Alkoholschmerz

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 1. Oktober 2016
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Beim Alkoholschmerz handelt es sich um keine eigenständige Erkrankung, sondern um ein Symptom einer Krebserkrankung: Menschen, die während des Konsums einer geringen Menge Alkohol oder unmittelbar danach Schmerzen im Bereich bestimmter Lymphknoten verspüren, leiden mit hoher Wahrscheinlichkeit an Morbus Hodgkin. Die sehr selten auftretende Erkrankung der Lymphdrüsen ist nach dem englischen Arzt Thomas Hodgkin benannt, der das Krankheitsbild 1832 erstmalig umfassend beschrieb.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Alkoholschmerz?

Als Alkoholschmerz bezeichnet man einen starken, unmittelbar im Zusammenhang mit dem Genuss von Alkoholika auftretenden Schmerz, der bei etwa 10 Prozent der an Morbus Hodgkin Erkrankten auftritt. Er ist ein typisches Symptom dieser bösartigen Form des Lymphdrüsenkrebses. Beim Hodgkin-Lymphom - wie diese Erkrankung auch noch genannt wird - befallen die Krebszellen die Lymphknoten im gesamten Körper und breiten sich von dort aus in die Organe aus. Die meisten von einem Morbus Hodgkin Betroffenen sind etwa 30 Jahre oder über 70 Jahre alt. Auch Kinder können an dem Krebs erkrankt sein.

Bei Männern kommt die Erkrankung etwas häufiger vor als bei Frauen. Die medizinische Forschung konnte bisher noch nicht herausfinden, worin der Zusammenhang zwischen dem Lymphdrüsenkrebs und dem Trinken von Alkohol besteht. Der Alkoholschmerz ist jedoch ein sehr deutlicher Hinweis darauf, dass sich der Patient im Frühstadium des Hodgkin-Lymphoms befindet. Er tritt in Form von Hals- und Schulterschmerzen auf, wenn er den ersten Schluck Alkohol zu sich nimmt und verschwindet dann schnell wieder. Das geschieht bei jedem Alkoholgenuss.

Ursachen

Wie es zu der bösartigen Krebskrankheit, die früher Lymphogranulomatose genannt wurde, kommt, ist noch unbekannt. Die Wissenschaftler nehmen an, dass der Krebs dann ausgelöst wird, wenn die bei fast allen Menschen im Körper vorhandenen krebsauslösenden Epstein-Barr-Viren (EBV) auf ein geschwächtes Immunsystem treffen. Besagte Viren werden auch für das Entstehen des Pfeifferschen Drüsenfiebers verantwortlich gemacht. Personen, die daran erkrankt sind, haben ein dreifach höheres Risiko, später einen M. Hodgkin zu entwickeln.

Außerdem kommt es bei Menschen, die infolge einer Organ oder Knochenmark-Spende Immunsuppressiva einnehmen müssen, ebenfalls vermehrt zum Auftreten des Lymphdrüsen-Krebses. Seit etwa 10 Jahren diskutiert die medizinische Forschung auch genetische Mutationen als Ursache der Krebserkrankung. So könnte beispielsweise eine Störung des Transkriptase-Faktors E2A zu einer Fehlbildung der B-Lymphozyten (weißen Blutkörperchen) führen. Auch eine Deaktivierung von Tumor-Suppressor Genen durch Antigene des Epstein-Barr-Virus könnte für das Entstehen der bösartigen Krebserkrankung verantwortlich sein.

Diagnose und Verlauf

Außer mit heftigem Alkoholschmerz zeigt sich der Lymphdrüsenkrebs noch mit anderen, weniger spezifischen Krankheitsanzeichen. Bei 9 von 10 Patienten kommt es zu einer nicht schmerzhaften Schwellung der beeinträchtigten Lymphdrüsen am Hals, in den Achselhöhlen, der Leistenregion, im Bauchraum oder/und im Mittelfeld des Brustkorbs. Hinzu kommen unangenehmes nächtliches Schwitzen, Fieber und eine starke Gewichtsabnahme (mehr als ein Zehntel des Körpergewichts innerhalb eines halben Jahres).

Später zeigen sich beim Patienten noch eine Vergrößerung von Leber und Milz mit gestörter Verdauung und Übelkeit, ein starker Leistungsabfall mit Abgeschlagenheit und Müdigkeit sowie Juckreiz und andere Hauterkrankungen. Der Patient leidet am Pel-Epstein-Fieber: Bis zu eine Woche andauernde Fieber-Episoden wechseln mit fieberfreien Phasen ab. Weitere M. Hodgkin Symptome sind ein gestörter Hormonhaushalt sowie Beschwerden der ableitenden Harnwege und des Nervensystems. Bei manchen Patienten kommt es außerdem zu einer Häufung von Infektionen.

Im fortgeschrittenen Stadium des Krebses wird das Knochenmark befallen, was eine Anämie (Blutarmut) zur Folge hat. Der Patient zeigt eine deutlich sichtbare Hautblässe und wird körperlich schwächer. Der fortschreitende Mangel an Blutplättchen macht sich mit einer erhöhten Blutungsneigung bemerkbar. Der Befall der Lunge führt zu Atemwegsproblemen. Störungen des Nervensystems zeigen sich in Seh- und Sprachstörungen. Der Erkrankte sieht Doppelbilder. Außerdem sind bisweilen Persönlichkeitsveränderungen Folge des Morbus Hodgkin.

Nach der üblichen Anamnese betastet der untersuchende Arzt die Lymphknoten des Patienten. Anschließend führt er eine äußerliche körperliche Untersuchung durch, indem er sich die Haut genauer anschaut. Außerdem ist noch eine Blutuntersuchung erforderlich. Leidet der Kranke an dem Lymphdrüsen-Krebs, findet der Arzt in seinem Blut eine veränderte Anzahl von Blutzellen und Anzeichen einer entzündlichen Veränderung im Körper: Der Patient hat einen Mangel an Lymphozyten, zu wenig rote Blutkörperchen und Blutplättchen (Thrombozyten), eine erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit und höhere CRP-Werte. Eine Biopsie (Gewebeentnahme) des Lymphknoten-Gewebes liefert den endgültigen Beweis: Die Untersuchung auf Krebszellen ist positiv. Beim Patienten mit Morbus Hodgkin finden sich im Lymphgewebe einkernige Hodgkin-Zellen und zweikernige Sternberg-Reed-Riesenzellen.

Behandlung und Therapie

Früher bedeutete die Diagnose Morbus Hodgkin für die Betroffenen den sicheren Tod. Heutzutage ist die bösartige Lymphdrüsen-Erkrankung jedoch mithilfe der Strahlen- und der Chemotherapie heilbar. Die Prognose, den Krebs zu besiegen, ist insbesondere bei Kindern mindestens gut, wenn nicht sogar sehr gut. Allerdings wendet der Onkologe bei dieser Patientengruppe eine andere Behandlungsmethode an, da bei ihnen der Wachstumsprozess noch nicht abgeschlossen ist. Besonders problematisch ist der starke Befall mit Krebszellen, der ein wesentlich größeres Bestrahlungsfeld erfordert: Die Strahlendosen selbst können im höheren Lebensalter eine andere Form von Krebs verursachen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich bestimmte krebshemmende Medikamente (Zytostatika) negativ auf die Fortpflanzungsfähigkeit auswirken. Aus diesem Grund behandelt der Krebsspezialist männliche Kinder anders als weibliche.

Die erwachsenen Patienten mit Hodgkin-Lymphom haben auch im fortgeschrittenen Stadium eine gute Chance auf Heilung. Im Frühstadium der Therapie - wenn der Krebs noch nicht gestreut hat - legt man den Behandlungsschwerpunkt auf die Strahlentherapie. Spätere Stadien erfordern eine umfassende Chemotherapie. Der Behandlungserfolg wird mithilfe bildgebender Verfahren wie CT, MRT und PET (Positronen-Emissions-Tomografie) kontrolliert. Sie kommt nur dann zum Einsatz, wenn Computertomografie und Kernspin-Tomografie keine eindeutigen Hinweise auf einen Rückgang des Krebsgeschehens liefern.



Vorbeugung

Eine Vorbeugung des Alkoholschmerzes ist nur dann möglich, wenn der Betroffene auf den Konsum von alkoholischen Getränken verzichtet. Das ändert jedoch nichts an der bei ihm vorhandenen Krebserkrankung, die er schnellstmöglich behandeln lassen sollte.

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