Bewusstseinsstörung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 23. März 2016
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Bewusstseinsstörungen bezeichnen eine Abweichung vom normalen Bewusstsein. Der Betroffene zeigt dabei verlangsamte, überhaupt keine oder auch unpassende Reaktionen auf seine Umwelt. Diese schwere neurologische Störung kann durch unterschiedliche Auslöser hervorgerufen werden und bedarf unbedingt einer medizinischen Behandlung.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Bewusstseinsstörungen?

Unter dem Begriff Bewusstseinsstörungen verstehen Experten eine neurologische Störung, die es dem Betroffenen unmöglich macht, seine Umwelt auf gewohnte Weise wahrzunehmen und/oder entsprechend auf sie zu reagieren. Diese Störung zählt zu den psychopathologischen Symptomen und kann sich auf verschiedenste Weise äußern. So kann es zu einer Veränderung der Wahrnehmung, Schläfrigkeit, Benommenheit oder Apathie kommen.

Bewusstseinsstörungen müssen vom Betroffenen aber nicht immer negativ empfunden werden, sondern können sich beispielsweise auch durch eine unnatürlich gesteigerte Wachheit bis hin zu ekstatischen Empfindungen äußern. Experten unterscheiden qualitative Bewusstseinsstörungen, die sich auf die Bewusstseinsklarheit bzw. die Bewusstseinsinhalte beziehen, und quantitative Bewusstseinsstörungen, bei denen es um den Wachheitsgrad des Betroffenen geht.

Ursachen

Bewusstseinsstörungen können durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden. Sie sind immer ein Symptom einer Störung der Gesundheit und bedürfen daher einer medizinischen Behandlung.

Zu den möglichen Auslösern für Bewusstseinsstörungen gehören beispielsweise Verletzungen, bei denen ein Schädel-Hirn-Trauma verursacht wurde. Gehirnerschütterungen oder ein Schädelbasisbruch können so zu Bewusstseinsstörungen führen, ebenso wie ein erhöhter Hirndruck oder auch ein Schlaganfall.

Epileptische Anfälle rufen oftmals ebenfalls Bewusstseinsstörungen hervor. Auch ein deutlich erhöhter bzw. verminderter Blutzuckerspiegel kann dazu führen, dass das Bewusstsein des Betroffenen vorübergehend getrübt ist.

Letztendlich ist auch eine Vergiftung oder auch der Konsum bestimmter Medikamente bzw. Drogen eine mögliche Ursache für unterschiedliche geartete Bewusstseinsstörungen. Oftmals handelt es sich bei den Symptomen um vorübergehend auftretende Störungen, die durch entsprechende medizinische Maßnahmen wieder beseitigt werden können.

Unter Umständen kann es aber sein, dass die Beeinträchtigung des Bewusstseins von Dauer ist und nicht wieder behoben werden kann. Dies hängt vor allem davon ab, wie stark und in welcher Weise das Gehirn des Patienten beschädigt wurde.

Krankheiten

Diagnose und Verauf

Ein Arzt kann Bewusstseinsstörungen oftmals bereits anhand einer weniger Untersuchungen diagnostizieren. Spricht ein Patient nicht, nur verzögert oder in einer unangemessenen Weise darauf, wenn er angesprochen wird, kann dies bereits auf Bewusstseinsstörungen hindeuten. Einfache Fragen und mechanische Tests geben ebenfalls Auskunft darüber, ob das Bewusstsein des Patienten getrübt oder gestört ist.

Der Verlauf von Bewusstseinsstörungen ist abhängig von der jeweiligen Ursache, welche die Beschwerden hervorruft. Unter Umständen bessert sich der Zustand des Betroffenen von selbst wieder. Es kann aber auch vorkommen, dass er dauerhaft unter den Bewusstseinsstörungen leidet oder dass diese sich insofern verschlimmern, dass ein selbstständiges Leben und Bewältigen des Alltags nicht mehr möglich ist. Liegt den Symptomen eine körperliche Erkrankung zugrunde, kann diese schlimmstenfalls tödlich enden.

Behandlung

Wurden eindeutig Bewusstseinsstörungen diagnostiziert und auch die individuelle Ursache für die Beschwerden herausgefunden, kann der behandelnde Arzt eine angemessene Therapie einleiten. Je nach Schwere der Symptome kann es dabei notwendig sein, den Patienten stationär zu behandeln.

Ist eine psychische Erkrankung die Ursache für die Bewusstseinsstörungen, findet eine Langzeittherapie statt, die sich aus Gesprächen und weiteren Maßnahmen zusammensetzt. Sie kann auch medikamentös begleitet werden. Werden die Beschwerden durch ein Absinken des Blutdrucks oder einen unausgeglichenen Blutzuckerspiegel verursacht, kann durch das Anregen des Kreislaufs oder die Gabe von Traubenzucker eine Normalisierung des Zustands erreicht werden.

Durch Verletzungen verursachte Bewusstseinsstörungen können unter Umständen eines operativen Eingriffs bedürfen, um bleibende Schäden zu verhindern. Hier ist oftmals eine längere stationäre Therapie vonnöten.

Eine Vergiftung muss ebenfalls unbedingt sofort behandelt werden, da sonst das Leben des Patienten in Gefahr sein kann. Hier kann es notwendig werden, den Magen auszupumpen und/oder eine Neutralisierung der die Symptome verursachenden Substanz durch die Gabe entsprechender Mittel zu erreichen.

Ein Schlaganfall erfordert nicht selten anschließende Rehabilitierungsmaßnahmen, um die entstandenen Schäden vollständig oder zumindest teilweise zu beseitigen. Inwiefern die körperlichen Beschwerden und auch die Bewusstseinsstörungen dauerhaft sind, hängt in diesem Fall davon ab, wie schwer der Schlaganfall war.

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Vorbeugung

Da es oftmals infolge eines Unfalls oder einer spontan auftretenden Erkrankung zu Bewusstseinsstörungen kommt, ist ein Vorbeugen in diesen Fällen nicht möglich. Allerdings sollte sofort beim Auftreten der ersten Symptome medizinische Hilfe gesucht werden, um Folgeschäden oder einen potenziell tödlichen Verlauf zu vermeiden.

Bewusstseinsstörungen, die durch den Konsum bestimmter Medikamente oder Drogen hervorgerufen werden, kann durch einen Verzicht auf diese Substanzen bzw. eine entsprechende Therapie vorgebeugt werden. Allgemein ist eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung zu empfehlen, um Erkrankungen und mögliche Bewusstseinsstörungen zu vermeiden.

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