Druckschmerz

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. April 2017
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Die Wahrnehmung von Schmerz kann bei jedem Menschen individuell verschieden sein. Typische und häufig wiederkehrende Darstellungen von Schmerz sind unter anderem der stechende und klopfende, der Druckschmerz oder der stumpfe Schmerz.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Druckschmerz?

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Medikamente gegen: Schmerzen

Hinter der Bezeichnung Druckschmerz verbergen sich in der Regel örtlich begrenzt auftretende Auffälligkeiten, die durch unterschiedliche Auslöser hervorgerufen werden können. In diesem Zusammenhang werden die Druckschmerzen recht differenziert beschrieben. Das betrifft nicht nur die Region, sondern auch die Intensität und die Frequenz des Schmerzes.

Die Fähigkeit eines Menschen, einen Druckschmerz als diesen zu entwickeln, basiert auf einer natürlichen Fähigkeit des Organismus, die in medizinischen Fachkreisen als Druckdolenz bekannt ist. Diese Gegebenheit wird in der medizinischen Diagnostik genutzt, um durch die Tastung einen Druckschmerz auszulösen.

Ursachen

Druckschmerzen können unterschiedliche Hintergründe haben. Es müssen nicht immer krankhafte Ursachen sein, welche zu einem mehr oder weniger starken Druckschmerz führen. Im Allgemeinen können schon eng sitzende Schuhe, Gürtel oder beengende Kleider zu dieser Schmerzwahrnehmung beitragen. Im medizinischen Bereich haben die Druckschmerzen dann eine Bedeutung, wenn möglicherweise anormale Volumenzunahmen von Gewebe vorhanden sind oder wenn sich Organe in einer unrichtigen Lage befinden.

Die erste Ursache liebt zum Beispiel bei Tumoren, Abszessen, wuchernden Einschlüssen oder entzündlichen Prozessen mit akutem oder chronischem Verlauf vor. Im zweiten Fall können Druckschmerzen durch Knochenbrüche hervorgerufen werden.

Nicht nur Veränderungen körpereigener Gewebe, sondern auch Wassereinlagerungen oder Eiteransammlungen sowie Schwellungen an Gelenken oder unter der Haut können einen klassischen Druckschmerz bedingen. Ein Druckschmerz kann zudem ein Hinweis darauf sein, dass es zu baldigen Hautschädigungen durch einen Dekubitus kommt.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Druckschmerzen, die durch zu enge Kleidung oder nach einem leichten Stoß entstehen, können selbst behandelt werden. Die Kleidung ist zu wechseln und die betroffene Stelle wird geschont oder gekühlt. Viele Menschen erleben einen Druckschmerz in Form von Kopfschmerzen, sobald das Wetter umschlägt. Sie gelten als besonders wetterfühlig und sollten sich ausreichende Ruhe gönnen.

Das Schmerzempfinden ist bei jedem Menschen individuell ausgeprägt. Sofern der Druckschmerz als stark unangenehm oder belastend erlebt wird, ist grundsätzlich ein Arzt aufzusuchen. Nimmt der Druckschmerz kontinuierlich an Intensität zu oder breitet sich in andere Regionen des Körpers aus, sollten die Beschwerden mit einem Arzt besprochen werden. Gleiches gilt, wenn sich die Qualität des Schmerzes beispielsweise von ziehend in stechend ändert.

Treten weitere Funktionsstörungen wie eine Störung der Sehkraft, des Hörvermögens oder motorische Störungen ein, ist unverzüglich ein Arzt zu konsultieren. Vor der Einnahme schmerzstillender Medikamente ist der Rat eines Arztes einzuholen. Es bestehen Risiken und Nebenwirkungen, die beachtet werden müssen.

Ein anhaltender Druckschmerz ist ein Zeichen einer weiteren Erkrankung. Ein Arzt ist aufzusuchen, um entsprechende Untersuchungen vorzunehmen und die Grunderkrankung zu ermitteln. Bei einem Druckschmerz, dem keine offensichtliche Ursache zugeschrieben werden kann, sind die Beschwerden einem Arzt vorzustellen. Es können behandelbare Nervenstörungen vorliegen.

Diagnose und Verlauf

Die Druckschmerzen können einerseits ein Warnsignal, andererseits ein deutliches Anzeichen einer Erkrankung sein. Für die Diagnose des Druckschmerzes ist es zunächst wichtig, die Patienten im Gespräch nach der Qualität und Quantität sowie nach der Lokalisation des Druckschmerzes zu befragen. Ergänzt werden diese Aussagen durch die Palpation. Diese wird von einem Mediziner dort vorgenommen, wo sich die Ursache vermuten lässt.

In diesem Zusammenhang werden Druckschmerzen recht oft dort geprüft, wo sich diese am häufigsten ausprägen. Nicht sichtbare innere Organe, die im Bauchraum oder in der Brust liegen und im Verdacht stehen, erkrankt zu sein, können durch den Druckschmerz kontrolliert werden. So kann ein manuelles Verursachen durch den Untersucher ein Anzeichen für eine Blinddarm- oder Magenentzündung, eine Unterleibsentzündung oder ein Nervenschmerz sein. Ein stattfindender Herzinfarkt macht sich ebenfalls durch einen Druckschmerz im Brustraum bemerkbar.

Komplikationen

Ein vorliegender Druckschmerz kann zu verschiedenen Komplikationen führen. Insbesondere Berührungen werden als unangenehm wahrgenommen. Das kann zu einem abweisenden Verhalten gegenüber Familienmitgliedern oder Partnern führen. Darüber hinaus können je nach der Region des Schmerzes Körperhaltungen wie Sitzen oder Liegen als unangenehm empfunden werden. Dies führt während des Nachtschlafes zu einer verminderten Qualität innerhalb des Regenerationsprozesses. Der Betroffene leidet unter einer gedrückten Stimmung und erhöhter Reizbarkeit.

Weitere Komplikationen, wie Kopfschmerzen oder Probleme des Kreislaufes können auftreten. Damit verbunden sind Durchblutungsstörungen oder Schwindel. Bei einem Druckschmerz nutzen viele Betroffene die Möglichkeit der Schmerzlinderung durch Einnahme von Medikamenten. Diese haben wiederum Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Magen- und Darmprobleme sowie Übelkeit oder Erbrechen. Sobald die Wirkung der Medikamente nachlässt, setzt der Druckschmerz erneut ein. Dies kann zu einer häufigen Einnahme von Medikamenten führen und wiederum eine Abhängigkeit verursachen. Treten die Druckschmerzen im Bereich des Kopfes auf, können sich eine Migräne oder Sehstörungen als weitere Komplikationen entwickeln. Prothesen im Bereich der Gliedmaßen oder im Mund führen oftmals zu einem Druckschmerz. Es besteht zusätzlich das Risiko einer Infektion oder Entzündung. Diese sind verbunden mit der Bildung von Eiter. Im Mund führt er zu einer Veränderung der Geschmackswahrnehmung. Am Körper kann der Eiter zu einem unangenehmen Körpergeruch führen.

Behandlung und Therapie

Für die Behandlung eines Druckschmerzes stehen dem Facharzt unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Zunächst ist es sinnvoll, den Druckschmerz nach einer eingehenden Diagnostik in Abhängigkeit vom Resultat durch Medikamente zu beheben. In diesem Bezug gehören die klassischen Schmerzmedikamente in variierenden Stärken zu den Mitteln der Wahl. Dies kann sowohl bei akutem als auch bei chronischem Druckschmerz der Fall sein.

Bleibt der Druckschmerz erhalten oder tritt ständig wieder auf, kann eine operative Behandlung mit der chirurgischen Entfernung des Ursachenherdes sinnvoll sein. Dies ist zum Beispiel bekannt von der Entnahme der Entzündungsherde an Zahnwurzeln oder des Wurmfortsatzes oder der Eröffnung von Zysten und Abszessen.

Sind die von einem Druckschmerz betroffenen Patientinnen und Patienten immobil und überwiegend bettlägerig, ist es unumgänglich, die Position des Körpers zu wechseln. Das bedeutet im Rahmen der pflegerischen Tätigkeiten, dass diese Personen im Bett genau nach Lagerungsplan umgelagert werden und mit Lagerungshilfsmitteln auszustatten sind. So kann durch die Realisierung des Druckschmerzes ein angehendes Aufliegen vermieden werden.

Bei solchen Patientinnen oder Patienten, die stark unterernährt und abgemagert sind, muss besonders auf die Angabe von Druckschmerz geachtet werden, um Hautirritationen und Geschwüren vorzubeugen.

In vielen Fällen kann ein Druckschmerz in leichterer Form ein Anzeichen für ein Erbrechen sein. Nach der Entleerung des Magens kann der Druckschmerz vergehen. Schlecht sitzende Prothesen, unabhängig davon, ob sie sich im Mundraum befinden oder als Versorgung nach einer Amputation gedacht sind, können ebenfalls einen Druckschmerz hervorrufen. Sie müssen unbedingt neu angepasst oder gegebenenfalls nachgearbeitet werden.



Vorbeugung

Der Entstehung von Druckschmerzen kann schon mit relativ einfachen Mitteln vorgebeugt werden. Beim Einsatz künstlicher Hilfsmittel wie Prothesen sollte eine regelmäßige Nachkontrolle auf etwaige Druckstellen genügen. Kommt es zu einer anhaltenden Bettlägerigkeit, sind das Massieren der Haut und ein kontinuierliches Umlagern der Patienten sowie das Sauberhalten der Haut wichtige vorbeugende Maßnahmen.

Mechanische Krafteinwirkungen auf den Körper von außen sollten möglichst vermieden werden, damit kein nachfolgender Druckschmerz durch Hämatome auftreten kann. Entsprechende äußerlich anzuwendende Salben lindern die Blutergüsse. Bei Schwellungen können Druckschmerzen durch kühle Auflagen weitgehend verhindert werden. Dann bilden sich die Schwellungen zurück und die lokalen Nerven werden nicht mehr gereizt.

Bücher über Druckschmerzen

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Masuhr K., Masuhr, F., Neumann, M.: Duale Reihe Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Mattle, H., Mumenthaler, M.: Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Payk, T., Brüne, M.: Checkliste Psychiatrie und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Bewermeyer, H.: Neurologische Differenzialdiagnostik, Schattauer Verlag, 2011

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