Heißer Knoten

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. April 2016
Gesundpedia.deSymptome Heißer Knoten

Krankhafte Veränderungen der Schilddrüse gelten in Deutschland als Volkskrankheit, denn Schätzungen zufolge leidet fast jeder dritte Deutsche an einer Erkrankung der Schilddrüse wie einem heißen Knoten. Und auch wenn sie häufig harmlos sind und den Betroffenen keine direkten gesundheitlichen Probleme bereiten, sollten heiße Knoten nicht unterschätzt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein heißer Knoten?

Als heißer Knoten werden kleine Knoten bezeichnet, die sich in der Schilddrüse bilden und dort übermäßig viele Hormone produzieren. Ihr Gegenstück sind die sogenannten kalten Knoten, die sich dahingehend von ihnen unterschieden, dass dort fast gar keine Hormone mehr produziert werden.

Heiße Knoten entwickeln dabei ein Eigenleben und arbeiten unabhängig von der normalen Funktion der Schilddrüse, die für die Ausschüttung von Hormonen in den Blutkreislauf, die viele wichtige Körperfunktionen wie die Verdauung, die Fettverbrennung, den Schlaf oder das Herz-Kreislauf-System steuern, zuständig ist.

Ursachen

Hauptursache für die Entstehung von heißen Knoten ist ein Mangel an Jod, welches dem Körper über die Nahrung zugeführt werden muss. Besteht über längere Zeit ein Mangel an Jod kann die Schilddrüse nicht mehr ausreichend Hormone produzieren, um wichtige Körperfunktionen normal ablaufen zu lassen.

Diesen Mangel versucht sie durch eine erhöhte Aktivität auszugleichen, die durch eine Vergrößerung der Zellen erreicht werden soll. Denn je größer die Zellen, desto höher ihre Aktivität und desto effektiver ihre Jodverwertung. Beschränkt sich dieser Wachstumsschub allerdings nur auf einen Teilbereich der Schilddrüse, führt dies zur Entstehung der heißen Knoten.

Heiße Knoten treten deshalb besonders häufig in Regionen auf, in denen nicht ausreichend Nahrungsmittel zur Verfügung stehen, um die Schilddrüse ausreichend mit Jod zu versorgen.

Dass sie auch in Deutschland und dort vor allem in den südlichen Bundesländern so weit verbreitet sind, liegt dagegen nicht an einer Unter- sondern an einer Mangelernährung. Denn viele Deutsche verzichten z.B. aus geschmacklichen Gründen oder aufgrund der regionalen Essgewohnheiten auf besonders jodhaltige Lebensmittel wie Fisch und fördern so die Entstehung heißer Knoten.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome heißer Knoten:

Ein heißer Knoten wird von der betroffenen Person häufig jahrelang gar nicht bemerkt, da er in den meisten Fällen von außen nicht zu erkennen ist und zudem nur sehr selten Schmerzen oder sonstige Beschwerden verursacht. Wird er allerdings zu groß, drückt er auf benachbarte Organe wie die Luft- oder Speiseröhre und kann so das Atmen erschweren, Heiserkeit hervorrufen und zu Schluckbeschwerden oder dem Gefühl, einen dauerhaften "Kloß im Hals" zu haben, führen.

Manchmal verselbständigen sich heiße Knoten auch und bilden ungehemmt Hormone, was häufig zu einer Schilddrüsenüberfunktion führt. Diese kann alle Bereiche, die durch die Schilddrüsenhormone gesteuert werden, beeinflussen. In Folge dessen kann es zu Symptomen wie Durchfall, Herzrasen, Nervosität und Gewichtsverlust kommen. Obwohl heiße Knoten fast ausschließlich gutartig sind, können sie sich in Ausnahmefällen bösartig verändern und zu einem Krebsgeschwür werden, dass sich durch die Bildung von Metastasen im Körper ausbreiten und im schlimmsten Fall zum Tod führen kann.

Diangose

Aufau der Schilddrüse.

Da ein heißer Knoten verhältnismäßig selten zu Beschwerden führt, wird er in den meisten Fällen auch eher durch Zufall, beispielsweise bei einem Bluttest, entdeckt. Besteht aber erstmals der Verdacht einer Veränderung der Schilddrüse, ist die sogenannte Szintigrafie das Diagnoseverfahren der Wahl. Dabei wird dem Patienten eine ungefährliche, radioaktive Substanz verabreicht, die in ihrem Verhalten dem Jod sehr stark ähnelt und von der Schilddrüse aufgenommen wird. Der Arzt sieht dann die Schilddrüse und die sich in ihr befindliche Substanz auf dem sogenannten Szintigramm. Bereiche, die zu viel von dem Stoff aufnehmen, verfärben sich orange und sind dadurch als heiße Knoten zu erkennen.

Behandlung

Bei der Behandlung von heißen Knoten stehen drei Optionen zur Auswahl. Eine Option ist dabei die operative Entfernung, die sich besonders dann anbietet, wenn der heiße Knoten sich zu einem bösartigen Tumor verändert oder bereits Schäden an der Speise- oder Luftröhre verursacht hat.

Ob dabei der Knoten samt Schilddrüse entfernt werden muss oder eine Entfernung des Knotens an sich ausreicht, wird von Fall zu Fall entschieden.

Die zweite Variante der Bekämpfung ist die Radiojodtherapie. Dabei wird dem Patienten eine ungefährliche Dosis radioaktives Jod in Form von Kapseln verabreicht. Dieser greift dann gezielt die heißen Knoten an und tötet sie ab, so dass die Schilddrüsenüberfunktion danach beseitigt ist.

Umliegendes, normal funktionierendes Schilddrüsengewebe wird dabei nicht beschädigt. Möglichkeit Nummer drei ist die Behandlung mit Schilddrüsenblockern, die allerdings nur die Symptome lindert, nicht aber die Ursache bekämpft. Daher wird sie nur in Kombination mit bzw. als Vorbereitung für eine Operative Entfernung der heißen Knoten oder eine Radiojodtherapie angewendet.



Vorbeugung

Eine ausgewogene, jodhaltige Ernährung mit ausreichend Fisch ist der beste Schutz vor heißen Knoten. Die Einnahme von Jodtabletten kann diese gegebenenfalls ergänzen, aber nicht ersetzen. Besonders Schwangere, Stillende und Jugendliche sind anfällig für die Entwicklung von heißen Knoten und sollten dementsprechend viel Jod zu sich nehmen.

Auch wenn Heiße Knoten nicht immer zu Beschwerden und nur selten zu ernsthaften Erkrankungen führen, sollten sie dennoch vermieden bzw. bekämpft werden, wenn sie schon entstanden sind.

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