Vergrößerte Milz

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 11. Mai 2017
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Eine vergrößerte Milz ist ein Symptom einer zugrundeliegenden Erkrankung, wie Leukämie. Meist verbessert sich der Zustand der Milz, wenn die Grunderkrankung behandelt wird; in schweren Fällen muss die Milz jedoch entfernt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine vergrößerte Milz?

Bei einer vergrößerten Milz, auch Splenomegalie genannt, kommt es zu einer Gewichts- bzw. Längenzunahme des im linken Oberbauch befindlichen Organs. Die Milz spielt eine wichtige Rolle bei der Immunantwort des Körpers auf Krankheitserreger und baut darüber hinaus nicht mehr funktionstüchtige Erythrozyten, also rote Blutkörperchen, ab.

Werden die für Erwachsene als Norm geltenden Längen- bzw. Gewichtsmaße für die Milz überschritten, liegt eine Splenomegalie vor. Eine vergrößerte Milz ist stets ein Symptom einer Grunderkrankung, jedoch keine eigenständige Erkrankung.

Anatomie (Aufbau) der Milz.

Ursachen

Es gibt verschieden Ursachen für eine vergrößerte Milz. Eine Splenomegalie kann zum Beispiel bei einem malignem Tumor oder Zysten der Milz auftreten. Im Großteil der Fälle von Splenomegalie sind auch andere Organe als die Milz betroffen.

Nicht selten steckt etwa Leukämie, also Blutkrebs, hinter einer vergrößerten Milz. Neben Leukämie und anderen lympathischen Erkrankungen gibt es eine Reihe von Infektionskrankheiten, welche in ihrem Verlauf mit einer Vergrößerung der Milz einhergehen können. Dazu gehört zum Beispiel das Pfeiffersche-Drüsenfieber, welches großteils durch das Epstein-Barr-Virus hervorgerufen wird.

Im Rahmen von rheumatischen Erkrankungen kann es ebenso zur Ausbildung einer Splenomegalie kommen. Darüber hinaus gibt es eine Gruppe von Erkrankungen, welche mit einem Blutstau vor der Leber, der bis zur Milz zurückreicht, einhergehen. Ein derartiger Blutstau wird zum Beispiel von einer Pankreatitis, also einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder einer Leberzirrhose ausgelöst.

Wann zum Arzt?

Bei einem Druck- oder Spannungsgefühl im mittleren sowie linken Brustraum, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Breitet sich das Gefühl weiter aus, müssen grundsätzlich weiterführende Untersuchungen eingeleitet werden, um die Ursache zu ermitteln. Treten Atembeschwerden durch eine verminderte oder flache Atmung auf, ist es ebenfalls ratsam, einen Arzt aufzusuchen.

Leidet der Betroffene unter Schmerzen in der Bauchregion, anhaltender Übelkeit oder einem unerklärlichen Unwohlsein, sollte er einen Arzt konsultieren. Da eine Viruserkrankung die Ursache für eine vergrößerte Milz sein kann, ist ein Arztbesuch notwendig, wenn der Betroffene über mehrere Tage Veränderungen seines Gesundheitszustandes feststellt, die ihm anormal erscheinen. Fieber, Müdigkeit oder Veränderungen der Lymphe gehören zu den Anzeichen, die näher untersucht werden müssen.

Wird der Betroffene als ungewöhnlich blass von anderen Menschen wahrgenommen, fühlt er sich ermattet oder kann er sein übliches Leistungsniveau nicht abrufen, gibt es Anlass zur Sorge. Ein Arzt sollte konsultiert werden, wenn dieser Zustand über mehrere Tage anhält, damit eine medizinische Versorgung stattfinden kann. Eine vergrößerte Milz tritt häufig im Zusammenhang mit Leukämie auf. Ist der Betroffene bereits an Blutkrebs erkrankt, sollte er die Milz regelmäßig untersuchen lassen. Beschwerden wie Gewichtsverlust, nächtliches Schwitzen, Herzrasen oder anhaltendes Fieber sind Anzeichen einer Leukämie und müssen ärztlich kontrolliert werden.

Symptome und Verlauf

Die Symptome sowie der Verlauf einer vergrößerten Milz sind von der Grunderkrankung und deren Schweregrad abhängig. Häufig bestehen Symptome wie Fieber oder Schmerzen im Oberbauch. Die Oberbauchschmerzen entstehen, wenn die Milz an Größe zunimmt und dadurch auf umliegende Organe drückt. Typischerweise leiden Betroffen auch unter Blutarmut und damit einhergehend an Blässe, Müdigkeit und Erschöpfungszuständen. Das liegt daran, dass die Splenomegalie mit einer Überfunktion der Milz einhergehen kann, dem so genannten Hyperspleniesyndrom. Dabei werden in der Milz zu viele Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten gespeichert und später abgebaut, welche dann als wichtige Blutbestandteile fehlen.

Der Verlauf einer Splenomegalie ist abhängig von der Grunderkrankung, je besser diese behandelt werden kann, desto komplikationsärmer ist auch der Verlauf der Splenomegalie.

Diagnose

Besteht der Verdacht auf eine vergrößerte Milz wird zuerst eine körperliche Untersuchung vorgenommen. Der behandelnde Arzt tastet dabei den Oberbauch des Patienten ab. Eine vergrößerte Milz kann ertastet werden. Danach wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um den Schweregrad der Splenomegalie festzustellen. Da eine vergrößerte Milz eventuell Veränderungen des Blutbildes verursacht, ist im Rahmen der Diagnosestellung die labortechnische Untersuchung einer Blutprobe des Patienten ratsam. Die weitere Diagnostik ist von der Grunderkrankung abhängig und kann weitere Bluttests oder bildgebende Verfahren wie eine MRT-Untersuchung beinhalten.

Komplikationen

Eine vergrößerte Milz kann zu einer Reihe von Komplikationen führen. In Folge einer akuten Vergrößerung der Milz kommt es zunächst zu einem Völlegefühl, welches oft von Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen begleitet wird. Oft drückt die Milz außerdem auf die umliegenden Organe, was Oberbauchschmerzen und Funktionsstörungen der betroffenen Organe hervorrufen kann. Betroffene leiden typischerweise auch unter Blutarmut, die mit Abgeschlagenheit und Blässe einhergeht. Eine Überfunktion der Milz kann zu Fieber, Veränderungen der Lymphe und anderweitigen Beschwerden und Komplikationen führen.

Wird die vergrößerte Milz operativ entfernt oder kommt es zu einem Funktionsausfall der Milz, besteht eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte. Nach einem chirurgischen Eingriff besteht außerdem ein erhöhtes Risiko für Nachblutungen und Infektionen. Zudem produziert der Körper nach einem Eingriff mehr Blutplättchen, wodurch es vorübergehend zu Schwächegefühlen und Fiebersymptomen kommen kann. Wird die Splenomegalie durch eine Bestrahlung der Milz behandelt, kann es in der Folge zum erneuten Nachwachsen des Organs kommen. Aufgrund der Schwere der möglichen Komplikationen, sollte bei ersten Anzeichen einer vergrößerten Milz ein Mediziner hinzugezogen werden.

Behandlung und Therapie

Da eine vergrößerte Milz niemals die eigentliche Krankheit, sondern lediglich Symptom einer Grunderkrankung ist, steht die Behandlung der zugrundeliegenden Krankheit im Vordergrund. Wird die Grunderkrankung therapiert, kommt es meist auch zu einer Verbesserung der Splenomegalie. Gestaltet sich die Behandlung der Grunderkrankung als schwierig oder ist diese gar nicht möglich, werden die Folgen der vergrößerten Milz behandelt.

In Fällen von starker Blutarmut muss häufig eine Splenektomie, also eine Entfernung der Milz vorgenommen werden. Durch die Entfernung der Milz wird verhindert, dass diese weiterhin Blutbestandteile speichert bzw. abbaut. Eine fortschreitende Anämie kann durch eine Splenektomie gut behandelt werden, allerdings weisen Menschen, denen die Milz entfernt wurde ein erhöhtes Risiko auf, an Infektionen zu erkranken.

Die Milz ist jedoch kein lebenswichtiges Organ und kann daher, wenn die Indikation besteht, entfernt werden. Außerdem gibt es spezielle Impfungen für Menschen ohne Milz, wodurch das Infektionsrisiko stark gesenkt werden kann.

Menschen, denen die Milz entfernt wurde, sind besonders anfällig für bestimmte von Bakterien ausgelöste Infektionen wie Lungenentzündungen oder Hirnhautentzündungen.

Muss die Milz nicht operativ entfernt werden und besteht die Grunderkrankung weiter, gibt es Behandlungsmöglichkeiten, um die Vergrößerung der Milz aufzuhalten. Somit kann zumindest eine Verschlechterung der Splenomegalie verhindert werden.



Vorbeugung

Es gibt kaum gezielte Maßnahmen, um die Ausbildung einer vergrößerten Milz vorzubeugen. Dies liegt hauptsächlich daran, dass die Splenomegalie eine sekundäre Erkrankung ist, also lediglich Begleitsymptom einer Grunderkrankung. Prophylaktische Maßnahmen können sich demnach nur nach den zugrundeliegenden Erkrankungen richten, welche zu einer Splenomegalie führen können. In den meisten Fällen können diese Erkrankungen nicht gezielt vorgebeugt werden. Eine gesunde Lebensführung mit einem weitestgehenden Verzicht auf Alkohol und Nikotin trägt indirekt zur Vorbeugung einer vergrößerten Milz bei.

Bücher über Milzerkrankungen

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Arastéh, K., et al.: Duale Reihe. Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

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