortsatz befindet sich hinter dem Ohr und zeigt sich als Knochenvorwölbung. Er enthält einen luftgefüllten Hohlraum mit pneumatischen Zellen (Knochenmarkszellen), die jedoch von den entzündlichen Prozessen unberührt bleiben. Bei einer Mastoiditis ist nur die Kortalis (äußere Schicht der Knochen) von den Knocheneinschmelzungen betroffen.

Ursachen

Die Mastoiditis resultiert immer als Folge einer akuten Mittelohrentzündung. Bei der Otitis media acuta kommt es regelmäßig auch zur Entzündung der Schleimhäute des Warzenfortsatzes. In der Regel heilen diese Entzündungen jedoch mit dem Abklingen der Mittelohrentzündung ab.

Es kann aber auch vorkommen, dass die äußeren Knochenzellen von eitrigen entzündlichen Prozessen erfasst werden, wobei unter Umständen erhebliche Komplikationen möglich sind. Da die Mastoiditis im Grunde ein erweiterter Verlauf einer akuten Mittelohrentzündung ist, sollte ihre Pathogenese auch im Zusammenhang mit den Ursachen für eine Otitis media acuta betrachtet werden.

Eine akute Mittelohrentzündung kann durch bakterielle Erreger, wie Pneumokokken, Streptokokken, Staphylokokken oder durch vielfältige virale Erreger verursacht werden. Die Fortsetzung der Krankheitsprozesse im Rahmen einer Mastoiditis ist immer bakteriell bedingt. Das bedeutet jedoch nicht, dass viral bedingte Mittelohrentzündungen keine Mastoiditis verursachen können. Die Otitis media bereitet sozusagen den Boden für eine neue Erkrankung, die zum Teil auch durch eine Neuinfektion mit Bakterien verursacht werden kann.

Voraussetzungen für diese Komplikation sind ein geschwächtes Immunsystem, besonders aggressive Erreger, ein behinderter Sekretabfluss bei der Mittelohrentzündung oder eine unzureichende Antibiotikabehandlung der Otitis. Eine Mastoiditis ist heute jedoch aufgrund der intensiven Behandlung bakterieller Mittelohrentzündungen mit Antibiotika relativ selten geworden.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Mastoiditis:

Eine Mastoiditis tritt mit ähnlichen Symptomen wie eine akute Mittelohrentzündung in Erscheinung. Dabei sind ihre Symptome wesentlich stärker ausgeprägt. Der Patient leidet unter starken Ohrenschmerzen, Klopfen im Ohr, Schwerhörigkeit, eitrigem Ausfluss aus dem Ohr und Fieber. Dazu kommt noch eine erhebliche Schwellung und Druckempfindlichkeit des Warzenfortsatzes hinter dem Ohr.

Normalerweise müsste die akute Mittelohrentzündung nach ungefähr zwei Wochen von alleine wieder ausheilen. Bei der Mastoiditis treten aber nach dem Abklingen der ersten Beschwerden erneut die gleichen Symptome in einem viel stärkeren Maße wieder auf.

Es gibt auch Verlaufsformen, wo die Krankheiterscheinungen über viele Wochen unverändert bestehen bleiben. Da sich mehrere Eiterherde bilden, kann sich der Krankheitsprozess in gefährlicher Weise fortsetzen. Wenn der Eiter nicht ungehindert abzufließen kann, kommt es zunächst zu Schwellungen am Warzenfortsatz, manchmal auch am Hals oder im Gesicht. Letztlich droht bei der Mastoiditis aber auch ein Durchbruch ins Schädelinnere, was zu lebensgefährlichen Komplikationen wie Meningitis, Sinusthrombose oder Hirnabszess führen kann.

Diagnose

Der Arzt kann eine Mastoiditis anhand der Symptome relativ leicht diagnostizieren. Besonders wenn eine bereits abgeklungene Mittelohrentzündung erneut ähnliche Symptome entwickelt, deutet das sehr stark auf eine Mastoiditis hin. Auch bei einem langen, nicht enden wollenden Krankheitsverlauf wird der Arzt sehr häufig diese Verdachtsdiagnose stellen. Eine Druckempfindlichkeit und Schwellung hinter dem Ohr macht die Diagnose jedoch sicher. Durch bildgebende Verfahren, wie MRT oder Computertomografie kann der Arzt den Ort der bei der Mastoiditis entstandenen Abszessherde feststellen.

Behandlung

Die akute Mastoiditis muss zwingend operativ behandelt werden, um den lebensgefährlichen Prozess zu stoppen. Typischerweise wird meist das Verfahren der Mastoidektomie angewendet. Hier legt der Arzt den Knochen des Warzenfortsatzes frei, fräst ihn auf und räumt die Eiterherde aus. Gleichzeitig erfolgt eine ausreichende intravenöse Antibiotikabehandlung, um die bakteriellen Erreger vollständig abzutöten.

Chronische Verlaufsformen der Erkrankung mit milderen Symptomen können auch ohne Operation über hoch dosierte und breitbandige Antibiotika-Gaben behandelt werden. Wenn jedoch dabei der Erfolg ausbleibt, ist auch hier eine Mastoidektomie indiziert.

Für die begleitende symptomatische Behandlung können fiebersenkende Mittel und Schmerzmittel eingesetzt werden. Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass die Antibiotikabehandlung nicht zu früh abgesetzt wird. Denn wenn die Bakterien nicht vollständig beseitigt werden, droht bei der Mastoiditis neben schwerwiegenden Komplikationen auch die Entstehung von resistenten Bakterienstämmen.



Vorbeugung

Es gibt keine Möglichkeit, einer Mastoiditis gezielt vorzubeugen. Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und körperlicher Bewegung sorgt für ein starkes Immunsystem, welches dann einen ausreichenden Schutz vor Infektionskrankheiten darstellt. Indirekt dient das auch einer Vorbeugung vor einer Mastoiditis.

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