Vergrößerte Milz

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 7. Januar 2014

Eine vergrößerte Milz ist ein Symptom einer zugrundeliegenden Erkrankung, wie Leukämie. Meist verbessert sich der Zustand der Milz, wenn die Grunderkrankung behandelt wird; in schweren Fällen muss die Milz jedoch entfernt werden.

Inhaltsverzeichnis

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Bei einer vergrößerten Milz, auch Splenomegalie genannt, kommt es zu einer Gewichts- bzw. Längenzunahme des im linken Oberbauch befindlichen Organs. Die Milz spielt eine wichtige Rolle bei der Immunantwort des Körpers auf Krankheitserreger und baut darüber hinaus nicht mehr funktionstüchtige Erythrozyten, also rote Blutkörperchen, ab.

Werden die für Erwachsene als Norm geltenden Längen- bzw. Gewichtsmaße für die Milz überschritten, liegt eine Splenomegalie vor. Eine vergrößerte Milz ist stets ein Symptom einer Grunderkrankung, jedoch keine eigenständige Erkrankung.

Ursachen

Es gibt verschieden Ursachen für eine vergrößerte Milz. Eine Splenomegalie kann zum Beispiel bei einem malignem Tumor oder Zysten der Milz auftreten. Im Großteil der Fälle von Splenomegalie sind auch andere Organe als die Milz betroffen.

Nicht selten steckt etwa Leukämie, also Blutkrebs, hinter einer vergrößerten Milz. Neben Leukämie und anderen lympathischen Erkrankungen gibt es eine Reihe von Infektionskrankheiten, welche in ihrem Verlauf mit einer Vergrößerung der Milz einhergehen können. Dazu gehört zum Beispiel das Pfeiffersche-Drüsenfieber, welches großteils durch das Epstein-Barr-Virus hervorgerufen wird.

Im Rahmen von rheumatischen Erkrankungen kann es ebenso zur Ausbildung einer Splenomegalie kommen. Darüber hinaus gibt es eine Gruppe von Erkrankungen, welche mit einem Blutstau vor der Leber, der bis zur Milz zurückreicht, einhergehen. Ein derartiger Blutstau wird zum Beispiel von einer Pankreatitis, also einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder einer Leberzirrhose ausgelöst.

Symptome und Verlauf

Die Symptome sowie der Verlauf einer vergrößerten Milz sind von der Grunderkrankung und deren Schweregrad abhängig. Häufig bestehen Symptome wie Fieber oder Schmerzen im Oberbauch. Die Oberbauchschmerzen entstehen, wenn die Milz an Größe zunimmt und dadurch auf umliegende Organe drückt. Typischerweise leiden Betroffen auch unter Blutarmut und damit einhergehend an Blässe, Müdigkeit und Erschöpfungszuständen. Das liegt daran, dass die Splenomegalie mit einer Überfunktion der Milz einhergehen kann, dem so genannten Hyperspleniesyndrom. Dabei werden in der Milz zu viele Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten gespeichert und später abgebaut, welche dann als wichtige Blutbestandteile fehlen.

Der Verlauf einer Splenomegalie ist abhängig von der Grunderkrankung, je besser diese behandelt werden kann, desto komplikationsärmer ist auch der Verlauf der Splenomegalie.

Diagnose von Bauchschmerzen

Besteht der Verdacht auf eine vergrößerte Milz wird zuerst eine körperliche Untersuchung vorgenommen. Der behandelnde Arzt tastet dabei den Oberbauch des Patienten ab. Eine vergrößerte Milz kann ertastet werden. Danach wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um den Schweregrad der Splenomegalie festzustellen. Da eine vergrößerte Milz eventuell Veränderungen des Blutbildes verursacht, ist im Rahmen der Diagnosestellung die labortechnische Untersuchung einer Blutprobe des Patienten ratsam. Die weitere Diagnostik ist von der Grunderkrankung abhängig und kann weitere Bluttests oder bildgebende Verfahren wie eine MRT-Untersuchung beinhalten.

Behandlung von Bauchschmerzen

Da eine vergrößerte Milz niemals die eigentliche Krankheit, sondern lediglich Symptom einer Grunderkrankung ist, steht die Behandlung der zugrundeliegenden Krankheit im Vordergrund. Wird die Grunderkrankung therapiert, kommt es meist auch zu einer Verbesserung der Splenomegalie. Gestaltet sich die Behandlung der Grunderkrankung als schwierig oder ist diese gar nicht möglich, werden die Folgen der vergrößerten Milz behandelt.

In Fällen von starker Blutarmut muss häufig eine Splenektomie, also eine Entfernung der Milz vorgenommen werden. Durch die Entfernung der Milz wird verhindert, dass diese weiterhin Blutbestandteile speichert bzw. abbaut. Eine fortschreitende Anämie kann durch eine Splenektomie gut behandelt werden, allerdings weisen Menschen, denen die Milz entfernt wurde ein erhöhtes Risiko auf, an Infektionen zu erkranken.

Die Milz ist jedoch kein lebenswichtiges Organ und kann daher, wenn die Indikation besteht, entfernt werden. Außerdem gibt es spezielle Impfungen für Menschen ohne Milz, wodurch das Infektionsrisiko stark gesenkt werden kann.

Menschen, denen die Milz entfernt wurde, sind besonders anfällig für bestimmte von Bakterien ausgelöste Infektionen wie Lungenentzündungen oder Hirnhautentzündungen.

Muss die Milz nicht operativ entfernt werden und besteht die Grunderkrankung weiter, gibt es Behandlungsmöglichkeiten, um die Vergrößerung der Milz aufzuhalten. Somit kann zumindest eine Verschlechterung der Splenomegalie verhindert werden.

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Vorbeugung

Es gibt kaum gezielte Maßnahmen, um die Ausbildung einer vergrößerten Milz vorzubeugen. Dies liegt hauptsächlich daran, dass die Splenomegalie eine sekundäre Erkrankung ist, also lediglich Begleitsymptom einer Grunderkrankung. Prophylaktische Maßnahmen können sich demnach nur nach den zugrundeliegenden Erkrankungen richten, welche zu einer Splenomegalie führen können. In den meisten Fällen können diese Erkrankungen nicht gezielt vorgebeugt werden. Eine gesunde Lebensführung mit einem weitestgehenden Verzicht auf Alkohol und Nikotin trägt indirekt zur Vorbeugung einer vergrößerten Milz bei.

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