Granulom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. Januar 2015
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Auch wenn der Begriff jenen Menschen, die noch nicht davon betroffen waren, meist unbekannt ist, kommen Granulome in Deutschland durchaus häufig vor. Doch was genau sind Granulome und was löst sie aus und wie können sie behandelt werden?

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Granulom?

Ein Granulom ist eine durch Entzündungen hervorgerufene Neubildung von Gewebe. Es äußert sich in der Form von kleinen Knoten, die in der Regel am Hand- oder am Fußrücken, an Fuß- und Handgelenken sowie an Zehen und Fingern auftreten, aber auch andere Stellen des Körpers sowie innere Organe befallen können und in den meisten Fällen gutartiger Natur sind.

Die Knoten sind am Anfang meist nur wenige Millimeter groß, auf einen kleinen Bereich der Haut begrenzt und entweder rötlich oder hautfarben. Das Wort Granulom leitet sich vom lateinischen Wort "granulum" ab, das so viel wie "Körnchen" heißt.

Ursachen von Granulom

Ein Granulom tritt deutlich häufiger bei Kindern und Jugendlichen auf, als bei Erwachsenen. Was für Umstände genau für die Entstehung von Granulomen auf der menschlichen Haut verantwortlich sind, ist bis heute noch nicht endgültig geklärt. Es ist lediglich klar, dass weder eine direkte noch eine indirekte Übertragung von einer infizierten Person auf eine gesunde, noch bestimmte Krankheitserreger für den Ausbruch von Granulomen verantwortlich sind.

Ein oft vermuteter Zusammenhang zwischen Diabetes mellitus und der Entstehung von Granulomen ist bislang ebenso wenig bewiesen. Fest steht hingegen, dass verschiedene Krankheiten wie etwa Syphilis, verschiedene Hautpilzerkrankungen, Tuberkulose, Lepra, rheumatisches Fieber, Morbus Chron oder Listeriose Granulome hervorrufen können.

Darüber hinaus können Granulome auch als Reaktion auf nicht-immunogene Substanzen, also auf Stoffe, die der Körper nur sehr schwer oder gar nicht abbauen kann, entstehen. Diese Stoffe können sowohl körpereigene (endogene) wie z.B. Cholesterinkristalle als auch körperfremde (exogene) wie beispielsweise Asbest sein. Ein Granulom ist keine Seltenheit und tritt ziemlich häufig auf.

Symptome und Verlauf von Granulom

Das erste Symptom beim Auftreten eines Granuloms ist die Entstehung eines etwa einen cm großen Rings, auf dem mehrere kleine, Papeln genannte, Knötchen entstehen. In den ersten Tagen der Erkrankung wächst dieser Ring dann auf mehrere cm an, doch noch während der Wachstumsphase beginnt im Inneren des Rings schon der Heilungsprozess. Je nach Verlauf, können im direkten Umfeld des Rings auch noch weitere Ringe entstehen.

Die Papeln sind zwar ziemlich widerstandsfähig, wachsen schnell und sehen ziemlich hässlich aus, doch verursachen sie zum Glück keinerlei Schmerzen oder Juckreiz und breiten sich nicht im Körper aus. Von daher ist ein Granulom eine relativ harmlose Erkrankung und die dem Auftreten häufig zugrunde liegenden Krankheiten das medizinisch wirklich bedenkliche Problem.

Diagnose von Granulom

Aufgrund des auffälligen Erscheinungsbildes des Granuloms, stellt eine Diagnose desselbigen für einen Hautarzt in der Regel kein großes Problem dar. Bereits nach einer kurzen, intensiven Beobachtung der betroffenen Stellen sollte die Diagnose daher eindeutig feststehen. Bleiben dennoch Zweifel, sollte eine Biopsie mit einer anschließenden histologischen Untersuchung unter einem Mikroskop endgültigen Aufschluss bringen. Ist ein Granulom diagnostiziert worden, sollte im Anschluss geklärt werden, ob eventuell eine Krankheit dahinter steckt.

Behandlung von Granulom

Während das Granulom bei Kindern häufig ohne eine spezielle Behandlung nach einigen Wochen oder Monaten von selbst wieder verschwindet und dabei nur in den seltensten Fällen Narben hinterlässt, stellt sich der Fall bei Erwachsenen oft komplizierter dar. So verschwinden die Knötchen bei Erwachsenen in aller Regel nicht ohne eine spezielle Behandlung.

Das Mittel der Wahl bei einer solchen Behandlung ist üblicherweise eine Therapie mit Kortisonpräparat bzw. die Verwendung von anderen entzündungshemmenden Wirkstoffen, die in Form von Cremes oder Salben direkt auf die Knötchen aufgetragen oder mithilfe spezieller Folienverbände um die betroffenen Stellen gewickelt werden müssen. Alternativ können auch Tabletten geschluckt oder das Kortison gespritzt werden. Um den positiven Effekt der entzündungshemmenden Mittel zu verstärken, kann im Anschluss an deren Auftragen zudem eine mehrminütige Bestrahlung mit UV-Licht erfolgen.

Eine weitere, jedoch sehr schmerzhafte und daher nur äußerst selten angewendete Heil-Methode ist die Vereisung der Granulome mithilfe von flüssigem Stickstoff, die sogenannte Kryotherapie. Bei anhaltender und konsequenter Behandlung können die Granulome oftmals nach einigen Monaten gänzlich besiegt werden, wobei häufig aber kleine Narben bleiben können. Ohne eine entsprechende Behandlung kann sich ein Granulom über Wochen, Monate oder sogar Jahre hartnäckig auf der Haut halten, ehe es wieder abheilt.

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Vorbeugung von Granulom

Eine gute und empfehlenswerte Vorbeugung gegen die Entstehung eines Granuloms ist eine gute Körperhygiene. Daneben kann auch eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, Sport und ausreichend Schlaf der Entstehung eines Granuloms effektiv vorbeugen. Darüber hinaus sollte aber auch auf die Vorbeugung von Krankheiten, die ein Granulom entstehen lassen können, geachtet werden.

Auch wenn ein Granulom an sich keine ernsthaften Schäden verursachen kann, sollten die Gründe für seine Entstehung unbedingt von einem Arzt geklärt werden, da ernsthafte Erkrankungen dahinter stecken können und es zudem ohne Behandlung nur sehr schwer oder gar nicht abheilt.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Dietrich kommentierte am 05.10.2015 um 20:53 Uhr

Ich habe Schmerzen im Unterbauch, ca. daumenbreit über der alten Blinddarmnarbe von 1965 (operiert in ehemaliger DDR in Dessau), ein Knoten wurde von mehreren Ärzten und heute auch durch eine Sonographie bestätigt. Aber man weiß nicht genau, was es ist. Dieser Knoten ca. 2 cm im Durchmesser, schmerzt und beim Gehen und Treppen steigen habe ich Schmerzen in der Leistengegend. Ich wurde erst vor einigen Tagen an einer Fermoralishernie beidseitig operiert. Den Knoten sah man aber nicht beim Öffnen der Bauchdecke. Er war auch nicht beim MRT sichtbar, auch nicht mit Kontrastmittel. Was kann das sein?