Kehlkopfentzündung


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 13. November 2018

Die Kehlkopfentzündung wird von den Medizinern auch als Laryngitis bezeichnet und ist eine ernst zu nehmende Erkrankung der Kehlkopfschleimhaut, die unbedingt behandelt werden sollte. Bei dieser ist ein Teil des Kehlkopfes durch Viren oder Bakterien entzündet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kehlkopfentzündung?

Entzündung der Kehlkopfschleimhaut (Kehlkopfentzündung).

Bei der Kehlkopfentzündung unterscheidet man zwei Formen der Erkrankung: die akute und die chronische Kehlkopfentzündung.

Während die akute Kehlkopfentzündung meist als Begleiterscheinung einer Erkältung auftritt, kann sich diese schnell zu einer chronischen Kehlkopfentzündung entwickeln, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird. Daher sollte man bereits bei den ersten Anzeichen dieser Erkrankung unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Starke Raucher und Männer zwischen 50 und 60 Jahren sind von einer Kehlkopfentzündung übrigens besonders häufig betroffen - generell kann diese aber in jedem Alter auftreten.

Immerhin bei jedem fünften Patienten entwickelt sich aus einer akuten eine chronische Kehlkopfentzündung. Dies ist darum so gefährlich, weil man hier häufig schon von einer Krebsvorstufe spricht und Kehlkopfkrebs entstehen kann.

Anatomie des Kehlkopfes.

Ursachen

Grippe- und Erkältungsviren sind die häufigsten Auslöser für eine Kehlkopfentzündung. Auch eine Infektion mit Bakterien, etwa mit Pneumokokken, kann zu einer Kehlkopfentzündung führen. Sind solche Bakterien oder Viren die Ursache für die Erkrankung, ist diese durchaus ansteckend. Vor allem im Winter sollte man sich daher besonders vorsehen.

Die Gründe für eine chronische Kehlkopfentzündung wiederum sind oft tiefliegender. Eine übermäßige Belastung kann zu dieser Erkrankung ebenso führen wie das ständige Einatmen von Schadstoffen. Auch trockene und staubige Luft jedoch kann eine Kehlkopfentzündung auslösen.

Experten gehen weiterhin davon aus, dass auch die sogenannte Refluxkrankheit eine Kehlkopfentzündung bedingen kann. Bei dieser Erkrankung gelangt der Inhalt des Magens zurück in die Speiseröhre.

Während einer Schwangerschaft kann es ebenfalls zu Veränderungen am Kehlkopf kommen, die häufig mit einer Kehlkopfentzündung verwechselt werden. Nach der Entbindung jedoch verschwinden diese Symptome von alleine wieder.

Symptome und Verlauf

Mögliche Anzeichen bei Kehlkopfentzündung:

  • Anschwellen der Kehlkopfschleimhaut

Eindeutiges Symptom sowohl einer akuten als auch einer chronischen Kehlkopfentzündung ist die Heiserkeit. Diese kann sich auf verschiedene Art und Weise auswirken und von einer rauen Stimme bis zum völligen Stimmverlust reichen.

Auch Husten tritt bei vielen Betroffenen vermehrt auf. Schmerzen sind eher selten, können jedoch auch einige Patienten betreffen. Manche Patienten wiederum berichten neben unerklärlichen Halsschmerzen auch von einem Fremdkörpergefühl. Trockener Husten und eventuell sogar Fieber sind weitere Symptome, die auftreten können.

Wann zum Arzt?

Die akute oder chronische Kehlkopfentzündung ist schmerzhaft und zeitigt unangenehme Folgen. Sie sollte immer dem Arzt vorgestellt werden. Das gilt vor allem bei kleineren Kindern, die oft wegen eines noch unausgereiften Immunsystems im Rahmen eines grippalen Infekts schwere Symptome entwickeln. Bei Kindern kann es sogar sein, dass die Laryngitis in einer Klinik beobachtet und behandelt werden muss. Bei angeschwollenen Stimmlippen kann es nämlich zu Atemproblemen kommen.

Eine Entzündung der Kehlkopfschleimhaut sollte unbedingt vom HNO-Arzt behandelt werden. Durch eine schnelle und fachgerechte Behandlung kann verhindert werden, dass sich die akute Laryngitis zu einer chronischen Kehlkopferkrankung entwickelt. Außerdem ist bekannt, dass es bei einer gewissen Zahl an Betroffenen mit chronifizierter Kehlkopfentzündung nach und nach zu einer Entartung an entzündeten Schleimhautzellen kommen kann. Aus der Zellentartung kann sich später Kehlkopfkrebs entwickeln. Außerdem besteht ohne eine medizinische Behandlung ein erhöhtes Risiko für eine funktionelle Stimmstörung. Eine Kehlkopfentzündung sollte also möglichst zeitnah behandelt werden.

Zu unterscheiden ist die Kehlkopfentzündung von der Pharyngitis bzw. Rachenentzündung. Diese ist zwar ähnlich unangenehm und sollte wegen der Beschwerdelage ebenfalls von einem HNO-Arzt behandelt werden. Doch der zeitweise Verlust der Stimme ist meistens nicht damit verbunden. Der Arztbesuch bei einer Laryngitis ist auch deshalb angeraten, weil eine Krankschreibung erforderlich wird.

Diagnose

Anzeichen für eine Kelhkopfentzündung sind trockener Husten, Heiserkeit und Halsschmerzen - insbesondere dann, wenn die Symptome länger als etwa drei Wochen andauern. Ein Arzt begutachtet den Rachenraum mithilfe eines Holzspatels und sieht eine gerötete Schleimhaut. Um die Diagnose abzusichern kann der Arzt auch eine Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie) durchführen. Eine Kehlkopfspiegelung erfolgt mit einem sogenannten Lupenlaryngoskop - ein Handgerät, das speziell zur Begutachtung des Kehlkopfes dient. Sind die Stimmlippen und die Kehlkopfschleimhaut geschwollen und gerötet, handelt es sich um eine akute Kehlkopfentzündung. Zudem ist auch eine stärkere Gefäßzeichnung des Gewebes zu erkennen. Bei einer normalen Kehlkopfentzündung ist die Beweglichkeit der Stimmlippen nicht eingeschränkt.

Sind im unteren Kehlkopfbereich blassrote Verdickungen zu erkennen, handelt es sich in der Regel um Pseudokrupp, eine akute, virale Infektion der oberen Atemwege im Bereich des Kehlkopfes. Diese Infektion tritt meist bei Kindern auf. Die Stimmlippen sind bei dieser Diagnose nur geringfügig gerötet.

Bei einer chronischen Kehlkopfentzündung führt der Arzt ebenfalls eine Kehlkopfspiegelung durch. Die Schleimhaut ist hierbei stark durchblutet und geschwollen. Teilweise ist sie mit weißen Schleimhautveränderungen plastersteinartig überzogen. Sie ist meist sehr trocken und mit gelblich-braunen Krusten und zähem Schleim versehen. Ist die Diagnose nicht eindeutig, sollte im jedem Fall eine bösartige Veränderung mithilfe einer Gewebeprobe ausgeschlossen werden.

Komplikationen

Bakterielle Kehlkopfinfektionen können Abszesse im Kehlkopfbereich hervorrufen. Damit einhergehend kommt es zu heftigen Schluckbeschwerden und schmerzhaften Kehlkopfreizungen. Die Entzündung kann sich ausbreiten und auf die Kehlkopfknorpelhaut übergreifen. In der Folge kann es zu einer Knorpeleinschmelzung kommen. Eine unbehandelte Kehlkopfentzündung kann außerdem zur Entstehung eines sogenannten Reinke-Ödems führen – eine Wucherung im Bereich der Stimmbänder. Schwere Entzündungen gehen mit einem zeitweiligen Stimmverlust einher, der die Betroffenen manchmal auch psychisch belastet. Länger andauernde Schmerzen und Krankheitsgefühle können sich ebenfalls auf die psychische Verfassung auswirken und langfristig zu Problemen führen.

Wird eine Kehlkopfentzündung nicht richtig auskuriert, kann sie sich zu einer chronischen Erkrankung entwickeln. Dies führt im schlimmsten Fall zu Kehlkopfkrebs. Bei der Antibiotika-Behandlung einer Kehlkopfentzündung können Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen, Ohrensausen, Augenzittern und Schwindelgefühle auftreten. Werden die Medikamente mit anderen Präparaten kombiniert, können ernste Gehör- und Nierenschäden entstehen. Auch die Nerven und Muskeln sind bei der Einnahme von Amikacin, Enoxacin und anderen Präparaten gefährdet. Weitere Wechselwirkungen können bei gleichzeitiger Einnahme von Diabetes-, Nieren- oder Herzmedikamenten auftreten.

Hier finden Sie Ihre Medikamente


Behandlung und Therapie

Um eine optimale Behandlung zu gewährleisten, wird der behandelnde Arzt zunächst herausfinden wollen, ob es sich um eine chronische oder eine akute Kehlkopfentzündung handelt. Meist ist dies bereits anhand der Symptome erkenntlich, in einigen Fällen wird jedoch auch eine Spiegelung des Kehlkopfes nötig.

Hier unterscheidet man die direkte und die indirekte Spiegelung des Kehlkopfes - die direkte Kehlkopfspiegelung ist nur unter Narkose möglich. Wenn die Heiserkeit bereits länger als drei Wochen anhält, wird der Arzt auch Gewebeproben entnehmen, die im Labor untersucht werden. Meist werden während einer Kehlkopfentzündung Antibiotika verschrieben - diese helfen sehr gut.

Während einer Behandlung ist es zudem äußerst wichtig, dass die Betroffenen ihre Stimme schonen, denn nur so ist ein Behandlungserfolg garantiert. Inhalationen mit schleimlösenden Mitteln können während der Behandlung einer Kehlkopfentzündung zusätzlich fördernd wirken.

Darüber hinaus gibt es weitere sinnvolle Hausmittel, etwa warme Halsumschläge oder ein Getränk aus Ingwer und Honig. Tabak, Alkohol und scharfe Gewürze sollten während einer Kehlkopfentzündung unbedingt gemieden werden.

Generell kann man einer Kehlkopfentzündung kaum vorbeugen. Ratsam ist es natürlich, sein Immunsystem durch ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung zu stärken. Dies ist daher so wichtig, weil eine Kehlkopfentzündung meist in Verbindung mit Erkältungen auftritt.

Quellen

  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Suttorp, N. et al.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2003
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008


Hat Ihnen der Artikel geholfen? Dann empfehlen Sie ihn weiter:

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Kehlkopfentzündung?

Name oder Pseudonym:

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Mit dem Abschicken Ihres Kommentars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten (Datenschutzerklärung) durch diese Website einverstanden.