Schwangerschaft


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 10. September 2018

Die Schwangerschaft ist das aufregendste Ereignis im Leben einer jeden Frau - vor allem die erste Schwangerschaft ist neu und aufregend zugleich. Als Schwangerschaft werden die neun Monate bezeichnet, in welchen sich das Embryo im Bauch der Mutter befindet - also vom Zeitpunkt der Befruchtung bis hin zum spannenden Moment der Geburt.

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Das wohl eindeutigste Zeichen für eine Schwangerschaft ist das Ausbleiben der monatlichen Regelblutung. Doch auch Heißhunger, gespannte Brüste sowie morgendliche Übelkeit können durchaus auf einer Schwangerschaft hindeuten.

Eine der meistgefürchteten Komplikationen während einer Schwangerschaft ist die Fehlgeburt. In den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft ist die Gefahr einer solchen besonders hoch. Nicht unüblich ist zudem die weit verbreitete Übelkeit während einer Schwangerschaft - auch diese tritt vermehrt im ersten Trimester auf.

Schwangerschaftskalender: Von der Befruchtung bis zur Geburt

Eine normale Schwangerschaft dauert in der Regel 42 Wochen und beginnt mit dem Tag der Befruchtung. Die Medizin unterteilt dabei in insgesamt drei Trimester; jedes Trimester ist etwa zwölf Wochen lang.

Entwicklung des Fötus von der Befruchtung bis zur 38. Woche.

Das erste Trimester ist dabei der wichtigste Zeitraum einer Schwangerschaft, denn in diesem finden die wichtigsten Entwicklungen statt. Auch ist in diesem Zeitraum die Gefahr einer Fehlgeburt oder eventueller anderer Komplikationen besonders hoch. Nicht nur die inneren Organe des Embryos entwickeln sich in diesen ersten zwölf Wochen, auch Kopf, Arme und Beine werden gebildet. Darüber hinaus entstehen bereits jetzt die weit verzweigten Nervenzellen im Gehirn.

Das zweite Trimester umfasst die 13. bis 28. Woche der Schwangerschaft. In diesem Zeitraum wächst das Baby wöchentlich, die Schwangerschaft ist nun auch für andere deutlich sichtbar. Die Organe sind nun fertig ausgebildet und müssen nur noch reifen. Auch erste Tritte und Kniffe sind für die Mutter nun spürbar.

Das dritte Trimester ist der Endspurt bis zur Geburt. Für werdende Mütter ist dieser Zeitraum besonders schwierig, da fast jede Bewegung beschwerlich wird. Rückenschmerzen sind keine Seltenheit und auch an erholsamen Schlaf ist kaum mehr zu denken. Kommt es jetzt zu einer Frühgeburt, sind die Überlebenschancen des Babys recht gut.

Ernährung während der Schwangerschaft

Während der Schwamgerschaft ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung wichtig.

Wenn Frau schwanger ist, muss sie für zwei essen. Das heißt jedoch nicht, alles und möglichst viel zu sich zu nehmen. Im Gegenteil: Es kommt auf die richtige Ernährung an. In der Schwangerschaft haben Frauen für bestimmte Lebensmittel einen besonders hohen Bedarf. Welche das sind, erfahren Sie hier!

Nicht mehr, sondern ausgewogen essen!

Lediglich 200 bis 300 Kalorien sollte eine Schwangere zusätzlich zu sich nehmen. Das entspricht etwa zwei bis drei Kinder-Schokoriegeln oder zwei bis drei Bananen.

Da viele eh schon mehr zu sich nehmen als sie eigentlich pro Tag benötigen, sollten frau während der Schwangerschaft weniger darauf achten mehr zu essen. Statt dessen sollte sie das richtige Essen.

Das richtige zu essen heißt zum einen viele Milch- und Vollkornprodukte, aber auch Obst und Gemüse zu essen. Es gibt aber auch einige spezielle Nährstoffe, die gerade während der Schwangerschaft wichtig sind. Dazu zählen:

  • 50% mehr Eisen
  • 50% mehr Folsäure

Über folgende Lebensmittel können Sie die zusätzlichen Nährstoffe aufnehmen:

Fleisch und Hülsenfrüchte für erhöhten Eisenbedarf

Eisen ist vor allem in Fleisch enthalten und kann hierüber auch am besten verwertet werden. Vegetarier können ihren erhöhten Eisenbedarf beispielsweise über Rote Bete, Hülsenfrüchten sowie Hirse decken.

Tomaten und Erdbeeren für erhöhten Folsäure-Bedarf

Folsäure ist in zahlreichen Gemüsesorte wie Tomaten, Kohl, Kartoffeln und Spinat enthalten. Auch einige Obstsorten enthalten viel Folsäure, etwa Erdbeeren oder Orangen. Den hohen Folsäure-Bedarf während der Schwangerschaft allein über Nahrungsmittel zu decken, ist jedoch schwierig. Ergänzend können Folsäure-Präparate eingenommen werden. Dies sollte jedoch vorab mit dem Arzt abgestimmt werden!

Seefisch und Jodsalz für erhöhten Jod-Bedarf

Um den gesteigerten Bedarf an Jod während der Schwangerschaft zu decken, wird empfohlen etwa zweimal pro Woche Seefisch zu essen. Vor allen Lachs, Makrele oder Hering sind super Lieferanten dafür. Sie enthalten zusätzlich auch Omega-3-Fettsäuren, die wichtig für den Körper sind. Zudem wird empfohlen Jodsalz zum Würzen für Mahlzeiten zu verwenden.

Ist Sauna in der Schwangerschaft erlaubt?

Wer sich und seinem Körper etwas Gutes tun möchte, geht regelmäßig in die Sauna. Muss in der Schwangerschaft darauf verzichtet werden? Was muss man bedenken?

Vorteile für Mutter und Baby

Saunieren während der Schwangerschaft hat viele Vorteile.

Frauen bei guter Gesundheit während ihrer Schwangerschaft, die ihre Saunaverträglichkeit schon vorher ausgetestet haben, dürfen sich bedenkenlos in den heißen Kabinen entspannen.

Eine leicht erhöhte Körpertemperatur ist nicht gefährlich und solange im Körperinneren keine Temperaturen von 40 Grad entstehen, sind Schäden für das Baby ausgeschlossen.

Zudem entspannen sich die Muskeln und Gelenke im Körper, erholen sich von der konstanten Belastung und werden geschmeidiger für die kommende Geburt.

Vorsichtsmaßnahmen

Um den Besuch im Saunahaus in aller Ruhe als einen Wellnessaufenthalt empfinden zu können, sollten sie in jedem Fall auf Nummer Sicher gehen und folgende Hinweise beachten:

  • Suchen sie sich bei der Sitzplatzwahl eine der Bänke weiter unten, dort sind die Temperaturen, im Vergleich zu denen auf den oberen Rängen, nicht so hoch.
  • Auch wenn eine Dampfsauna die schonendere, nicht so heiße Saunavariante ist, wird ihr Kreislauf hier komplexer belastet. Meiden Sie diese Belastung.
  • Wählen sie eine nicht zu heiße Trockensauna. Diese ist normalerweise auf Grund der Temperaturen von bis zu 100 Grad nur für kreislaufstabile Saunagänger zu empfehlen. Es werden aber auch Trockensaunen mit bis zu 60 Grad angeboten. Wählen sie diese und schonen sie sich durch die milderen Temperaturen.
  • Extrembelastungen wie das Schockabkühlen im kalten Wasserbecken sind ein Risiko.
  • Nie mehr als 2 Saunagänge von maximal 15 Minunten innerhalb eines Saunabesuchs und nie mehr als 2 Saunabesuche in der Woche!

Eher Gefahr als Genuss?

Wenn Ihre Schwangerschaft bisher kompliziert verlaufen ist, sollten sie sich auf keinen Fall unnötiger und zusätzlicher Belastung aussetzen. Die Saunahitze mag unter normalen Umständen angenehm sein und nicht auf den ersten Blick als Belastung wahrgenommen werden.

Tatsächlich simulieren die heißen Temperaturen im Körperinneren eine Art leichten Fieberzustand. Die Körpertemperatur steigt wie bei einer Erkrankung um bis zu 2 Grad an. Dies hat eine Erweiterung der Blutgefäße, einen schnelleren Blutfluss und die Aktivierung von Abwehrzellen zur Folge.

Wer seinen Körper über einen Mindestzeitraum von einem halben Jahr regelmäßig durch das Saunieren fordert, hat nur Vorteile davon. Erwiesen sind gestärkte Abwehrkräfte, weniger Schlafstörungen und Wetterfühligkeit. Auch das Hautbild kann sich nachweislich verbessern. Dies mag verlockend klingen, aber offensichtlich arbeitet der Körper doppelt so viel wie üblich.

Sollten sie mit verfrühten Wehen rechnen oder sollten diese schon eingetreten sein, ist strengstens davon abzuraten Ihren Körper zusätzlich zu fordern. Wenn sie vor der Schwangerschaft schon häufig mit Schwindel zu kämpfen hatten und ihren Kreislauf mit regelmäßigen sanften Saunagängen trainieren wollten, dann sollten sie in der Schwangerschaft ebenfalls mit dem Training pausieren.

Fazit - Das ist in der Schwangerschaft wichtig

Während der Schwangerschaft ist es von ganz besonderer Bedeutung, dass sich die werdende Mutter gesund ernährt. Immerhin gelangen die Nährstoffe, welche die Mutter zu sich nimmt, über die Nabelschnur direkt zum Kind und versorgen dieses mit.

Obst und Gemüse sollten täglich auf dem Speiseplan stehen. Zudem haben Schwangere einen deutlich erhöhten Jodbedarf - diesen kann man gut durch den Verzehr von Fisch abdecken.

Schwangere benötigen in der Regel nur etwa 250 Kalorien am Tag mehr als vor der Schwangerschaft. Das Motto "Doppelt essen" gilt also keinesfalls. Vielmehr sollte man auf Qualität statt auf Quantität setzen.

Auf Alkohol und Zigaretten ist natürlich zu verzichten, da diese schwere bleibende Schäden am Embryo verursachen können. Sport dagegen tut Schwangeren durchaus gut. Natürlich sollte man auf Ballsportarten oder das Joggen verzichten, denn diese Sportarten können eine Fehlgeburt begünstigen.

Schwimmen dagegen ist in jeder Phase der Schwangerschaft empfehlenswert und kann sogar den typischen Schwangerschaftsbeschwerden entgegenwirken.

Vor allem während der ersten Schwangerschaft ist es ganz entscheidend, dass man sich gründlich auf die Geburt vorbereitet. Mit Hilfe von Geburtsvorbereitungskursen werden Ängste zerstreut und die werdende Mutter kann der Geburt gelassen entgegensehen.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Ludwig, M.: Gynäkologische Endokrinologie. Ein Handbuch für die Praxis, 2.Auflage, optimist Fachbuchverlag, 2011
  • Kuhl, H.: Sexualhormone und Psyche: Grundlagen, Symptomatik, Erkrankungen, Therapie,1. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2002
  • Weyerstahl, T., Stauber, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013
  • Kirschbaum, M., et al.: Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2005
  • Uhl, B.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2010


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