Verschlepptes Fieber


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 27. August 2018

Verschlepptes Fieber ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom. Mit Fieber teilt der Körper mit, dass ein Infekt vorhanden ist. Wird das Fieber ignoriert, können Folgeerkrankungen entstehen. Fiebrige Erkrankungen erfordern Bettruhe und bei unbekannter Ursache eine ausführliche Diagnostik.

Inhaltsverzeichnis

Was ist verschlepptes Fieber?

Wird Fieber verschleppt, verschlimmern sich die Symptome häufig und die Heilung dauert umso länger. Schüttelfrost ist ein häufiges Symptom. Dem Betroffenen ist kalt und er zittert.

Als verschleppt gilt Fieber, wenn es nicht auskuriert wird und die Symptome länger als eine Woche bis zehn Tage bestehen bleiben. Patienten mit Fieber müssen auf Sport verzichten und sich schonen. Wird der normale Alltag, inklusive Arbeit, fortgesetzt, können Erkrankungen wie Lungenentzündung, Bronchitis oder Herzmuskelentzündung die Folge sein. Laut Faustregel muss pro Tag Fieber mindestens eine Woche auf sportliche Betätigung und anstrengende Arbeit verzichtet werden. Durch die erhöhte Körpertemperatur wird das Allgemeinbefinden herabgesetzt und das Immunsystem ist anfälliger für Störungen.

Ursachen

  Jede, im Körper auftretende Entzündung, kann zu Fieber führen. Bakterien, Viren oder Pilze sind fast immer der Auslöser für den Anstieg der Körpertemperatur. Oft ist Fieber harmlos. Gefährlich ist verschlepptes Fieber, denn es kann zu unerwünschten Folgekrankheiten kommen. Die häufigsten Ursachen für verschlepptes Fieber sind schwerwiegende Erkältungskrankheiten oder die Virusgrippe.

Andere, mögliche Ursachen sind hormonelle Erkrankungen. Hier liegt das Hauptaugenmerk auf der Schilddrüse. Tumore sind in der Ursachenübersicht sehr weit unten angesiedelt. Fieber ist nur äußerst selten das erste Symptom einer bestehenden Krebserkrankung. Infektionskrankheiten der Haut und Weichteile sind gelegentlich Auslöser einer Fieberreaktion. Besonders Abszesse oder entzündete Furunkel können die Fieberreaktion auslösen.

Wundinfektionen können nach operativen Eingriffen auftreten und gehen dann mit lokalen Entzündungsreaktionen einher. Wird das Fieber verschleppt, droht eine Ausbreitung der Entzündung. Seltener tritt Fieber aufgrund von Medikamentennebenwirkungen auf. In dem Fall ist es keine Immunreaktion auf Bakterien oder Viren, sondern eine systemische Nebenwirkung. Bei Absetzung des auslösenden Präparats verschwindet das Fieber wieder.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome eines verschleppten Fiebers:

Tritt Fieber auf, werden unterschiedliche Symptome ausgelöst. Kennzeichnend ist eine allgemeine Schwäche, die gemeinsam mit Gliederschmerzen auftreten kann. Betroffene können zu Beginn einen Schüttelfrost entwickeln. Diese wird ausgelöst, weil sich der Körper gegen den Temperaturanstieg wehrt. Sinkt das Fieber, beginnt der Patient zu schwitzen. Je nach Höhe der Temperatur können weitere Symptome auftreten.

Betroffene mit 39 Grad Körpertemperatur leiden unter Schwindel, Kopfschmerzen und erhöhtem Herzschlag. Wird das Fieber verschleppt oder unterdrückt, tritt oft eine subjektive Besserung in den ersten Tagen ein. Der Körper benutzt seine Kraftreserven. Sind diese erschöpft, können unterschiedliche Erkrankungen zu Tage treten. Erkältungskrankheiten, die durch Viren ausgelöst wurden, können durch eine bakterielle Superinfektion verschlimmert werden. Die Folge kann eine Lungenentzündung oder eine Herz-Muskel-Entzündung sein.

Wann zum Arzt?

Tritt Fieber ohne eine erkennbare Ursache auf, darf es nicht übergangen werden. Betroffene sollten zum Arzt gehen, wenn die Fieberursache nicht erkennbar ist und die Temperatur länger als 24 Stunden erhöht ist. Im Rahmen einer Erkältungskrankheit ist der Arztbesuch obsolet, wenn die Temperatur unter 40 Grad bleibt und für ausreichend Erholung gesorgt ist. Stellen sich nach einer fiebrigen Erkrankung weitere Symptome ein, obwohl die Ursache bereits vorüber ist, sollte ein Arztbesuch erfolgen.

Grund ist, dass Folgeerkrankungen manchmal erst in Erscheinung treten, wenn die ursächliche Krankheit bereits nicht mehr vorhanden ist. Gleiches gilt, wenn die Fieberursache nicht verschwindet. Erkältungskrankheiten die länger als zehn Tage andauern und mit Fieber einhergehen sind immer ein Grund für einen Arztbesuch.

Diagnose

Zum Zwecke der Diagnose befragt der Arzt den Patienten nach durchgemachten Erkrankungen. Die Symptomatik von verschlepptem Fieber ist nicht eindeutig. Viele Patienten klagen über Schwäche, Atemnot und extreme Müdigkeit. Um der Ursache auf die Spur zu kommen analysiert der Arzt die vergangenen Wochen. Eine durchgemachte Erkältungskrankheit mit wenig bis gar keiner Schonzeit gibt Hinweis auf verschlepptes Fieber. Je nach Verdacht erfolgen weitere Untersuchungen.

Wird eine Herzmuskelentzündung als Folge des verschleppten Fiebers vermutet, erfolgt eine kardiologische Vorstellung. Mit Hilfe eines Herzultraschalls kann der Arzt sehen, ob der Herzmuskel beschädigt ist. Erste Hinweise können durch ein Echokardiogramm (EKG) gewonnen werden. Bei Verdacht auf eine Lungenentzündung, wird vom Arzt ein Röntgenbild angeordnet. Wundinfektionen oder Entzündungen der Haut- und Weichteile können meist durch Blickdiagnostik erkannt werden.

Komplikationen

Nicht immer hat verschlepptes Fieber Komplikationen zur Folge. Das Risiko eine Folgeerkrankung zu erleiden ist jedoch hoch. Am häufigsten kommt es zur Herz-Muskel-Entzündung, die den Patienten wochenlang aus dem Alltag werfen kann. Müdigkeit, bleierne Glieder, körperliche Schwäche und Atemnot bei Belastung sind die Folge. Die Herz-Muskel-Entzündung als Komplikation kann folgenlos ausheilen. Im schlimmsten Fall kann sie jedoch auch zum Tod führen. Ein häufiges Risiko ist die Entwicklung einer Herzinsuffiziens, durch die Zerstörung des Herzmuskels. Auch eine Lungenentzündung kann in Folge von verschlepptem Fieber auftreten. Sie muss antibiotisch behandelt werden und birgt bei geschwächten Menschen das Risiko eines tödlichen Ausgangs.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von verschlepptem Fieber ist abhängig von den Folgen. In jedem Fall muss der Patient strikte Bettruhe einhalten, damit der Körper wieder Kraft sammelt. Bakterielle Komplikationen müssen zumeist antibiotisch behandelt werden. Tritt eine Herz-Muskel-Entzündung auf, ist körperliche Schonung zwingend erforderlich. Sportliche Betätigung oder schwere Arbeit können das Herz aus dem Takt bringen und zum Tod durch Herzrhythmusstörungen führen. Eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme kann den Körper beim Heilungsprozess unterstützen. Auch die Zufuhr von Elektrolyten ist sinnvoll, wenn durch das Fieber wichtige Mineralstoffe ausgeschwitzt wurden.

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Aussicht und Prognose

Wie gut der Körper verschlepptes Fieber verkraftet ist abhängig vom Gesamtbild. Bereits geschwächte Personen mit Vorerkrankungen haben ein höheres Risiko von Spätfolgen. Doch auch gesunde Menschen gehen mit der Verschleppung von Fieber ein Risiko ein. Spätestens wenn eine gefährliche Folgeerkrankung, wie die Herzmuskelentzündung zu Tage getreten ist, besteht große Gefahr. Nur in enger Zusammenarbeit mit Arzt und Patient ist es möglich, die Prognose zu verbessern. Im Fall einer HME bedeutet dies, dass der Patient zwingend Ruhe einhalten muss. Hält er sich nicht daran, bringt er den gesamten Genesungsprozess in Gefahr.

Vorbeugung

Verschlepptes Fieber lässt sich vermeiden, indem Erkrankungen auskuriert werden. Sobald der Körper mit Fieber reagiert, braucht er eine Pause. Sport, schwere Arbeit und auch alltägliche Beschäftigungen müssen mit Fieber ausgesetzt werden. Selbst scheinbar einfache Aufgaben, wie die Führung des Haushalts, sind für einen fiebrigen Patienten zu anstrengend. Wer Erkrankungen grundsätzlich auskuriert und auch nach Absenkung des Fiebers noch einige Tage zuwartet, kann verschlepptes Fieber meist verhindern. Das gilt auch, wenn das Allgemeinbefinden nicht eingeschränkt ist und der Betroffene sich eigentlich wohlfühlt. Hält das Fieber länger als eine Woche bis zehn Tage an, ist ein Arztbesuch unerlässlich. Gleiches gilt für Fieber ohne erkennbare Ursache.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013


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