Magenkrebs

Letzte Aktualisierung am 4. September 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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In Deutschland gibt es ca. 19.000 Menschen, die jährlich an Magenkrebs (Magenkarzinom) erkranken. Oft, sind Männer im Alter von 50- 70 Jahren betroffen. Die Magenkrebsrate ist in Deutschland sehr hoch, sodass jeder fünfte Mann und jede siebte Frau im Laufen Ihres Lebens an Magenkrebs erkrankt. Bösartige und gefährliche Tumore im Bauchbereich, treten so gut wie nur in Form von Magenkrebs auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Magenkrebs (Magenkarzinom)?

Mittels Magenspiegelung (Gastroskopie) können Magenkarzinome diagnostiziert werden. Eine Gewebeprobe gibt Aufschluss über die Art des Tumors.

Der Magenkrebs, ist ein bösartiger Tumor, der von der Magenschleimhaut ausgeht. Dabei ist zu 90 % das Drüsengewebe, des Betroffenen befallen. Seltener, entsteht der Krebs durch Befall von lymphatischen Gewebe im Magen. Der Magenkrebs, ist oft auch Blutgruppen abhängig. Menschen, die die Blutgruppe A besitzen, erkranken oft häufiger an dieser Krankheit, als Menschen die, die Blutgruppe B besitzen.

Das Fatale an dieser Krankheit ist, dass die Beschwerden oft sehr lange Zeit unbemerkt bleiben und die Therapie im späteren Verlauf umso komplizierter wird. Wird der Magenkrebs jedoch früh entdeckt und die betroffene Person, wartet nicht lange mit dem Gang zum Arzt, stehen die Chancen einer vollständigen Heilung sehr hoch. Die Rate, dass der Krebs nach Ausbruch besiegt werden kann, ist situationsbedingt. Wird der Krebs schnell diagnostiziert, ist die Chance sehr hoch, dass er bis zum Ende bekämpft werden kann.

Ursachen

Es gibt bestimmte Risikofakten, die die Entstehung von Magenkrebs begünstigen können. Dazu zählen auch Vorerkrankungen. Eines der häufigsten Vorerkrankungen, ist die Magenschleimhautentzündung (Gastritis). Die Gastritis, äußert sich als entzündliche Veränderung der Magenschleimhaut und tritt in den meisten Fällen zunächst akut auf. Wird diese jedoch nicht korrekt und sorgfältig behandelt verläuft sie vom akuten Zustand in den chronischen.

Auch der Zustand, nach einer operativen Magenteilentfernung, kann zum Magenkrebs führen. Aber auch ganz alltägliche Dinge, wie der Tabakrauch oder auch die familiäre Veranlagung, können Grund für die Entstehung dieser Art von Erkrankung sein.

Der Helicobacter Pylori, ist eine sehr bekannte, aber doch seltene, aber doch gefährliche Bakterienart. Er setzt sich in den Magenwenden fest und sorgt dafür, dass die Magenwände mit Bakterien infiziert werden. Wird dieser nicht schnell genug bei dem Betroffenen diagnostiziert, führt auch dieses Bakterium zur Entstehung von Magenkrebs. Eine weitere Ursache, können zu scharfe oder würzige Nahrungsangewohnheiten sein, da sie bestimmte Stoffe für die Entstehung schädlicher Zellen ausstoßen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome bei Magenkarzinom:

Das Gefährliche an Magenkrebs ist, dass er lange Zeit unbemerkt bleibt. Die betroffene Person bemerkt lange Zeit keinerlei Symptome oder Anzeichen auf eine Krebserkrankung. Genau deshalb, wird die Krankheit oft viel zu spät diagnostiziert. Sobald die Erkrankten jedoch Symptome verspüren, sind diese Gewichtsabnahme, Übelkeit, Unwohlsein und Schmerzen in dem betroffenen Magenbereich. Oft wird auch Appetitlosigkeit und Abneigung gegenüber bestimmten Speisen, die vorher sehr gerne verzehrt wurden genannt. Ist der Krankheitsverlauf schon so weit vorher geschritten, dass es zu Blutungen im Magen kommt, ist ein weiteres sehr alarmierendes Symptom, der sogenannte Teerstuhl. Bei dem Teerstuhl handelt es sich um schwarz erscheinenden Stuhlgang des Betroffenen.

Wann zum Arzt?

Da die Symptome einer Magenkrebserkrankung erst sehr spät auftreten, erfolgt der Arztbesuch in den meisten Fällen viel zu spät. Leidet der Betroffene öfters unter Magenproblemen, wie Krämpfen, Geschwüren oder an einer Magenschleimhautentzündung, sollten unbedingt in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden. Auch bei starken Schmerzen in einer bestimmten Region des Bauches und der Magenregion, wird zwingend geraten einen Facharzt aufzusuchen. Verfärbt sich der Stuhlgang schwarz oder ungewöhnlich dunkel, kann es durchaus ein Hinweis auf Magenkrebs sein. Auch in diesem Fall sollte dringend ein Facharzt aufgesucht werden. Ein weiterer Punkt, bei dem der Gang zum Arzt zu empfehlen ist, ist eindeutig eine hohe Gewichtsabnahme in kurzer Zeit. Diese kann durchaus auf einen bösartigen Tumor im Magenbereich hindeuten.

Diagnose

Um eine Diagnose richtig zu erfassen, muss der Facharzt zunächst eine Beschwerdeabfrage bei dem Betroffenen vornehmen. Bei dieser berichtet die betroffene Person über Ihre Beschwerden und dessen Länge. Bestätigen die genannten Symptome den Verdacht eines Magengeschwürs, werden weitere Maßnahmen eingeleitet. Zunächst, beginnt der behandelnde Arzt mit einer körperlichen Untersuchung. Dabei wird zunächst die Abtastung des Oberbauches vorgenommen. Der Oberbauch, ist bei Menschen mit einem Magengeschwür äußerst druckempfindlich. Im weiteren Verlauf der Untersuchung werde Blutproben und gegebenenfalls eine Stuhlprobe des Betroffenen erbeten. Diese Proben, können wertvolle Hinweise für die Magengeschwür-Diagnose liefern.

Komplikationen

Magenkrebs, kann viele gefährliche Komplikationen mit sich bringen. Diese treten kurzfristig oder in anfallartigen Schritten auf. Mit darunter, sind plötzlich auftretende Blutungen. Diese treten entweder im Magen- oder im Zwölffingerdarm auf. Diese können schwach sein und mit Müdigkeit und Antriebslosigkeit einhergehen oder aber stärker und mit starken schmerzen verbunden sein. Bei Blutungen im Magenbereich können die Symptome von Müdigkeit bis hin zum Erbrechen von Blut führen. Eine weitere sehr gefährliche Komplikation ist der Magen- oder Darmdurchbruch. Bei diesem erleiden die Betroffenen kräftige und sehr starke Schmerzen im Bereich des Oberbauches. Der Magen fühlt sich an wie ein Brett und es wird ein starkes Spannungsgefühl empfunden. Zu dem, kann es zu einer Verengung der Magenwand führen. Die Nahrung, kann nicht mehr in den Darm befördert werden und muss durch Erbrechen aus dem Körper heraustransportiert werden.

Behandlung und Therapie

Bei der Therapie bei ein Magenkrebserkrankung, kommt es immer ganz auf das Stadium an, welches der Betroffene erreicht hat. Die vielversprechendste Option für eine erfolgreiche Therapie und Beseitigung des Krebses ist die Operation. Ziel der Operation ist es, den Krebs vollständig und auf Dauer zu entfernen. Als weitere Therapiemethoden stehen die Chemotherapie und die Strahlentherapie zur Verfügung.

Wird der Tumor früh erkannt, kann er mithilfe einer Magenspieglung entfernt werden. Diese Methode ist sicher und gleichzeitig unkompliziert. Die oben genannte Operation ist nicht in allen Fällen eines Krebsbefalls möglich. Ist der Krebs bereits zu Flächen-ergreifend im Magen und den Magenwänden verstreut, kann eine Operation nicht mehr durchgeführt werden. Im Falle einer sehr späten Diagnose wird die Strahlen- oder Chemotherapie angewandt. Diese hat das Ziel, die Krebszellen gesamten Körper, mithilfe von zellwachstumszerstörende Medikamente abzutöten.

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Aussicht und Prognose

Wird der Magenkrebs bereits in einem frühen Stadium diagnostiziert, sind die Heilungschancen sehr hoch und die Betroffenen haben eine größere Chance zu überleben.

Im Anfangsstadium, ist der Magenkrebs erst auf der Magenschleimhaut vorhanden und nicht in die tiefsten Zellen und Wänden des Magens vorgedrungen, sodass eine erfolgreiche Therapie denkbar ist.

Wird der Tumor erst in einem späten Stadium entdeckt und ist bereits in die Magenwände eingedrungen, ist die Heilungschance sehr gering und die vollständige Bekämpfung der Krebserkrankung in den meisten Fällen nicht möglich.

Auch eine Chemotherapie, kann nicht immer eine vollständige Heilung und Beseitigung der Krebszellen gewährleisten. Wird der Tumor im Anfangsstadium, mithilfe einer Operation beseitigt, sind die Heilungschancen und die vollständige Beseitigung der Krebszellen auf Dauer sehr hoch.

Vorbeugung

Um Magenkrebs gezielt vorzubeugen, sollten regelmäßige Kontrolluntersuchungen bei dem Arzt durchgeführt werden. Auch, wenn Symptome, wie verfärbter Stuhlgang oder plötzliche, anhaltende Übelkeit aufkommen, sollte der Gang zum Arzt nicht aufgeschoben werden. Es ist wichtig, dass schon kleinste Veränderungen des Körpers rechtzeitig geprüft und nachgegangen werden.

Des Weiteren, spielt die Ernährung eine große Rolle bei der Vorbeugung von Krebs. Sie sollte ausgewogen und vielseitig sein. Zu würzige und salzige Gerichte sollten auf Dauer nicht verzehrt werden. Auch der Konsum von Zigaretten oder anderweitigem Nikotin sollte sich in Grenzen halten. Bestehen schon länger Magenbeschwerden oder Erkrankungen wie Gastritis oder kleinere, gutartige Magengeschwüre, ist der Gang zum Arzt unausweichlich. Gerade bei chronischen Magenerkrankungen sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen bei dem Facharzt unbedingt einzuhalten.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siewert, J., Rothmund, M., Schumpelick, V.: Praxis der Viszeralchirurgie: Gastroenterologische Chirurgie. Springer, Berlin 2011


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