Blutvergiftung (Sepsis)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. Februar 2015
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Eine Blutvergiftung wird in der Fachsprache als Sepsis bezeichnet, das ist griechisch und bedeutet soviel wie Verwesung oder Fäulnis. Bei einer Blutvergiftung kommt es zu einer Entzündungsreaktion im Körper, die sich über die Blutbahn im gesamten Organismus verbreitet und je nach Stärke der Erkrankung in unterschiedliche Schweregrade eingeteilt wird.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Blutvergiftung (Sepsis)?

Bei einer Blutvergiftung (Sepsis) ist das Immunsystem nicht in der Lage, eine durch Bakterien ausgelöste ursprüngliche Infektion im Körper örtlich zu bekämpfen, sodass sich die Krankheitserreger und über die Blutbahn des Körpers ausbreiten und die Sepsis schwere Schäden an den Organen anrichten kann.

Eine außer Kontrolle geratene Infektion im Körper durch Bakterien, Pilze oder Viren kann schnell lebensgefährlich werden. Dabei kann schon eine kleine Schürfwunde, durch die Schmutz ins Blut gelangt, Ursache für eine folgenschwere Blutvergiftung sein, an der allein in Deutschland jährlich etwa 150.000 Menschen erkranken.

Ursachen

Eine Sepsis kann prinzipiell aus jeder Art von Infektion entstehen, etwa einer Wundentzündung oder einer infizierten Verletzung. In der Regel bekämpft das körpereigene Immunsystem die damit verbundenen Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze, Viren oder Parasiten mittels einer komplexen Reaktion, so dass die Infektion im Laufe der Zeit abheilt.

Ist das Immunsystem jedoch z.B. aufgrund der Schwächung des Körpers durch eine andere Krankheit nicht in der Lage, die Erreger lokal am Infektionsherd zu bekämpfen, vermehren diese sich und breiten ihre Giftstoffe über die Blutbahn aus. Darauf reagiert das Immunsystem mit einer verstärkten Ausschüttung von Abwehrstoffen, die wiederum die erhöhte Aktivierung anderer Botenstoffe bewirkt.

Die Reaktionen des Körpers setzen sich somit in einer negativen Kettenreaktion fort, die sich nicht auf die Bekämpfung der eigentlichen Infektion beschränkt, sondern den Körper im Ganzen angreift. Die ursprüngliche Infektion sowie vor allem die unangemessene Reaktion des Organismus sind somit ursächlich für eine Sepsis.

Symptome und Verlauf

Die Gefährlichkeit einer Blutvergiftung wird dadurch verstärkt, dass sie oftmals nicht rechtzeitig erkannt wird. Die Symptome ähneln zunächst denen einer einfachen Infektion, es treten meist Fieber, Schmerzen und Unwohlsein auf. Auch Verwirrtheit und eine Nierenfunktionsstörung in Form von verminderter Harnausscheidung können auf eine Sepsis hinweisen.

Innerhalb weniger Stunden kann sich die Krankheit dramatisch verschlimmern. Bleibt die Blutvergiftung unbehandelt, kann ein septischer Schock auftreten, bei dem der Blutdruck stark abfällt und sich der Puls erhöht. Wird die Blutvergiftung nicht entsprechend medikamentös behandelt, kann sie die Organe derart befallen, dass diese nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden und schließlich nicht mehr richtig arbeiten. Im schlimmsten Fall führt sie zu einem Multiorganversagen und zum Tod.

Eine Sepsis äußert sich entgegen der weit verbreiteten Meinung nicht durch einen roten Strich, der vom Entzündungsherd Richtung Herz wandert. Tritt dieses Symptom auf, handelt es sich um eine Entzündung der Lymphbahnen. Diese Lymphangitis wird fälschlicherweise ebenfalls oft als Blutvergiftung bezeichnet, ist aber von dieser abzugrenzen. Zwar wird die Entzündung der Lymphbahnen ebenfalls durch Bakterien verursacht, es bestehen bei dieser Erkrankung jedoch weitaus bessere Heilungschancen. Zu beachten ist jedoch, dass aus einer mit Komplikationen verbundenen Lymphangitis eine Blutvergiftung entstehen kann.

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Diagnose

Um eine Blutvergiftung diagnostizieren zu können, bedarf es einiger Untersuchungen. Leider gibt es kein eindeutiges Kriterium, das auf eine Sepsis hinweist. Erst beim Auftreten mehrerer bedeutsamer Untersuchungsergebnisse kann der Arzt die Diagnose Blutvergiftung relativ sicher stellen. Zunächst muss die Krankengeschichte des Patienten betrachtet werden und es müssen körperliche Untersuchungen vorgenommen werden.

Das Auftreten von erhöhter Körpertemperatur, beschleunigter Atem- und Herzfrequenz sowie niedrigen Blutdruckwerten kann schon ein erster Hinweis sein. Weiteren Aufschluss gibt eine Blutuntersuchung. Es wird festgestellt, ob sich Erreger im Blut befinden, die eine Infektion auslösen könnten. Die Anzahl der weißen Blutkörperchen wird überprüft; bei einer Blutvergiftung kann die Zahl erhöht aber auch erniedrigt sein.

Weiterhin kann man im Blut erkennen, ob bereits Schädigungen an Organen vorhanden sind. Da bei einer Sepsis meist die Nieren betroffen sind, erhält man über den Kreatininwert Aufschluss über die Funktionstüchtigkeit der Nieren. Gibt es eine Verletzung, die eventuell als Infektionsherd angesehen werden kann, so muss die Wunde hinsichtlich Rötung, Schwellung, Hitze und Schmerzhaftigkeit überprüft werden.

Ist keine sichtbare äußere Verletzung vorhanden, so kann der Arzt eventuell mit einer Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung den Infektionsherd im Innern des Körpers ausfindig machen. Auch Spiegelungen werden eingesetzt. Weitere Methoden um die Diagnose Blutvergiftung zu stellen sind die Untersuchung von Urin-, Gewebe- oder Liquorproben oder ein Wundabstrich.

Behandlung und Therapie

Die Diagnose einer Blutvergiftung ist am Anfang der Erkrankung anhand der allgemeinen Symptome nicht einfach zu stellen, aufgrund ihrer Gefährlichkeit aber umso wichtiger.

Bei Verdacht auf eine Sepsis sollte daher umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann etwa mit bildgebenden Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen oder Computertomografie darauf schließen, ob eine Blutvergiftung vorliegt.

Diese wird meist im Krankenhaus mit Antibiotika und ggf. auch chirurgischen Maßnahmen behandelt, zudem wird mit Infusionen und Medikamenten der Kreislauf stabilisiert. Höchste Priorität hat das Verhindern des Organversagens.

Um einer Sepsis vorzubeugen, sollte allgemein auf ein intaktes Immunsystem geachtet werden. Auch bei kleinen Verletzungen sollte die Wunde stets gesäubert und desinfiziert werden. Zudem sollten Infektionen umgehend professionell behandelt werden. Auch eine Impfung gegen Krankheitserreger kann einer Blutvergiftung vorbeugen.

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