Einseitige Ohrenschmerzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. März 2017
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Meist handelt es sich bei Ohrenschmerzen um starke schmerzende Reize im Bereich des Ohrs, zu welchem Innen- und Mittelohr, die Ohrmuschel und die äußeren Bereiche des Ohrs gehören. Ursächlich für einseitige Ohrenschmerzen sind sehr oft Entzündungen, Infektionen und Verletzungen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind einseitige Ohrenschmerzen?

Mit dem Begriff Ohrenschmerzen werden alle Schmerzen rund um das Ohr zusammengefasst. Zum Ohr gehören dabei das innere und äußere Ohr sowie das Mittelohr. Auch Schmerzen um die Ohrmuschel gehören zu den Ohrenschmerzen.

Einseitige Ohrenschmerzen können dabei durch Schwellungen oder Entzündungen des Gehörgangs oder auch der Gehörgangsknochen oder auch durch Eiterbildung aufgrund von Entzündungen im Mittelohr entstehen. Die Schmerzen sind dabei meist sehr unterschiedlich ausgeprägt und können sich durch Stechen oder Drücken äußern. Sie können plötzlich oder auch schleichend auftreten und auch durch Kauen oder Druck einer Brille verursacht werden. In vielen Fällen sind einseitige Ohrenschmerzen von weiteren Symptomen wie Schwindel, Tinnitus oder auch Schwerhörigkeit begleitet, in seltenen Fällen kann auch Blut aus dem Ohr austreten.

Ursachen

Für einseitige Ohrenschmerzen kommen sehr vielfältige Ursachen in Frage. Meist handelt es sich um Entzündungen im äußeren Bereich des Ohrs, dem Gehörgang, sowie im Mittelohr. Bekannt ist bei letzterem vor allem die Mittelohrentzündung, die meist mit einer Erkältung einhergeht. Sie wird durch Bakterien ausgelöst und meist bei Kindern zwischen 3 und 7 Jahren diagnostiziert. Die so genannte „Otitis externe“, eine Infektion der Gehörgangshaut, ist eine weitere sehr typische Ursache für einseitige Ohrenschmerzen.

Sie entsteht meist aufgrund der übermäßigen Säuberung der Ohren mit Wattestäbchen. Eine Infektion mit Bakterien ist außerdem durch das Eindringen von verschmutztem Wasser ins Ohr möglich. Weitere mögliche Ursachen sind der Verschluss des Gehörgangs mit Dreck oder Ohrenschmalz, eine Angina tonsillaris, eine Mandelentzündung, Allergien, eine Wundrose, Gürtelrose, Infektionen sowie Entzündungen der Ohrmuschel und –trompete, krankhafte Zähne oder auch Kiefer, eingeklemmte Nerven im Ohrbereich (z. B. durch zu eng anliegende Brille) sowie eine starke Druckveränderung (z. B. beim Fliegen). Außerdem können neben der Mittelohrentzündung auch die Nasennebenhöhlenentzündung oder eine Verletzung des Trommelfells ursächlich für einseitige Ohrenschmerzen sein.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Einseitige Ohrenschmerzen lassen sich in der Regel auf eine leichte Erkältung oder Reizung zurückführen und klingen rasch von allein ab. Wenn die Schmerzen für Betroffene erträglich sind, ist ein Arztbesuch nicht zwingend erforderlich. Vermuten Betroffene allerdings eine Entzündung im Gehörgang oder Mittelohr, sollte dies dringend medizinisch abgeklärt werden.

Erfahrungsgemäß nehmen einseitige Ohrenschmerzen bereits nach 24 Stunden ab. Halten sie jedoch länger an oder treten weitere Krankheitssymptome auf, ist ein Arztbesuch unumgänglich. Handelt es sich um eine Infektion im Mittelohr, muss diese rasch mit Antibiotika behandelt werden.

Ein weiterer Grund den Arzt aufzusuchen, ist ebenso eine Verletzung im Gehörgang sowie am Trommelfell. Vermuten Betroffene einen Fremdkörper hinter den einseitigen Ohrenschmerzen, sollte der Gang zum Arzt selbstverständlich sein. Wegen der großen Gefahr diesen weiter in den Gehörgang zu schieben, sollten Betroffene in keinem Fall selbst experimentieren.

Ein Arzt sollte vor allem aufgesucht werden, wenn die einseitigen Ohrenschmerzen länger anhalten. Insbesondere dann, wenn weitere Symptome wie eine Hörminderung, Fieber sowie allgemeine Krankheitsanzeichen auftreten, muss ein Mediziner kontaktiert werden.

Diagnose und Verlauf

Der HNO-Arzt wird bei einseitigen Ohrenschmerzen eingehend nach den Ursachen suchen. Neben der Anamnese werden auch Ohruntersuchungen, Laboranalysen und Hörtests durchgeführt. Bestimmte Symptome wie Fieber, Hörprobleme, Ausfluss aus dem Ohr, Juckreiz, Schwindel, Ohrgeräusche oder auch ein allgemeines Krankheitsgefühl können wichtige Anhaltspunkte für die mögliche Ursache liefern. Auch Schmerzen in anderen Körperbereichen (z. B. Kopf, Hals, Schultern, Gesicht) können durchaus aufschlussreich sein.

In der Anamnese wird der Arzt auch nach vorangegangenen Infekten oder früheren Erkrankungen am Ohr fragen. Bestehende Grunderkrankungen müssen ebenfalls bedacht werden. Der HNO-Arzt wird im Anschluss das äußere Ohr und auch den Kopf- und Halsbereich untersuchen, bestimmte Griffe können bereits zur Lokalisation des Schmerzes beitragen. Mit einem speziellen Ohrenspiegel (Otoskop) werden anschließend Gehörgang und Trommelfell genauer betrachtet. Entzündungszeichen und Verletzungen des Trommelfells können so recht schnell diagnostiziert werden. Zur Diagnose können auch bildgebende Verfahren, Laboranalysen sowie Hörtest erforderlich sein. Wird die Diagnose frühzeitig gestellt, ist der Verlauf von einseitigen Ohrenschmerzen sehr gut.

Komplikationen

Einseitige Ohrenschmerzen rufen Komplikationen wie Schwindel, Schwerhörigkeit und Unwohlsein hervor. Es können durch ein reduziertes Hörvermögen vermehrt Missverständnisse innerhalb einer alltäglichen Kommunikation auftreten. Beim Tragen einer Brille kann es zu einer starken Druckübertragung des Brillenbügels kommen, der die Beschwerden verursacht. Zahn- oder Kieferfehlstellungen können beim Kauvorgang den einseitigen Ohrenschmerz auslösen. Um ihn zu beseitigen, ist in den meisten Fällen eine zahnchirurgische Behandlung notwendig. Diese kann mit hohen Kosten verbunden sein und über einen langen Zeitraum andauern. Das Tragen von Zahnspangen führt zusätzlich zu einem optischen Makel und einer verminderten Sprachbildung. Dies kann bei Berufstätigen zu Beeinträchtigungen bei der Bewältigung ihrer Arbeitsaufgaben führen.

Liegt eine einseitige Entzündung vor, so besteht die Gefahr der Ausbreitung auf beide Ohren. Bei einem Tinnitus können psychosomatische Hintergründe vorliegen, die beobachtet werden müssen oder einen Handlungsbedarf aufweisen. Eine Psychotherapie ist mit einer Ursachenforschung verbunden, die einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen kann. Bei einer Erkältung kommt es zu weiteren Komplikationen wie Übelkeit, Erbrechen, Magen-Darm-Problemen, Appetitlosigkeit oder Kopf- und Gliederschmerzen. Einseitige Ohrenschmerzen können zu Fieber oder weiteren Ohrgeräuschen führen. Die Einnahme von Medikamenten oder das Auftragen von Salben sowie Ohrentropfen können weitere Nebenwirkungen zur Folge haben. Eine Schmerzausweitung auf Bereiche im Kopf, Nacken oder Hals ist möglich.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung einseitiger Ohrenschmerzen sollte durch den Haus- oder HNO-Arzt erfolgen. Nach der Diagnose wird der Arzt je nach Ursache die Form der Therapie wählen. Liegt eine Entzündung vor, können entzündungshemmende Salben zum Einsatz kommen. Bei Infektionen, die bereits weiter fortgeschritten sind, werden meist Antibiotika verordnet. Liegt eine Mittelohrentzündung vor, dann wird der Arzt Ohrentropfen verschreiben, welche die Entzündung hemmen und die Schmerzen lindern. In seltenen Fällen ist auch ein Anschneiden des Trommelfells notwendig, wodurch der gebildete Eiter abfließen kann.

Ist lediglich Ohrenschmalz oder auch ein Fremdkörper die Ursache, entfernt der Arzt dies mit medizinischen Instrumenten. Liegt eine Verletzung des Trommelfells vor, dann kommt es in der Regel innerhalb eines Zeitraums von ein bis zwei Wochen zur selbstständigen Ausheilung. Treten hier jedoch Komplikationen auf, kann es indiziert sein, operativ ein künstliches Trommelfell einzusetzen. Einseitige Ohrenschmerzen, die lediglich Begleiterscheinungen einer anderen Grunderkrankung sind, können nur therapiert werden, indem eine Behandlung der Grunderkrankung erfolgt.



Vorbeugung

Es ist grundsätzlich nicht möglich, einseitige Ohrenschmerzen zu verhindern. Allerdings kann das Risiko für das Auftreten von Ohrenschmerzen mit einigen Tipps und Tricks zumindest deutlich gesenkt werden. Die richtige Pflege des Ohres ist ganz entscheidend, wenn es um die Vorbeugung von einseitigen oder auch beidseitigen Ohrenschmerzen geht. Wichtig: Für das Säubern der Ohren dürfen keine Wattestäbchen verwendet werden, da dadurch entweder zu viel vom schützenden Ohrenschmalz entfernt wird oder dieser zu einem harten Pfropf zusammen gedrückt wird und sich dann nicht entfernen lässt.

Eine Säuberung mit einem harten oder auch spitzen Gegenstand ist ebenso wenig zu empfehlen, da dies zu Verletzungen im Ohr führen kann. Der Gehörgang reinigt sich in der Regel selbst, weshalb es absolut ausreichend ist, wenn nur die Ohrmuschel mit einem sauberen und feuchten Tuch vorsichtig gesäubert wird. Wer häufig schwimmen geht, sollte entweder eine Badekappe oder Ohrenstöpsel zum Schutz der Ohren tragen. Durch das Chlor im Badewasser wird ansonsten die Haut des Gehörgangs gereizt. Zusätzlich können durch das Wasser schneller Bakterien in die Ohren gelangen, weshalb diese nach dem Duschen oder auch Schwimmen immer vorsichtig mit einem weichen Tuch trocken getupft werden sollten.

Als Schutz vor Lärm sollten ebenfalls Ohrstöpsel genutzt werden. Allerdings ist es hierbei wichtig, dass diese nicht zu fest ins Ohr gedrückt werden und die Stöpsel auch regelmäßig gewechselt werden. Es kann ansonsten dazu kommen, dass sich auf den Stöpseln Keime vermehren und in das Ohr gelangen.

Wer größeren Veränderungen des Luftdrucks ausgesetzt ist (z. B. beim Fliegen oder auch beim Tauchen), kann als Unterstützung des Druckausgleichs im Ohr abschwellende Nasensprays verwenden. Hilfreich in diesem Zusammenhang sind auch das Kauen von Kaugummi, ein bewusstes Schlucken oder auch das Ausatmen gegen die zugehaltene Nase. Bei starker Erkältung sollte bestenfalls nicht geflogen oder getaucht werden.

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