Kosmetikallergie

Letzte Aktualisierung am 24. August 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Kosmetikallergien sind im Normalfall harmlos. Da sie jedoch wie andere Kontaktallergien deutlich auf der Haut erkennbar sind, leiden die Betroffenen stark unter ihnen. Personen, die auf bestimmte Stoffe in Pflegeprodukten allergisch reagieren, sind meist Frauen. Tritt die allergische Reaktion bei ihnen zum ersten Mal auf, denken sie oft, eine ansteckende Krankheit zu haben. Die allergieauslösenden Substanzen sind in Duschgels, Körperlotionen, Haar-, Fuß- und Hand-Pflegemitteln, Haarfärbemitteln, Badezusätzen, Sonnenschutzmitteln und in dekorativer Kosmetik (Schminke) enthalten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kosmetikallergie?

Eine Kosmetikallergie ist eine allergische Reaktion auf den Kontakt der Haut mit einer Substanz, die in einem kosmetischen Produkt vorkommt. Da es sich bei ihr um eine allergische Typ IV-Spätreaktion handelt, tauchen die typischen Symptome erst viele Stunden bis mehrere Tage nach dem Kontakt mit dem Allergen auf. Wie bei anderen Kontaktallergien auch zeigen sie sich nicht zwangsläufig auf der Hautpartie, auf die die Creme aufgetragen wurde: Haarfärbemittel können Hautrötungen im Nacken und am Hals verursachen. Nagellacke haben mitunter Augen-Brennen zur Folge.

Ursachen

Das in dem kosmetischen Erzeugnis enthaltene Allergen löst immer dann die entsprechenden Symptome aus, wenn die im Blut vorhandenen T-Lymphozyten beginnen, den Allergie-Verursacher zu bekämpfen.

An den Stellen, wo die Patientin das Mittel aufgetragen hat, kommt es zu einer stärkeren Hautdurchblutung. Die Haut schwillt an und beginnt zu jucken. Um herauszufinden, welche der vielen in dem Pflegeprodukt vorkommenden Substanzen Auslöser der Kosmetikallergie ist, sollte sie einen Allergie-Test machen lassen.

Verursacher sind meist chemische Duftstoffe wie Perubalsam, Konservierungsmittel und bestimmte in Tagescremes enthaltene UV-Filter. Manche Anwender vertragen außerdem Lanolin (Wollfett), Farbstoffe, Emulgatoren, Arnika und Kamille nicht.

Betroffene, die genetisch bedingt zu Allergien neigen und Frauen mit geschädigter Hautbarriere sind besonders gefährdet, eine Kosmetikallergie zu bekommen. Auch viel Stress und eine ungesunde Lebensweise erhöhen das Risiko, auf bestimmte in Kosmetika vorkommende Stoffe allergisch zu reagieren. Außerdem haben alle diese Faktoren Einfluss auf die Intensität der Überempfindlichkeitsreaktion.

Bestimmte Allergene reagieren mit der Haut und lösen eine Kontaktdermatitis (Kobaltallergie) aus.

Wann zum Arzt?

Eine Kosmetikallergie ist normalerweise harmlos. Meistens gehen die Beschwerden rasch zurück, wenn das auslösende Produkt gemieden wird. Sollten die Symptome nach dem Absetzen des ursächlichen Kosmetikprodukts bestehen bleiben, ist ärztlicher Rat gefragt. Größere Beschwerden wie Bläschen auf der Haut, Nesselsucht oder ein Asthmaanfall sollten mit dem Hausarzt besprochen werden. Bei Atembeschwerden, Kopfschmerzen und Blutungen im Bereich der Haut ist ebenfalls ein Arztbesuch angezeigt. Die betroffene Person sollte dann umgehend medizinischen Rat einholen, um ernste Komplikationen zu vermeiden.

Bestimmte Stoffe wie Perubalsam oder Konservierungsmittel können besonders schwere Reaktionen auslösen. Allergiker, die versehentlich ein Produkt mit den entsprechenden Inhaltsstoffen verwenden, sprechen am besten direkt mit dem zuständigen Arzt. Falls vorhanden, sollte zunächst ein Notfall-Medikament eingesetzt werden. Frauen mit geschädigter Hautbarriere sind besonders anfällig, eine Allergie auf Kosmetika zu bekommen. Auch Stress und ein ungesunder Lebensstil können Allergien hervorrufen. Wer zu diesen Risikogruppen zählt, sollte vorbeugend einen Allergietest veranlassen, vor allem, wenn bereits Hautreaktionen und ähnliche Symptome bemerkt wurden.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome:

Die Symptome der Kosmetikallergie ähneln denen, die für Kontaktallergien charakteristisch sind: Auf der behandelten Hautpartie zeigen sich gerötete Stellen, Pusteln oder Schüppchen. Es kommt zu Juckreiz und Schwellungen. Kratzt sich die Betroffene dort, kann es zu Hautentzündungen und sogar zu schweren nässenden Ekzemen kommen. Gelangt die allergieauslösende Substanz in die Augen, löst sie Jucken, Brennen und Augen-Rötungen aus. In seltenen Fällen sind ein Asthmaanfall und Kopfschmerzen die Folge des Hautkontakts. Vermeidet die Patientin in Zukunft jedoch Produkte mit derartigen Inhaltsstoffen, bilden sich die Symptome innerhalb kurzer Zeit zurück.

Diagnose

Frauen, die eine Kosmetikallergie haben, wird empfohlen, einen Facharzt für Dermatologie oder einen Allergologen zu konsultieren. Er kann mithilfe eines speziellen Tests herausfinden, welche Substanz zum Auftreten der allergischen Reaktion führt. Da sich die Beschwerden mitunter erst 24 bis 72 Stunden nach Auftragen der Lotion zeigen und die Allergie nicht zwangsläufig durch das Kosmetikum hervorgerufen sein muss, ist es nahezu unmöglich, das Allergen auf eigene Faust zu ermitteln.

Wer an sich unerklärliche Hautekzeme entdeckt, kann außerdem an einer nicht-allergischen Dermatitis erkrankt sein oder eine Neurodermitis haben. Die Betroffene nimmt das verwendete kosmetische Produkt mit zum Arzt. Er klebt dann mehrere Pflaster mit den Inhaltsstoffen auf ihren Rücken. Zeigt sich mehrere Tage später an der einen oder anderen Stelle eine Reaktion, ist der Verursacher gefunden. Um auszuschließen, dass die Überempfindlichkeitsreaktion durch ein anderes Allergen als durch einen der Kosmetik-Inhaltsstoffe zustande gekommen ist, empfiehlt es sich, dem Hautarzt auch noch andere mögliche Auslöser wie Medikamente und konsumierte Lebensmittel zu nennen.

Komplikationen

Eine Kosmetikallergie kann die typischen Allgemeinsymptome wie Rötungen, Juckreiz und Schwellungen hervorrufen. Ernste Komplikationen können auftreten, wenn über einen längeren Zeitraum Kontakt mit dem Allergen besteht. Dann kann es zu schmerzhaften Hautirritationen und der Entstehung von Pusteln kommen. Entzündungen und Beschwerden der Atemwege und des Herz-Kreislauf-Systems sind eine weitere mögliche Komplikation. Typisch sind zum Beispiel Atemnot, Herzrasen, Schweißausbrüche und Bewusstseinsstörungen.

Eine Kosmetikallergie kann auch zu einem anaphylaktischen Schock führen, der in seltenen Fällen Organschäden zur Folge hat. Wird durch einen solchen Schock das Herz geschädigt, zieht dies Herzrhythmusstörungen oder chronisches Vorhofflimmern nach sich. Ähnlich schwerwiegende Folgeerkrankungen können im Bereich von Leber, Nieren und Immunsystem auftreten. Bei der Behandlung einer akuten allergischen Reaktion treten normalerweise keine Komplikationen auf, insofern die Anweisungen des Arztes eingehalten werden. Ein Allergietest kann zu einer schweren allergischen Reaktion führen. Bis die Medikation richtig eingestellt ist, kann es außerdem zu Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen eingenommenen Arzneimitteln kommen.

Behandlung und Therapie

Zur Behandlung allergischer Hautentzündungen und nässender Ekzeme, die Folge einer Kosmetikallergie sind, werden kortisonhaltige Salben und Cremes eingesetzt. Sie werden einfach auf das betroffene Hautareal aufgetragen. Auch Ichthyol- und Teerpräparate können bei der lokalen Behandlung einer Kontaktallergie hilfreich sein.

Nässende Ekzeme heilen gut ab, wenn die Betroffene dort feuchte Umschläge mit Kortikosteroiden auflegt. Um die Immunreaktion zu dämpfen, setzen die Mediziner außerdem Antihistaminika ein. Sie sorgen dafür, dass sich die Histamin-Ausschüttung im Körper innerhalb erträglicher Grenzen bewegt. Dadurch klingen die allergische Reaktion und der Juckreiz schneller ab.

Um die sensible Haut nicht noch mehr zu reizen, empfiehlt es sich, nur milde allergologisch getestete Wasch-Lotionen mit einem pH-Wert zwischen 5 und 6,5 und rückfettende Cremes zu verwenden. at.

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Vorbeugung

Weiß die Patientin, auf welchen der Inhaltsstoffe sie allergisch reagiert, kauft sie am besten nur noch kosmetische Erzeugnisse, in denen die betreffende Substanz nicht vorkommt. Da alle in der EU verkauften Produkte eine Liste der Inhaltsstoffe auf der Verpackung haben, kann sie ihrem Auslöser gut aus dem Weg gehen.

Außer zu herkömmlichen Kosmetika kann sie auch zu naturkosmetischen Hautpflegemitteln greifen. Sie werden ohne künstliche Zusatzstoffe hergestellt und enthalten nur Stoffe natürlichen Ursprungs wie ätherische Öle und pflanzliche Harze.

Mineralöle, künstliche Duftstoffe, Konservierungsmittel und künstliche Farbstoffe werden zu ihrer Herstellung nicht verwendet. Frauen, die auf bestimmte Pflanzen, Mineralien und tierische Produkte allergisch reagieren, sind gut beraten, spezielle Pflegeprodukte für Allergiker zu kaufen. Dazu gehören beispielsweise solche, die der Deutsche Allergie- und Asthmabund zusammen mit den Herstellern entwickelt.

Neigt die Betroffene ohnehin zu Kontaktallergien und kennt sie das Produkt nicht, ist sie gut beraten, es vor dem Kauf erst an einer unauffälligen Stelle aufzutragen. Gut geeignet dafür ist die Ellbogen-Innenseite. Zeigt sich dort innerhalb der darauf folgenden 72 Stunden keine allergische Reaktion, kann sie das pflegende Mittel getrost anwenden.

Sind Duftstoffe und Konservierungsstoffe für die störende Hautreaktion verantwortlich, greift sie am besten zu Produkten, die als "Parfümfrei" und "Ohne Konservierungsstoffe" gekennzeichnet sind. Die Bezeichnung "Duftneutral" ist jedoch kein Garant dafür, dass ihrer Haut das Produkt gut bekommt. Allergikerinnen, denen naturkosmetische Pflegeprodukte zu teuer sind, können sich ihre Seifen und Cremes auch selbst herstellen. Dann sind sie zu 100 Prozent geschützt.

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011


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