Kreuzbandriss

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
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Ein Kreuzbandriss oder Kreuzbandruptur ist eine Sportverletzung am Kniegelenk. Verursacht wird sie zumeist durch äußere Gewalteinwirkung, bei der das Kreuzband eingerissen oder gar gerissen ist. Besonders Fußballer und Skifahrer sind hierfür gefärhdet. Im Verlauf kommt es zu starken Schmerzen und Schwellungen am Knie.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Kreuzbandriss?

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Medikamente gegen: Sportverletzungen

Kreuzbandriss ist eine Verletzung der vorderen oder hinteren Sehne im Knie, bei der eine oder beide vollständig durchtrennt oder angerissen sind. Die Sehnen innerhalb der Gelenkkapsel verbinden den Oberschenkelknochen mit dem Schienbein und sind für den richtigen Halt und den reibungslosen Bewegungsablauf im Gelenk zuständig.

In einem gesunden Knie ohne Kreuzbandriss wird das Gelenk zwischen der Gelenkfläche des Oberschenkels und der Gelenkpfanne des Schienbeins in der richtigen Position gehalten. Durch die relativ flachen Gegenstücke sind die Sehnen für die richtige Justierung verantwortlich.

Bei einer abrupten Überschreitung der Elastizität entsteht ein Kreuzbandriss. In der Sprache der Mediziner ist der Name Kreuzbandruptur ein gleichermaßen geläufiger Begriff für den Kreuzbandriss.

Ein Kreuzbandriss sollte, um weitere Folgeschäden zu vermeiden, frühzeitig behandelt werden. Die Behandlung von einem Kreuzbandriss wird in zwei unterschiedliche Therapiemethoden unterteilt, der konservativen und der chirurgischen Methode.

Gleich nach dem Kreuzbandriss sollte jeder Patient die Erstbehandlung durchlaufen, in der Schmerz- und Entzündungshemmer von einer Kühl- und Schonungstherapie begleitet werden.

Parallel kann bereits mit den ersten Muskelaufbauübungen im Rahmen der konservativen Behandlung begonnen werden. Zur chirurgischen Behandlung wird vor allen Dingen Sportlern und Patienten, die einer körperlichen Arbeit nachgehen, geraten, sowie bei anhaltenden Stabilisierungsproblemen nach einem Kreuzbandriss.

Gesundes Kreuzband (o.li.) und verschiedene Formen des Kreuzbandriss.

Ursachen

Ein Kreuzbandriss ist eine häufige Verletzung unter Sportlern. Vor allem Fußballspieler und Skifahrer sind von dem schmerzhaften Kreuzbandriss betroffen. Alle Sportarten, die bei einem angespannten Muskelapparat plötzliche Drehungen im Kniegelenk vereinen, gehören zur Risikogruppe.

Der Kreuzbandriss hat zwei Arten, wobei der hintere Kreuzbandriss um einiges seltener ist, als der vordere Kreuzbandriss. Der Kreuzbandriss kommt nur bei einer gewaltsamen Überstreckung des Kniegelenkes und einer darauf einwirkenden weiteren Kraftquelle vor, wie z. B. einem Foul gerichtet auf ein gestrecktes Bein.

Ein vorderer Kreuzbandriss wird zusätzlich durch eine extreme Beugung im Gelenk hervorgerufen, während die Muskulatur im Oberschenkel voll aktiv ist. In den ungünstigsten Fällen liegt eine zusätzliche Verletzung des Innenbandes zuzüglich zum Kreuzbandriss vor.

Symptome und Verlauf

Mögliche Anzeichen eines Kreuzbandriss:

  • Ruptur zum Zeitpunkt der Verletzung deutlich spürbar
  • Instabilität des Knies ("Wackelknie")
  • Verschiebung des Unterschenkels gegenüber dem Oberschenkel ("Schubladen"-Phänomen)
  • Unsicherheit beim Gehen
  • Hemmung bzw. Blockade beim Strecken und Beugen des Kniegelenks

Ein Kreuzbandriss ist sofort deutlich wahrnehmbar. Zum einen spürt der Betroffene die Verletzung, zum anderen kann die Ruptur auch akustisch wahrgenommen werden ("Knacken"). Normalerweise ist eine sofortige Instabilität des Gelenks festzustellen, sowie eine Schwellung des Knies. Im Laufe der nächsten Stunden kann sich ein sehr starkes Hämatom entwickeln, da der Bereich um das Gelenk von vielen Blutgefäßen durchzogen ist.

Eine Faustregel für das eigene Erkennen ist: Je mehr von diesen Symptomen auf den ersten Blick festgestellt werden können, desto sicherer handelt es sich bei der Verletzung um einen vorderen Kreuzbandriss. Nach der ersten Woche beginnen die Symptome langsam wieder abzuklingen, jedoch bleibt das Gelenk weiterhin beeinträchtigt. Die Stabilität des Knies nach einem Kreuzbandriss ist stark von der peripheren Muskulatur (Unter- und Oberschenkelmuskulatur) abhängig.

Diagnose

Der Kreuzbandriss am Knie gehört zu den häufigen Sportverletzungen. Manchmal ist eine Operation zwar unumgänglich, oftmals ergibt aber die Diagnose, dass auch konservative Therapiemassnahmen ausreichen. Stabilität und Beweglichkeit des Knies werden durch viele Strukturen gesichert. Dieser Halte- und Bandapparat gilt als besonders verletzungsanfällig.

Unter Sportlern gilt der Kreuzbandriss als gefürchtet, denn er ist nicht nur mit erheblichen Schmerzen, sondern auch mit langen Auszeiten und Rehamassnahmen verbunden. Zum Kreuzbandriss kommt es häufig bei Skifahrern oder Fussballern, wenn das Kniegelenk bei feststehendem Oberschenkel verdreht wird.

Das therapeutische Vorgehen hängt von der exakten Diagnose ab. Nach einer körperlichen Untersuchung, dem sogenannten Schubladentest, geben eine Punktion aber auch bildgebende Verfahren wie Röntgen und MRT genaueren Aufschluss über das Ausmaß eines Schadens am Kniegelenk.

Ein Kniespiegelung, Arthroskopie, wird in der Regel nicht erforderlich sein. Der Kreuzbandriss sollte so frühzeitig wie möglich wieder stabilisiert werden, denn ein wackeliges Kniegelenk neigt nach der Akutphase zu frühzeitigem Verschleiß, die Entstehung einer Arthrose wäre bei unzureichender Behandlung also vorprogrammiert.

Behandlung und Therapie

Der Mensch verfügt über ein vorderes und ein hinteres Kreuzband. Sie stabilisieren gemeinsam mit dem Innen- und dem Außenband das Kniegelenk. Zumeist ist bei einem Kreuzbandriss das vordere Kreuzband betroffen. Reißt es, wird das Knie instabil. Fällt die Instabilität lediglich gering aus, ist eine Operation nicht zwingend erforderlich.

Die Behandlung umfasst in dem Falle gezielte Kraft- und Koordinationsübungen für die Beinmuskulatur. Das Ziel derselben ist die Wiederstabilisierung des Kniegelenks.

Besonders Patienten, die ihr Kniegelenk weniger beanspruchen (keine schwere körperliche Arbeit, kein Sport), können auf diese Weise therapiert werden. Bei ihnen geht ein Kreuzbandriss häufig mit kaum spürbaren oder gar keinen Symptomen einher. Zudem besteht bei ihnen kein allzu ausgeprägtes Risiko einer frühzeitigen Arthrose.

Ist der Riss des Kreuzbandes mit einer hohen Instabilität des Kniegelenks verbunden oder ist der Patient einer hohen körperlichen Belastung ausgesetzt, ist ein operativer Eingriff unumgänglich. Unterbleibt eine Operation, droht eine Arthrose und das bereits in jungen Jahren.

Aus diesem Grund ist die Entscheidung, ob eine OP durchgeführt wird, vor allem bei jüngeren Patienten sorgfältig zu überlegen. Bei einer solchen wird ein Stück einer kräftigen Sehne aus einem anderen Körperteil entnommen. Damit wird die durch Kreuzbandriss entstandene Stelle wieder geschlossen. Die Operation wird minimal-invasiv als Arthroskopie vorgenommen.



Vorbeugung

Der Kreuzbandriss hat schwerwiegende Folgen vor allem für Leistungssportler, die besonders viel Zeit investieren müssen, um wieder auf ihr vorheriges Leistungslevel zu gelangen.

Doch mit ein wenig Einsatz kann die Gefahr von einem Kreuzbandriss minimiert werden.

Vor jeder Sporteinheit sollte ein Aufwärmprogramm stehen, da warme Sehnen und Muskeln elastischer sind und seltener reißen.

Eine gut trainierte Beinmuskulatur ist essentiell zur Prävention und wird erzielt durch Balancetraining, Schnellkrafttraining und einem gewissenhaften Dehnen vor und nach dem Sport.

Ebenso kann ein optimales Equipment das Risiko von einem Kreuzbandriss verringern.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

KREUZGEBANNT kommentierte am 26.11.2015 um 21:05 Uhr

Vor 2 Jahren, also im Jahre 2013, habe ich mir mein vorderes Kreuzband während dem Handballspielen gerissen. Es war am Anfang gar nicht schmerzhaft, weswegen es mir nie im Leben in den Sinn gekommen wäre, dass es tatsächlich gerissen ist. Zuhause musste ich erst einmal heulen, nicht weil es mir wehtat, sondern weil meine Karriere zu Ende war. (Dachte ich zumindest.) Da ich ein ganzes Jahr aussetzen musste und ich auch aus der Junioren Nationalmannschaft rausgekickt worden war. Mein Leben war wortwörtlich zu Ende gegangen. Nach einem Jahr Physiotherapie und Aufbautraining, war es so weit und ich konnte wieder aufs Feld. Es war das beste Gefühl wieder auf meinem Feld zu sein. Doch nicht lange dauerte es, bis ich merkte, dass ich einige Defizite hatte. Zum Beispiel ein ständiges Druckgefühl nach dem Training, Schwellungen, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen und am schlimmsten war das ständige Denken an mein Knie. Ich war anders als die anderen „Gesunden“. Ich werde nie wieder so sein wie früher. Jetzt spiele ich Handball nur auf Freizeit-Niveau und habe manchmal trotzdem noch Schmerzen im Knie.

DoppeltBestrafter kommentierte am 14.01.2016 um 14:51 Uhr

Im September 2013 habe ich mir mein vorderes Kreuzband im linken Knie gerissen. Ich bin nicht wirklich muskulös oder stämmig gebaut, deshalb war es für meinen bulligen Gegner ein leichtes mich umzurennen und mir damit das Kreuzband zu reißen. Es war ein deutlich zu hörender Knall und sofort wusste ich: "Da stimmt was nicht!" Sofort hat sich ein sehr dickes Knie gebildet. Krankenhaus hat nichts geholfen, die wussten keinen Rat. Also ab zum Kniedoktor. Nach einigen Bewegungstest die sofortige Diagnose: Kreuzbandriss. Also operieren lassen und nach ca. 7 Monaten stand ich schon wieder auf dem Platz. Mit vereinzelten Problemen. Im März 2015 dann die Hiobsbotschaft. Erneuter Kreuzbandriss, aber dieses Mal das rechte Knie. Ähnlicher Verlauf, diesmal allerdings nur kurzfristiger Schmerz und fast gänzlich ohne Schwellung. Erst der Doktor konnte mir Gewissheit geben, dass ich doch stärker verletzt sei. Diesmal hab ich nicht sofort einen OP-Termin bekommen, erst im August 2015. In der Zeit bin ich schon wieder viel herumgelaufen und so konnte mein Bein nicht allzu viel an Muskelmasse verlieren. Nach der OP ging alles ganz schnell. Innerhalb von 8 Wochen habe ich schon mit dem Lauftraining angefangen und selbständig im Fitnessstudio an meiner Beinmuskulatur gearbeitet. Ich bin jetzt im Januar 2016 wieder vollkommen im Training und das ohne auch nur ein einziges Problem mit meinem Bein zu haben. Eine gute Physiotherapie, ein ausgewogenes Maß an Selbstdisziplin und mit Ehrgeiz kann man auch mehr als 1x wieder aufstehen und gegen das Kreuzband antreten.