Warme Extremitäten

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 1. Juni 2017
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Vor allem Nachts leiden viele Personen unter warmen Extremitäten. Aber kaum einer weiß, welche Erkrankungen hinter diesen stecken können. Dies macht eine Diagnose und die Findung der richtigen Behandlungsmethode für warme Extremitäten oft schwer.

Inhaltsverzeichnis

Was sind von warmen Extremitäten?

Als warme Extremitäten werden Körperregionen bezeichnet, die ohne eine äußere Quelle von Wärme warm werden. Grundsätzlich handelt es sich hierbei um die Arme und Beine der betroffenen Person. Dieses Leiden bricht besonders häufig in Ruhe aus und quält betroffene Personen in der Nacht. Dies kann sich in starken Schmerzen, einem Gefühl der Taubheit, neurologischen Ausfällen und einem Kribbeln zeigen.

Des Weiteren sind die betroffenen Extremitäten verfärbt. Eine rote bis tiefrote Färbung ist keine Seltenheit. Zusätzlich tritt an den Extremitäten eine starke Schwellung auf, die besonders auf Druck sehr schmerzhaft reagiert. Warme Extremitäten treten meist zusammen mit anderen Erkrankungen auf und gelten als Folge beziehungsweise als Symptom von diesen.

Ursachen

Warme Extremitäten können viele Ursachen haben. Durch die Einnahme von bestimmten Medikamenten können diese ausgelöst werden. Dies sind vor allem Medikamente, die die Gefäße erweitern. Hierdurch kann es zu einer starken Durchblutung kommen, die sich in Form von warmen Extremitäten zeigt. Dies gilt als eine der häufigsten Ursachen für warme Extremitäten.

Zudem treten warme Extremitäten meist als Folge einer zugrundeliegenden Erkrankung auf. Hier kommen eine Entzündung der Venen, eine Thrombose, Gicht, eine Gelenkentzündung oder eine Sehnenscheidenentzündung in Frage. Aber auch das Burning-Feet-Syndrom, das Restless Legs Syndrom, Multiple Sklerose oder eine rheumatoide Arthritis können hinter den warmen Extremitäten stecken.

Das Burning Feed Syndrom und das Restless Legs Syndrom werden dabei durch Vererbung übetragen. Allerdings muss dies nicht in jeder Generation zum Ausbruch kommen. Des Weiteren kann eine Schädigung des Rückenmarks und eine Erkrankungen des Stoffwechsels eine Ursache darstellen und sollten bei der Diagnose von warmen Extremitäten berücksichtigt werden.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Bei warmen Extremitäten sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Hier handelt es sich in der Regel um eine andere Erkrankung, die zu diesem Symptom führt und daher behandelt werden sollte. Die Behandlung durch einen Arzt ist vor allem dann notwendig, wenn die warmen Extremitäten permanent auftreten und nicht von alleine verschwinden.

Sie können auch nach der Einnahme von bestimmten Medikamenten aufkommen. In diesem Fall ist eine Beratung durch den Arzt notwendig, da das Medikament gewechselt werden sollte. Die Behandlung durch den Arzt ist auch dann notwendig, wenn die warmen Extremitäten mit Schmerzen verbunden sind. Diese können auf Gicht, Thrombose oder eine Entzündung der Venen hindeuten.

Um die warmen Extremitäten vorzubeugen, können bestimmte Körperteile mit kaltem Wasser abgeduscht werden. Weiterhin kann das Symptom durch eine Erkrankung des Stoffwechsels auftreten. Sollten die warmen Extremitäten daher auch von Durchfall oder Bauchschmerzen begleitet sein, ist eine Behandlung durch den Arzt notwendig. Sie führt in den meisten Fällen zum Erfolg und verläuft ohne weiterer Komplikationen.

Diagnose und Verlauf

Bei der Diagnose von warmen Extremitäten wird der Arzt zuerst ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten führen. Hier werden die Beschwerden, die Dauer und mögliche Vorerkrankungen abgeklärt. Anschließend wird der Arzt in einer körperlichen Untersuchung sich die warmen Extremitäten genau anschauen und abtasten. Zudem kann eine Messung des Drucks im Blut einen Aufschluss geben.

Zur Sicherheit erfolgt zuletzt noch eine Blutentnahme, die im Labor untersucht wird. Hierdurch können mögliche andere Erkrankungen ausgeschlossen werden. Sofern sich allerdings ein Verdacht einer solchen Erkrankung stellt, werden weitere spezielle Behandlungsmethoden gewählt, um eine eindeutige Gewissheit zu erlangen. Nur so kann die richtige Behandlungsmethode gewählt werden.

Der Verlauf der Erkrankung an warmen Extremitäten bleibt nach erfolgreicher Behandlung folgenlos. Nur in sehr seltenen Fällen steckt eine ernste Erkrankung hinter den warmen Extremitäten.

Komplikationen

Warme Extremitäten können relativ unterschiedliche Ursachen haben, sodass eine allgemeine Prognose der Komplikationen nicht möglich ist. Allerdings ist es ratsam, immer einen Arzt aufzusuchen, wenn die Extremitäten über einen längeren Zeitraum warm sind und zu weiteren Einschränkungen im Leben führen. Nicht selten treten diese mit Stoffwechselstörungen auf, sodass der Patient auch an Durchfall und Erbrechen leidet. Sollte der Patient an Gicht erkrankt sein, so kommt es neben den warmen Extremitäten auch zu Fieber und zu starken Schmerzen an den Extremitäten. Diese können ebenfalls durch die Einnahme von bestimmten Medikamenten entstehen. Dabei sollten diese nach Rücksprache mit einem Arzt abgesetzt oder durch andere Medikamente ersetzt werden. In der Regel treten weiterhin keine Komplikationen auf. Schmerzen können mit Hilfe von Schmerzmitteln oder einer Schmerztherapie behandelt werden. Ebenfalls sind Physiotherapien oder Stresstherapien möglich, um das Symptom einzuschränken. Die Beschwerden werden dabei schnell gelindert und es treten keine weiteren Beschwerden auf. Die Lebenserwartung wird in den meisten Fällen durch die warmen Extremitäten nicht verringert.

Behandlung und Therapie

Nachdem die Diagnose von warmen Extremitäten gestellt wurde, erfolgt eine individuell angepasste Behandlung für den Patienten. Sofern die Ursache in der Einnahme von bestimmten Medikamenten liegt, müssen diese abgesetzt oder durch andere Medikamente ersetzt werden. Hierdurch verschwinden die warmen Extremitäten von ganz alleine und sorgen für eine sofortige Linderung.

Wenn die warmen Extremitäten allerdings nur eine Folge einer anderen Erkrankung darstellen, werden die warmen Extremitäten nicht behandelt. Hier wird sich einer Behandlung der Haupterkrankung zugewendet. Wenn diese erfolgreich kuriert wurde, sind auch die warmen Extremitäten in der Regel verschwunden. Des Weiteren können die Beschwerden mit Hilfe einer Schmerztherapie in Form der Verabreichung von Medikamenten den betroffenen Personen helfen. Diese Methode kann je nach Ursache unterschiedlich ausfallen und mit weiteren Behandlungsformen kombiniert werden.

Zudem schwärmen viele Patienten über eine gleichzeitig stattfinde Akupunktur. Zusätzlich kann auch eine Physio- oder Ergotherapie zum Erfolg einer Behandlung von warmen Extremitäten führen. Hier werden gezielte Übungen mit den betroffenen Personen eingeübt, die man auch zu Hause selber nachmachen kann. Diese helfen besonders den Gefäßen und lindern sehr schnell die Beschwerden, die durch warme Extremitäten und einer eventuelle zugrundeliegenden anderen Erkrankung verursacht werden.



Vorbeugung

Zur Vorbeugung von warmen Extremitäten kann man viel machen. So ist ein Absetzten von Medikamenten, sofern diese die warmen Extremitäten auslösen, unter ärztlicher Kontrolle sinnvoll. Zudem kann es helfen die warmen Körperteile mehrmals täglich mit kaltem Wasser abzuduschen. Dies sollte vor allem kurz vor dem zu Bett gehen stattfinde. Denn in der Nacht treten die warmen Extremitäten am häufigsten auf. Wenn man zusätzlich auf seine Ernährung und ausreichend sportliche Betätigung achtet, kann dies stark vorbeugend gegen warme Extremitäten sein.

Bücher über warme Extremitäten

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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