Herzfehler

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Januar 2015
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Herzfehler bezeichnen angeborene oder erworbene Strukturveränderungen des Herzens oder der mit ihm verbundenen Blutgefäße. Sie führen immer auch zu Herzfehlfunktionen und reduzierter Lebenserwartung. Ungefähr ein Prozent aller Neugeborenen leiden an einem Herzfehler.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Herzfehler?

Der Herzfehler kennzeichnet als Sammelbegriff Veränderungen an den muskulären (Herzmuskel) oder bindegewebigen Elementen (Herzklappen, Herzscheidewand) des Herzens. Die Veränderungen sind entweder angeboren oder wurden durch chronische Erkrankungen erworben. Sie beeinträchtigen dauerhaft die Leistung des Herzens.

Es existieren aber gute Behandlungsmöglichkeiten, sodass heute neun von zehn Kindern mit einem Herzfehler durch eine intensive ärztliche Versorgung das Erwachsenenalter erreichen und auch weiterhin noch lange gut versorgt werden können.

Ursachen von Herzfehler

Angeborene Herzfehler haben meist genetische Ursachen. Oft handelt es sich um chromosomale Aberrationen, wobei bestimmte Chromosomen in der Überzahl, wie beim Down-, Edwards- oder Pätau-Syndrom beziehungsweise in der Unterzahl, wie beim Turner-Syndrom, sind. Neben anderen Fehlbildungen ist bei diesen Syndromen oft auch das Herz beteiligt.

Des Weiteren können aber auch monogene Erbstörungen zu Herzfehlern führen. Seltenere Ursachen für angeborene Herzfehler stellen jedoch bestimmte Medikamente, Infektionen (Röteln) oder Drogen- beziehungsweise Alkoholmissbrauch während der Schwangerschaft dar. Der Mechanismus der Entstehung der meisten angeborenen Herzfehler ist jedoch heute noch weitgehend unverstanden.

Wenn man von Herzfehler spricht, denkt man meist an frühkindliche angeborene Missbildungen am Herzen. Allerdings gibt es auch erworbene Herzfehler. Hier handelt es sich oft um Herzklappenfehler, die Folge von chronischen Herzmuskelentzündungen bei rheumatischen Erkrankungen sind. Letztlich kommt es bei den erworbenen Herzfehlern zu einer Hypertrophie der rechten oder linken Herzkammer mit den typischen Symptomen einer Herzschwäche.

Symptome und Verlauf von Herzfehler

Typische Symptome von Herzfehlern:

Es gibt sehr viele Formen von Herzfehlern. Dementsprechend treten auch keine einheitlichen Symptome auf. Allgemein kommt es zu einer Leistungsschwäche des Herzens. In einigen Fällen sind die Symptome so schwerwiegend, dass ein Überleben nicht möglich ist. In anderen Fällen ist die Diagnose Herzfehler ein Zufallsbefund, da keine Symptome bemerkt werden.

Zur Palette der Krankheitserscheinungen gehören mehr oder weniger Atemwegsprobleme, Herzrhythmusstörungen oder auch Thrombusbildung. Die verstärkte Blutgerinnung kann unter Umständen zu Schlaganfall oder Herzinfarkt führen. Bei den angeborenen Herzfehlern können allgemein drei Formen unterschieden werden. Das sind unter anderem die Herzfehler ohne Shunt, Herzfehler mit Links-Rechts-Shunt oder Herzfehler mit Rechts-Links-Shunt. Shunt bezeichnet die Vermischung von sauerstoffreichem mit sauerstoffarmem Blut.

Bei Herzfehlern ohne Shunt kommt es zur Fehlfunktion der linken oder rechten Herzklappe, wobei langfristig eine Hypertrophie der linken oder rechten Herzkammer resultiert. Dabei entsteht entweder eine Links- oder Rechtsherzschwäche mit den jeweils typischen Symptomen. Beim Links-Rechts-Shunt kommt es zur Beimischung von sauerstoffreichem Blut der linken Herzkammer zum sauerstoffarmen Blut der rechten Herzkammer. Durch die dadurch entstandene Überlastung der rechten Herzkammer resultiert langfristig eine Rechtsherzschwäche.

Umgekehrt führt die Beimischung von sauerstoffarmem Blut aus der rechten Herzkammer zum sauerstoffreichen Blut der linken Herzkammer beim Rechts-Links-Shunt zu dessen Belastung und zur Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff. Es treten Atemwegsbeschwerden mit Blaufärbung der Lippen (Zyanose) auf. Allerdings sind die anatomischen Verhältnisse bei jedem Herzfehler anders und bedürfen einer individuellen Behandlung.

Diagnose von Herzfehler

Die Diagnose Herzfehler ist manchmal nur ein Zufallsbefund während einer ärztlichen Routineuntersuchung. Bei massiven Atemwegsbeschwerden und Leistungsschwäche wird der Arzt jedoch immer Herzuntersuchungen durchführen. Zunächst ist es für ihn wichtig, über die Anamnese der Krankengeschichte sich ein Bild über den Patienten zu machen. Besonders wenn eine bekannte Chromosomenanomalie vorliegt, sollte er auch eine Herzuntersuchung durchführen.

Komplizierte Herzkreislaufprobleme können sehr gut durch Ultraschalluntersuchungen festgestellt werden. Auch Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft können mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Herzfehler diagnostizieren. Eine gute Methode zur Feststellung von Herzfehlern stellen auch Herzkatheteruntersuchungen dar.

Behandlung von Herzfehler

Zur Behandlung von Herzfehlern stehen viele allgemeine Behandlungsmethoden zur Verfügung. Unabhängig vom Krankheitsbild haben sich das Setzen von Stents und die Ballondilatation zur Aufweitung von Blutgefäßen sowie Operationen bewährt. Natürlich werden diese Therapie-Methoden den gegebenen anatomischen Besonderheiten angepasst.

Der Vielfalt dieser unterschiedlichen Formen von Herzfehlern stehen auch einer großen Vielfalt von Operationstechniken gegenüber. In besonders schweren Fällen müssen gleich nach der Geburt lebensrettende Operationen durchgeführt werden. Es kommt bei den Behandlungsmethoden immer darauf an, die Strömungsverhältnisse des Blutes zu normalisieren, um eine normale Sauerstoffversorgung des Körpers zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang ist es oft auch notwendig, Blut verdünnende Mittel zu geben, um die Bildung von Blutgerinnseln durch eine eventuell herabgesetzte Fließgeschwindigkeit zu verhindern.

Dadurch sollen Schlaganfällen oder Herzinfarkten vorgebeugt werden. Insgesamt bedarf der Patient jedoch einer lebenslangen Behandlung. Je nach Ausmaß des Herzfehlers führen diese Therapien entweder lediglich zu einer Verbesserung der Symptome mit einer Verlängerung der Lebenserwartung oder idealerweise zu einer weitgehenden Normalisierung des körperlichen Zustandes.

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Vorbeugung von Herzfehler

Einem genetisch bedingten Herzfehler kann nicht vorgebeugt werden. Allerdings sollten während der Schwangerschaft andere Risikofaktoren ausgeschlossen werden. Dazu gehört das Vermeiden von Infektionen, Verzicht auf bestimmte Medikamente und Alkoholverbot. Zur Verhinderung erworbener Herzfehler im Erwachsenenalter sollten chronische Infektionen und rheumatische Erkrankungen dringend ärztlich behandelt werden.

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