Hashimoto (-Thyreoiditis)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 1. Juli 2015
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Damit die Zellen im Körper wissen, wann sie was tun müssen, braucht es Botenstoffe, auch Hormone genannt, die unter anderem von der Schilddrüse produziert werden. Beim Hashimoto, einer Schilddrüsenerkrankung, kommt dieser Hormonhaushalt aus der Balance.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Hashimoto (-Thyreoiditis)?

Anfang des 20. Jahrhunderts beschrieb der aus Japan stammende Arzt Hakaru Hashimoto in Berlin eine Erkrankung, die er nach sich selbst benannte: die Hashimoto-Thyreoiditis (kurz: Hashimoto). Damit bezeichnete er erstmals eine bis dahin unbekannte Erkrankung, von der Frauen unverhältnismäßig häufiger betroffen sind als Männer.

Da der Hashimoto weitgehend über kein charakteristisches Krankheitsbild verfügt und die Symptome, wenn überhaupt, dann unscheinbar und erst über längeren Zeitraum verteilt auftreten, entdeckte Dr. Hashimoto die Erkrankung zufällig bei der Untersuchung von Leichen. Er entdeckte, dass diese über eine anormale Schilddrüse verfügten. Bei seinen genaueren Untersuchungen erkannte er, dass bei Betroffenen des Hashimotos in der Schilddrüse Teile des Immunsystems vorkamen, namentlich weiße Blutkörperchen, die allerdings dort nichts zu suchen hatten.

So stellte Dr. Hashimoto schon damals fest, dass es eine Autoimmunerkrankung sein muss, also eine durch das körpereigene Immunsystem verursachte Erkrankung der Schilddrüse. Nun sind über 100 Jahre seit der erstmaligen Beschreibung des Hashimotos vergangen und die Medizin ist bis heute immer noch keinen Schritt über diese anfänglichen Erkenntnisse hinaus. Deshalb zählt die Hashimoto-Thyreoiditis zu den chronischen und somit unheilbaren Erkrankungen der Schilddrüse.

Ursachen

Was die Reaktionen des Immunsystems auslöst, die zum Hashimoto führen, ist, wie bereits erwähnt, bis heute noch unklar. Namentlich handelt es sich um einen vom Immunsystem selbst gebildeten Antikörper, der die Peroxidase-Enzyme der Schilddrüse aus unerklärlichen Gründen angreift und vernichtet.

Erreger als Verursacher der Erkrankung kommen somit nach herrschender Meinung nicht infrage. Trotzdem gibt es einige Lösungsansätze, die meinen, dass eine vorhergegangene virale Erkrankung das Immunsystem dergestalt ramponiert hat, dass dieser fälschlicherweise körpereigene Zellen, vorliegend die Peroxidase-Enzyme der Schilddrüse, für Schadzellen identifiziert und bekämpft. Beleg für diese Theorie konnten allerdings keine geliefert werden.

Einer anderen Theorie zufolge soll die überhöhte Zufuhr von Jod Schuld am Hashimoto sein. Bekannt ist zwar, dass Jod von der Schilddrüse eingespeist wird und eine überhöhte Zufuhr zu Störungen führen kann. Bewiesen ist allerdings nicht, inwieweit ein zu hoher Jodspiegel im Körper sich auf das Immunsystem als Ursache des Hashimotos auswirkt.

Symptome und Verlauf

Symptome krankhafter Schildrüsenveränderungen durch Hashimoto -Thyreoiditis (Schilddrüsenüberfunktion, Schildrüsenunterfunktion).

Die Hashimoto-Thyreoiditis verläuft ohne eindeutiges klinisches Bild, das heißt, es gibt zwar äußerliche Symptome, die aber über einen längeren Zeitraum verteilt sind und deshalb nicht als solche erkannt werden. Dazu gehören beispielsweise die aufgrund des gestörten Hormonspiegels Wachstumsverzögerungen gerade bei jüngeren Betroffenen, sowie eine schleichende Schwerhörigkeit.

Häufig kommt ferner die Gewichtszunahme vor, weil die Fehlfunktion der Schilddrüse in die Wasseransammlung im Bindegewebe sowie eine gestörte Verdauungsfunktion mündet, was letztlich das Gewicht des Betroffenen steigen lässt. Bei älteren Erwachsenen ist in diversen Studien sogar der Libidoverlust beobachtet worden, was Mediziner ebenfalls mit der infolge des Hashimotos gestörten Hormonbildung der Schilddrüse in Verbindung bringen.

Allein die vergrößerte Schilddrüse gilt als einziges markantes Symptom, das gleich zu Beginn eines Hashimotos sich zeigt. Allerdings verursacht sind keine Schmerzen, sodass sie vom Patienten nicht erkannt wird, sondern nur bei Folgeuntersuchung auffällt, die bei Vorliegen anderer Indizien vorgenommen werden.

Diagnose

Zwar spielen beim Hashimoto keine Krankheitserreger eine Rolle, trotzdem kann mit einem Bluttest das Vorliegen der Schilddrüsenfehlfunktion ermittelt werden. Denn hier lässt sich der Antikörper nachweisen, den das Immunsystem selbst herstellt, womit die Schilddrüse angegriffen wird.

Allerdings darf die Diagnose hier nicht enden, denn es ist bekannt, dass bei einigen Patienten diese Antikörper nicht nachweisbar sind, obwohl ein Hashimoto vorliegt. Deshalb umfasst die Diagnose gleich mehrere Ansätze, wie beispielsweise das Ultraschallbild der Schilddrüse. Ihre unnatürliche Vergrößerung gilt als sicheres Zeichen für das Vorliegen einer Schilddrüsenfehlfunktion, die auf einen Hashimoto hindeuten kann.

Behandlung und Therapie

Der Hashimoto ist unheilbar. In der Konsequenz bedeutet dies, dass jeder Behandlungsansatz sich allein darauf beschränken kann, die Folgen des Hashimotos abzumildern, ohne die Ursache selbst beseitigen zu können. Die entschiedenste Folge der Schilddrüsenfehlfunktion ist ein aus den Fugen geratener Hormonhaushalt (Hormonstörungen). Deshalb müssen solche Hormone, die die Schilddrüse nicht oder nicht in der erforderlichen Menge produzieren kann, von außen zugeführt werden.

Da dies stets bedarfsgerecht erfolgen muss, gehen regelmäßige Blutuntersuchungen einher. Zeigt sich das Immunsystem besonders aggressiv, indem es die Schilddrüse großflächig vernichtet, werden Immunsuppressiva angewandt. Hierbei handelt es sich um Medikamente, die die Funktion des Immunsystems grundsätzlich drosselt. So sollen dann lebensbedrohliche Hormonschwankungen beim Hashimoto vorgebeugt werden.

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Vorbeugung

Wie bereits erwähnt, handelt es sich beim Hashimoto um eine Autoimmunerkrankung, dessen Auslöser bis heute unbekannt ist. Das bedeutet nicht nur, dass wie bei allen Autoimmunerkrankungen eine Heilung des Hashimotos nach derzeitigem Stand der Medizin nicht möglich ist, sondern dass er nicht einmal vorgebeugt werden kann.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

ankankgrie kommentierte am 09.10.2014 um 18:17 Uhr

Ich bin 52 Jahre alt und arbeite als Detailkonstrukteurin im Maschinenbau. Ich habe eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 45 Stunden - meist eher mehr als weniger. Der Termindruck ist sehr hoch und das Büro ist personell unterbesetzt. Ich sitze den überwiegenden Teil des Tages am Computer / Bildschirm. Dazu kommt, dass ich jeden Tag 1 Stunde als Pendlerin auf der Straße verbringe. Abgesehen vom Frühstück komme ich erst am Abend zu kleinen, warmen Mahlzeiten. Dann sind immer noch Haus-, Garten, und Renovierungsarbeiten angesagt. Wir haben das Haus der Schwiegereltern übernommen, an dem Jahrzehnte nichts mehr gemacht wurde. Aus zeitlichen Gründen komme ich sehr selten dazu meinen Fitnessraum regelmäßig zu nutzen. Trainiere ich erst um 21 oder 21.30 Uhr, kann ich nachts nicht schlafen.

Das zur Vorgeschichte. Zunächst habe ich eine Hörstörung im Hochtonbereich und bei Umgebungsgeräuschen festgestellt, dann eine unerklärliche massive Gewichtszunahme, sowie starke Konzentrationsschwierigkeiten, verlangsamtes Denkvermögen und Vergesslichkeit. Hinzu kamen Verdauungsprobleme und nächtliche Unruhezustände, aus denen Schlafmangel resultierte. Mit 48 Jahren blieb meine Periode aus.

Ich konsultierte meinen Hausarzt und bat ihn meine Schilddrüse zu prüfen. Die Laborwerte der Blutuntersuchung waren in Ordnung. Mein Hausarzt riet mir, ich solle mehr Sport machen und auf eine gesunde Ernährung achten, um mein Gewicht zu reduzieren. Außerdem wäre ich in den Wechseljahren und da seien hormonelle Schwankungen normal. Mein Frauenarzt hatte mir bereits ein Präparat gegen Wechseljahrsbeschwerden verschrieben, deshalb bekam ich keine sonstige Verordnung. Ich nahm diese Diagnose an und akzeptierte mein Älterwerden, sowie das Eintreten der Wechseljahre.

Es vergingen wieder ca. 3 Jahre. Ich nahm immer weiter zu, obwohl ich inzwischen auf vegetarische Ernährung umgestiegen war, weil ich mir eine Besserung der nächtlichen Unruhe erhoffte. Innerhalb von 10 Jahren hatte ich mich von Größe 36 auf Größe 50 (!) "hochgearbeitet". Im Büro konnte ich mich nur noch mit allergrößter Mühe und ständiger Selbstkontrolle auf meine Arbeit konzentrieren. Meine sonst guten Beurteilungsgespräche verliefen vernichtend. Man verwehrte mir für die nächsten Jahre eine Gehaltserhöhung und warf mir vor, dass meine Kollegen schneller arbeiteten. Mein Liebesleben kam zum Stillstand und meine Depressionen wurden schlimmer. Ich war ständig müde und nicht wirklich belastbar. Ich kam jeden Tag total fertig von der Arbeit und zu Hause kam ich mit dem Putzen nicht mehr hinterher.

Ich wollte mich nicht länger meinem Schicksal ergeben und recherchierte im Internet und stieß auf das Buch "Ständig wurde ich dicker und müder..." von Vanessa Blumhagen und auf die Krankheit Hashimoto-Thyreoiditis. Ich informierte mich über die Symptome und dachte - das ist es! Inzwischen hatte ich meinen Hausarzt gewechselt, weil ich mich nicht ernst genommen fühlte. Meine neue Hausärztin hörte mir zwar aufmerksam zu, konnte anhand meines Blutbildes jedoch auch nichts feststellen. Ich war entnervt und bestand schließlich auf eine Überweisung zu einem Schilddrüsenspezialisten. Dieser diagnostizierte schließlich Hashimoto-Thyreoiditis.

Momentan werde ich noch richtig eingestellt. Mein TSH (Schilddrüsenwert) liegt jetzt bei 1,54. Meine Ärztin ist damit zufrieden, ich fühle mich aber noch nicht wohl damit. Ich habe gelesen, das die meisten Patienten sich bei einem Wert nah 1,0 gut fühlen. Hier muss ich noch Überzeugungsarbeit leisten. Ich habe eine Kur beantragt und hoffe dort die ersten erfolgreichen Schritte zur Gewichtsreduzierung in die Wege zu leiten und mein Selbstwertgefühl zu stärken. Ich will mein altes Leben zurück oder zumindest eine starke Verbesserung der jetzigen Umstände erzielen.

Ich habe gelesen, dass 75% der erkrankten Patienten gar nichts von Ihrer Krankheit wissen. Das wundert mich nicht, da die meisten Hausärzte mit der Diagnose scheinbar aus Unwissenheit überfordert sind und sich dann mit Überweisungen zu Fachärzten zurückhalten. Hier müsste dringend Aufklärungsarbeit geleistet werden. Je eher die Krankheit diagnostiziert wird, umso besser. Im Frühstadium ist sie möglicherweise noch heilbar. Man stirbt nicht daran und man kann recht gut therapiert werden, aber die Patienten haben in der Regel eine lange und leidvolle Odyssee hinter sich bis die Diagnose endlich steht! Das muss unbedingt verbessert werden!!!

angel7 kommentierte am 31.05.2015 um 19:42 Uhr

Was super hilft ist täglich 100-200 Selen (Cefasel) Tabletten einzunehmen. Dies ist durch ein Studie belegt worden und ich kann es nur bestätigen. Wichtig ist es auch den Zink/Vitamin D und B 12 Spiegel kontrollieren. Ist bei Hashimoto alles in einem Mangelzustand.