Extremes Schwitzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Extremes Schwitzen

Extremes Schwitzen ist für die Betroffenen häufig sehr unangenehm. Die starke Schweißproduktion kann hormonelle, organische oder psychische Ursachen haben. Unangenehmes Schwitzen lässt sich in den meisten Fällen schon durch einen gesunden Lebensstil vorbeugen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist extremes Schwitzen?

Intensive Schweißbildung ist in der Regel nicht nur vorübergehender Natur. Es kommt nicht nur in typischen Situationen (z. B. beim Sport), sondern vor allem auch im Alltag zu Schweißausbrüchen. Betroffene Schwitzen oft ohne konkreten Anlass, d. h. ohne körperliche Belastung. In Extremfällen lassen sich die Schweißausbrüche durch die üblichen Hygienemaßnahmen nur noch schwer oder gar nicht mehr kontrollieren. Bei manchen Betroffenen äußert sich das Schwitzen nur an bestimmten Körperstellen und bleibt auf diese beschränkt. So kann es auch ausschließlich zu Schweißausbrüchen unter den Achseln, der Stirn oder den Handinnenflächen kommen.

Ursachen

Starkes Schwitzen kann zahlreiche Ursachen haben. Zu den häufigsten Gründen zählen Übergewicht, starker Alkoholkonsum oder immenser Stress. Aber auch in der Schwangerschaft kommt es aufgrund der Hormonumstellung, die zu vorübergehenden Ungleichgewichten führen kann, zu verstärkter Schweißproduktion. Das gilt auch für die Wechseljahre, weil es hier ebenfalls zu einer nicht unerheblichen hormonellen Umstellung kommt.

Daneben können aber auch Infektionen mit Fieber die Ursache für starkes Schwitzen sein. In diesen Fällen wird das Immunsystem verstärkt aktiv, indem es durch einen Temperaturanstieg versucht, Viren, Bakterien und ähnliche Erreger zu bekämpfen. In Betracht kommt aber auch eine Diabeteserkrankung. Dann kommen zum Schwitzen häufig starker Durst, Müdigkeit und nächtliche Wadenkrämpfe hinzu. Das extreme Schwitzen allein ist nur in Einzelfällen das einzige Symptom von Diabetes.

Daneben kommen aber auch rein psychische Ursachen in Betracht. So sind Schweißausbrüche ein typisches Symptom bei Angststörungen, da sich der Betroffene hierbei in einer dauerhaften Stresssituation befindet. Ängste stehen zudem in einer engen Wechselbeziehung zu Depressionen, sodass auch diese einen Beitrag zum extremen Schwitzen leisten können. Möglich sind aber auch Organschäden. Es ist z. B. bekannt, dass Menschen, deren Schilddrüsen übermäßig aktiv sind, Wärme schlecht vertragen und zu einer erhöhten Körpertemperatur neigen. So sind auch chronische Schilddrüsenentzündungen (Hashimoto-Thyreoiditis) oder generelle Überfunktionen (Basedow-Krankheit) eine potenzielle Ursache für das Schwitzen.

Eine weitere Ursache für verstärktes schwitzen können auch unerwünschte Neben- oder Wechselwirkungen von Medikamenten sein. Besonders Hormonpräparate sind dafür bekannt, Schweißausbrüche verursachen zu können. Aber auch durchblutungsfördernde Arzneien und Medikamente, die auf das zentrale Nervensystem einwirken, fördern die Schweißproduktion. Je nach Präparat kann das Schwitzen dann eine hinnehmbare Nebenwirkung oder ein Warnsignal sein. Es ist der Rat eines Arztes oder Apothekers einzuholen, um Schäden zu vermeiden.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose erfolgt üblicherweise nicht isoliert. D. h. der Arzt wird die gesamte Krankengeschichte des Patienten berücksichtigen. Wichtig sind deshalb vor allem bekannte Vorerkrankungen, da sie häufig als Ausgangspunkt fungieren. Die weiteren Untersuchungen richten sich dann nach dem jeweils vorliegenden begründeten Verdacht des Hausarztes. Vermutet ein Allgemeinmediziner eine spezielle Erkrankung (z. B. eine Fehlfunktion der Schilddrüsen) als Ursache des Schwitzens, wird er an einen erfahrenen Facharzt verweisen, der die weitere Diagnose sowie die sich ggf. anschließende Therapie übernimmt.

Im Rahmen der Diagnose wenden Ärzte üblicherweise körperliche Untersuchungen, Überprüfungen der Organfunktionen, Bluttests sowie bei Bedarf auch Ultraschalluntersuchungen an. Hinsichtlich des Verlaufs des Schwitzens lassen sich nur sehr allgemeine Vorhersagen treffen. Ist der Grund für das Schwitzen eine Angststörung, werden die Schweißausbrüche intensiver, wenn es zu Kontakten mit dem Angstobjekt bzw. der Angstsituation kommt. Bei Diabeteserkrankungen tritt das Schwitzen in vielen Fällen erst in der Nacht auf.

Behandlung und Therapie

Die genaue Behandlung der Schweißausbrüche richtet sich nach der Erkrankung, die das Schwitzen verursacht. Es kommen grundsätzlich eine primär an den Symptomen orientierte Behandlung und eine solche, die versucht die Ursachen zu bekämpfen, in Betracht. Tragen, wie in den meisten Fällen, ungesunde Lebensumstände (z. B. schlechte Ernährung bei Übergewicht, erhöhter Stress im Berufsleben etc.) dazu bei, extremes Schwitzen zu verursachen, wird an der Änderung des Lebensstils konsequent angesetzt werden müssen.

Neben körperlicher Aktivität, einer Ernährungsumstellung und angemessener Kleidung kommen auch Stressbewältigungstherapien zum Einsatz. Dabei geht es um die Erlernung und Durchführung von Entspannungsübungen, die sowohl physisch als auch psychisch Wirkung zeigen sollen. Häufig sind auch Kneipp’sche Anwendungen Teil einer Behandlung. Liegt die Ursache des Schwitzens vorrangig an körperlichen Fehlfunktionen (z. B. Organversagen oder Schilddrüsenfunktionsstörungen), legen Therapien den Fokus auf die Versorgung des Körpers.

Häufig kommt es auch zum Einsatz von Medikamenten. Insbesondere bei Diabetes, in den Wechseljahren oder anderen hormonellen Umstellungsphasen werden Tabletten verschrieben, die zu einer spürbaren Verringerung des Schwitzens führen. Kommen die behandelnden Ärzte zu dem Befund, dass die Schweißausbrüche psychische Ursachen haben, sind diese zu behandeln. Dabei richtet sich die genaue Therapie nach der im konkreten Einzelfall vorliegenden Pathogenität. Neben einer Gesprächstherapie sind dabei auch psychiatrische Behandlungen unter Medikamenteneinsatz im Bereich des Möglichen. Die medikamentöse Behandlung wird dann nicht von einem Psychologen, sondern einem approbierten Psychiater durchgeführt.



Vorbeugung

Die beste Vorbeugung gegen verstärktes Schwitzen ist ein gesunder Lebensstil. Es ist darauf zu achten, dem Körper nicht zu viel zuzumuten. Stress sollte weitestgehend vermieden werden. Auf jede arbeitsreiche Zeit müssen angemessene Ruhepausen folgen. Neben der körperlichen Belastung muss dabei auch auf die Psyche geachtet werden. Entspannung ist also nicht auf den Körper beschränkt, sondern muss auch mental erfolgen. Hinzukommen muss eine angemessene Ernährung.

Fettreiche Nahrungsmittel sind zu vermeiden. Selbiges gilt für besonders zuckerhaltige Speisen. Ein gänzlicher Verzicht ist jedoch nicht notwendig. Ausreichend ist der Genuss in Maßen. Durch regelmäßigen Sport wird außerdem die körperliche Belastbarkeit gesteigert, was auch das Immunsystem stärkt. Zur Vorbeugung sollte also ein gesunder Lebensstil gepflegt werden, der seinen Niederschlag in ausgewogener Ernährung, hinreichendem Sport und regelmäßigen Ruhepausen findet.

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