Bluterguss

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 16. November 2014

Von einem Bluterguss oder Hämatom spricht man, wenn sich nach einer Verletzung unter der Haut Blut ansammelt und gerinnt, ohne dass es dabei zu einer offenen Wunde kommt. Bei einem Bluterguss erfolgt ein Austritt von Blut aus Adern in eine Körperhöhle oder in das Körpergewebe. Der medizinische Ausdruck lautet Hämatom. Andere geläufige Namen sind blauer Fleck und Veilchen. Letzterer Begriff wird nur benutzt, falls sich der Bluterguss am Auge befindet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Bluterguss (Hämatom)?

Der Bluterguss ist eine Blutung unter der Haut, ohne dass es zu einer offenen Wunde gekommen ist. Das ausgetretene Blut kann also nicht nach außen hin abfließen, es bleibt unter der Haut und bildet dort den bekannten blauen Fleck.

Hämatome sind in der Regel harmlos, wenn sie nicht an gefährlichen Stellen auftreten, wo sie den Fluss der Stoffe im Körper behindern oder auf lebenswichtige Organe drücken und diese in ihrer Funktion beeinträchtigen können.

Der Bluterguss wird nach einiger Zeit vom Körper selbst abgebaut und verändert dabei je nach Stadium seine Farbe, bis er ganz verschwindet.Wenn der Bluterguss nahe der Hautoberfläche liegt, kommt es schnell zu der typischen Verfärbung. Manchmal kann dies aber auch eine Weile dauern. Außerdem ist die sichtbare Färbung geringer, je tiefer der Bluterguss unter der Haut liegt.

Je nachdem, wo im Körper der Bluterguss auftritt, unterscheidet man verschiedene Formen: Der subkutane Bluterguss tritt unmittelbar unter der Haut auf. Der intramuskuläre Bluterguss entsteht innerhalb von Muskelgewebe. Der periosteale Bluterguss hingegen befindet sich innerhalb der Knochenhaut.

Ursachen

Häufig entstehen Blutergüsse als Folge externer Gewalteinwirkung. Die Ursachen für einen Bluterguss liegen in einer Verletzung durch einen stumpfen Gegenstand oder auf eine Weise, die keine offene Wunde nach sich zieht.

Zu den möglichen Formen der Traumata gehören beispielsweise Schläge, Stürze oder Sportverletzungen wie Stauchungen. Aber auch Operationen führen zu Hämatomen. Das Blut fließt dann aus dem verletzten Gefäß in eine Körperhöhle oder in umliegendes Gewebe.

Ein Bluterguss entsteht auch dann, wenn die Stelle der Verletzung zu tief im Körper liegt, als dass es zu einer offenen Wunde kommen könnte, beispielsweise bei einem Kapselriss im Finger.

In jedem Fall reißt bei einem Bluterguss ein blutführendes Medium, beispielsweise eine Vene, und das Blut tritt aus, bis es gerinnt. Ein Bluterguss kann auch in Organen entstehen. Er kann auch als Folge von Gefäßschäden, beispielsweise bei Arteriosklerose, auftreten.

Symptome und Verlauf

Ein Bluterguss ist sehr leicht zu erkennen, wenn er harmlos ist. Man bemerkt eine rötliche bis lila-grüne Farbveränderung an der betreffenden Stelle, die mit der Zeit gelblich wird und schließlich immer weiter verblasst.

Manchmal schmerzt die Stelle bei Druck oder wird durch einen pochenden, leichten bis mittelschweren Dauerschmerz kurz nach der Entstehung begleitet, der aber bald wieder abebbt.

Typisch für ein Hämatom ist die rötlich-gelb-lila-grüne Hautverfärbung der betroffen Körperstelle.

Wenn es zu größerem Blutverlust oder zu einer leichten Schockreaktion kommt, kann es kurz nach der Verletzung auch zu Schwindel kommen. Blutergüsse in tieferen Regionen des Körpers sind oft nicht sichtbar und man bemerkt sie nur, da Schmerzen auftreten.

Im Gehirn sind Hämatome besonders gefährlich und werden oft nur anhand unspezifischer Symptome und Verdachtsuntersuchungen bemerkt. Ein Bluterguss kann mit starken Schmerzen verbunden sein. Diese entstehen durch den Druck, den das ausgetretene Blut auf das umliegende Gewebe ausübt.

Ein Bluterguss kann auch massiv anschwellen, insbesondere dann, wenn der Bluterguss tiefer unter der Haut liegt. Die Farbe, die der Bluterguss im Verlauf seiner Bildung und Abheilung aufweist, ist zunächst dunkelrot.

Wenn die Blutgerinnung beginnt, ändert sich diese in rötlich-blau, dann nach zwei Tagen in dunkelblau. Dies geschieht wegen dem enzymbedingten Hämoglobinabbau. Nach wiederum drei Tagen ändert sich die Farbe in grün, dann ab etwa sieben Tagen in rötlich-gelb. Letztere Farben resultieren aus dem Abbau des Hämoglobins zu Gallenfarbstoff.

Bei der Bluterkrankheit (Hämophilie) kann ein Bluterguss auch ohne traumatische Einwirkung entstehen. Blutverdünnende Medikamente können das Risiko für die Bildung von Blutergüssen erhöhen.

Diagnose

Ein Bluterguss lässt sich meist durch das typische Krankheitsbild diagnostizieren. Schwellung, Färbung und Ausdehnung des Hämatoms geben Aufschluss über dessen Schweregrad. Bei großflächigen und sehr schmerzhaften Hämatomen sollte ein Arzt konsultiert werden. Bildgebende Verfahren, wie Röntgen oder Ultraschall können zum Einsatz kommen, um die schwerere Verletzungen auszuschließen.

Behandlung und Therapie

Ein harmloser, sichtbarer Bluterguss muss meist nicht behandelt werden, er wird sich von alleine wieder zurückziehen. Bei unangenehmen Schmerzen kann eine Behandlung durch eine sofortige Kühlung der betroffenen Körperstelle erfolgen. Hier können schmerzlindernde, kühlende Cremes oder Salben aufgetragen werden. Dadurch wird zum einen der Schmerz gelindert, zum anderen erfolgt eine Eindämmung der Ausbreitung, da weniger Blut austritt, weil die Adern sich zusammenziehen. Auch kann eine Hochlagerung der betroffenen Stelle durchgeführt werden. Auch sollte der Körperteil, auf dem sich der Bluterguss befindet, nicht zu sehr belastet werden. Denn sonst kann sich der Bluterguss weiter ausweiten.

Ist das ausgetretene Blut in einen Gelenkzwischenraum gelangt, benötigt man einen Verband, der die betroffene Stelle ruhig stellt. Bewegung schmerzt und wird oft unwillkürlich ausgeführt; außerdem könnte das gerissene Blutgefäß erneut aufreißen und den Bluterguss noch schlimmer werden lassen, wenn es überlastet wird.

Selten kann es vorkommen, dass ein Bluterguss nicht automatisch abheilt. Dann kommt es zu einer Entzündung oder Abkapselung. Dies kommt in erster Linie dann vor, wenn der Bluterguss relativ groß ist.

Große Blutergüsse können sich auch negativ auf die Funktionsfähigkeit von Gelenken und Muskeln auswirken. Ein solcher Bluterguss muss dann operativ behandelt werden.

Unter Lokalanästhesie wird der Bluterguss sodann geleert. Wenn ein Bluterguss sich in der Nähe von Gelenken befindet, muss er stets operiert werden. Anders sieht die Behandlung bei Hämatomen aus, die man nicht sofort sieht und die womöglich an gefährlichen Stellen sitzen.

Besonders gefährlich kann ein Bluterguss werden, wenn er sich im Bereich des Gehirns befindet (Hirnblutung). Ebenso gefährlich kann auch ein innerer Bluterguss sein. Auch bei blutverdünnenden Medikamenten oder der Bluterkrankheit kann ein Bluterguss gefährlich werden und außerdem, wie bereits erwähnt, sehr leicht auftreten.

In der Regel lassen sich Hämatome heutzutage gut behandeln, indem sie entweder entfernt oder medikamentös aufgelöst werden. Wichtig ist, dass sie so schnell wie möglich verschwinden, damit sie die Funktionen der Organe nicht länger beeinträchtigen und der Mensch ohne Folgeschäden wieder gesund werden kann. Diese Behandlung erfolgt im Krankenhaus, damit die behandelnden Ärzte sofort zur Stelle sind, falls es zu Komplikationen kommt.

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Vorbeugung

Einem Bluterguss beugt man vor allem durch Schutzmaßnahmen in Situationen vor, in denen er entstehen könnte, beispielsweise beim Sport oder während der Arbeit. Wenn es doch einmal zu einer Verletzung kommt, sollte diese sofort gekühlt werden, denn auf diese Weise verhindert man, dass sich ein großer, schmerzhafter Bluterguss bildet. Wenn man schnell genug ist, verringert die Kälte die Durchblutung so sehr, dass das Blut gerinnen kann, ohne dass es überhaupt zu einem sichtbaren Bluterguss kommt.

Die einzige effektive Möglichkeit Blutergüssen vorzubeugen ist demnach die Vermeidung von Unfällen. Bei Tätigkeiten oder Sport mit hohem Unfallrisiko sollte eine entsprechende Schutzausrüstung getragen werden.

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