Raucherhusten

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 14. November 2021
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Raucherhusten ist eine Erkrankung der Atemwege, die sich im Laufe der Zeit zu COPD entwickelt, der chronisch obstruktiven Bronchitis. Zigaretten- und Tabakrauch sind pures Gift für die Lunge als auch für die oberen Atemwege. Der Raucherhusten zählt zu den häufigsten Lungenerkrankungen, die im weiteren Verlauf zu Lungenkrebs und somit zum Tod führen können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Raucherhusten?

Raucherhusten ist eigentlich eines der Hauptsymptome der chronisch obstruktiven Bronchitis, auch bekannt als COPD, wobei jedoch im allg. Sprachgebrauch der Raucherhusten selbst als Krankheit bezeichnet wird.

Tabak- und Zigarettenrauch enthalten Giftstoffe, die die Atemwege reizen, verunreinigen und auf Dauer schädigen. Als Gegenreaktion produzieren die Bronchien vermehrt Schleim, um sich auf der einen Seite vor den Giften zu schützen, jedoch um auch die schädlichen Ablagerungen abtransportieren zu können.

Der Raucherhusten entwickelt sich kontinuierlich über mehrere Jahre hinweg und wird von den Betroffenen häufig unterschätzt. Raucherhusten bzw. COPD ist nicht heilbar.

Schematischer Aufbau (Anatomie) der menschlichen Lunge.

Ursachen

Ursache des Raucherhustens ist das Rauchen. Jahrelanger Tabakkonsum in Form von Zigarren oder Zigaretten schädigen die Atemwege und die Lunge auf Dauer. Schädigend ist auch das Rauchen von Wasserpfeifen, die als Shisha oder Bong bekannt sind, da hierbei auch Tabak verwendet wird.

Tabak enthält mehrere hundert Giftstoffe, die zusammen mit dem Tabakrauch eingeatmet werden. Diese verschmutzen die Lunge, verkleben die Flimmerhärchen und zerstören nachhaltig das Lungengewebe.

Des Weiteren werden sämtliche Giftstoffe in der Lunge abgelagert und ans Blut abgegeben, so dass die Giftstoffe sich mittels des Blutkreislaufes über den gesamten Körper verteilen. Der Raucherhusten ist oftmals Ursache für weitere Erkrankungen.

Durch Rauchen kommt es zu Schädigungen der Lunge und der Atemwege. Dieses führt zu einem Raucherhusten, welcher ärztlich untersucht werden sollte.

Wann zum Arzt?

Viele Raucher quält am frühen Morgen regelmäßig ein heftiger, trockener Husten, den die Betroffenen als Konsequenz ihres Nikotinkonsums meist einfach hinnehmen. Dieser Husten indiziert aber regelmäßig eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), die unbedingt ärztlich behandelt werden muss.

Insbesondere wenn der Raucherhusten jeden Morgen auftritt, Betroffene auch tagsüber regelmäßig von Hustenattacken gequält werden oder der Hustenreiz sogar den Nachtschlaf stört, sollte zeitnah ein Lungenspezialist aufgesucht werden. Denn hinter diesen Symptomen können sich ein Lungenemphysem oder eine chronisch-obstruktive Bronchitis verbergen. Da etwa 30 Prozent der Patienten, die an COPD erkranken, nie Zigaretten konsumiert haben, sollten auch Nichtraucher mit entsprechenden Symptomen zügig zum Arzt gehen.

Gleiches gilt für Personen, die in jungen Jahren an einer viralen Lungenentzündung erkrankt sind, da für diesen Personenkreis ein erhöhtes Risiko besteht, COPD zu entwickeln. Verändert sich ein bereits seit längerem bestehender Raucherhusten ist Vorsicht geboten. Tritt Raucherhusten plötzlich in Kombination mit Atemnot, Schmerzen in der Brust oder blutigem Auswurf auf, besteht der Verdacht auf Lungenkrebs. In diesem Fall sollte sofort ein Pneumologe konsultiert werden.

Symptome und Verlauf

Der Raucherhusten ist eine schleichende Erkrankung, die in den meisten Fällen von den Betroffenen nicht ernst genommen wird. Erste Symptome sind ein leichter, täglich auftretender Reizhusten, der sich im Laufe der Zeit zu einem Husten mit Auswurf weiterentwickelt. Durch die stetig wachsende Schleimbildung als auch durch die Giftstoffe des Tabaks, verringert sich das Atemvolumen, so dass es zu Kurzatmigkeit kommt. Die geringste körperliche Anstrengung wie z.B. Treppensteigen, bringt den Erkrankten im wahrsten Sinne des Wortes aus der Puste. Vor allem morgens nach dem Aufstehen ist der Husten sehr ausgeprägt und z.T. mit Schmerzen verbunden. An Raucherhusten erkrankte Personen weisen oftmals Atemgeräusche auf.

Der Verlauf beim Raucherhusten kann als chronisch bezeichnet werden, da sich die Entwicklung oftmals über mehrere Jahre hinzieht. Unbehandelt entwickelt sich der Raucherhusten bzw. die COPD stetig weiter. Häufig auftretende Entzündungen und eine Verengung der Atemwege sind die Folge. Die Lunge ist nicht mehr in der Lage genügend Sauerstoff aufzunehmen und ans Blut abzugeben. Dadurch kommt es zu einer Minderversorgung des Herzens, des Gehirns als auch der übrigen Organe. Neben Lungenkrebs können Herzinfarkt und Schlaganfall die Folge des Raucherhustens sein. Unbehandelt für Raucherhusten im weiteren Verlauf zum Tod.

Diagnose

Bei ersten Anzeichen des Raucherhustens sollte der Hausarzt aufgesucht werden, der nach der Anamnese einen sog. Lungenfunktionstest durchführt, welcher Aufschluss darüber gibt, inwieweit das Atemvolumen des Betroffenen schon beeinträchtigt ist. Diagnostiziert wird der Raucherhusten bzw. die COPD durch einen Pneumologen. Der Lungenspezialist führt weitere Lungenfunktionstests durch. Des Weiteren werden Röntgenaufnahmen angefertigt, um etwaige Schäden an der Lunge frühzeitig erkennen zu können. Eine Kernspintomographie gibt zusätzlichen Aufschluss darüber, inwieweit die Lunge schon geschädigt wurde.

Behandlung und Therapie

Der wichtigste Schritt bei der Behandlung des Raucherhustens ist der völlige Verzicht auf Tabak- und Zigarettenrauch. Nur dadurch können weitere Schäden verhindert werden. Dem Betroffenen muss bewusst gemacht werden, dass Raucherhusten bzw. die chronisch obstruktive Bronchitis nicht heilbar ist. Es können die Symptome behandelt werden, aber die ursprüngliche Funktion der Lunge lässt sich nicht wieder herstellen.

Entzündungen oder Reizzustände können mittels Medikamente behandelt werden. Eingesetzt werden u.a. Antibiotika. Unterstützend werden Sauerstofftherapien durchgeführt, wodurch die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff erhöht werden kann, was wiederum den Allgemeinzustand des Betroffenen verbessert.

Bewährt hat sich beim Raucherhusten die sog. Atemphysiotherapie. Hierbei wird dem Erkrankten vermittelt, wie er seine Körperhaltung optimiert. Des Weiteren werden spezielle Atemtechniken geschult.

Eingesetzt werden auch sog. PEP-Geräte, welche einen Ausatemdruck erzeugen, der eine Stärkung der Atemwege zur Folge haben kann und auch das Abhusten des Schleims erleichtern soll. Wichtig ist auch ausreichende körperliche Bewegung an der frischen Luft.

Zeigen die medikamentöse als auch physiotherapeutische Behandlung keine Wirkung, so ist der letzte Ausweg den Raucherhusten zu behandeln eine Operation. Da sich im Verlauf der Erkrankung die Atemwege immer weiter verengen, wird mittels eines operativen Eingriffes versucht diese wieder zu erweitern.

Bei weiterem Fortschreiten der Krankheit bleibt zum Schluss oftmals nur die Möglichkeit einer Lungentransplantation übrig. Jedoch aufgrund äußerst geringer Spenderorgane ist die Wahrscheinlichkeit einer Lungentransplantation gleich Null.


Vorbeugung

Um einem Raucherhusten vorzubeugen, sollte von Beginn an auf das Rauchen von Tabak und anderen Genussmitteln (dazu gehören auch Shisha- und Bong-Wasserpfeifen) verzichtet werden. Wer schon raucht, der sollte so schnell wie möglich mit dem Rauchen aufhören, um weitere Schäden an der Lunge zu vermeiden. Um die Atemwege und die Lunge gesund zu erhalten, ist ausreichend körperliche Bewegung eine gute prophylaktische Maßnahme.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Suttorp, N. et al.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2003
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der aktuellen medizinischen Fachliteratur und fundierter wissenschaftlicher Quellen verfasst.
Qualitätssicherung durch: Dr. med. Nonnenmacher
Letzte Aktualisierung am: 14. November 2021

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