Hepatitis B

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Januar 2015
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Als Hepatitis B wird eine Entzündung der Leber bezeichnet, die äußerst ansteckend und daher meldepflichtig ist. Ursache für die Erkrankung ist das Hepatitis B-Virus (HBV), dass durch Körperflüssigkeiten (Blut, Sperma, Scheidensekret), bei Kontakt mit offenen Wunden, Schleimhäuten oder beim Geschlechtsverkehr übertragen werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Hepatitis B?

Hepatitis B ist eine der weltweit am häufigsten vorkommenden Infektionskrankheiten. Etwa 350 Millionen Menschen weltweit haben eine chronische Hepatitis B - eine beachtliche Anzahl. Auch die Zahl der chronisch Kranken in Deutschland ist enorm - etwa 450.000 Menschen leiden hierzulande an der chronischen Form der Erkrankung.

Die typischen Symptome von Hepatitis B treten spätestens sechs Monate nach der Infektion auf. Hierzu zählen Abgeschlagenheit, Übelkeit, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen sowie Appetitlosigkeit. Auch die Gelbsucht, Muskelschmerzen und leichtes Fieber sind typische Symptome dieser Erkrankung. Bei etwa einem Drittel der Patienten treten keinerlei Symptome auf, was die Erkrankung so heimtückisch macht.

Besonders bei Reisen in ferne Länder sollte man vorsichtig sein, da hier die Ansteckungsgefahr besonders groß ist. Vor einem Urlaub in solch einem exotischen Land ist es daher immens wichtig, sich durch eine entsprechende Impfung zu schützen. Besonders betroffen sind dabei Gegenden in Zentralafrika, Südostasien, Süd- und Osteuropa.

Ursachen

Die Ursache für die Erkrankung Hepatitis B ist ein Virus - dieser wird durch Körperflüssigkeiten wie Blut oder Sperma übertragen.

Immerhin die Hälfte der Hepatitis B Erkrankungen in Deutschland wird durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen, dementsprechend kann man Hepatitis B auch durchaus als Geschlechtskrankheit bezeichnen.

Bereits kleinste Mengen an Körperflüssigkeit genügen, um sich mit Hepatitis B anzustecken. Häufig geschieht dies auch bei Drogensüchtigen durch den unsachgemäßen Gebrauch der Spritzen. Auch das Tätowieren oder Piercen birgt ein Risiko sich mit Hepatitis B anzustecken.

Im Ausland sollte man von Bluttransfusionen absehen beziehungsweise diese nur im Notfall in Anspruch nehmen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Hepatitis B:

Die Symptome und Beschwerden durch Hepatitis B unterscheiden sich je nach Krankheitsphase. Zu Anfang treten Anzeichen wie Erbrechen, Fieber, Übelkeit und Gelenkschmerzen auf. Häufig ist ferner der Geschmacksinn verändert und der Patient kann schlechter riechen. Im Anschluss folgt die klassische Gelbsuchtphase, die sich durch einen Druckschmerz unter dem rechten Rippenbogen durch die vergrößerte Leber, die gelbe Haut, Juckreiz und einen entfärbten Stuhl auszeichnet.

Schließlich tritt die Erholungsphase einer akuten Hepatitis B Erkrankung ein, in der sich der Betroffene müde und erschöpft fühlt. Nimmt die Krankheit einen chronischen Verlauf, verbleiben meist die Gelenkschmerzen, die Abgeschlagenheit und der Druckschmerz. Ebenfalls Durchfälle sind nicht selten. Teilweise verkleinern sich bei Männern zudem die Hoden und die Haare am Bauch sowie im Schambereich fallen aus. In Schüben vergrößert sich die Leber und es kommt zu einer erneuten Gelbfärbung der Haut.

Im Allgemeinen ist der Verlauf einer Hepatitis B Erkrankung unproblematisch. Häufig heilt die Infektion von selbst. In 0,5 bis 1 % der Fälle jedoch entsteht eine schwerwiegende Krankheit, die sogar zum Tod führen. Zudem ist es möglich, dass sich aus der Hepatitis B eine Hepatitis D entwickeln kann. Sollte die akute Hepatitis B einen chronischen Verlauf nehmen, zeigen einige Betroffene sehr schwere Komplikationen. Dazu zählen Krankheiten wie Leberzirrhose und Leberkrebs.

Diagnose

Die Diagnose einer Hepatitis B erfolgt mittels einer Blutuntersuchung durch den Nachweis von Virus-Antigenen und Antikörpern. Virus-Antigene sind bestimmte Virusbestandteile, die als Eiweißstoffe im Blut nachweisbar sind. Dazu gehören das sogenannte HBs-Antigen, ein Bestandteil der Virushülle, welches bereits im Frühstadium der Infektion erkannt werden kann oder das HBe-Antigen, das den Träger als hoch ansteckend kennzeichnet.

Antikörper werden vom Immunsystem zur Bekämpfung des Virus gebildet und richten sich gegen die verschiedenen Antigene. Können im Blut Anti-HBs-Antikörper nachgewiesen werden, so spricht dies für eine zuvor erfolgreiche Impfung oder eine ausgeheilte Hepatitis B-Infektion. Anti-HBc-IgM-Antikörper dagegen zeigen an, dass es sich um eine aktive Erkrankung handelt.

Nach der Bestimmung des HBs-Antigens und der Bestätigung einer aktiven Infektion durch die Anti-HBc-IgM-Antikörper kann durch weitere Laboruntersuchungen herausgefunden werden, ob es sich um eine akute oder eine chronische Hepatitis B handelt. Eine Messung der Virus-DNA kann dazu Auskunft über eine ruhende oder eine aktive chronische Hepatitis-Erkrankung geben.

Behandlung und Therapie

Bemerkt man Symptome einer Hepatitis B sollte man wenn möglichst bald einen Arzt aufsuchen, denn mit den geeigneten Medikamenten verschwinden die Symptome meist schnell wieder. Auch Bettruhe ist dringend zu empfehlen. Wird die Hepatitis B nicht erfolgreich behandelt, kann es zu schweren Störungen der Leber kommen. Schlimmstenfalls kann sich aus dieser sogar eine Leberzirrhose beziehungsweise Leberkrebs entwickeln.

Nur bei etwa zehn Prozent der Patienten ist die Hepatitis B mit Risiken verbunden und nimmt eine chronische Form an. Am besten heilt eine akute Hepatitis B. Bei dieser reichen in der Regel bereits Bettruhe und der Verzicht auf Alkohol - dann klingt die Erkrankung meist innerhalb weniger Wochen von alleine ab.

Anders sieht es bei der chronischen Hepatitis B aus - in diesem Fall helfen meist nur entsprechende Medikamente und Mittel gegen Viren. Nur in einigen seltenen Fällen ist der Verlauf der Hepatitis B so schwer, dass die Leber so stark in Mitleidenschaft gezogen wird, dass eine Transplantation dieses Organs nötig ist.

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Vorbeugung

Die beste Vorbeugung gegen Hepatitis B ist die Schutzimpfung. Bereits Kinder im Säuglingsalter können gegen diese Erkrankung geimpft werden.

Zwei Impfungen sollten im Abstand von vier Wochen erfolgen. Lässt man sich nach sechs Wochen erneut impfen, hat man eine gute Langzeitwirkung erreicht, die bis zu zehn Jahre anhält.

Weiterhin sollte man bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern unbedingt ein Kondom benutzen, um sich vor einer Ansteckung zu schützen.

Insbesondere medizinisches Personal sollte sich darüber hinaus vor Blutkontakt mit den Patienten in Acht nehmen. Gleiches gilt für Drogenabhängige - nie sollten verunreinigte Spritzen benutzt werden.

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