Flüssigkeitsmangel (Dehydration)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. Oktober 2016
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Flüssigkeitsmangel (Dehydration, Dehydrierung) führt zu einem chemischen Ungleichgewicht im menschlichen Körper. Da 75 Prozent des Organismus aus Wasser bestehen, bedeutet eine fortschreitende Dehydration ernste Gesundheitsbeeinträchtigungen. Wird der Flüssigkeitsmangel nicht zeitnah ausgeglichen, kann die Austrocknung bis zum Tod führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Flüssigkeitsmangel (Dehydration, Dehydrierung)?

Flüssigkeitsmangel, Dehydration oder Dehydrierung bezeichnet das unausgeglichene Verhältnis zwischen der Wassermenge, die täglich vom Körper abgegeben wird und der Menge, die zu ihrem Ausgleich aufgenommen wird. Der Großteil des im Körper vorhandenen Wassers befindet sich innerhalb der Zellen. Ein kleinerer Teil in deren Umgebung.

Ein Flüssigkeitsverlust findet ständig statt. Beim Atmen ist die Luft mit körpereigenem Wasser angereichert. Menschen schwitzen oder scheiden Urin und Wasser enthaltende Exkremente aus. Dieser Flüssigkeitsverlust findet seinen Ausgleich durch eine ausreichende Menge Wasser in Form von Trinkwasser. Erst wenn das Verhältnis zwischen dem abgegebenen Wasser und dem aufgenommenen Wasser negativ ist, tritt ein gesundheitsschädlicher Flüssigkeitsmangel ein.

Ursachen

Zum Flüssigkeitsmangel kommt es durch verschiedene Ursachen. Einige Erkrankungen bewirken eine verstärkte Ausscheidung von Wasser. Dazu gehören Durchfallerkrankungen und Erbrechen. Steigt die Körpertemperatur infolge von Fiebererkrankungen, entsteht Flüssigkeitsmangel durch die ansteigende Schweißproduktion.

Zu den schwerwiegenden Erkrankungen mit Flüssigkeitsmangel als Symptom gehört Diabetes. Die Urinproduktion erhöht sich und entzieht dem Körper mehr Flüssigkeit als bei einem gesunden Menschen. Die Folge ist Flüssigkeitsmangel.

Eine der Schutzfunktionen der menschlichen Haut ist die Verhinderung eines Flüssigkeitsmangels. Brandopfer laufen aus diesem Grund in Gefahr, einen Flüssigkeitsmangel zu erleiden. Abhängig ist dies von der Größe der verbrannten Körperfläche und der Stärke der Verbrennungen.

Schließlich können äußere Einflüsse einen Flüssigkeitsmangel verursachen. Neben dem selbstbestimmten Verzicht auf die Aufnahme von genug Wasser wie beispielsweise bei einer Diät gehört dazu der Wassermangel bei einer Dürre oder in Wüstengebieten.

Symptome und Verlauf

Das bekannteste Symptom von Flüssigkeitsmangel ist Durst. Menschen, bei denen eine Dehydration eingetreten ist, haben einen trockenen Mund. Sie schwitzen weniger, ihre Urinmenge wird geringer, dafür nimmt der Urin durch die Konzentration der Abfallstoffe darin eine dunklere Farbe an. Verwirrtheit, Desorientierung, eine erhöhte Herzfrequenz und Muskelkrämpfe kommen je nach Stärke des Flüssigkeitsmangels hinzu.

Der zunächst milde Verlauf mit Durstempfinden steigert sich zu bedrohlicheren Symptomen. Der Grund dafür liegt darin, dass der Organismus bei fallendem Wassergehalt dennoch versucht, den Blutkreislauf in der gewohnten Stärke aufrechtzuerhalten. Um dies bei Flüssigkeitsmangel zu erreichen, wird die Zahl der Herzschläge gesteigert. Schließlich versagt diese Kompensation mit zunehmendem Flüssigkeitsverlust. Es kommt zu einer Unterversorgung der lebenswichtigen Organe und des Gehirns, bis der Tod wegen der fortgeschrittenen Dehydration eintritt.

Diagnose

Mediziner haben auch weit entfernt von Dürregebieten häufig mit Flüssigkeitsmangel zu tun. Besonders Kinder, ältere Patienten oder Sportler können daran erkranken. Zur Diagnose von Flüssigkeitsmangel wird untersucht, ob die Patienten geistig orientiert sind oder bereits unter Ausfallerscheinungen leiden. Der Blutdruck ist bei Dehydration häufig niedrig, während sich die Pulsfrequenz stark erhöht.

Ein einfacher Test besteht darin, bei Verdacht auf Flüssigkeitsmangel die Elastizität der Haut zu prüfen. Abhängig vom Alter des Patienten sollte diese sich unmittelbar nach leichtem Kneifen und Hochziehen wieder in ihre ursprüngliche glatte Stellung zurückziehen. Im Labor wird bei Bluttest der Elektrolythaushalt geprüft, der bei Flüssigkeitsmangel Abweichungen von den Normalwerten zeigt.

Behandlung und Therapie

Bei der Behandlung von Flüssigkeitsmangel kommt es auf das erreichte Stadium an. Handelt es sich um eine milde Dehydration, ist eine stationäre Behandlung nicht erforderlich. Die gleichmäßige Aufnahme von Flüssigkeiten bis zum Abklingen der Symptome ist ausreichend.

Es ist darauf zu achten, dass nicht nur Wasser, sondern auch angereicherte Getränke (Elektrolyte) aufgenommen werden, die den Elektrolytverlust wieder ausgleichen. Auslösende Erkrankungen für den Flüssigkeitsmangel wie Durchfall oder Fieber werden medikamentös behandelt, um neben der Flüssigkeitsaufnahme nicht ständig zu einem Flüssigkeitsverlust beizutragen.

Ist der Flüssigkeitsmangel bereits weiter fortgeschritten oder die eigenverantwortliche Behandlung kann nicht garantiert werden, kommt es zum stationären Aufenthalt.

Dabei wird der Flüssigkeitsmangel durch Infusionen ausgeglichen. Die Behandlung muss ohne Verzögerung erfolgen, darf aber zugleich nicht mit einer zu großen Flüssigkeitsmenge durchgeführt werden, um Zellschäden durch Flüssigkeitsmangel zu vermeiden.



Vorbeugung

Regelmäßiges Trinken ist die beste Vorbeugung gegen Flüssigkeitsmangel. Dafür geeignet ist frisches Wasser, das mit etwas Zitronensaft für einen frischen Geschmack angereichert ist. Mehrere große Gläser Wasser über den Tag verteilt verhindern Dehydration wirkungsvoll. Bei älteren Menschen oder Kindern sollten die mit der Pflege betrauten Personen auf die Flüssigkeitsaufnahme achten. Sportler, die hohe Leistungen erbringen, benötigen eine größere Menge an Wasser. Dies gilt bei jeder ungewöhnlichen Anstrengung oder verstärktem Schwitzen bei hohen Temperaturen. Die Vorbeugung von Flüssigkeitsmangel ist ein Bestandteil der täglichen Routine.

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