Adduktorenzerrung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 5. Dezember 2016
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Eine Adduktorenzerrung ist eine Verletzung, die oft im Sport zustande kommt. Bei den Adduktoren handelt es sich um eine Muskelgruppe im Oberschenkel. Sie wird unter anderem auch als "Leistenzerrung" bezeichnet und zieht einen längeren Heilungsprozess nach sich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Adduktorenzerrung?

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Die Adduktorengruppe befindet sich in der Innenseite der Oberschenkel. Sie besteht aus sechs Muskeln, die aus dem Becken entspringen und das Schambein mit dem Oberschenkelknochen verbinden. Zu den Aufgaben der Adduktorengruppe gehören mehrere Bereiche. Zum einen ermöglichen sie es, das Bein zur Körpermitte heranzuziehen, zum anderen stabilisieren sie das Becken. Dies ist besonders bei allen Sportarten wichtig, bei denen viel gelaufen wird.

Bei den Adduktoren handelt es sich um die Antagonisten der Gesäßmuskulatur. Beim Laufen befinden sich die beiden Muskelgruppen in einem gegenseitigen Wechselspiel und stabiliseren das Becken. Normalerweise übernimmt dabei die Gesäßmuskulatur den größten Anteil. Bei längerer starker Belastung hingegen fällt diese Aufgabe zunehmend den Adduktoren zu. Unter einer Adduktorenzerrung wird die Zerrung der Sehnen im Hüftgelenk verstanden. Diese wird je nach ihrer Schwere in unterschiedliche Grade eingestuft.

Ursachen

Eine Adduktorenzerrung entsteht durch eine plötzliche Bewegung, welche in die Gegenrichtung der Muskeln verläuft, wie zum Beispiel bei einer Grätsche im Fußballtraining. Meistens wird eine Adduktorenzerrung auch als Fußballverletzung bezeichnet. Generell tritt sie jedoch vermehrt bei sämtlichen Sportarten auf, bei denen die Beine seitwärts bewegt werden, wie zum Beispiel beim Schlittschuhlaufen, Eishockey oder Skilauf. Die Zerrung selbst entsteht durch eine Überbeanspruchung des Muskels.

Sie reicht von einer leichten Überdehnung bis zu Muskelfaserrissen. Eine angeborene Fehlstellung des Hüftknochens erhöht die Gefahr einer Zerrung im Bereich der Oberschenkelmuskulatur. Diese kommt relativ selten vor. Häufiger hingegen ist das falsche Schuhwerk, was besonders Läufer betrifft. Auch eine falsche Lauftechnik führt zu Adduktorenzerrungen. Die häufigste Ursache ist jedoch eine Überdehnung oder Überbelastung der Muskelgruppe durch Bewegungen, die nicht in den Radius der Adduktoren gehören oder durch zu intensives Training.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Adduktorenzerrung:

Die Zerrung äußert sich unmittelbar mit Schmerzen und einer eingeschränkten Bewegungsfreiheit. Der Schmerz wird oft als Stechen beschrieben und kann während des Gehens in den Oberschenkeln lokalisiert werden. Besonders das Drehen des Beines wird erschwert oder ist in schwereren Fällen aufgrund starker Schmerzen nicht mehr möglich. Die Schmerzen treten zudem teilweise in Form von Krämpfen auf. Es können Schwellungen und Blutergüsse entstehen, welche anzeigen, dass durch den Verletzungshergang Blut ins umliegende Gewebe gedrungen ist. Dies ist besonders bei schwerwiegenderen Zerrungen der Fall. Bei einer leichten Zerrung spüren Betroffene die Schmerzen lediglich während Belastungssituationen. Die Adduktion gegen Widerstand, also das Heranführen der Beine zur Körpermitte, sowie das Abspreizen des Oberschenkels verursachen Schmerzen.

Diagnose

Das Auftreten von Schmerzen während der Ausübung dieser Bewegungen hilft insbesonders bei der Diagnose einer Adduktorenzerrung. Meistens kommt der erste Verdacht bereits bei der Beschreibung des Unfalls auf, in dessen Folge die Schmerzen eingetreten sind. Die muskuläre Struktur wird genau untersucht und auf Druckschmerzhaftigkeit getestet. Adduktion und Abduktion werden gegen Widerstand ausgeführt. Bei weiterer Unklarkeit kann eine Ultraschalluntersuchung angewendet werden. Bei dieser ist es zudem möglich, eine Zerrung von einem Riss zu unterscheiden.

Behandlung und Therapie

Eine Zerrung beinhaltet die Beschädigung von Muskulatur und Muskelhüllen. Sie sollte nach ihrem Schweregrad optimal behandelt werden, um eine chronische Erkrankung zu vermeiden. Die Erstversorgung besteht aus dem so genannten "PECH"-Schema. Zuerst wird eine Pause (=P) eingelegt, die Belastung also beendet. Die Stelle wird durch Eis (= E) gekühlt und ein Druckverband angelegt, der als Kompression (= C) dienen soll. Anschließend soll das Bein hochgelagert (= H) werden. Wichtig ist die Ablagerung des Beins, um eine eventuelle Schwellung zu vermeiden.

Generell soll die Muskulatur dahingehend unterstützt werden, dass sie rasch abschwillt und eventuelle Blutungen gestoppt werden. Nach den Sofortmaßnahmen muss die Zerrung weiterbehandelt werden. Die folgenden Therapieansätze haben unterschiedliche Ziele. Durch Entlastung des Beins und die Einnahme von der Aminosäure Leucin soll die Muskulatur die Möglichkeit erhalten, sich zu regenerieren. Die sportliche Betätigung sollte eingestellt und stattdessen auf ausreichend Ruhe geachtet werden.

Zur Behandlung der beschädigten Muskelhüllen hilft die Aufnahme der Nährstoffkombination aus Kollagenhydrolysat, Ackerschachtelhalm und Brennnessel. Zudem wird die Heilung durch eine gute Durchblutung der betroffenen Stelle gefördert. Die Nährstoffe können schneller zu der verletzten Region vordringen. Das abwechselnde Abbrausen mit warmem und kaltem Wasser, sanfte Massagen, aber auch der Verzehr von Rote-Beete-Saft wirken unterstützend. Darüber hinaus werden entzündungshemmende Salben, Ultraschall- und Elektrotherapien verschrieben. Nach der Ausheilung der Zerrung ist es wichtig, dass die Belastung langsam gesteigert wird.



Vorbeugung

Adduktorenzerrungen entstehen meistens durch Unfälle. Diese lassen sich lediglich durch Achtsamkeit und vorangehende Dehnübungen vermeiden. Zudem kann die Oberschenkelmuskulatur gezielt durch Krafttraining gekräftigt werden, wodurch das Risiko einer Adduktorenzerrung reduziert wird.

Das Training sollte immer durch ein leichtes Aufwärmen der Muskulatur beginnen und persönliche Grenzen nicht regelmäßig stark überschritten werden. Statt einer plötzlichen Steigerung des Lauftempos, sollte dieses durch regelmäßiges Training allmählich erhöht werden. Darüber hinaus ist auf ein gutes Schuhwerk und den richtigen Laufstil zu achten.

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