Multiorganversagen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
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Das Multiorganversagen zählt zu den gefährlichsten und gefürchtetsten Komplikationen. Jene treten vorwiegend bei medizinischen Behandlungen auf. Vor allem tritt das Multiorganversagen nach Unfällen oder Vergiftungen auf. Nur knapp 50 Prozent aller Patienten, welche unter einem Multiorganversagen leiden, überleben diese Komplikationen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Multiorganversagen?

Unter einem Multiorganversagen versteht man das Versagen von mehreren Organen zum gleichen Zeitpunkt. Viele Mediziner verwenden jedoch heute nicht mehr den Begriff Multiorganversagen; sie verweisen auf das multiple Organdisfunktions-Syndrom, welches kurz MODS abgekürzt wird. Vorwiegend sind die Nieren, die Lunge sowie das Herz betroffen. Jene Organe können - im Notfall - durch Maschinen ersetzt werden.

Fällt die Leber oder das Gehirn aus, hat der Patient im Regelfall keine Überlebenschance. Damit jedoch überhaupt eine Überlebenschance besteht, wenn mehrere Organe zur gleichen Zeit ausfallen, muss eine intensivmedizinische Behandlung erfolgen. Im Regelfall tritt das Multiorganversagen jedoch sowieso immer auf der Intensivstation auf, sodass jene Komplikation relativ schnell diagnostiziert wird. Jedoch zählt das Multiorganversagen - trotz der schnellen Möglichkeiten und Gegenmaßnahmen der Mediziner - zu den häufigsten Todesursachen auf der Intensivstation.

Ursachen

Die Gründe, weshalb ein Multiorganversagen auftritt, sind vielfältig. Vorwiegend handelt es sich um einen Unfall oder auch um eine bakterielle Vergiftung. Im Regelfall tritt das Multiorganversagen nach einem Unfall auf. Erleiden mehrere Organe - durch einen Unfall - eine Verletzung, tritt eine Kettenreaktion ein. Das bedeutet, dass ein Ausfall eines Organs gleichzeitig den Ausfall eines weiteren Organs mit sich bringt. Jene Situation tritt auch bei der Sepsis auf. Die Sepsis ist eine Vergiftung, welche sich relativ schnell im gesamten Körper ausbreitet und überall eine schwere Entzündung auslösen kann.

Neben Unfällen und Vergiftungen können auch Allergien sowie Herzerkrankungen ein Multiorganversagen auslösen. Vor allem tritt ein Multiorganversagen bei einem anaphylaktischen Schock ein. Jener legt nicht nur die Organe, sondern auch den Kreislauf des Patienten lahm. Auch eine Altersschwäche kann mitunter ein Grund sein, weshalb ein Multiorganversagen eintritt. Vorwiegend handelt es sich hier um einen sehr alten sowie geschwächten Körper bzw. einen schlechten Allgemeinzustand. Ein Ausfall eines Organs kann sehr wohl die anderen Organe ebenfalls zu Fall bringen.

Symptome und Verlauf

Es gibt keine klassischen Symptome bei einem Multiorganversagen. Vorwiegend entsteht das Multiorganversagen durch einen Unfall bzw. eine Vergiftung, wobei in vielen Fällen der Patient den Ausfall der Organe "nicht mehr wahrnimmt". Der Mediziner muss relativ schnell reagieren und handeln, damit er dem Patienten helfen kann bzw. die Überlebensaussichten und seine Prognose positiv begünstigen kann. Jedoch führt das Multiorganversagen - in 50 Prozent aller Fälle - zum Tod des Patienten.

Diagnose

Der Mediziner stellt die Diagnose auf Grund der Tatsache, welche Organe von dem Ausfall betroffen sind. Im Regelfall treten jene Komplikationen auf der Intensivstation auf. Das bedeutet, dass der Ausfall mehrerer Organe schnell erkannt wird. Durch technische Mittel wird dem Personal bzw. dem Arzt sofort das Problem angezeigt, sodass eine rasche Behandlung erfolgen kann.

Behandlung und Therapie

Bei der Behandlung und Therapie wird vorwiegend darauf geachtet, welche Organe von dem Ausfall betroffen sind. Jedoch muss auch der Auslöser des Multiorganversagens behandelt werden. Liegt etwa eine Sepsis vor, welche das Multiorganversagen ausgelöst hat, ist es wichtig, dass jegliche Entzündungsherde ermittelt und sodann beseitigt werden. Des Weiteren erfolgt eine Behandlung mit Antibiotikum. Liegt dem Multiorganversagen ein Unfall zugrunde, muss der Mediziner die Organe - im Regelfall - mit Maschinen unterstützen bzw. im Extremfall sogar ersetzen.

Viele Mediziner versetzen ihre Patienten in ein künstliches Koma. Das künstliche Koma, welches medizinisches als "künstlicher Tiefschlaf" bezeichnet wird, versetzt den Patienten in einen Zustand, der mitunter als "Koma-ähnlich" beschrieben werden kann. Somit ist es möglich, dass das Gehirn vor etwaigen Ausfällen der Organe geschützt wird. Ist das Gehirn bereits betroffen, hat der Patient keine Überlebenschance.

Tritt ein Sauerstoffmangel im Gehirn auf, bleiben Schäden zurück, welche nicht geheilt werden können. Durch das künstliche Koma bzw. den künstlichen Tiefschlaf können alle Körperfunktionen "heruntergefahren" werden bzw. arbeiten jene auf "Sparflamme". Ebenfalls sinkt die Körpertemperatur des Patienten. Somit können einige Organe besser behandelt werden und schlussendlich wieder ihre Funktion aufnehmen.

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Vorbeugung

Eine Vorbeugung ist nur in seltenen Fällen möglich. Vorwiegend kann ein Unfall nicht vorbeugt, eine Vergiftung hingegen kann sehr wohl verhindert werden. Rund 15 Prozent aller Patienten leiden an der Krankenhausinfektin (Nosokomiale Infektion). Jene Infektion wird auch als "Krankenhaus-Infektion" bezeichnet. Dies kann mitunter zu einem Multiorganversagen führen - jedoch nur, wenn die Infektion durch einen resistenten Erreger ausgelöst wurde.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass eine penible und sehr stark ausgeprägte Krankenhaushygiene durchgeführt wird. Auch Allergiker können mitunter vorbeugend agieren; sie müssen darauf achten, dass sie Situationen meiden, die mitunter einen allergischen Schock auslösen. Aus diesem Grund ist es auch wichtig, dass man über seine Allergie bzw. dessen Auslöser in Kenntnis ist.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Robert kommentierte am 07.07.2016 um 16:35 Uhr

Mein Vater ist vor kurzem verstorben an Multi Organversagen. Da hat der Patient keine Chance mehr. Aber mein Vater war ja auch schon 84 Jahre alt und sein Körper war geschwächt. Er hatte aber keine Schmerzen. Ich glaube, es ist wichtig, auf eine gesunde Ernährung zu achten und auf Alkohol und Nikotin zu verzichten. Ich bin zwar kein Arzt. Aber ich fand es sehr interessant, dass das Multi Organversagen immer auf der Intensiv Station ausbricht.

09.11.2016 Christa kommentierte am 09.11.2016 um 16:59 Uhr

Mein Mann 60 Jahre ist auch in diesem Jahr im Krankenhaus auf der Intensivstation nach 14 Tagen an Multi-Organversagen verstorben. Hat davor 3 Wochen auf einer Isolierten Stadion gelegen, hat Chemo bekommen um das kaputte Knochenmark durch neue Stammzellen vom Bruder ersetzen. Sein Immunsystem wurde auf 0 runtergefahrn, also war er sehr anfällig für Viren, Bakterien etc.. Es ging ihm sehr gut die 3 Wochen und dann hat er innerhalb ein paar Stunden eine Sepsis, Lungenentzündung, Nierenversagen und eine Gallenentzündung bekommen. lch bin ja auch kein Arzt aber wenn so viele Organe auf einmal betroffen sind, wie sollte er es da noch schaffen und an Sauberkeit mangelt es auch in KH.