Papeln

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. April 2017
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Papeln sind erhabene Erscheinungen auf der Oberfläche der Haut, welche aus den unterschiedlichsten Hautschichten hervorgehen können. Zu einem gepflegten Erscheinungsbild gehört eine makellose Haut. Leider ist die Haut ein sensibles Organ, welches unter bestimmten Umständen verschiedene Erscheinungen aufweisen kann, welche wie Papeln ein gleichmäßiges Hautbild beeinträchtigen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Papeln?

Papeln können in den unterschiedlichen Hautschichten entstehen. In diesem Zusammenhang klassifiziert die Dermatologie die sogenannten epidermo-kutanen Papeln, die gleichzeitig in der Oberhaut und der Lederhaut auftreten Außerdem gibt es die epidermalen Papeln, welche nur in der Oberhaut, und die kutanen Papeln, welche ausschließlich in der Lederhaut vorkommen.

Für den medizinischen Laien erscheinen die Papeln visuell als Bläschen, die vereinzelt oder in Zusammenhängen lokalisiert sind. Bei einem ungünstigen Krankheitsverlauf können die Papeln einen Durchmesser von fast 5 bis 8 mm annehmen und sich durch unterschiedliche Färbungen voneinander abgrenzen. Eine typische Färbung für Papeln ist eine rötlich bis braune Nuance. Papeln stellen wie Pusteln sogenannte primäre Irritationen der Haut dar.

Ursachen

Zur Ausbildung von Papeln an den verschiedensten Körperstellen kann es kommen, wenn sich Zellen in den benannten Hautschichten ungebremst vermehren und in das betroffene Hautgewebe in dessen Volumen zunimmt.

Das Erscheinen der Papeln oberhalb der Hautstrukturen hängt damit zusammen, dass nicht nur die Zellen der Lederhaut und der oberen Hautschichten, sondern auch die Zellen der Hornhaut in ihrer Quantität zunehmen.

Die als Papeln erkennbaren Knötchen oder warzenähnlichen Zellformationen basieren auf verschiedenen Ursachen, innerhalb derer in den Folgen von Erkrankungen zu suchen sind. Unter diesem Aspekt können Papeln auftreten, wenn eine Syphilis diagnostiziert wurde.

Eine weitere Ursache für Papeln ist eine sogenannte Nävuszellnävus oder eine spezielle Ausprägung von ekzemartigen Hautkrankheiten. Ein klassisches Symptom sind Papeln zudem für die Lichen Ruber Erkrankung. Bei einer Nävuszellnävus, die als ursächlicher Auslöser für Papeln angegeben wird, handelt es sich um ein nachgeburtliches Hautmal, welches durch eine dunkelbraune Färbung hervorsticht.

Wann zum Arzt?

Papeln sind in vielen Fällen nicht besorgniserregend. Häufig gibt es aus medizinischer Sicht keinen Handlungsbedarf, da es sich bei den Beschwerden vorrangig um einen kosmetischen Makel handelt. Die Papeln können am gesamten Körper auftreten und sich selbständig nach einigen Tagen zurückbilden. Ein Arzt ist aufzusuchen, sobald der Betroffene durch die Beschwerden ein seelisches Leiden entwickelt. Führen die emotionalen Probleme zu einer Minderung des Wohlbefindens oder einem veränderten Verhalten, ist ein Arztbesuch notwendig.

Stimmungsschwankungen, soziale Isolation oder eine größere Konfliktbereitschaft sind Hinweise, dass der Betroffene Unterstützung benötigt. Kommt es zu depressiven Phasen oder einer Melancholie, wird ärztliche Hilfe benötigt. Vermehren sich die Papeln oder treten weitere Beschwerden auf, sollte ein Arzt notwendige Untersuchungen vornehmen, um die Ursache herauszufinden. Bei Schmerzen oder zusätzlichen Hautveränderungen ist ein Arztbesuch notwendig.

Leidet der Betroffene unter einer Entzündung sowie einem ungewöhnlichem Austritt von Flüssigkeiten aus den Papeln, muss ein Arzt aufgesucht werden. Keime sind in die Haut eingedrungen und werden sich ausbreiten, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Kommt es durch die Papeln zu einer Verwendung von verschiedenen Kosmetika, ist ein Arztbesuch notwendig, sobald diese Rötungen der Haut oder einen Juckreiz auslösen. Es besteht eine Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Inhaltsstoffen der Produkte, die ermittelt werden müssen.

Diagnose und Verlauf

Ein ganz entscheidender Faktor für die Diagnose von Papeln stellt die genaue Betrachtung dieser Unregelmäßigkeiten dar. Der Hautarzt setzt für diesen Zweck spezielle Vergrößerungsgeräte ein. Ein eindeutiges Hinweiszeichen für die Diagnostik der Papeln sind die jeweiligen Hautschichten, aus denen die Papeln stammen. Einen wichtigen Faktor bei der Diagnose der Papeln nehmen die differentialdiagnostischen Untersuchungen ein. Es geht dabei um eine Abgrenzung der Papeln als eigenständiges Krankheitsbild. Neben der Krankengeschichte spielen in diesem Bezug die Hautuntersuchungen am Körper eine wichtige Rolle. Auch die Angabe von anderen Erkrankungen durch die Betroffenen ist bei der Diagnostik von Papeln relevant.

Je nachdem, aus welcher Schicht der Haut sich die Papeln gebildet haben, ist deren Verlauf variabel. Dies betrifft ebenso deren Färbung. Zu Beginn des Auftretens der Papeln zeigen sich nur leichte Erhebungen auf der Haut, welche später umfangreicher werden und sich als Papeln direkt aus der Hautoberfläche heraus schieben.

Komplikationen

Im Zusammenhang mit Papeln kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen. Papeln können mit Syphilis in Verbindung stehen. Bei Syphilis bildet sich ein Hautausschlag (Exanthem) mit kupferfarbenen Knötchen in Form von Papeln. Die Papeln sind hochinfektiös. Papeln können sich auch bei Insektenstichen bilden. Handelt es sich um einen Zeckenstich, kann der Betroffene an einer chronischen Lyme-Borreliose erkranken. Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann es zu Spätschäden wie neurologischen Erkrankungen und Arthritis kommen. Papeln können auch in Verbindung mit dem Varizella-Zoster-Virus (Windpocken) stehen. Der Virus verbleibt im Körper und kann später eine Gürtelrose hervorrufen.

Bei Säuglingen kann Papelbildung mit einer Hefepilzinfektion zusammenhängen. Hefepilzen können sich unter Windeln gut vermehren. Hefepilze können auch mit schmerzhaften Papeln im Mund - den sogenannten Mundsoor - in Verbindung stehen. Auch im Zusammenhang mit nicht-infektiösen Papeln können Komplikationen auftreten. Wenn Betroffene versuchen, die Papeln wegzudrücken, kann es zu Schäden am umliegenden Hautgewebe kommen. Papeln können kurz nach Beginn der Anwendung eines neuen Medikamentes entstehen. Um weitere Komplikationen zu verhindern, sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden. Im Zusammenhang mit Papeln können auch Pusteln und Ekzeme entstehen.

Behandlung und Therapie

Da sich die Papeln nicht nur in den bedeckten Körperzonen manifestieren können, sondern häufig auch im Gesicht zu erkennen sind, muss eine gezielte Behandlung erfolgen. Diese beruht auf mehreren Säulen, welche insbesondere in das medizinische Fachgebiet der Dermatologie gehören.

Im Rahmen der konventionellen Therapie kommen gegen Papeln einerseits zielgerichtet pharmazeutische Produkte zum Einsatz, andererseits sind ebenfalls die Mittel und Möglichkeiten der Chirurgie gefragt. Diese sind nicht nur wichtig, um die Papeln endgültig zu entfernen, sondern um eine Abklärung durchzuführen, ob es sich möglicherweise um bösartige Tumore der Haut handelt.

Bei der Therapie der Papeln mit Medikamenten werden sowohl rezeptfreie als auch die vom Facharzt verordneten Arzneistoffe angewandt. Sind die Papeln durch eine vorliegende andere Erkrankung ausgelöst worden, so wird erst diese als Ursache therapiert.

Nicht in jedem Fall müssen die Papeln medizinisch behandelt werden. Treten sie als eigenständige Gebilde auf und sind nicht störend, verzichten die Betroffenen auf eine Behandlung.

Manchmal unterliegen die Papeln einer selbstständigen Rückbildung. Erweitern sich die Papeln auf große Körperflächen oder werden verdächtigt, krebsauslösende Faktoren zu sein, ist eine operative Beseitigung sinnvoll. Dies trifft auch dann zu, wenn die Papeln sich vergrößern und sich entzünden.



Vorbeugung

Um gegen Papeln vorbeugend vorzugehen, gibt es kaum Mittel. Papeln lassen sich prophylaktisch nur schlecht angehen. Wenn jedoch schon Papeln vorhanden sind, sollten eine intensive Sonnenbestrahlung vermieden werden. Drückende oder reibende Kleidungsstücke auf Papeln sind ebenfalls ungünstig.

Sollte eine Grunderkrankung im Verdacht stehen, die Entstehung von Papeln zu begünstigen, ist eine rechtzeitige Behandlung dieser Vorerkrankung ratsam. Im Zusammenhang mit kosmetischen Produkten sollte auf die Papeln nicht zu stark eingewirkt werden. Damit Papeln nicht durch Allergien hervorgerufen werden, sollten die allergenen Substanzen gemieden werden.

Bücher über Akne

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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