Afterjucken

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. September 2016
Gesundpedia.deSymptome Afterjucken

Afterjucken ist eine oft für harmlos gehaltene Beschwerde, die einem aber sehr zu schaffen machen kann. Nach stundenlangem nächtlichem Juckreiz kann man erheblich wund sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Afterjucken?

Die Definition von Afterjucken oder Pruritus ani ist simpel: Es juckt hartnäckig in der Perianalregion rund um die Afteröffnung. Betroffen sind davon zahllose Bundesbürger. Es handelt sich aber um einen Tabubereich, über den man bestenfalls mit seinem Arzt spricht.

In vielen Fällen wird zunächst über Selbstbehandlung versucht, das Afterjucken in den Griff zu bekommen. Erst wenn es länger anhält und die Lebensqualität entscheidend mindert, geht man zum Arzt. Die meisten Menschen empfinden das Thema als schambesetzt und unangenehm.

Ursachen

Als mögliche Ursachen von Afterjucken kommen verschiedene Möglichkeiten in Frage. Vielen proktologischen Erkrankungen wie beispielsweise Hämorrhoiden und Erkrankungen wie Diabetes, Psoriasis, Nierenversagen, Candida albicans oder Colitis ulcerosa ist auch ein Afterjucken als Begleiterscheinung zugeordnet.

Ist der letzte Darmabschnitt von einer Erkrankung betroffen, kann ebenfalls Afterjucken auftreten. Auch mangelnde oder übertriebene Intim-Hygiene oder ein Wurmbefall durch unsachgemäßen Umgang mit einem Hund können zu Afterjucken führen. Hauterkrankungen wie Lichen scleroticus et degenerans, die sich bis in die Afterregion erstrecken, können zu heftigem Afterjucken führen.

Verschlimmert wird dieses Problem oft, wenn bevorzugt histaminhaltige Nahrung verzehrt wird. Ist die Ursache des juckenden Afters nur ein zu hartes Toilettenpapier, wechselt man die Marke einfach. Reagiert man dann aber genauso, sollte man an eine Allergie denken. Das Afterjucken kann dann entstehen, weil man auf Bleichmittel oder chemische Inhaltsstoffe in Toilettenpapier allergisch reagiert. Auch säurehaltige Speisen oder Getränke, Stuhlinkontinenz oder Östrogenmangel können zu Hautirritationen und Afterjucken führen. Ob diese behandlungsbedürftig sind, entscheidet der Arzt.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Zu Diagnose und Verlauf von Afterjucken kann man sagen, dass bei länger anhaltendem, starkem oder immer wieder auftretendem Afterjucken immer ein Arzt hinzu gezogen werden sollte. Im Anamnesegespräch geht es um aufgetretene Stuhlunregelmäßigkeiten, persönliche Hygienegewohnheiten, eventuell vorliegende Grunderkrankungen und Hinweise auf mögliche Allergien.

Die Antworten auf diese Fragen liefern erste Hinweise auf die möglichen Ursachen eines Pruritus ani. Liegt eine Hauterkrankung im gynäkologischen Bereich vor, muss eine Gynäkologin über die geeignete Behandlung entscheiden. Ansonsten kommen bei anhaltendem Afterjucken Besuche beim Proktologen, Allergologen oder dem Hausarzt in Frage.

Es kann sich durchaus eine behandlungsbedürftige oder schwere Erkrankung hinter einem simplen Afterjucken verbergen. Davon abgesehen mindert das ständige Afterjucken aber die Lebensqualität entscheidend, weil sich auf Dauer Entzündungen, mehr oder minder tiefe Fissuren, Analekzeme, Vernarbungen, Schmerzen und Wundsein einstellen können. Zudem kann sich das Afterjucken chronifizieren. Die durch das Kratzen entstehenden Wunden können sich durch Keime entzünden. Schlimmer als das ist aber Afterjucken als erstes Anzeichen für ein Krebsleiden, das sich im Darmbereich etabliert hat - beispielsweise ein Kolorektal-Karzinom.

Unerlässlich bei lange anhaltendem Afterjucken ist eine Diagnose. Der weitere Verlauf der Juckprobleme hängt entscheidend von der festgestellten Grunderkrankung ab. Ihr kommt man durch eine Inspektion des Analbereichs, Tastuntersuchungen oder gegebenenfalls endoskopische Untersuchungen des Endarms auf die Spur. Notfalls werden zu diagnostischen Zwecken Spiegelungen des Dickdarms, Allergietests, immunologische Betrachtungen oder eine Blutuntersuchung hinzugezogen. Daraus ergibt sich, dass Afterjucken nicht immer harmlos ist.

Behandlung und Therapie

Durch Afterjucken entstandene oder durch sie angezeigte Hautprobleme und Allergien, Ekzeme und Fissuren kann man leicht mit äußerlichen Anwendungen behandeln. Entzündungshemmende, hormonhaltige oder fetthaltige Salben und Bäder können angewendet werden, tiefe Fissuren kann man mit Hilfe von Laserstrahlen schließen.

Bei einem wechseljahresbedingten Östrogenmangel entsteht im Analbereich trockene Haut, die man mit Fettcremes und Östrogensalben gut behandeln kann. Das Afterjucken verschwindet dann. Schwieriger wird es, wenn die Ursache des Afterjuckens innerlich liegt. Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Darmprobleme muss man mit entsprechenden Untersuchungen ermitteln und kann sie über Ernährungsbehandlungen oder Medikamente therapieren.

Zusätzlich können äußerliche Behandlungen notwendig werden. Afterjucken ist in vielen Fällen nur ein Begleitsymptom, nicht die eigentliche Erkrankung. Kortisonpräparate, Antibiotika oder andere Medikamente können bei Afterjucken je nach zugrunde liegender Problematik zum Einsatz kommen. Bei Afterjucken durch Diabetes hilft eine gute Einstellung des Blutzuckerwertes.



Vorbeugung

Zum Thema Vorbeugung von Afterjucken ist zu sagen: Mangelnde Hygiene kann genauso zum Anlass von Afterjucken werden wie übertriebene. Dank einem exzessiven Einsatz von parfümierten Waschlotionen oder befeuchteten Toilettenpapier-Tüchern kann der natürliche Säureschutzmantel der Haut nicht aufrechterhalten werden.

Es können vermeidbare kontaktallergische Analekzeme entstehen. Auch Afterjucken durch Textilfärbemittel kann vermieden werden. Histaminarme Ernährung ist bei anhaltendem Afterjucken sinnvoll. Eine gute Analhygiene beugt Afterjucken vor.

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