Hautkrebs

Letzte Aktualisierung am 24. Februar 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Hautkrebs bezeichnet bösartige Tumore, welche sich in der Haut befinden. Unterschieden werden hierbei der schwarze und der weiße Hautkrebs, letzterer wird in mehrere Unterformen unterteilt. Hautkrebs entsteht oftmals durch eine starke UV-Bestrahlung, kann jedoch auch durch eine erbliche Vorbelastung begünstigt werden. Rechtzeitig erkannt, kann dieser in vielen Fällen erfolgreich therapiert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Hautkrebs?

Muttermale sollten regelmäßig auf Veränderungen untersucht werden. Asymmetrische, uneinheitlich gefärbte sowie hervorstehende Muttermale können erste Anzeichen von Hautkrebs sein.

Generell wird in der Medizin zwischen schwarzem und weißem Hautkrebs unterschieden. Beim schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) handelt es sich um einen bösartigen Hauttumor; dessen Zellen sich über die Blutbahnen oder das Lymphsystem im Körper verteilen und an anderen Stellen Metastasen (Tochtergeschwüre) bilden können.

Der weiße Hautkrebs wird seinerseits in drei weitere Unterarten unterteilt: Basaliom, Spinaliom und aktinische Keratose. Beim Basaliom handelt es sich um einen halbbösartigen Hauttumor, welche nur selten metastasiert, dafür jedoch oftmals angrenzende Knochen oder Knorpel befällt. Das Spinaliom ist dagegen ein bösartiger Tumor, welcher sich meist im Gesicht entwickelt und vermehrt bei älteren Patienten ab dem 70. Lebensjahr auftritt. Bei der aktinischen Keratose handelt sich um eine frühe Form des Spinalioms, bei welcher sich zunächst Hornzellen in der oberen Hautschicht unkontrolliert vermehren.

Ursachen

Ursächlich für die Erkrankung an schwarzem Hautkrebs ist meist eine intensive UV-Belastung auf ungeschützter Haut, welche mit zahlreichen Sonnenbränden einhergeht. Menschen mit einem hellen Hauttyp sind besonders gefährdet, vor allem, wenn die Haut zur Bildung von Leberflecken neigt. Auch eine genetische Vorbelastung erhöht das Risiko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken.

Auch bei hellem Hautkrebs spielt die Sonneneinstrahlung eine wesentliche Rolle. Basaliome bilden sich vorwiegend in der Haut von Händen, Kopf, Hals, Gesicht und anderen ungeschützten Körperregionen. Auch hier kann die erbliche Komponente eine Erkrankung begünstigen.

Auch die aktinische Keratose als Krebsvorstufe bildet sich überwiegend an Hautstellen, welche intensivem UV-Licht ungeschützt ausgesetzt sind. Die fortgeschrittene Form, das Spinaliom, entwickelt sich meist langsam und durch eine beständige Sonneneinstrahlung über mehrere Jahre. Ein besonders hohes Risiko tragen hierbei Personen mit einem geschwächten Immunsystem, etwa durch eine Autoimmunerkrankung oder eine andere chronische Krankheit. Besonders häufig betroffen sind zudem ältere Menschen, da auch ihre Immunabwehr etwas geschwächt ist. Dem Spionaliom geht zwar meist die aktinische Keratose voraus, es kann sich jedoch auch auf der Basis von anderweitigen Hauterkrankungen, chronischen Wunden oder Verbrennungsnarben entwickeln.

Symptome und Verlauf

Ein Melanom hat meist eine asymmetrische Form und ist dunkelbraun bis schwarz, dabei jedoch nicht einheitlich gefärbt. Überdies überschreitet es meist einen Durchmesser von 5 Millimetern und ist leicht vorgewölbt. Ein fortgeschrittenes Melanom kann starke beißende oder stechende Schmerzen verursachen. Weißer Hautkrebs kann unterschiedliche und meist schmerzlose Hautveränderungen hervorrufen, Basaliome etwa können knötchenförmig, narbenähnlich oder geschwürartig ausgebildet sein. Sie weisen oft eine gelblich-rötliche Färbung auf und können im fortgeschrittenen Stadium nässen oder bluten.

Eine aktinische Keratose beginnt meist als rötlicher Fleck auf Gesicht, Stirn, Kopf oder Handrücken und kann sich zu einem großen verhornten Knötchen entwickeln. Auch ein Spinaliom zeigt sich anfangs als verhornte und gerötete Stelle, breitet sich nach und nach ins umliegende Gewebe aus und entwickelt sich zu einem großen Knoten. Dieser kann eventuell leichte Beschwerden wie Juckreiz verursachen.

Hautkrebs ist im Anfangsstadium oftmals kaum von einem gewöhnlichen Leberfleck zu unterscheiden. Patienten können daher bei der Selbstuntersuchung verdächtiger Hautstellen die sogenannte ABCDE-Regel anwenden. Sind die Flecken asymmetrisch geformt (A)? Ist die Stelle ausgefranst oder begrenzt (B)? Ist der Fleck ungleich gefärbt (C)? Ist die Stelle im Durchmesser größer als fünf Millimeter (D)? Erhebt sich der Fleck von der Haut (E)?

Treffen mehrere oder gar alle dieser Kriterien zu, sollte die Stelle von einem Dermatologen untersucht werden. Dabei sollten zusätzliche Faktoren wie das Alter berücksichtigt werden. Bis zum 30. Lebensjahr bildet die Haut stetig neue Leberflecken aus, dies ist somit zunächst kein Grund zur Beunruhigung. Geschieht dies jedoch in einem ungewöhnlichen Maß oder beginnen sich seit der Kindheit vorhandene Leberflecken plötzlich zu verändern, sollte umgehend ein Facharzt konsultiert werden.

Wann zum Arzt?

Bei Verdacht auf Hautkrebs sollte dringend der Dermatologe aufgesucht werden. Dieser untersucht die verdächtigen Hautpartien mit einem sogenannten Auflichtmikroskop (Dermatoskop). Eventuell wird zusätzlich eine kleine Gewebeprobe entnommen, welche anschließend (bei Verdacht auf ein malignes Melanom) im Labor auf bösartige Krebszellen getestet wird. Etwas leichter lassen sich dagegen die Unterformen des weißen Hautkrebses diagnostizieren: So kann der Dermatologe ein Spinaliom oder ein Basaliom meist bereits anhand der typischen Wuchsform erkennen. Zusätzlich werden die umliegenden Lymphknoten abgedrückt, da sich hier als erstes Metastasen bilden. Eine aktinische Keratose kann zudem durch die fühlbare Aufrauhung der Haut ertastet werden. Besteht der Verdacht auf einen bösartigen Tumor, wird auch hierbei üblicherweise eine feingewebliche Untersuchung durchgeführt.

Diagnose

Wird der Hautkrebs nicht rechtzeitig erkannt, kann dieser die umliegenden Lymphknoten und Blutgefäße befallen und sich unkontrolliert im Körper ausbreiten. Die Krebszellen können sich hierbei in anderen Organen festsetzen und dort Metastasen bilden. Werden bei der jeweiligen Behandlung nicht alle Krebszellen eliminiert, können im Körper verbliebene die Krankheit neu ausbrechen lassen.

Komplikationen

Werden durch den Tumor umliegende Nerven verletzt, können Taubheitsgefühl oder sogar Lähmungserscheinungen die Folge sein. Doch auch während der Behandlung kann es zu Komplikationen kommen. Je nachdem, wie weit der Tumor in Haut und Gewebe eingewachsen ist, kann es durch eine Operation zu funktionellen und kosmetischen Beeinträchtigungen kommen.

Behandlung & Therapie

Die Therapie – und Behandlungsmöglichkeiten orientieren sich an der jeweiligen Form des Hautkrebses. Ein malignes Melanom wird in der Regel durch einen kleinen Eingriff chirurgisch entfernt, ist der Tumor inoperabel, kommt eine gezielte Strahlentherapie zum Einsatz. In einigen Fällen – insbesondere, wenn das Melanom bereits tiefer in die Haut eingedrungen ist – wird oftmals eine zusätzliche Nachbehandlung mit Interferon durchgeführt. Interferone unterstützen das Immunsystem dabei, noch im Körper verbliebene Krebszellen zu bekämpfen. Haben sich bereits Metastasen gebildet, sind weitere Behandlungsmaßnahmen wie Immun- oder Strahlentherapien sowie Operationen notwendig.

Auch beim weißen Hautkrebs werden die betroffenen Hautpartien oftmals chirurgisch entfernt, in einigen Fällen kommen jedoch auch alternative Therapien zum Einsatz. Bei einem Basaliom bietet sich etwa eine Kältebehandlung (Kryotherapie), eine Lasertherapie, eine photodynamische Therapie oder auch eine Kürettage (Ausschaben) an. Bei der aktinischen Keratose werden die betroffenen Hautareale meist chirurgisch entfernt oder ausgeschabt, auch eine Vereisung der Stelle ist möglich.

Ein Spinaliom wird in der Regel chirurgisch entfernt, eventuell werden die umliegenden Lymphknoten ebenfalls weggeschnitten. Kann der Tumor nicht operiert werden oder sollte bereits in anderen Organen metastasiert haben, kommen hier ebenfalls eine Strahlen – oder Chemotherapie zum Einsatz.

Aussicht und Prognose

Je früher der Hautkrebs diagnostiziert wird, desto größer sind die Heilungschancen. Beim malignen Melanom sind vor allem Stadium und Größe des Tumors entscheidend: Befindet sich dieser nur in der oberen Hautschicht, kann er in der Regel ohne größere Komplikationen entfernt werden. Sind bereits tiefere Hautschichten oder gar die umliegenden Lymphgefäße betroffen oder hat der Tumor bereits metastasiert, verschlechtert sich die Prognose erheblich.

Bei einer aktinischen Keratose sind die Aussichten dagegen sehr gut, bei nur einem von 100 Betroffenen entwickelt sich aus der Frühform ein Spinaliom. Wird dieses rechtzeitig erkannt, stehen auch hier die Heilungschancen verhältnismäßig gut, insbesondere dann, wenn der Tumor noch lokal begrenzt ist und sich nicht auf umliegendes Gewebe ausgebreitet hat. Auch ein Basaliom kann in vielen Fällen erfolgreich behandelt werden, hier bilden sich nur selten Metastasen.

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Vorbeugung

Um Hautkrebs vorzubeugen, sollte eine intensive UV-Belastung vermieden werden. Die Haut sollte durch geeignete Sonnenmilch oder Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor geschützt und empfindliche Hautstellen (z.B. Kopfhaut) durch entsprechende Kleidung bedeckt werden. Vor allem bei Kindern sollte Sonnenbrand unbedingt vermieden werden.

Darüber hinaus sollte der Patient seine Haut regelmäßig auf Veränderungen untersuchen und damit einen wichtigen Beitrag zur Früherkennung liefern. Dies können beispielsweise Muttermale sein, welche Form, Farbe oder Größe verändern, aber auch neuartig pigmentierte, gerötete, verhornte oder schuppige Hautstellen. Liegt eine Veränderung vor, sollte diese vom Hautarzt untersucht werden. Eine weitere wesentliche Rolle bei der Prävention von Hautkrebs spielen Routineuntersuchungen beim Dermatologen. Diese sollten insbesondere von Menschen, welche zu einer Risikogruppe gehören (helle Haut, sehr viele Muttermale), regelmäßig wahrgenommen werden.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Braun, J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013


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