Chronisches Nasenbluten

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
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Chronisches Nasenbluten ist ein Symptom, welches in Folge unterschiedlichster Grunderkrankungen auftreten kann. Es bedarf in jedem Fall einer ärztlichen Abklärung und kann in vielen Fällen selbst behandelt werden. Auch vorbeugen lässt sich chronisches Nasenbluten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist chronisches Nasenbluten?

Chronisches Nasenbluten bezeichnet ein Symptom, bei dem die feinen Blutgefäße in der Nasenschleimhaut platzen und die Nase somit zum Bluten bringen. Das Symptom, welches im medizinischen Fachjargon auch als Epistaxis bezeichnet wird, kann bei empfindlichen Personen bereits durch das Putzen der Nase auftreten. Auch das Bohren in der Nase oder leichte Erschütterungen können Nasenbluten auslösen. Insbesondere bei der chronischen Variante kommt es häufig auch ohne erkennbaren Grund dazu. Eine Behandlung ist in jedem Fall anzuraten.

Ursachen

Chronisches Nasenbluten ist oft eine Folge innerer Erkrankungen. So kann eine gestörte Blutgerinnung ebenso die Ursache sein wie anderweitige Gefäßerkrankungen. Zu den lokalen Ursachen zählen etwa Störungen des Nasen-Rachen-Raumes. So kommt es bei einer Erkältung zu einer Schwellung der Nasenschleimhaut und damit auch zu Nasenbluten. Auch Allergien auf [[Pollenallergie|Pollen] oder Tierhaare lösen eine Schwellung aus und führen zum chronischen Nasenbluten.

Fehlbildungen der Nasenscheidewand können ebenfalls für Nasenbluten verantwortlich sein. Vor allem hervorstehende Sporne oder Knochenleisten verletzen die Nasenschleimhaut empfindlich. Zu Fehlbildungen kommt es meist in Folge einer Nasenscheidewandverkrümmung, doch auch der Konsum bestimmter Drogen oder der Kontakt mit Chemikalien kann zu Fehlbildungen und Löchern führen.

Chronisches Nasenbluten kann auch durch Nasentumore entstehen. Dabei befinden sich meist gutartige Geschwülste in der Nase und verletzen so deren Schleimhaut. Auch zu Zahnschmerzen oder eitrigem Ausfluss kann es in der Folge kommen. Bösartige Tumore können ebenfalls auftreten, sind jedoch äußerst selten. Liegt eine Blutgerinnungsstörung vor, kommt es ebenfalls zu chronischem Nasenbluten. Die Ursachen liegen hier in der Einnahme von Medikamenten oder sind auf Stoffwechselstörungen zurückzuführen. Auch Bluthochdruck, der Purpura Schönlein-Henoch die Osler-Krankheit können chronisches Nasenbluten auslösen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des chronischen Nasenblutens:

Chronisches Nasenbluten ist anhand eindeutiger Symptome zu erkennen. So kommt es vermehrt und ohne erkennbaren Grund zum Nasenbluten. Oft reichen schon leichte Schläge auf die Nase aus, um starke Blutungen auszulösen. Darüber hinaus kommt es je nach Grunderkrankung zu weiteren Symptomen wie Zahnschmerzen, Schmerzen in und an der Nase oder Druck auf der Nase.

Liegt dem chronischen Nasenbluten eine innere Erkrankung zugrunde, kommt es zusätzlich zu einem Schwächegefühl und einer starken Abgeschlagenheit. Durch das dünne Blut und allgemein den Blutverlust kann es zu weitreichenden Folgeerkrankungen kommen, die nicht unterschätzt werden sollten. Der Verlauf von chronischem Nasenbluten hängt ebenfalls von der Grunderkrankung ab. Wird frühzeitig gehandelt, ist der Verlauf meist positiv und die Störung kann dauerhaft unterbunden werden. Lediglich bösartige Tumore, die nicht rechtzeitig erkannt werden oder schwerwiegende innere Erkrankungen können im schlimmsten Fall zum Tod oder zu einem Kreislaufzusammenbruch führen.

Diagnose

Chronisches Nasenbluten wird meist anhand der genannten Symptome diagnostiziert. Der Arzt ermittelt lediglich die Ursache, was nicht immer von Erfolg gekrönt ist. Dennoch werden einige mögliche Ursachen in jedem Fall ausgeschlossen, bevor der Patient wieder nach Hause geschickt wird. Zu Beginn der Untersuchung wird die Krankengeschichte des Patienten erhoben, um erste Hinweise auf mögliche Ursachen zu erhalten. Leidet der Betroffene beispielsweise schon seit längerer Zeit unter Nasenbluten und blutet an ungewohnten Stellen, deutet dies auf eine Gerinnungsstörung hin.

Kam es in der Vergangenheit häufig zu Fieber oder Abgeschlagenheit, kann auch ein chronischer Infekt die Ursache sein. Ein Blick auf die Familiengeschichte zeigt mögliche Erbkrankheiten auf. Im Rahmen der körperlichen Untersuchung kommen verschiedene Untersuchungsinstrumente wie etwa ein Rhinoskop zum Einsatz. Mit Hilfe eines solchen Geräts kann der Arzt das Nasenloch weiten und den vorderen Raum der Nasenhöhle ausleuchten. Auch das Nasenendoskop gibt einen Einblick in die Nase und ermöglicht die direkte Behandlung von Blutungen.

Darüber hinaus kommen bildgebende Verfahren wie CT und MRT zum Einsatz. Auch die Blutwerte werden überprüft, um die Diagnose stellen zu können.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Ursache des chronischen Nasenblutens. Eine geschwollene Nasenschleimhaut wird mit Hilfe eines speziellen Sprays behandelt, ein bakterieller Infekt kann durch Antibiotika kuriert werden. Chronisches Nasenbluten in Folge einer Verkrümmung der Nasenscheidewand lässt sich operativ behandeln.

Auch Sporne und Leisten werden auf diese Weise entfernt. Ebenso bösartige Nasentumore, während gutartige Tumore nur dann chirurgisch entfernt werden müssen, wenn sie Beschwerden beim Atmen verursachen. Gerinnungsstörungen lassen sich therapieren, indem die fehlenden Bestandteile des Blutes künstlich ersetzt werden. Chronischer Bluthochdruck und Autoimmunerkrankungen werden mit Hilfe spezieller Präparate behandelt.

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Vorbeugung

Chronisches Nasenbluten lässt sich vermeiden, indem für eine ausreichend feuchte Raumluft gesorgt wird. Auch vorbeugende Maßnahmen wie eine Nasendusche, pflegende Sprays oder Salben sowie allgemein die Abhärtung der Nasenschleimhäute sind anzuraten. Müssen Medikamente eingenommen werden, sollten zuerst die Nebenwirkungen überprüft und unter Umständen mit dem Arzt abgesprochen werden.

Zuletzt kann es sinnvoll sein, eine Hyposensibilisierung durchzuführen. Dabei wird den Auslösern fern geblieben, wodurch die Symptome auf Dauer verschwinden. Generell muss ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung gepflegt werden.

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