Basilikum

Letzte Aktualisierung am 5. Februar 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Die Gewürzpflanze Basilikum (Ocimum basilicum) gehört zur Familie der Lippenblütler. Sie ist nicht nur in der italienischen Küche beliebt, sondern wird auch als Heilpflanze genutzt. Pizza, Tomatensoße oder Pesto – ohne Basilikum wären diese Gerichte einfach nicht dasselbe. Längst ist das Gewürz ein unverzichtbarer und liebgewonnener Bestandteil unseres Kochens geworden. Doch nicht nur unseren Mahlzeiten gibt die Pflanze das gewisse Etwas, auch unser Körper und Geist kann von ihr profitieren. Daher ist es wichtig, Basilikum richtig zu pflegen und gesund anzuwenden.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über Basilikum wissen

Umtopfen und richtige Pflege verlängern die Lebensdauer von Supermarkt-Basilikum deutlich.

Die Heimat des Basilikums liegt wahrscheinlich in Indien. Dort ist das Kraut dem indischen Gott Vishnu geweiht und wird auch heute noch medizinisch in der Tradition des Ayurvedas genutzt. Über Persien, Ägypten und Griechenland gelangte die Pflanze nach Rom. Schon seit dem 12. Jahrhundert wird Basilikum in Europa angebaut.

Basilikum gehört zur Familie der Lippenblütler. Zur Gattung der Basilikumpflanzen zählen mehr als 60 Arten. In unserem Sprachgebrauch ist meist von der Sorte „Ocimum basilicum“ die Rede. Die Pflanze ist in der Küche wegen seines aromatischen Geschmacks sehr beliebt. In Deutschland wurde sie aber bereits im Mittelalter auch als Heilmittel eingesetzt.

Es gibt mittlerweile sehr viele verschiedene Sorten, die sich alle in Blattform, Blattfarbe, Größe und Aroma unterscheiden. Alle Pflanzen sind jedoch aufrecht wachsend. Die Wuchshöhe liegt zwischen 20 und 60 Zentimetern. Die krautigen Pflanzen können ausdauernd oder einjährig sein.

Beim Basilikum duften nicht nur die Blüten oder die Blätter, sondern alle Teile sehr aromatisch. Die Stängel und die Laubblätter sind oft von einem feinen Flaum überzogen. Die Blütezeit reicht in der Regel von Juni bis September. Die Farbe und Form der Blüten unterscheidet sich je nach Sorte.

Bedeutung für die Gesundheit

Das Basilikum ist vor allem als Gewürzpflanze bekannt und beliebt. Doch das Kraut ist auch eine Heilpflanze. Bereits Dioskurides beschrieb um 50 nach Christus die positive Wirkung des Basilikums auf die Atemwege und die Haut. Die Inhaltsstoffe des Basilikums verleihen der Pflanze eine antibakterielle, antivirale und antiseptische Wirkung. Es wirkt zudem desinfizierend und regt das Immunsystem an.

Aufgrund seiner entkrampfenden und entspannenden Eigenschaften wird Basilikum gerne in der Frauenheilkunde zur Behandlung von Menstruations- oder Wechseljahrsbeschwerden eingesetzt.

Basilikum wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. Es enthält dieselben Enzyme, die in schmerzlindernden Medikamenten wie Ibuprofen vorkommen. Es besitzt zahlreiche ätherische Öle, die uns vor Belastungen der Umwelt schützen und sogar unser Krebsrisiko senken können. Die Pflanzenstoffe können gegen psychische Leiden wie Schlaflosigkeit, Migräne und depressive Verstimmung helfen.

Auch bei Verdauungsproblemen wie Magenverstimmungen, Blähungen oder Verstopfung wird dem Kraut eine positive Wirkung zugesprochen. Darüber hinaus wirkt es appetitanregend und bringt die Fettverdauung in Schwung.

Das ätherische Öl des Basilikums zeigt seine Qualitäten besonders auf der psychischen Ebene. Es gilt auch als "Balsam der Seele". Basilikum entkrampft nicht nur auf der körperlichen Ebene, sondern entspannt auch den Geist. Es hilft zu entspannen und hat zudem eine aufmunternde Wirkung.

Neben der Anwendung als Gewürz in Speisen eignet sich Basilikum auch als Tee. Dazu eine Handvoll frischer Blätter zerkleinern und kurz mit einem Liter Wasser aufkochen. Danach durchseihen und mit Honig süßen. Der Tee bessert die Laune und wirkt verdauungsfördernd. Meiden Sie jedoch übermäßigen Genuss und trinken Sie täglich maximal zwei Tassen Basilikum-Tee.

Der Aufguss kann auch als ein Handbad verwendet werden. Auf diese Weise hilft er im Winter bei rissigen Händen und kann sogar Übelkeit lindern.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Sein unvergleichliches Aroma verdankt das Basilikum den enthaltenen ätherischen Ölen. Auch hier schwanken die Zusammensetzung und der Gehalt des Öls je nach Sorte und Herkunftsland. Hauptbestandteile des ätherischen Öls sind aber Monoterpenole.

Diese bestehen zu 80 Prozent aus Linalool. Auch Ether wie Methylchavicol, Eugenol, Oxide, Ester und Sesquiterpene sind enthalten. Weiterhin enthält Basilikum sekundäre Pflanzenstoffe (z. B. Flavonoide), Kaffeesäure und Äsculosid.

Unverträglichkeiten

Eine ausschließliche Allergie gegen Basilikum ist eher selten. Allerdings entwickeln viele Heuschnupfenpatienten eine Kreuzallergie. Das heißt, sie reagieren nicht nur auf Pollen, sondern auch auf bestimmte Nahrungsmittel. Insbesondere Menschen, die auf Beifuß allergisch reagieren, zeigen auch beim Verzehr von Basilikum allergische Symptome. Diese können sich auf die Haut, den Verdauungstrakt oder die Atemwege beziehen.

In der Schwangerschaft sollte Basilikum nicht in großen Mengen verzehrt werden. Es kann abortiv wirken und so zu einer Fehlgeburt führen. Bei normalem Verzehr besteht diese Gefahr allerdings nicht.

Nach Tierversuchen, bei denen nach dem Verzehr von Basilikum Krebszellen gefunden worden waren, riet das Bundesinstitut für Risikobewertung Verbrauchern die Pflanze nur in geringen Mengen zu verzehren. Eine krebserregende Wirkung wurde beim Menschen jedoch nie bewiesen. Trotzdem sollte Basilikum nicht über einen längeren Zeitraum in größeren Mengen eingenommen werden, sondern nur zum Würzen genutzt werden.

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Einkaufs- und Küchentipps

Frisches Basilikum ist mittlerweile das ganze Jahr über erhältlich. Damit sich das Kraut aber auch mehrere Wochen oder Monate zuhause hält, sollten einige Dinge beachtet werden. Die Pflanze liebt die Sonne und sollte deshalb an einen hellen und warmen Ort gestellt werden. Zugluft verträgt Basilikum hingegen gar nicht gut. Der Platz auf der Fensterbank ist damit nicht optimal.

Die Gewürzpflanze benötigt viel Wasser. Beim Gießen von oben beginnt sie allerdings schnell zu schimmeln. Besser ist ein Untersetzer. In diesen kann so lange Wasser gegossen werden, bis die Pflanze es nicht mehr aufsaugt. Allerdings ist hier tägliches Gießen erforderlich.

Damit das Basilikum noch länger hält empfiehlt es sich, nur einzelne Blätter vorsichtig abzuknipsen. In den Blattachseln wachsen dann neue Blätter nach. Dies funktioniert nicht, wenn ganze Zweige inklusive der Triebspitze abgeschnitten werden.

Basilikumblätter lassen sich gut trocknen und können dann in einem dicht verschlossenen Gefäß längere Zeit lagern, ohne an Aroma zu verlieren.

Pflege der Topfpflanze

Viele von uns greifen gern nach den frischen Kräutertöpfen im Supermarkt. Doch schon wenige Tage später wandert die ehemals grüne Pflanze meist als verdorrter Strauch in den Mülleimer. Dass sie eingeht, liegt aber nicht an einem fehlenden grünen Daumen, sondern ist in die Produktion eingerechnet. Denn die Kräuter sind für den schnellen Verzehr gedacht und nicht auf Langlebigkeit ausgelegt. Mit ein paar simplen Tricks lässt sich der Supermarkt-Basilikum dennoch am Leben erhalten.

1. Umtopfen

Meist werden die Kräuter in zu kleinen Töpfen und mit nährstoffarmer Erde verkauft. Das schadet auf Dauer der Pflanze. Topfen Sie den Basilikum daher nach dem Kauf um. Halbieren Sie hierfür mit einem Messer die gesamte Pflanze samt Wurzel und verteilen Sie diese auf zwei Töpfe, die mit nährstoffreicher Blumenerde gefüllt sind. Am besten eignet sich hier ein Tontopf mit einem Loch an der Unterseite, der auf einer Unterschale steht. Dadurch kann das Wasser ablaufen, Staunässe und somit Schimmelbildung vermieden werden.

2. Nach draußen stellen

Basilikum ist sehr kälteempfindlich und bevorzugt Wärme und Sonnenlicht. Es empfiehlt sich daher, das Kraut ab Mitte Mai – nach den Eisheiligen – nach draußen zu stellen. Wichtig ist hierbei ein Platz im Halbschatten, da die Pflanze sonst schnell Bitterstoffe produziert. Am besten gedeiht Basilikum bei einer Temperatur um die 20 Grad, sie sollte jedoch nicht unter 10 Grad fallen. Ist es draußen noch kalt oder kommt es zu Nachtfrost, eignet sich ein heller Fensterplatz.

3. Richtige Ernte

Damit der Stiel weiter wächst, sollten nur die zwei unteren Blätter von einem Stängel abgezupft oder mit der Kräuterschere über der ersten Blattachse ganze Stängel abgeknipst und bräunliche Blätter entfernt werden. Da es sich bei Basilikum um eine einjährige Pflanze handelt, dient das regelmäßige Ernten auch dazu, die Blütenbildung zu unterbinden. Denn mit der Blüte stellt sich das Wachstum ein und das Aroma der Blätter verschlechtert sich.

4. Schädlinge tilgen

Oft sind die Supermarktpflanzen sehr anfällig für Ungeziefer. Besonders Blattläuse siedeln sich gern auf Basilikum an. Zu erkennen sind sie an einem klebrigen Belag, der sich auf oder unter der Pflanze ansammelt. Ist sie nur leicht befallen, reicht es, sie mit einem kalten, kräftigen Wasserstrahl abzuspülen und abzureiben. Bedecken Sie die Blumenerde bei dem Vorgang mit Folie. Ist der Befall bereits fortgeschritten, hilft Brennnesselbrühe. Diese können Sie ganz einfach selbst herstellen: Dazu einen Eimer mit frischen Brennnesseln füllen, mit kochendem Wasser übergießen und einen Tag ziehen lassen. Anschließend filtern Sie die Brühe ab und sprühen sie auf den Basilikum. Wiederholen Sie dies mehrere Tage, bis der Befall fort ist.

Zubereitungstipps

Basilikum gehört (mit Ausnahme des Thaibasilikums) zu den mediterranen Küchenkräutern. Es schmeckt leicht süß und aromatisch frisch. Sein Aroma harmoniert vor allem mit Gemüse und entfaltet sich wunderbar in Kombination mit frischen Tomaten.

Deshalb ist das Basilikum auch Teil des italienischen Nationalgerichts Caprese. Hier werden frische Tomaten mit Basilikum und Mozzarella kombiniert. Auch Pesto alla Genovese ist ein Klassiker der Mittelmeerküche.

Feste Bestandteile des traditionellen Pestos sind frisches Basilikum, Pinienkerne, Parmesankäse, Knoblauch und Olivenöl. Thaibasilikum erinnert in seinem Geschmack an Minze und Anis. Es passt gut zu asiatischen Gerichten.

Sowohl aus den getrockneten als auch aus den frischen Basilikumblättern lässt sich ein schmackhafter Tee zubereiten. Dafür einfach zwei gehäufte Teelöffel Basilikum mit 150 Millilitern kochendem Wasser übergießen. Der Tee sollte zugedeckt 10 bis 15 Minuten ziehen.

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