Myofasziales Schmerzsyndrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 5. Juli 2015
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Das myofasziale Schmerzsyndrom ist ein Krankheitsbild, das häufig mit der Fibromyalgie verwechselt wird. Im Gegensatz zu dieser klagen Betroffene jedoch über lokal begrenzte Schmerzen und können die verhärteten Trigger-Points ertastet werden. Starke Schmerzen im Bewegungsapparat sind das wichtigste Merkmal des myofaszialen Schmerzsyndroms.

Inhaltsverzeichnis

Was ist myofasziales Schmerzsyndrom?

In Deutschland ist das myofasziale Schmerzsyndrom noch weitgehend unbekannt. In den USA werden jedoch seit einigen Jahren vermehrt Untersuchungen und Aufklärungen der behandelnden Ärzte durchgeführt, um Betroffenen zur Seite stehen zu können.

Als problematisch erweist sich vor allem die Abgrenzung der chronischen Schmerzen des myofaszialen Schmerzsyndroms zur Fibromyalgie. Denn das wichtigste Merkmal beider Krankheiten sind starke Schmerzen im Bewegungsapparat, deren Ursache nicht in Gelenken, Muskelerkrankungen, Knochenhaut oder neurologischen Problemen gefunden werden kann.

Ursachen

Die medizinische Forschung weiß bis dato nicht, welche Ursachen dem myofaszialen Schmerzsyndrom zugrunde liegen und ob genetische Dispositionen eine Rolle spielen. Es konnten jedoch Risikofaktoren und wahrscheinliche Auslöser bestimmt werden, deren Zusammenspiel das Auftreten der Krankheit begünstigt.

Zu diesen Risikofaktoren gehören psychischer Stress, Mangelernährung, hormonelle Störungen und Muskelschwäche. Diese Faktoren führen über längere Dauer zu einer Überbelastung des Muskels und der daraus resultierenden dauerhaften Kontraktion der Muskelstränge. Ein anhaltend verhärteter Triggerpunkt entsteht.

Unterschieden werden weiter die primäre und die sekundäre Form des myofaszialen Schmerzsyndroms: Die sekundäre Form ist eine Begleiterkrankung verschiedener Primärkrankheiten wie Arthrose oder neurologischen Erkrankungen.

Die Ursache des primären myofaszialen Schmerzsyndroms sind Überlastungen der Muskulatur durch Fehlhaltungen, Fehlbelastungen oder übermäßiges Training bei einem unzureichenden Fitnessgrad. Dann wird die Muskulatur schon durch geringe Belastungen überreizt, worauf sie mit Entzündungen reagiert. Die Unterscheidung der Formen ist für Patienten irrelevant, denn die Symptome sind identisch. Lediglich für die adäquate Behandlung der Krankheit muss die Ursache des myofaszialen Schmerzsyndroms gefunden werden.

Krankheiten

Symptome und Verlauf

Betroffene des myofaszialen Schmerzsyndroms klagen über lokal begrenzte, starke Schmerzen in der Muskulatur. Diese Schmerzen können in jeder Körperregion auftreten, sie müssen per Definition jedoch auf einen sogenannten Quadranten des Körpers beschränkt bleiben. Der Großteil der Patienten klagt über Schulterschmerzen, Beinschmerzen, Hüftschmerzen, auch Gesäßschmerzen sind häufig betroffen.

Das Beschwerdebild des myofaszialen Schmerzsyndroms ist vielseitig, sie kann sich in verschiedenen anderen Symptomen zeigen. Zudem überträgt sich der Schmerz durch die lokale Ausschüttung von Botenstoffen auf umliegende Körperstellen, sodass der Betroffene des myofaszialen Schmerzsyndroms selbst nicht mehr benennen kann, wo er Schmerzen hat.

Diagnose

Hierin zeigt sich bereits eine Problematik des myofaszialen Schmerzsyndroms: Die Diagnose fällt schwer, zumal sich die Krankheit nicht mit verschlechterten Blut- und Laborwerten bemerkbar macht. Die unauffälligen Blutwerte liefern jedoch erste Anhaltspunkte auf die Erkrankung und eine Möglichkeit zum Ausschluss anderer Ursachen.

Klagt ein Patient über diffuse Schmerzen, so muss der behandelnde Arzt zunächst den Bewegungsapparat auf Triggerpunkte untersuchen. Diese zeigen sich als tastbare, druckempfindliche Verhärtungen des Muskelbauchs, die bei Berührung Schmerzen in den umliegenden Körperstellen auslöst.

Zusätzlich werden eine eingeschränkte Beweglichkeit der Muskeln in diesem Gebiet und verstärkte Zuckungen bei Druckausübung festgestellt. Verhärtete Muskeln und verstärkte Zuckungen bei Druckausübung dienen der eindeutigen Abgrenzung von Fibromyalgie und myofaszialem Schmerzsyndrom.

Behandlung und Therapie

Da das myofasziale Schmerzsyndrom zumeist erst nach seiner Chronifizierung diagnostiziert wird, müssen sich Patienten damit abfinden, dass die Erkrankung nicht geheilt werden kann. Als Behandlungsziel gilt die Linderung der Symptome über Entspannung der Muskulatur und verbesserte Durchblutung der betroffenen Körperstelle.

Ärzte können Schmerzmittel und Muskelrelaxanzien verordnen. Diese sind jedoch kein Allheilmittel. Zusätzlich zur medikamentösen Therapie sollten unter Begleitung eines ausgebildeten Physiotherapeuten regelmäßige Wärmeanwendungen, Massagen und Dehnungsübungen durchgeführt werden. Diese Therapie eignet sich jedoch nur für leichte Fälle.

Bei schweren Formen des myofaszialen Schmerzsyndroms wird eine manuelle Triggerpunkt-Therapie eingeleitet. Der Therapeut, meist ein Osteopath, legt während der Akupunktur Nadeln in den Triggerpunkt und dehnt gleichzeitig den betroffenen Muskelstrang. Sollte auch diese Therapie nicht anschlagen, so bleibt die Einspritzung von Kochsalzlösungen, Lokalanästhetika oder Botulinumtoxin in den Triggerpunkt.

Das sekundäre myofasziale Schmerzsyndrom wird entsprechend der Grunderkrankung behandelt. Jede Therapie des myofaszialen Schmerzsyndroms erfordert die aktive Mitarbeit des Patienten. Selbsthilfegruppen und eine psychotherapeutische Begleitung helfen den Betroffenen, sich mit ihrer Krankheit abzufinden und ihr Leben mit dem myofaszialen Schmerzsyndrom zu gestalten.

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Vorbeugung

Da die medizinische Forschung bis dato keine Ursache für das myofasziale Schmerzsyndrom finden konnte, gibt es keine Vorschläge zur Prävention. Als sinnvoll erscheinen jedoch der Verzicht auf Risikofaktoren und eine dem Fitnesszustand angepasste regelmäßige Bewegung.

Wichtiger als die Prävention der Krankheit ist die psychische Stabilität der Patienten mit myofaszialem Schmerzsyndrom, um diesen ein glückliches Leben mit der Krankheit zu ermöglichen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Yvonne kommentierte am 09.12.2014 um 05:51 Uhr

Möglicherweise litt ich nicht unter dem myofaszialen Schmerzsyndrom, sollte dies aber doch der Fall sein, so kann ich sagen, dass diese Krankheit heilbar ist. Seit ca. 25 Jahren hatte ich lokal begrenzte Schmerzen. Aber nach 7 Jahren Training und spezieller Gymnastik, sowie zusätzlicher Muskelbehandlung nach Rolfes ist es mir gelungen meine fehlerhafte Körperstatik zu korrigieren. Daraus resultiert ein deutlicher Schmerznachlass! Man muss lediglich die Ursache finden und diese beseitigen! In meinem Fall war dies eine Überbelastung der Muskulatur durch eine erworbene Fehlstatik.

Hnni kommentierte am 03.10.2015 um 19:55 Uhr

Bei mir wurde die Diagnose Myofasziales Schmerzsyndrom gestellt. Ich habe krampfartige Schmerzen in der linken Leiste bis hin zum Unterbauch. Die Schmerzen treten auf wenn ich vom liegen bzw. sitzen aufstehe. Wenn ich in Bewegung bin, spüre ich fast keinen Schmerz. Starke Schmerzen habe ich auch im unteren Rücken (im Bereich der Lendenwirbelsäule). Ich mache zu Hause bestimmte Dehnübungen und habe auch schon mehrere Physiotherapien hinter mir (Triggerpunkt-Behandlung). Bis jetzt empfinde ich keine Schmerzerleichterung und bin psychisch am Ende. Nun will der Schmerztherapeut mir Botolinumtoxin spritzen. Wer hat Erfahrungen damit?