Atemnot bei Belastung


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 27. August 2018

Atemnot bei Belastung ist ein ernstzunehmendes Symptom, wenn es nicht nur gelegentlich auftritt. Das Gefühl der unzureichenden Versorgung mit Sauerstoff ist gravierend und wirkt sich negativ auf die gesamte empfundene und tatsächliche Stärke des Körpers aus. Die Ursachen für Atemnot bei Belastung können dabei sehr vielfältig sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Atemnot (Dyspnoe)?

Macht sich eine unzureichende Versorgung des Körpers mit Sauerstoff physisch bemerkbar, liegt Atemnot vor. Atemnot, die bei Belastung auftritt, meint alle Formen aufkommender Kurzatmigkeit, die bei körperlicher Anstrengung auftreten. Dabei ist die Schwere der körperlichen Anstrengung nicht ausschlaggebend. Die Schwelle, an welcher die Belastung so stark wird, dass die Atmung beeinträchtigt ist, ist individuell. Sportliche Menschen sind hiervon weniger betroffen als körperlich weniger aktive Personen.

Als Symptom gilt die Atemnot bei Belastung dann, wenn sie vermehrt auftritt oder sich bereits bei ansonsten nicht belastenden Tätigkeiten bemerkbar macht. Die Unterversorgung mit Sauerstoff führt zu einer körperlichen Schwäche und einer Mehrbelastung des gesamten Körpers, was schwerwiegender Folgen haben kann.

Schematischer Aufbau (Anatomie) der menschlichen Lunge.

Ursachen

Die Ursachen für Atemnot bei Belastung sind sehr vielfältig. Eine nicht pathologische Ursache stellt hierbei die schlichte Überlastung dar. Eine ungewohnte Aktivität - beispielsweise das Sprinten - kann bei ungeübten Personen schnell zu Atemnot führen. Dem liegt mangelnde körperliche Fitness zugrunde. Übergewicht setzt diese Schwelle herab.

Besonders häufig sind bei auftretender Atemnot die Lungen beteiligt. Hier kommen Krankheiten, wie zum Beispiel Bronchitis, eine Lungenentzündung oder eine hartnäckige Erkältung, infrage. Aber auch schwerwiegende Schäden an den Lungen können Atemnot begünstigen. Umweltgifte, Tabakrauch und weitere Schadstoffe führen oftmals zu der Ausbildung einer COPD und somit zwangsweise zu Luftnot. Auch eine mechanische Beschädigung der Lunge kommt in Betracht. Bronchien können sich verlagern oder zusammenfallen und die Luftröhre kann sich verschieben. Asthma ist ebenfalls häufig beteiligt. Lungentumore verursachen ebenfalls Atemprobleme.

Eine Herzschwäche kann ein Auslöser sein. Pumpt das Herz nicht mehr stark genug, ist die Sauerstoffversorgung der Organe und Muskeln nicht ausreichend und der Körper beginnt, nach Sauerstoff zu verlangen. Gleiches geschieht im Falle mehrerer Bluterkrankungen, wie zum Beispiel der Anämie, bei welcher mangels Erythrozyten nicht genug Sauerstoff in die Organe und Muskeln transportiert werden kann.

Außerdem sind an der Atmung viele Nerven und Muskeln beteiligt. Sind sie erkrankt oder beschädigt, kann es zu Atemnot bei Belastung kommen. Dies kann auch durch Alkohol, Medikamente oder andere Substanzen bedingt sein. Eine Atemnot, die ohne Begleitsymptome wie Husten oder Auswurf ausschließlich bei körperlicher Belastung auftritt, deutet in den meisten Fällen auf eine fortschreitende Schädigung der Atemwege oder des Herzens hin, seltener auf Lähmungen oder eine massive Zerstörung der Atemwege.

Krankheiten

Atemnot unter Belastung kann auf verschiedene Lungenerkrankungen hindeuten.

Wann zum Arzt?

Tritt die Atemnot nur sehr selten auf, kann sogar die Tagesform entscheidend sein. Stellt der Betroffene fest, dass die Atemnot bei Belastungen, die ihm sonst kaum Anstrengung abverlangten, gehäuft auftritt, ist ein Gang zum Arzt angezeigt. Eine solche Form der Verschlechterung der Atmungsaktivität deutet immer auf ein Leiden hin. Zudem sind die Folgeschäden einer andauernden Sauerstoffunterversorgung schwerwiegend; sie betreffen unter anderem die Herzmuskulatur und das Gehirn. Eine sich verschlechternde Atmung ist außerdem oftmals derart, dass sie sich unbehandelt weiter verschlechtert.

Diagnose und Verlauf

Die genaue Diagnose ist eine Frage der Anamnese. Hierbei müssen die Lebensumstände, eventuelle Infektionen, Muskelschäden, Nervenschäden und Herzschäden in Betracht gezogen werden. Häufig hilft auch ein Blick auf eventuell vorhandene Nebensymptome wie Husten oder Müdigkeit. Die Diagnose kann zudem weitere Untersuchungen der Lunge (beispielsweise des Lungenvolumens) und der körperlichen Fitness umfassen. Der Verlauf einer Krankheit, die Atemnot bei Belastung herbeiführt, kann akut (Bronchitis, Vergiftung usw.) oder chronisch (COPD, chronische Bronchitis, Lungenkrebs usw.) sein.

Komplikationen

Eine Sauerstoffunterversorgung kann in schwerwiegenden Fällen zum Muskel- und Herztod führen. Stürze und weitere Koordinationsprobleme treten bei eingeschränkter Muskelfunktion auf und können zu Unfällen führen. Mehren sich zudem die Situationen, in denen eine Dyspnoe auftritt, kann der Betroffene auch von nächtlichen Atemaussetzern betroffen werden. Diese sorgen für eine dauerhafte Erschöpfung und können zu einer Herzinsuffizienz führen. Atemnot bei Belastung kann zu krampfhaftem Husten, weiteren Muskelverkrampfungen und zu einem Herzstillstand führen. Zudem ist der häufige Folgeschaden Bluthochdruck mit einer ganzen Reihe an Folgekomplikationen verbunden.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung bezieht sich bei akut auftretender Atemnot bei Belastung auf eine zugrunde liegende Krankheit. Bei harmlosen Formen der Bronchitis ist hierbei oftmals keine besondere Maßnahme vonnöten. Bettruhe und das Abhusten von Sputum genügen zumeist. Im Falle bakterieller Infektionen kommen Antibiotika zum Einsatz. Dies betrifft Lungenentzündungen und andere sekundäre Infektionen, die bei einer Bronchitis auftreten können.

Liegt der einsetzenden Atemnot eine schwerere Lungenschädigung zugrunde, erschöpft sich die Behandlung in der Therapie der Symptome. So können lungenweitende Medikamente, Inhalationen und ähnliches verschrieben werden, die die Aufnahmefähigkeit - das Lungenvolumen - steigern. Auch Atemübungen sind Teil der Therapie.

Bei vorliegenden Herzfehlern müssen diese nach Möglichkeit medikamentös behandelt oder operativ korrigiert werden. Erkrankungen von Nerven und Muskeln im Bereich des Atemapparates erfordern jeweils eine eigene Therapie, die Krampflöser, nervenstimulierende Mittel, Vitamingaben und vieles mehr beinhalten kann.

Schwerwiegende Systemerkrankungen, die eine Kurzatmigkeit verursachen, benötigen hierbei eine auf sie abgestimmte Therapie, die im Einzelfall zu klären ist. Im Falle einer nicht begründeten Kurzatmigkeit bei Belastung kann auch moderates Training helfen. Radfahren und Laufen sind ideale Mittel, um die gesamte Lungen- und Herztätigkeit zu verbessern. Zudem ist das Einatmen von Schadstoffen zu vermeiden.

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Aussicht und Prognose

Während bei pathologischen und behandelbaren Auslösern - Bakterien, Muskelentzündungen usw. - davon ausgegangen wird, dass sich die Atemnot mit dem Abklingen der Krankheit bessert, sind irreparable Schäden an Lunge und Herz meist ein Garant für eine dauerhaft verschlechterte Atemleistung. Hier können Symptome lediglich gelindert oder in ihrem Fortschreiten gehindert werden. Zudem sind akut auftretende Auslöser von Luftnot häufig: Ein Erwachsener erkrankt pro Jahr durchschnittlich viermal an einer Bronchitis. Das Risiko für Kurzatmigkeit steigt mit dem Körpergewicht und einem Mangel an Bewegung an. Entsprechend steigen auch die Risiken für Folgeschäden.

Vorbeugung

Zum Vorbeugen der Kurzatmigkeit kommen zumindest im Zusammenhang mit selbst verschuldeten Faktoren dreierlei vorbeugende Maßnahmen in Betracht. So sollte das Rauchen unterlassen werden. Schon geringe Mengen regelmäßigen Sports - vor allem Ausdauersport - erhöhen die Atemleistung und stärken das Herz. Übergewicht sollte ebenfalls in Form von Sport und gesunder Ernährung entgegen getreten werden. Und auch Belastungen der Lunge durch Staub, Dämpfe und andere Schadstoffe sollten begrenzt werden.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Suttorp, N. et al.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2003
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008


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