Schleimhaut

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Dezember 2016
Gesundpedia.deAnatomie Schleimhaut

Die Schleimhaut ist eine Unterform der Haut, die mit einer feuchten Oberfläche ausgestattet ist. Schleimhäute halten sich selbst durch Sekretion feucht und sind dazu in der Lage, ein anderes pH-Milieu als die übrige Haut aufrecht zu erhalten.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Schleimhäute sind am menschlichen Körper häufig an innen liegenden Stellen zu finden, die einen effektiven Schutz vor Krankheitserregern brauchen. Die Schleimhaut besitzt mehrere Sekretionsdrüsen, mit denen sie ihre benötigte Feuchtigkeit selbst herstellen kann. Charakteristisch für Schleimhaut ist ihr entweder saures oder basisches pH-Milieu, das sie für verschiedene Zwecke braucht.

Die Schleimhaut ist außerdem wichtig, um Gleitfähigkeit zu gewährleisten, was beispielsweise im Darm wichtig ist, damit die Nahrung hindurch gelangen kann. Die Schleimhaut ist etwas verletzlicher als die reguläre Haut, dafür heilt sie allerdings sehr schnell und wird daher gern als Stelle für den Schnitt bei operativen Eingriffen verwendet. Sie ist in der Regel gut durchblutet und kann bei Verletzung je nach Körperstelle stark bluten. Schleimhäute kommen beim Menschen in Mund, Nase, Scheide oder Darm vor.

Anatomie

Schleimhaut ähnelt der regulären Haut, denn auch sie besteht aus mehreren Schichten. An der Oberfläche befindet sich eine Epithelschicht, darunter eine Muskelschicht und dazwischen Bindegewebe.

Insbesondere die obere Epithelschicht einer Schleimhaut kann ein- oder mehrschichtig aufgebaut sein, um größeren Belastungen standzuhalten. Verhornungen können zur Widerstandsfähigkeit der Schleimhaut beitragen. Die meisten Schleimhäute enthalten zusätzlich Drüsen, die regelmäßig Sekret absondern und damit das Milieu der Schleimhaut aufrecht erhalten.

Wenn die Schleimhaut fremdversorgt werden kann, wie es beispielsweise in der Scheide der Fall ist, kann sie seltener auch keine eigenen Drüsen enthalten. An anderen Stellen des Körpers wie etwa in der Mundhöhle sind die zentralen Sekretdrüsen für Speichel dagegen Bestandteil der Schleimhaut.

Funktion

Hauptaufgabe der Schleimhaut ist die Aufrechterhaltung eines sauren oder basischen Milieus. Der gesunde pH-Wert ist an jeder Stelle des Körpers unterschiedlich, im Darm ist er eher basisch und in der Scheide sauer. Dieser pH-Wert dient der Abwehr von Erregern, die die Stelle jeweils betreffen. In einem solchen Milieu können sie nicht lange überleben und werden allein dadurch effektiv ferngehalten.

Kleine Lymphknoten und Immunglobuline, die an wichtigen Stellen in der Schleimhaut enthalten sein können, schützen fortgesetzt vor Krankheitserregern. Da in den meisten Schleimhäuten auch Drüsen sitzen, erfüllen diese manchmal die Funktion der Sekretproduktion.

Im Mund produzieren Drüsen in der Schleimhaut beispielsweise den Speichel. Da Feuchtigkeit grundsätzlich gut für den Transport von gelösten Stoffen geeignet ist, sind manche Schleimhäute auch zum Transport wichtig, insbesondere transportieren sie Glucose.

In der Mundschleimhaut können so etwa leicht verdauliche, schnell lösliche Kohlenhydrate sofort vom Körper resorbiert werden, was die Schleimhaut zum Teil des Verdauungstraktes macht. Weitere Sonderformen der Schleimhaut sind sogar für Neuproduktion von Gewebe zuständig, so etwa die Gebärmutterschleimhaut, die jeden Monat eine neue Schleimschicht zur möglichen Einnistung einer Eizelle ermöglicht.



Erkrankungen der Schleimhäute

Da die Schleimhäute dafür zuständig sind, Keime und Krankheitserreger abzufangen und sie unschädlich zu machen, entwickeln sie zur Abwehr häufig selbst Krankheitssymptome. Bekannt sind beispielsweise Pilzinfektionen der Scheide oder auch Mandel- und Halsentzündungen.

Es kann sich bei entzündlichen Reaktionen der Schleimhaut aber auch um eine echte Erkrankung handeln, darunter etwa Magenschleimhautentzündungen oder andere entzündliche Reaktionen des Verdauungstrakts. Eine ebenfalls typische Reaktion der Schleimhaut auf Krankheitserreger ist der Schnupfen.

Da die Schleimhäute des Menschen recht dünn sind im Vergleich zu anderen Hautschichten, können sie leicht verletzlich sein. Besonders scharfe, spitze Gegenstände können die Schleimhaut schnell verletzen. Allerdings heilt dieser Hauttyp genauso schnell wieder ab und es bleibt bei kleineren Verletzungen nicht einmal eine sichtbare Narbe zurück.

Da die Sekretion der Schleimhäute häufig durch Hormone gesteuert wird, kann es bei hormonellem Ungleichgewicht zur Unterversorgung der Schleimhaut mit Feuchtigkeit kommen. Sie wird dann spürbar trockener und ist auch angreifbarer für Bakterien, Viren und Pilze.

Weiterhin stammen manche Tumorerkrankungen aus dem Schleimhautgewebe, so etwa Magen- und Darmtumoren. Spezifischere Erkrankungen, die mit der Schleimhaut zusammenhängen, sind Krankheitsbilder wie die Endometriose, die vor allem Frauen befällt.

Die Schleimhaut der Gebärmutter produziert zu viel Schleim und zieht sich nicht nur an der Innenseite der Gebärmutter entlang, sondern wächst auch auf der Oberfläche anderer Organe. Befindet sich diese Art von Schleimhaut in den Eierstöcken, können diese durch die dort nicht benötigte Schleimhaut und ihre Aktivität verstopfen, was zur Unfruchtbarkeit führt und Symptome wie Schmerzen und Übelkeit nach sich ziehen kann.

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