Empyem

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 8. Oktober 2016
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Ein Empyem ist eine Ansammlung von eitriger Flüssigkeit in Körperhöhlen, meist ausgelöst durch eine bakterielle Infektion. Dieser Befall betrifft meistens die Lunge, das Becken oder die Gallenblase und kann durch Antibiotika und chirurgische Techniken behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Empyem?

Ein Empyem bezeichnet einen Zustand, in dem sich Flüssigkeit von infiziertem Gewebe in einer Körperhöhle sammelt. Der Begriff stammt vom griechischen Wort „empyein“, was so viel bedeutet wie "Eiter produzieren".

In vielen Fällen meint ein Empyem eine Sammlung von Flüssigkeit im Raum um die Lungenflügel, ein wenig seltener beschreibt es Ansammlungen in Gallenblase oder in der Beckenhöhle. Ein Empyem in der Lunge wird auch als Empyem thoracis bezeichnet, als Brustempyem oder Lungenempyem.

Ursachen

Ein Empyem in der Lunge kann durch verschiedene Organismen verursacht werden. Darunter fallen die folgenden Bakterien: Streptococcus pneumoniae, Haemophilus influenzae und Staphylococcus aureus. S. aureus ist die verbreiteteste Ursache in allen Altersgruppen, verantwortlich für 90 % der Erkrankungen bei Säuglingen und Kindern.

Ein Empyem im Becken der Frau wird häufig ausgelöst durch Bakterienstämme oder durch Pseudomonas aeruginosa. Bei älteren, chronisch kranken oder alkoholabhängigen Patienten wird das Empyem auch oft durch die Bakterienart Klebsiella pneumoniae verursacht.

Wenn die Krankheitserreger die Höhlen rund um die Lunge erreichen, befallen sie Gewebe, das die Lungen und den Brustkorb bedeckt. Wenn der Körper damit beginnt, sich vor dem Befall zu schützen, füllen sich die Körperhöhlen mit Flüssigkeit, Eiter und totem Zellengewebe. Ein Empyem in der Gallenblase oder in der Hüfte resultiert aus ähnlichen Abwehrreaktionen des Körpers in diesen spezifischen Körperhöhlen.

Symptome und Verlauf

Mögliche Symptome:

Die Anzeichen und Symptome eines Empyems variieren je nach Art, Ort des Befalls am Körper und Stärke des Befalls. Bei einem Empyem in der Lunge empfinden die Patienten meist die Symptome einer Lungenentzündung, wie Fieber, Husten, Müdigkeit, Kurzatmigkeit und Schmerzen in der Brust. Womöglich ziehen die Betroffenen es vor auf den infizierten Stellen am Körper zu liegen. Familienmitglieder bemerken eventuell schlechten Atem. In schweren Fällen dehydriert der Betroffene, spuckt Blut oder grünlich-braunes Sputum, entwickelt hohes Fieber und kann sogar in ein Koma fallen.

Ein unbehandeltes Empyem in der Lunge kann lebensgefährlich sein. Die Infektion kann die Atemwege verengen oder auf Herz und Gehirn übergehen. Ein Empyem in der Gallenblase ist verbunden mit starken Schmerzen in der oberen rechten Bauchregion, Fieber und Steifigkeit der Muskulatur im infizierten Gebiet.

Diagnose

Ein Arzt vermutet ein Empyem der Lungen, wenn sich Zeichen einer Lungenentzündung zu erkennen geben. Mit einem Stethoskop kontrolliert er die Atemgeräusche des Patienten. Das Gebiet der Brust direkt über der Infektion hört sich stumpf an, wenn man es abklopft. Auf einem Röntgenbild ist das Empyem als wolkenförmiges Gebiet zu erkennen. Die Menge der Flüssigkeit kann durch Ultraschall ermittelt werden. Letztlich kann aber nur ein Labortest der Flüssigkeit den Befund belegen. Während einer lokalen Anästhesie wird eine lange Nadel durch die Rippen im Rückenbereich geführt, um Flüssigkeit aus der Höhle zu entnehmen.

Behandlung und Therapie

Ein Empyem wird behandelt durch eine Kombination von Medikation und operativen Eingriffen. Die Behandlung mit Medikamenten beinhaltet meist eine zweiwöchige Therapie mit Antibiotika, die intravenös verabreicht werden. Es ist äußerst wichtig, dass die Antibiotika so früh wie möglich verabreicht wird, um den bakteriellen Befall bereits in frühen Stadien abzufangen und die Ausweitung der Erkrankung zu vermeiden.

Die am meisten verwendeten Antibiotika sind Penicillin und Vancomycin. Patienten mit Atembeschwerden wird zusätzlich eine Sauerstoff-Therapie verschrieben. Die Operation bei einem Empyem hat zwei Ziele: Entwässerung der angestauten Flüssigkeit und die verursachten leeren Stellen wieder schließen.

In frühen Stadien der Infektion kann das Empyem noch durch eine Thorakozentese entwässert werden. Bei einem Empyem des Grads 2 wird ein Rohr durch eine Öffnung im Brustkorb eingeführt und die Flüssigkeit entfernt.

Bei Grad 3 wird das befallene Gewebe zusätzlich von den Wänden der Körperhöhle entfernt. Wenn das Emypem entfernt ist, kann die Lunge erneut die gesamte Körperhöhle ausfüllen. Sowohl ein Empyem der Lunge als auch der Gallenblase sind ernsthafte Erkrankungen und werden mit Antibiotika und chirurgischen Eingriffen behandelt.



Vorbeugung

Die Prognose zur vollständigen Wiederherstellung der Gesundheit und der Heilung des Empyems stehen grundsätzlich gut. Abgesehen von den Erkrankungen, in denen es zu schweren Komplikationen kam, wie Gehirnabszesse, Blutvergiftung, oder die durch bestimmte Formen von Streptokokken ausgelöst wurden. Einem Empyem ist grundsätzlich am besten durch ein frühes Erkennen der Infektion vorzubeugen. Bei den ersten Symptomen sollte der Arzt aufgesucht werden und womöglich frühzeitig Antibiotika verabreicht werden.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Sonnilein kommentierte am 08.04.2016 um 10:50 Uhr

Hatte ein Empyem im Kiefergelenk. Trat plötzlich auf mit starken Schmerzen. Wurde im Spital ausgespült und mit Ospexin behandelt. Ursache für die Ärzte ist bis heute unklar.