Flüssigkeit im Knie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 25. April 2017
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Flüssigkeit im Knie hört sich zunächst einmal harmlos und mitunter normal an, denn wie im gesamten menschlichen Körper, befindet sich bei gesunden Menschen auch Flüssigkeit im Bereich der Knie. Doch ändert sich die Lage, wenn die Flüssigkeit im Knie nicht nur dort auftritt, wo sie eigentlich sein soll.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Flüssigkeit im Knie?

Die Umschreibung Flüssigkeit im Knie ist eine Zusammenfassung für eine Ansammlung von körpereigenen Flüssigkeiten aller Art wie z.B. Eiter, Blut oder Gelenkflüssigkeit im Bereich des Kniegelenks, genauer gesagt in der Kniegelenkskapsel.

In der Fachsprache wird Flüssigkeit im Knie deshalb auch als Kniegelenkserguss bezeichnet. In diesem Zusammenhang kann Flüssigkeit im Knie sehr belastend und quälend sein sowie zu einer starken Einschränkung der Steh- und Gehfähigkeit beitragen.

Ursachen

In letzter Konsequenz wird Flüssigkeit im Knie durch einen Kniegelenkserguss, also einer krankhaften Ansammlung von Flüssigkeit im Kniegelenk, ausgelöst. Dieser Kniegelenkserguss kann entweder akut oder chronisch sein. Ein akuter Kniegelenkserguss wird z.B. durch diverse Verletzungen im Bereich des Knies wie etwa einem Kreuzbandriss, einer herausgesprungenen Kniescheibe oder einer Beschädigung des Meniskus ausgelöst.

Er entsteht also plötzlich und schnell. Ein chronischer Kniegelenkserguss entsteht hingegen über einen längeren Zeitraum und wird z.B. durch Infektionen, die Entzündungen im Kniegelenk hervorrufen, ausgelöst. Diese regen dann die Gelenkschleimhaut dazu an, vermehrt Gelenkflüssigkeit zu produzieren, die sich dann im Kniegelenk ansammelt, weil sie vom Körper nicht schnell genug abgebaut werden kann.

Weitere mögliche Auslöser für eine chronische Ansammlung von Flüssigkeit im Knie sind bei älteren Menschen eine Arthrose oder verschiedene rheumatische Erkrankungen, bei jüngeren Menschen kann es hingegen auch die Folge von zu viel sportlicher Aktivität sein.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Flüssigkeit im Knie ist häufig ein Zeichen unseres verfehlten Lebensstils: Viele Menschen üben Berufe aus, die schlicht gesundheitsgefährdend sind. Andere überschätzen sich privat und machen zum Beispiel mehr Sport als ihnen gut tut, ohne dafür die körperlichen Voraussetzungen zu haben. Vor allem aber Übergewicht ist ein immer mehr grassierendes Problem. Hier muss ein Mediziner helfen, wenn es alleine nicht geht.

Übergewicht belastet die Knie massiv. Wer zu viel wiegt und nicht in der Lage ist, selbstständig seine Essgewohneiten zu ändern, sollte einen Arzt aufsuchen. Dieser wird einen Plan aufstellen, wie dem Problem beizukommen ist, ehe es sich schmerzhaft chronifiziert.

Rheuma ist ein weiteres Problem, das immer mehr Menschen betrifft und zu starken Kniebeschwerden führt. Rheumatische Beschwerden müssen unbedingt professionell behandelt werden. Flüssigkeit im Knie kann im schlimmsten Fall ein Anzeichen einer rheumatischen Erkrankung sein, die am Besten in der frühen Phase behandelt wird. Zögern macht eine Erkrankung an einem sehr bedeutenden Gelenk meist nur schlimmer, weshalb ein Arztbesuch anzuraten ist.

Wer Flüssigkeit im Knie bemerkt, sollte generell einen Arzt aufsuchen. Eine harmlose oder zumindest nicht schmerzhafte Krankheit ist es in der Regel nicht. Die meisten Schwierigkeiten lassen sich heute indes gut behandeln - das Mitwirken des Patienten vorausgesetzt.

Diagnose und Verlauf

Bei der Diagnose von Flüssigkeit im Knie kommt es neben einem guten Auge vor allem auf den Tastsinn des behandelnden Arztes an. Dieser kann nämlich schon durch den bloßen Vergleich beider Knie feststellen, ob eines der beiden geschwollen ist, was ein typisches Anzeichen von einer Flüssigkeitsansammlung ist.

Zudem kann er bei bestehender Flüssigkeit im Knie durch das vorsichtige Drücken auf die Kniescheibe beim Loslassen ein leichtes Zurückschnellen dieser vernehmen. Da dies allerdings nur dann geschieht, wenn sich unter der Kniescheibe bereits knapp 50 ml an Flüssigkeit angesammelt haben, sollten noch weitere Untersuchungen angeschlossen werden, um eine sichere Diagnose zu stellen. Bildgebende Methoden wie Röntgen, Ultraschall, eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Computertomographie (CT) sind dabei die Mittel der Wahl, um die Flüssigkeitsansammlung auch bildlich dazustellen.

Kommt eine Infektion als Auslöser infrage, kann auch Flüssigkeit aus dem Knie mittels einer Punktion entnommen und im Labor mikrobiologisch auf Bakterien untersucht werden. Flüssigkeit im Knie kann neben einer sichtbaren Schwellung vor allem Schmerzen und Einschränkungen der Bewegung verursachen, da die Flüssigkeit auf Nerven drückt. Im Extremfall kann das Kniegelenk versteifen und überhaupt nicht mehr bewegt werden. Vor allem bei Belastung oder Druckausübung auf das Knie löst Flüssigkeit im Knie Beschwerden aus.

Komplikationen

Flüssigkeit im Knie entsteht meist durch ein entzündliches Geschehen im Kniegelenk, was verschiedene Komplikationen haben kann. Ein Kreuzbandriss beispielsweise verheilt normalerweise ohne Komplikationen wieder ab, wenn dieser richtig behandelt wird. Wird der Heilungsprozess jedoch gestört zum Beispiel durch übermäßige Bewegung, braucht die Verletzung viel länger zum Verheilen. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Verletzung chronisch besteht und es so zu einer starken Bewegungseinschränkung kommt. Dies schränkt die Lebensqualität stark ein und kann zu psychischen Problemen führen, die bis hin zu Depressionen führen können.

Weitere Möglichkeit für eine Flüssigkeitsansammlung im Knie ist eine Abnutzung des Gelenkknorpels (Arthrose). Dadurch gelangen Knorpelzellen in die Gelenkflüssigkeit und rufen eine Entzündungsreaktion hervor. Dadurch kommt es zu Schmerzen und einer starken Schwellung des Kniegelenks. Zudem kann der Gelenkknorpel, wenn er nicht geschont wird, so weit abgenutzt werden, so dass der Knochen frei liegt. Daraus entstehen starke Schmerzen und der Knochen kann trümmern. Zudem kann sich im Verlaufe das Gelenk deformieren und versteifen, so dass die Bewegung zusätzlich eingeschränkt wird. Dieselben Komplikationen können auch im Rahmen einer Rheumatoiden Arthritis geschehen. Diese Autoimmunerkrankung kann neben dem Kniegelenk auch andere Gelenke befallen, aber auch andere Organe. So können daneben sich auch Herz und Niere entzünden und in eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder Niereninsuffizienz enden.

Behandlung und Therapie

Um die Flüssigkeit im Knie zu entfernen müssen zunächst einmal die Ursachen entfernt werden, die diese auslösen. Liegt z.B. eine Verletzung wie ein Kreuzbandriss vor, muss dieser behandelt und kuriert werden, so dass in der Folge auch die Flüssigkeit aus dem Knie verschwindet.

Gegen Entzündungen und rheumatische Erkrankungen können verschiedene entzündungshemmende Medikamente helfen, so dass die Schleimhäute nicht mehr gereizt werden und nicht mehr übermäßig viel Gelenkflüssigkeit produzieren.

Durch verschiedene begleitende Methoden wie das Hochlagern des Beins oder die Ruhigstellung des Gelenks kann der Rückgang der Flüssigkeitsansammlung zusätzlich beschleunigt werden. Hartnäckigere Ansammlungen von Flüssigkeit im Knie können hingegen durch eine zusätzliche Punktion, also der Entnahme der Flüssigkeit mithilfe einer Nadel, bekämpft werden.



Vorbeugung

Um Flüssigkeit im Knie vorzubeugen sollte darauf geachtet werden, das Knie bei sportlichen Aktivitäten oder bei der Arbeit nicht über die Maße zu belasten und für ausreichend Erholung und Entlastung zu sorgen. Sportarten, die eine hohe Verletzungsgefahr für die Knie darstellen sollten ebenfalls nur mit Vorsicht oder gar nicht ausgeübt werden.

Erste Symptome für eine rheumatische Erkrankung, Arthrose oder Entzündungen in den Kniegelenken sollten ebenfalls ernst genommen und frühzeitig von einem Arzt begutachtet werden, um einer Ansammlung von Flüssigkeit im Knie rechtzeitig vorzubeugen und gegebenenfalls entgegen zu wirken, etwa durch die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten.

Flüssigkeit im Knie ist anfangs in der Regel harmlos, verursacht kaum Beschwerden und wird deshalb oft unterschätzt und nicht richtig ernst genommen. Genau das ist aber ein großer Fehler, da sich dann immer mehr Flüssigkeit ansammeln und zu schwerwiegenden und mitunter bleibenden Schäden führen kann. Daher sollte schon bei kleineren Schwellungen des Knies oder Druckschmerzen ein Arzt aufgesucht werden, um festzustellen, ob sich bereits Flüssigkeit im Knie befindet.

Bücher über Knieprobleme

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Brigitte kommentierte am 15.07.2016 um 20:16 Uhr

Bei meinem KNIE-MRT wurde festgestellt, dass ich vermehrte Gelenkflüssigkeit habe, im Hinterhorn des Innenmeniskus intrameniskale Signalanhebungen, Knorpelausdünnung im medialen Kompartiment, kein Nachweis einer eindeutigen Meniskusruptur. Ergebnis: degenerative Veränderungen im Hinterhorn des Innenmeniskus, Chondropathie im medialen Kompartiment mit Anzeichen einer Knorpelausdünnung. Wer kennt sich hier aus? Ich weiß nur, dass ich Schmerzen im Knie habe und einen guten Orthopäden auf Krankenkasse zu finden, wird sicher nicht leicht!

Mauki50 kommentierte am 23.04.2016 um 16:34 Uhr

Habe in beiden Knien seit 2 bzw. 11 Jahren Totalprothesen. Nun hat sich im letzten operierten Knie erneut wieder ein Erguss gebildet. Trage seit 2 Monaten eine Knieorthese. Die Stabilität hat sich verbessert aber das dicke Knie ist immer noch da. Bin bereits in ärztlicher Behandlung.

Roswitha kommentierte am 04.06.2015 um 16:51 Uhr

Bei mir wurden Implantate ins Knie eingesetzt. An sich völlig komplikationslos. Es tritt lediglich Gewebewasser aus der betroffenen Stelle. Was kann man dagegen tun?

Georg kommentierte am 07.01.2015 um 12:53 Uhr

Vor etwa 20 Jahren erwachte ich morgens mit heftigen Schmerzen im linken Knie. Meine Frau brachte mich zum nächsten Orthopäden. Er diagnostizierte eine erhebliche Schwellung, punktierte das Gelenk und entnahm 200 ml Gelenkflüssigkeit. Das Knie war vorher 63 Jahre lang völlig gesund. Nach der Punktion war es mir nicht länger möglich im Laufschritt zu laufen. Selbst normales Gehen war nur mit Einschränkungen möglich. Der Arzt hatte keine Nachuntersuchung angeordnet. Vor 2,5 Jahren entschloss ich mich auf Anraten eines Chefarztes zu einer TEP-Operation. Mein anderes Knie habe ich wohl beim Treppensteigen überlastet. In beiden Knien habe ich heute die gleichen Schmerzen. Wie kommt über Nacht, in einem Knie ohne jegliche Läsionen, eine solche Flüssigkeitsansammlung zustande? Ich bin verzweifelt und erhalte keine ärztliche Erklärung.