Fadenwürmer-Infektion

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. Januar 2015
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Fadenwürmer-Infektionen umfassen eine große Zahl verschiedener Infektionen mit parasitischen Würmern. Je nach Wurmspezies befallen sie das Lymphsystem oder den Darmtrakt, seltener andere Organe und Gewebe.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Fadenwürmer-Infektion?

Als Fadenwurm-Infektion bezeichnet man einen Befall mit Würmern aus dem Stamm der Nematoden. Die Überfamilie der Filarien umfasst Arten, die ausschließlich endoparasitisch leben und bei Menschen und Tieren die so genannten Filariosen verursachen. Bedeutsame Erreger von Filariosen kommen hauptsächlich in tropischen Regionen vor.

Während die typischen Filariosen das Lymphsystem betreffen, greifen die Fadenwürmer aus anderen Ordnungen und Familien zumeist den Darmtrakt an. Der Befall weiterer Organe und Gewebe ist ebenfalls möglich und artspezifisch. Fadenwürmer-Infektionen rufen deshalb sehr unterschiedliche Symptome hervor.

Ursachen

Eine Fadenwürmer-Infektion erfolgt häufig über die Nahrung, z. B. durch Verzehr von rohem Fleisch, in dem sich Trichinen (Larven) befinden. Ein weiterer Übertragungsweg sind mit Fäkalien verunreinigte Lebensmittel, wodurch Wurmeier oder frühe Larvenstadien aufgenommen werden. Problematisch ist daher die Düngung von Salat und Gemüse mit Kot.

Eine Verunreinigung mit Fäkalien kann auch durch Hygienemangel entstehen, konkret dadurch, dass nach dem Stuhlgang die Hände nicht gewaschen wurden. Die Eier der Madenwürmer können durch Anus-Finger-Mund-Kontakt übertragen werden (Selbst- und Fremdinfektion) oder werden aufgewirbelt und eingeatmet. Larven aus der Familie der Hakenwürmer können durch die Haut in den Körper eindringen.

In warmen Regionen geschieht oft eine Infektion durch Barfußlaufen, wenn Strände mit Tierkot verschmutzt sind. Filarien sind hauptsächlich in tropischen Regionen verbreitet und werden durch Stechmücken und einige andere blutsaugende Parasiten übertragen. Fadenwürmer-Infektionen treten grundsätzlich weltweit auf.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Fadenwürmer-Infektion:

Die Symptome einer Fadenwürmer-Infektion hängen mit dem Lebenszyklus des jeweiligen Wurms zusammen. Madenwurminfektionen gehören zu den häufigsten Wurminfektionen überhaupt. Das Leitsymptom ist nächtlicher Juckreiz im Analbereich, der durch die Ablage von Wurmeiern am After entsteht. Die Folgeerscheinungen sind Schlafstörungen mit allen üblichen Begleitsymptomen. Massiver Wurmbefall führt zu Bauchschmerzen, Gewichtsverlust, Durchfall, Blutungen und möglicherweise Blinddarmreizung.

Die ersten Symptome einer Trichinellose bilden sich aus, wenn sich adulte Trichinen im Darm befinden. Zunächst treten Schwindel, Bauschmerzen, Erbrechen und Durchfall auf. Im späteren Verlauf verbreiten sich Larven im Körper und verursachen zusätzliche Symptome wie Fieber, Schwäche und Ödeme im Gesicht. Der Lebenszyklus der Zwergfadenwürmer führt vom Darm über das Blut zur Lunge und zurück in den Darm. Neben Afterjucken und Veränderungen des Blutes können daher Lungenentzündungen auftreten.

Filarien leben in den Lymphbahnen, wo sie Entzündungen in Lymphgefäßen und Lymphknoten verursachen. In schweren Fällen weiten diese sich bis zur Filariose (Elephantiasis tropica) aus, wenn die Wurmlarven (Mikrofilarien) periphere Lymphgefäße verstopfen. Es entstehen große Lymphödeme, Bindegewebswucherungen und Hautveränderungen durch diese Fadenwürmer-Infektion.

Diagnose

Die Fadenwürmer-Infektionen, die den Darmtrakt betreffen, lassen sich meist durch eine Stuhluntersuchung feststellen. Madenwürmer sind im Stuhl mit bloßem Auge erkennbar. Möglicherweise lassen sich in Bett oder Schlafbekleidung weibliche Würmer finden, die nach der Eiablage am After verendet sind. Mit Hilfe eines Klebestreifens können die Eier morgens vom After entfernt und durch Mikroskopieren nachgewiesen werden.

Ein Spulwurmbefall ist leicht durch eine Kotuntersuchung im Flotationsverfahren zu diagnostizieren, wenn Spulwurmeier im Kot gefunden werden. Die Stuhluntersuchung fällt allerdings negativ aus, solange sich die Würmer in der Invasionsphase befinden, oder wenn eine Infektion mit ausschließlich männlichen Würmern vorliegt oder mit Arten, für die der Mensch ein Fehlwirt ist. Serologische Untersuchungen per ELISA-Verfahren können die Larvenstadien des Spulwurms nachweisen. Neben Kotuntersuchung und Antigen-ELISA steht für manche Fadenwürmer-Infektionen ein PCR-Nachweis zur Verfügung.

Behandlung

Die Behandlung bei einer Fadenwürmer-Infektion richtet sich nach der Art des Wurms und der Stärke des Befalls. Bei den meisten Arten des Wurmbefalls ist eine medikamentöse Behandlung mit so genannten Anthelminthika möglich. Viele der Präparate sowohl für die Human- als auch für die Veterinärmedizin sind Derivate des Benzimidazol.

Die häufigste Wurmerkrankung, nämlich der Madenwurm-Befall, wird meist durch Medikamente therapiert. Auch der Peitschenwurm ist weltweit verbreitet, wobei die meisten Ansteckungen in den Tropen registriert werden. Die von ihm verursachte Trichuriasis wird ebenfalls medikamentös behandelt.

Bei den entzündlichen Symptomen, die durch Befall mit Zwergfadenwürmern hervorgerufen werden, ist Vorsicht geboten. Häufig werden zur Behandlung derartiger Symptome Corticosteroide eingesetzt. Diese müssen hier vermieden werden, da sie einem Wachstumshormon der Zwergfadenwürmer ähneln und deshalb eine explosionsartige Wurmvermehrung verursachen können.

Bei starkem Spulwurm-Befall können mitunter invasive Eingriffe notwendig werden. Während einer Darmspiegelung werden die Würmer mit dem Endoskop durch den After entfernt. Dazu benutzt der Arzt einen Greifarm, der am Kopf des Endoskops angebracht ist. Haben die Würmer eine Darmblockade verursacht, so wird der Darm aufgeschnitten und die Würmer manuell entfernt. In besonders schweren Fällen muss ein ganzer Darmabschnitt operativ entnommen werden.

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Vorbeugung

Um eine Fadenwürmer-Infektion zu vermeiden, sollte auf gute Hygiene geachtet werden. Konsequentes Händewaschen vor jeder Nahrungsaufnahme ist die wichtigste Maßnahme. Auf Gülle-Düngung von Gemüse und Salat sollte man nach Möglichkeit entsprechend verzichten.

Haustiere wie Hunde und Katzen sollten ein bis viermal im Jahr mit einem Entwurmungsmittel behandelt werden. Gegen die Infektion mit Filarien schützt man sich am besten, indem man während eines Aufenthaltes in tropischen Regionen versucht, Insektenstiche zu vermeiden.

Moskitonetze, lange, helle Kleidung und Insektenrepellent helfen in diesem Zusammenhang dabei, sich nicht durch Insekten mit Fadenwürmer-Infektionen anzustecken.

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