Ergotherapie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. August 2016
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Ergotherapie hat das Ziel, dass Betroffene sich im Alltag zurechtfinden und erkennen, wo ihre Stärken und Schwächen liegen. Sie zählt zu den medizinisch anerkannten Heilmitteln und wird von den Ärzten verordnet. Zur Ergotherapie gehört unter anderem, dass Patienten nach einem Unfall oder einer Operation lernen, trotz ihrer Defizite ein weitgehend eigenständiges Leben zu führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Ergotherapie?

Das Wort Ergo lässt sich aus der griechischen Sprache ableiten. Es bedeutet so viel wie handeln oder etwas leisten. Bei der Ergotherapie lernen Patienten, dass es nicht die großen und für jeden sichtbaren Handlungen sind, welche ihre Lebensqualität verbessern.

Die Behandlung richtet sich nicht nur an Senioren. Kinder und Jugendliche, die durch psychische Erkrankungen oder einen Unfall eingeschränkt sind, gehören ebenfalls zu den Patienten. Eine Therapie kann im häuslichen Bereich oder am Arbeitsplatz erfolgen. Auch der Besuch in der Praxis des Ergotherapeuten ist möglich.

Anwendung und Funktion

Eine Arthrose macht sich häufig in den Gelenken von Händen und Knien bemerkbar. Betroffene leiden nicht nur an den permanenten Schmerzen. Häufig sind sie in ihren Bewegungen so sehr eingeschränkt, dass sie ihren Alltag nicht mehr bewältigen können. Ergotherapeuten zeigen ihnen, welche Hilfsmittel es gibt. Gleichzeitig legen sie Wert darauf, dass Patienten ihre Ressourcen erkennen und diese gezielt einsetzen.

Menschen, die durch einen Unfall plötzlich behindert sind, werden durch die Ergotherapie individuell unterstützt. Sie lernen, wie sie mit ihren Einschränkungen umgehen können. Das sogenannte Kompensationstraining gehört zu den Angeboten der Therapeuten. Ein Beispiel dafür ist das Erlernen von der Rechtshändig- zur Linkshändigkeit. Ist die eine Seite gelähmt, übernimmt die andere Seite alle Aufgaben.

Funktionsstörungen im Bereich der Sprache führen dazu, dass die Betroffenen ihrer Umgebung nicht oder nur unzureichend ihre Wünsche mitteilen können. Gemeinsam mit dem Ergotherapeuten entwickeln sie ein Konzept und erlernen dabei, wie sie sich nonverbal äußern können.

Defizite im Bereich der Merkfähigkeit oder Konzentrationsstörungen können mit speziellen Programmen trainiert werden. Diese sind häufig computergesteuert und jede Sitzung wird aufgezeichnet. Anhand von Grafiken und Tabellen können Patient und Therapeut genau nachvollziehen, wie erfolgreich die Behandlung ist.

Methoden und Verfahren

Prävention gehört bei allen Therapien zum Standard. Das heißt, dass sobald die ersten Symptome einer Leistungsminderung der Ergotherapeut aufgesucht werden sollte. Drohende Einschränkungen können hinausgezögert werden. Das gilt nicht nur bei älteren Menschen. Es gibt einige Erkrankungen, die fortschreitend sind und mit der Zeit dazu führen, dass Betroffene pflegebedürftig werden. Multiple Sklerose oder Osteoporose gehört dazu.

Gemeinsam mit seinem Patienten arbeitet der Therapeut daran, dass dieser trotz Bewegungseinschränkungen seinen Alltag bewältigt. Dazu zählt auch, dass der Umgang mit Hilfsmitteln geübt wird. Menschen, die aufgrund eines Unfalls oder einer schweren Erkrankung ihren Beruf nicht mehr ausüben können, profitieren vom Wissen der Ergotherapie. Sie lernen, wie sie trotz ihrer Beeinträchtigungen im Berufsleben ihren Mann stehen können.

Was muss der Patient beachten?

In der Regel ist es der Hausarzt, welcher den Gang zum Ergotherapeuten rät. Er wird seinem Patienten erklären, was er unter der Maßnahme zu verstehen hat. Gleichzeitig hilft er ihm bei der Suche nach guten Fachleuten. Am Ende der Maßnahme muss jeder sich im Klaren darüber sein, dass die Arbeit für ihn erst anfängt. Nur wenn er dauerhaft das umsetzt, was er in der Ergotherapie lernte, hatte sie Erfolg. Auch die Hilfsmittel müssen konsequent gebraucht werden.

Handelt es sich bei den Patienten um psychisch Kranke, müssen sie zunächst Vertrauen zum Therapeuten aufbauen. Das gestaltet sich oft schwierig und verlangt ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl vonseiten des Ergotherapeuten.

Ablauf und Durchführung

Beim ersten Besuch des Ergotherapeuten wird sich dieser viel Zeit für die Anamnese nehmen. Er wird fragen, welche Ziele der Patient hat und was er sich von der Therapie verspricht. Er zeigt ihm ebenfalls auf, was in seiner speziellen Situation möglich ist.

Ganz wichtig ist dabei, dass die Ziele nicht zu hoch gesteckt sind. Mit kleinen Schritten zum Erfolg kommen, das macht eine gute Ergotherapie aus. Die eigenen Stärken ausbauen und sich nicht nach den vergangenen Tagen sehnen. Das sind Schwerpunkte, ohne die selbst der beste Therapeut nicht effektiv arbeiten kann.

Das häusliche Umfeld interessiert ihn ebenfalls. Fragen nach dem Familienstand, der Größe der Wohnung und ob ein Haustier vorhanden ist, gehören auch zur Anamnese. Im Anschluss daran erkundigt sich der Therapeut, in welchen Situationen die Beeinträchtigungen auftreten. Er möchte wissen, ob Hilfsmittel vorhanden sind und wie diese aussehen.

Im Laufe der Zeit wird er einen Hausbesuch vorschlagen, um seinen Patienten im persönlichen Umfeld zu erleben. Stationäre Besuche in Pflegeeinrichtungen gehören zum Angebot der Ergotherapeuten.



Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

In stationären Einrichtungen gehört die Ergotherapie zu den Sätzen, die zwischen ihnen und den Krankenkassen vereinbart wurden. Der Patient muss also nicht dafür bezahlen. Auch eine Zuzahlung entfällt. Die Situation stellt sich anders dar, wenn die Therapie ambulant stattfindet. Wird sie von einem Arzt rezeptiert, zahlt die Krankenkasse. Das einfache Rezept genügt dann aber nicht. Es muss glaubhaft dokumentiert sein, warum die Therapie wichtig ist.

Der Patient muss eine Grundgebühr pro Rezept und für jede Behandlung einen prozentualen Beitrag entrichten. Bei Kindern, die eine ergotherapeutische Behandlung verschrieben bekommen, zahlt die Krankenkasse den vollen Betrag.

Jeder Mensch hat das Recht, auch ohne Rezept die Hilfe des Therapeuten in Anspruch zu nehmen. Allerdings muss er jede Behandlung selbst bezahlen. Privat Versicherte sollten sich vor dem Behandlungsbeginn mit ihrer Krankenkasse in Verbindung setzen. Die Sachbearbeiter klären dann die Kostenfrage und Patienten können sich frühzeitig darauf einstellen.

Risiken, Gefahren und Komplikationen

Wer sich an die Hinweise des Fachmanns hält, wird keine Nebenwirkungen verspüren. Das gilt besonders dann, wenn ein neues Hilfsmittel angeschafft wurde. Gemeinsam mit dem Therapeuten wird dessen Handhabung geübt. Das kann zum Beispiel die Umstellung von einem normalen Rollstuhl zu einem Produkt mit Elektroantrieb sein. Oder der Einsatz einer Badehilfe. Mit einer guten Einweisung kommen Patienten damit wesentlich schneller zurecht.

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