Adenitis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 1. Juni 2016
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Eine Adenitis ist ein Sammelbegriff für Drüsenentzündungen. Aufgrund der Tatsache, dass es mehrere Drüsen mit unterschiedlichen Funktionen gibt, werden unter dieser Bezeichnung sehr verschiedenartige Erkrankungen zusammengefasst.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Adenitis?

Das gemeinsame Merkmal aller Formen von Adenitis ist der entzündliche Prozess einer Drüse. Eine Drüse ist ein Organ, welches für den Organismus besonders wichtige Substanzen oder Wirkstoffe bildet. Das können Sekrete oder auch Hormone sein.

Sekret absondernde Drüsen nennt man exkretorische oder exokrine Drüsen, während die hormonbildenden Drüsen inkretorische oder endokrine Drüsen bezeichnet werden. Einzelne Sekrete und Hormone erfüllen wiederum unterschiedliche Aufgaben im Organismus, sodass die Krankheitsbilder einer Adenitis stark voneinander abweichen.

Ursachen

Eine Adenitis kann bakteriell, viral, autoimmunologisch oder durch Sekretabflussstörungen bedingt sein. Des Weiteren gibt es auch noch genetische Ursachen, die zu einer Entzündung führen. Zu den exokrinen Drüsen gehören beispielsweise solch unterschiedliche Organe, wie die Bauchspeicheldrüse, die Leber, die Speicheldrüsen, die Brunnerdrüsen des Zwölffingerdarms, die Tränen-, Talg- oder Schweißdrüsen, um einige zu nennen.

Jedes Sekret für sich genommen erfüllt unterschiedliche Aufgaben. So produziert die Bauchspeicheldrüse beispielsweise Verdauungsenzyme. Kommt es zur Störung des Sekretabflusses, weil der Drüsenausgang z. B. verstopft oder versperrt ist, beginnen die Verdauungsenzyme mit der Selbstverdauung der Bauchspeicheldrüse. Es entsteht eine Pankreatitis, die lebensgefährlich werden kann. Auch Verstopfungen der Drüsenausgänge der anderen Speicheldrüsen durch Speichelsteine führen zu chronischen Speicheldrüsenentzündungen. Hier treten häufig aber auch virale Entzündungen, wie beispielsweise Mumps der Ohrspeicheldrüsen, und bakterielle Entzündungen mit gelegentlicher Eiterbildung auf.

Die Leber ist die größte Drüse bei Wirbeltieren und damit natürlich auch des menschlichen Organismus. Sie nimmt eine zentrale Stellung für die Steuerung des Stoffwechsels ein und produziert dementsprechend mehrere Wirkstoffe, die unter anderem auch für die Entgiftung des Körpers notwendig sind. Die Adenitis der Leber wird Hepatitis bezeichnet und kann durch mehrere Viren, wie HA-Virus, HB-Virus, HC-Virus, bakterielle Infektionen, Autoimmunreaktionen und Alkohol- oder Medikamentvergiftungen verursacht werden. Eine Adenitis der Schilddrüse nennt man Thyreoiditis, welche zu ihrer Über- oder Unterfunktion führen kann.

Krankheiten

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Adenitis:

Lebererkrankungen

Pankreatitis

Speicherldrüsenentzündung

bakterielle Infektionenen

Die Symptome einer Adenitis richten sich danach, welche Drüse betroffen ist. Ist ein zentrales Organ, wie die Leber erkrankt, kann es natürlich zu schwerwiegenden Stoffwechselstörungen mit Vergiftungserscheinungen kommen. Das Hauptsymptom einer Lebererkrankung ist eine extreme Müdigkeit. Die Leber ist zwar ein sehr regenerationsfähiges Organ, aber bei einem Fortschreiten der entzündlichen Prozesse entsteht letztlich eine Leberzirrhose, welche tödlich enden kann.

Eine Pankreatitis wiederum äußert sich oft mit sehr heftigen Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall. Sollte der Abfluss der Verdauungsenzyme weiterhin gestört sein, droht eine schnelle Selbstauflösung der Bauchspeicheldrüse mit tödlichem Ausgang. Heftig können die Beschwerden auch bei Entzündungen der Speicheldrüsen sein, wobei es häufig zu schmerzhaften Schwellungen im Gesicht kommen kann. In der Regel heilen jedoch virale Infektionen schnell von alleine wieder aus.

Lediglich bei bakteriellen Infektionen können Komplikationen durch eine Abszessbildung auftreten. Eine Adenitis der Schilddrüse (Thyreoiditis) kann zu vielfältigen Symptomen führen, die entweder aus einer Beschleunigung oder Verlangsamung des Stoffwechsels resultieren.

Diagnose

Zur Diagnose einer Adenitis wird der Arzt differenzialdiagnostische Untersuchungen zur Bestimmung des betroffenen Organs durchführen. Oftmals kann er bereits an den Symptomen eine Verdachtsdiagnose aufstellen. Des Weiteren findet selbstverständlich eine Befragung des Patienten nach Krankheitsverlauf und Vorerkrankungen statt. Auch die Klärung der Frage nach ähnlichen Erkrankungen in der Familie kann wichtige Anhaltspunkte geben. Steht die Verdachtsdiagnose, muss die entsprechende Adenitis noch durch Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren bestätigt werden.

Behandlung

Die Therapie einer Adenitis richtet sich nach dem betroffenen Organ und dem Schweregrad der Erkrankung. So heilen beispielsweise milde Formen einer Pankreatitis von alleine aus. Bei schweren Verläufen ist zuweilen eine künstliche Ernährung über den Darm durch eine Nasen-Dünndarm-Sonde notwendig. Sollte bereits viel Pankreasgewebe abgestorben sein, ist auch eine Operation indiziert. Auch die Behandlung von Leberentzündungen richtet sich nach dem Auslöser.

Virale Infektionen werden meist nur symptomatisch begleitet. Sollten sich chronische Hepatiden bei HBV und HCV entwickeln, wird mit einer medikamentösen antiviralen Therapie begonnen. In schweren Fällen bei Entwicklung einer Leberzirrhose kann als letztes Mittel auch eine Lebertransplantation angezeigt sein. Autoimmunerkrankungen, die ja alle Drüsen betreffen und zu einer Adenitis führen können, werden allgemein medikamentös mit Immunsuppressiva behandelt.



Vorbeugung

Es ist schwer, eine Empfehlung zur Vorbeugung vor einer Adenitis zu geben, weil ja unterschiedliche Drüsen betroffen sind. Für bestimmte Erkrankungen gilt auch hier, dass eine gesunde Lebensweise das Risiko einer Erkrankung verringert. Die Wahrscheinlichkeit einer Adenitis der Leber oder Bauchspeicheldrüse kann beispielsweise auch durch gesunde Ernährung und Verzicht auf Alkohol verringert werden.

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